AT160734B - Verfahren zur Gewinnung organischer Verbindungen aus den bei der Schwefelsäureraffination von Mineralölprodukten erhältlichen Raffinationsabfallstoffen. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung organischer Verbindungen aus den bei der Schwefelsäureraffination von Mineralölprodukten erhältlichen Raffinationsabfallstoffen.

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AT160734B
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  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

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  Verfahren zur Gewinnung organischer Verbindungen aus den bei der   Schwefels ureraffination   von   Mineraioiprodukten   erhältlichen Raffinationsabfallstoffen. 



   Die Gewinnung organischer Verbindungen aus den bei der Raffination von Kohlenwasserstoffen mit Schwefelsäure anfallenden Abfallstoffen durch Ausschmelzen ist bekannt (österr. Patentschrift Nr. 148998). Bei diesem Verfahren wird die   Abfallsäure   mit säurebindenden Stoffen neutralisiert und die so erhaltene Masse auf eine Temperatur erhitzt, welche unterhalb der mittleren Siedetemperatur der in der Masse enthaltenen   ausschmelzbaren   organischen Verbindungen liegt. Dadurch werden diese zum Schmelzen gebracht und scheiden sich in flüssiger Form von den unschmelzbaren organischen Bestandteilen ab. 



   Weiterhin ist bekannt, die organischen Bestandteile der bei der   Schwefelsäureraffination   von   Mineralölprodukten   erhältlichen Raffinationsabfallstoffe durch Zusatz von säurebindenden Mitteln und Destillation des so erhaltenen festen Neutralisationsgemisehes, gegebenenfalls im Vakuum, abzuscheiden (französische Patentschrift Nr. 781843, britische Patentschrift Nr. 320891). 



   Es wurde nun gefunden, dass sich die Gewinnung organischer Verbindungen aus den bei der Schwefelsäureraffination von   Mineralölprodukten erhältlichen Raffinationsabfallstoffen durch   Neutralisation von Lösungen derselben in organischen Lösungsmitteln mittels trockener gepulverter säurebindender Stoffe, wie z. B. Oxyde, Hydroxyde oder Carbonate der Alkali-bzw. Erdalkalimetalle, und gegebenenfalls nachfolgender Destillation dann besonders vorteilhaft gestaltet, wenn man als organische Lösungsmittel die aus den genannten Raffinationsabfallstoffen gewinnbaren flüssigen organischen Verbindungen oder an ungesättigten und aromatischen Kohlenwassserstoffen reiche Öle, wie z.

   B.   Krackdestillationsrückstände,   Extraktionsrückstände von der selektiven   Mineralölraffination     (Edeleanu-Extrakte),   Steinkohlenteere, Braunkohlenteere bzw. deren Destillate, verwendet. Vorteilhafterweise wird das Auflösen und die Neutralisierung der Abfallsäure in dem zur Destillation derselben bestimmten Kessel zweckmässig unter Rühren des Gemisches vorgenommen. 



   Die Siedegrenzen des Lösungsmittels sind zweckmässig so zu wählen, dass dieses bei der darauffolgenden Destillation in die erste Fraktion übergeht. Die Neutralisierung erfolgt vorteilhafterweise unter Rühren des Gemisches, wodurch eine besonders feine Verteilung der ausfallenden Sulfate in der Flüssigkeit erzielt wird, und bei Temperaturen über   50 ,     zweckmässig   bei einer Temperatur von ungefähr   1200,   bei welcher die Sulfonsäuren die Sulfogruppen abspalten. 



   Beim Neutralisieren der gelösten Abfallsäure bilden sieh zwei Phasen, u. zw. eine flüssige Phase, bestehend aus dem Lösungsmittel und den darin gelösten organischen Verbindungen der Abfallsäure, und eine feste Phase, bestehend aus schwefelsauren Salzen nebst einer geringen Menge   unlöslicher   kohlige Substanz. Die feste Phase setzt sich am Boden des Neutralisationsgefässes als Schlamm ab, von dem die darüber stehende organische Flüssigkeit in reinem Zustand abgezogen werden kann. 



   Falls die Menge der bei der Neutralisation entstandenen anorganischen Salze gering ist, erübrigt es sich, diese vor der Destillation abzutrennen ; in diesem Falle können die Salze durch Mischen in der organischen Flüssigkeit vollkommen verteilt werden, so dass ein Überführen derselben in den Destillationskessel möglich ist. Die auf diese Weise erhaltene Flüssigkeit wird bei der Destillation zweckmässig in zwei Fraktionen zerlegt, von denen die erste im wesentlichen aus dem verwendeten Lösungsmittel besteht und zum Auflösen einer neuen Partie   Abfallsäure   dienen kann, während die zweite die Hauptmenge der entstandenen organischen Verbindungen enthält. Die Hauptfraktion stellt eine dickliche harzölartige Flüssigkeit dar, welche infolge ihres grossen Gehaltes an ungesättigten Kohlenwasserstoffen wertvolle Eigenschaften besitzt und z.

   B. als guter Weichmacher in der Gummiindustrie verwendet werden kann. 



   Man kann nach der Neutralisation der gelösten Abfallsäure auch so verfahren, dass nur ein Teil des Umsetzungsproduktes in den Destillationskessel übergeführt und destilliert wird, während der restliche Teil im Neutralisationsgefäss verbleibt und zur Auflösung eines neuen Anteiles von Abfallsäure verwendet wird. 



   Es ist nicht unter allen Umständen notwendig, die neutrale organische Flüssigkeit zu destillieren. 



  Sie besitzt infolge ihres hohen Gehaltes an ungesättigten Verbindungen bereits im rohen Zustande wertvolle technologische Eigenschaften und kann für viele Zwecke als solche unmittelbar verwendet werden. 



   Beispiel 1 : In einem aus korrosionsfestem Material hergestellten, heizbaren und mit einem Rührwerk versehenen Gefäss von ungefähr   5000l   Inhalt pumpt man 1000 kg eines Gemisches von 

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  Nach Auflösen derselben erhöht man die Temperatur auf   120  und   setzt unter weiterem Rühren all-   allmählich 130 kg feingemahlenes trockenes Calciumhydroxyd   zu. Infolge reichlicher Entwicklung von Schwefeldioxyd, Kohlendioxyd und Wasserdampf wallt die Flüssigkeit heftig auf ; sobald die Reaktion schwächer wird, erhöht man die Temperatur auf   1500 und mischt   so lange, bis die Entwicklung von Gasen und Wasserdampf aufhört. Sodann wird bei   150  abstehen   gelassen, wobei der entstandene Niederschlag von Calciumsulfat zu Boden sinkt. Nach vollständiger Klärung wird die Flüssigkeit durch einen seitlich angebrachten Stutzen abgelassen und der Schlamm durch den unteren Stutzen abgezogen.

   Die erhaltene dunkle, grünlich fluoreszierende, sehr viskose Flüssigkeit kann zur Erzielung von lichten, technisch einheitlichen Produkten destilliert werden, wobei je nach Bedarf das Gesamtdestillat als solches oder einzelne Fraktionen abgenommen werden. 



   Der abgezogene Schlamm enthält noch ungefähr 50% organischer Bestandteile, die durch Extraktion, Filtrieren oder Abschleudern in bekannter Weise gewonnen werden können. 



   Beispiel 2 : In einem aus korrosionsfestem Material hergestellten, mit Rührwerk versehenen   Vakuumdestillationskessel   von ungefähr   5000 l   Inhalt werden   1000 kg Krackdestillationsrückstand   (spezifisches Gewicht ungefähr 1-0) gepumpt. Man erwärmt den Kesselinhalt auf   1100 und   trägt unter Rühren 1000 kg Abfallsäure, von der   Schmierölraffination   stammen, in kleinen Anteilen ein. Nach 
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 150 kg feingemahlenen gebrannten Magnesit zu. 



   Unter Entwicklung von Schwefeldioxyd und Wasserdampf erfolgt die Neutralisation der sauren Flüssigkeit. Sobald die Reaktion beendet ist, wird der Kessel geschlossen und angeheizt. Die Destillation erfolgt in einem Vakuum von ungefähr   50 mm   Hg. Die erste Fraktion (bis 280 ) stellt eine Flüssigkeit (spezifisches Gewicht ungefähr 0-97) von charakteristischem Geruch dar, die   zum Auflösen   von frischer Abfallsäure verwendet werden kann. Die zweite Fraktion (bis 360 ) ist eine sehr viskose, harzölartige, in der Aufsicht grünlich fluoreszierende, in der Durchsicht rotbraune Flüssigkeit (spezifisches Gewicht über 1-0) von ausgesprochen ungesättigtem Charakter (Jodzahl ungefähr 90). Die Ausbeute an dieser Hauptfraktion beträgt   50%,   bezogen auf die verwendete Abfallsäure. 



   Ungefähr eine Stunde nach Beendigung der Destillation wird der   Rückstand,   der noch eine Temperatur von   350  hat,   aus dem Kessel abgelassen (Ausbeute ungefähr   30%   der Füllung). Derselbe stellt einen Asphalt von über 2000 Erweichungspunkt dar, der ungefähr 45% anorganischer Bestandteile und ungefähr   55%   in Schwefelkohlenstoff   lösliches   Bitumen enthält. 



   Wenn man die Destillation erst bei einer Temperatur von über   3800 abbricht,   erhöht sich die Ausbeute an Hauptfraktion auf ungefähr   60%,   und im Kessel verbleibt ein koksartiger   Rückstand,   der mechanisch entfernt werden muss. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Gewinnung organischer Verbindungen aus den bei der Schwefelsäureraffination von Mineralölprodukten erhältlichen Raffinationsabfallstoffen durch Neutralisation von Lösungen derselben in organischen Lösungsmitteln mittels trockener gepulverter säurebindender Stoffe und gegebenenfalls nachfolgender Destillation, dadurch gekennzeichnet, dass man als Lösungsmittel die aus den genannten Raffinationsabfallstoffen gewinnbaren, flüssigen organischen Verbindungen verwendet.

Claims (1)

  1. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als organisehe Lösungsmittel an ungesättigten und aromatischen Kohlenwasserstoffen reiche Öle, wie z. B. Krackdestillationsrückstände, Extraktionsrückstände von der selektiven Mineralölraffination (Edeleanu- Extrakte), Steinkohlenteere, Braunkohlenteere bzw. deren Destillate, verwendet.
    3. Ausführungsform des Verfahrens gemäss den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Auflösen und Neutralisieren der Abfallsäure in dem zur Destillation derselben bestimmten Kessel zweckmässig unter Rühren des Gemisches vorgenommen wird.
AT160734D 1936-12-02 Verfahren zur Gewinnung organischer Verbindungen aus den bei der Schwefelsäureraffination von Mineralölprodukten erhältlichen Raffinationsabfallstoffen. AT160734B (de)

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