AT160591B - Verfahren zum Konservieren kolloidhaltiger Flüssigkeiten. - Google Patents

Verfahren zum Konservieren kolloidhaltiger Flüssigkeiten.

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  Verfahren zum   Konservieren kolloidhaltiger Fliissigkeiten.   



   Es ist bekannt, Flüssigkeiten, die sterilisiert oder konserviert werden sollen, oligodynamisch zu behandeln, d. h. sie mit Silber oder Kupfer oder Verbindungen dieser Metalle in Berührung zu bringen oder ihnen auf irgendeine Weise geringe Mengen jener Stoffe einzuverleiben. Hiedurch werden die in der Flüssigkeit enthaltenen Mikroorganismen getötet und die Flüssigkeit erhält darüber hinaus die Möglichkeit, auch später in sie hineingelangende Bakterien zu vernichten. 



   Die Anwendung des oligodynamischen Verfahrens auf kolloidhaltige Flüssigkeiten begegnet Schwierigkeiten. Insbesondere kolloidales Eiweiss beeinträchtigt stark die bakterizide Wirkung von Silber und Kupfer. Die mit solchen Flüssigkeiten erzielten Resultate sind daher nicht so zufriedenstellend wie diejenigen mit Trinkwasser und ähnlichen, von kolloidalen Stoffen fast freien Flüssigkeiten gewonnenen. 



   Behandelt man beispielsweise Fruchtsaft oder Milch, wie dies schon vorgeschlagen wurde, oligodynamisch, so kann zwar unter Umständen eine Scheinsterilisation infolge vorübergehender Waehstumshemmung der Keime eintreten. Eine zuverlässige und anhaltende Konservierung ist jedoch nicht möglich. Die für die Bierentkeimung schon angeregte Methode, oligodynamische Kontaktkörper in gewissen zeitlichen Abständen zu reinigen, verkennt, dass nicht so sehr eine mangelhafte Ionenemission bei der Aktivierung der kolloidalen Flüssigkeiten, sondern die Adsorption der Metallionen durch die Kolloide die Ursache für das Versagen der oligodynamischen Sterilisation bei kolloidalen Medien ist. 



   Das vorliegende Verfahren zeigt einen Weg, um das oligodynamische Verfahren mit seinen bedeutenden Vorzügen auch für Flüssigkeiten mit beträchtlichem Gehalt an Kolloiden sicher nutzbar zu machen ; es geht von der vorerwähnten Feststellung aus, dass die wirksamen Metallionen von den kolloidalen Stoffen   allmählich   adsorbiert werden, und davon, dass die Metalle ihrerseits eine ausfloekende Wirkung auf die Kolloide ausüben, so dass also nach einiger Zeit in derartigen Flüssigkeiten ein flockiger Niederschlag kolloidaler Natur entsteht, der einen grossen Teil des wirksamen Metalls fixiert. 



   Nach dem Gegenstande des Patentes wird nun gerade diese Wechselwirkung zwischen den Kolloiden und dem Metall nutzbar gemacht, indem das oligodynamisch wirksame Metall sowohl als Klärmittel zur Abscheidung der störenden Trübstoffe als auch zur Aktivierung der geklärten Flüssigkeit benutzt wird. Dies geschieht dadurch, dass man der Flüssigkeit oligodynamisch wirksame Metallionen, zwei-oder mehrstufig, derart einverleibt, dass die zuerst zugesetzten Metallionen die Ausflockung der Kolloide bewirken, und dann solche Mengen an oligodynamisch wirksamen Metallen zuführt, dass ein die Konservierung der Flüssigkeit bewirkender   Überschuss   an Metallionen verbleibt. 



   Die Art, wie man die oligodynamisch wirksame Substanz, als welche Silber und Kupfer bzw. 



  Verbindungen dieser Metalle, wie Silbernitrat, Silberchlorid, Kupfersulfat (für die Behandlung nicht zu menschlichem Genuss bestimmter Flüssigkeiten) od. dgl. in Frage kommen, der zu sterilisierenden Flüssigkeit stufenweise einverleibt, ist beliebig. Jedoch wird man zweckmässig so verfahren, dass die Ionisierung des Metalls durch entsprechende Massnahmen weitgehend unterstützt oder vorbereitet wird. So kann man z.

   B. nach dem bereits bekannten sogenannten elektro-oligodynamischen Verfahren die Flüssigkeit in Behälter einführen oder durch Behälter   hindurchschieken,   in welchen sie zwischen Elektroden aus oligodynamisch wirksamem Metall einem schwachen elektrischen Gleichstrom ausgesetzt wird, der das Metall anodisch lost, wobei Vorrichtungen vorgesehen werden, um Stromstärke und Flüssigkeitsmenge dem gewünschten Effekt entsprechend aufeinander einzustellen. Auch könnte man der Flüssigkeit beispielsweise unmittelbar lösliche Metallverbindungen in einer dem jeweiligen 

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   Ag-Suspension versetzt, die 5 g Ag pro Liter enthält. Von der eingebrachten Silbermenge bleiben zirka 80% ungelöst, während von dem Rest etwa die Hälfte durch die Trubstoffe unwirksam gemacht wird.   



   PATENT-ANSPRÜCHE ?
1. Verfahren zur Behandlung kolloidhaltiger Flüssigkeiten auf oligodynamischem Wege, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeit die zur Sättigung der Kolloide und zur Konservierung notwendigen oligodynamisch wirkenden Stoffe in getrennten Verfahrensstufen einverleibt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Sättigung und gegebenenfalls Ausflockung der Kolloide in mehreren Stufen vornimmt.
AT160591D 1933-01-19 Verfahren zum Konservieren kolloidhaltiger Flüssigkeiten. AT160591B (de)

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