<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung eines mit einem Zinnüberzug versehenen Eisenbandes oder-bleehes, insbesondere für Verpackungen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bleches oder Blechbandes, dessen Oberfläche auf mechanischem Wege gemustert ist, und das mit einem Metallüberzug versehen ist.
Derartige Bleche oder Bänder sind an sich bekannt. Diese bekannten Bleche bestehen in der Regel jedoch aus Metall, wie z. B. Messingblech, und der Überzug besteht aus Nickel oder Tombak.
Derartige gemusterte Bleche sind verhältnismässig teuer und deshalb nur für hochwertige Erzeugnisse der Schmuckindustrie oder für bessere zier-und Gebrauehsgegenstände wie Schalen, Tablette u. dgl. verwendbar.
Mit dem Verfahren nach der Erfindung soll nun ein gemustertes Blech oder Blechband geschaffen werden, das den vorerwähnten hochwertigen Metallblechen in seinem Aussehen ähnlich ist, das jedoch mit dem neuen Verfahren viel billiger herstellbar ist und demgemäss auch für andere Zwecke, insbesondere für Verpackungen wie Keksdosen, Zigarettenschachteln u. dgl., mit Vorteil benutzt werden kann.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird zu diesem Zweck ein blankes Eisenband oder-blech verwendet, das zunächst auf mechanischem Wege, zweckmässig mit Dessinierwalzen, eine Musterung der Oberfläche erhält, worauf dann auf dieses mechanisch gemusterte Blech eine hauchdünne Zinnschicht galvanisch aufgetragen wird.
Gegebenenfalls kann auf dieser Zinnschicht noch eine durchsichtige Lackschicht aufgetragen werden, die die Haltbarkeit des veredelten Eisenbandes oder-bleches erhöht und bei entsprechender Tönung des Lackes dem Blech das gewünschte Aussehen, z. B. ein messingähnliches Aussehen, gibt.
Das Erzeugnis nach der Erfindung kommt in seinem guten Aussehen an dasjenige der bisher bekannten gemusterten vernickelten oder vertombakten Bleche heran. Der Vorteil des neuen Bleches oder Blechbandes besteht darin, dass es verhältnismässig billig herstellbar ist.
Es ist ein Verfahren zur Herstellung von aus Weissblech bestehenden Gegenständen mit Altsilber-oder einem andern Altmetalleffekt bekannt. Bei diesem Verfahren wird ein Stahl-oder Eisenblech ohne vorheriges Kaltwalzen (Polieren) auf seiner rauhen Oberfläche verzinnt. Das so erhaltene Weissblech wird dann zur vollständigen Erzielung des Altmetalleffektes bedruckt, gepresst oder geprägt bzw. mittels geeigneter Werkzeuge bearbeitet. Das erfindungsgemässe Verfahren unterscheidet sich demgegenüber nicht nur im Zweck, sondern auch wesentlich in den einzelnen Verfahrensschritten. Nach dem neuen Verfahren sollen Eisenbänder oder Bleche hergestellt werden, die insbesondere für Verpackungen wie Zigarettenschachteln, Teebiiehsen usw. bestimmt sind, und die ein Aussehen haben sollen, das man bisher nur mit Metallblechen erreichen konnte.
Im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren soll nach der Erfindung das fertige, also blanke und glatte Metallband zunächst auf mechanischem Wege, u. zw. insbesondere mittels Dessinierwalzen, eine Musterung der Oberfläche erhalten ; Diese Musterung lässt sich praktisch ohne Mehrkosten herstellen, da hinter den Fertigwalzen lediglich noch die Dessinierwalzen eingeschaltet zu werden brauchen. Nach dieser mechanischen Musterung der Oberfläche wird diese noch mit einem hauchdünnen galvanischen Zinnüberzug versehen. Die Praxis hat gezeigt, dass man hier mit einem ausserordentlich dünnen Überzug auskommt, der dann nur 2--5 ? Zinn pro Quadratmeter beträgt. Mit diesem Verfahren lassen sich in überaus einfacher Weise ausgezeichnete Bleche für Verpackungen herstellen.
In der Zeichnung ist das veredelte Eisenband oder-blech nach der Erfindung in verschiedenen Ausführungsformen dargestellt ; es zeigen : Fig. 1 ein Blechband nach der Erfindung mit Streifenmuster in schaubildlicher Ansicht, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie li-lui der Fig. 1 in stark ver-
<Desc/Clms Page number 2>
grössertem Massstab, Fig. 3 und 4 andere Ausführungsformen eines Blechbandes nach der Erfindung, Fig. 5 eine Zigarettenschachtel, Fig. 6 eine Eeksdose od. dgl.
Aus Fig. 1 ist es zu entnehmen, dass das Eisenband oder-blech. ? eine mechanisch veränderte verschiedenartige Oberfläche aufweist, wobei beispielsweise bei der gezeigten Ausführung das Band oder Blech bei 2 aufgerauht ist, während zwischen diesen aufgerauhten Stellen eine glatte Fläche 3 verbleibt, die poliert sein kann. Die mechanische Bearbeitung dieser Oberfläche geschieht in einfacher Weise mittels einer Dessinierwalze, die auf ihrem Umfang ein entsprechendes Muster trägt, da sie im Walzvorgang auf die Oberfläche des Eisenbandes oder-bleches j ! einprägt.
Nach Fig. 2 sind die Aufrauhungen 2 stark übertrieben gezeichnet. In Wirklichkeit kann praktisch diese Aufrauhung so gering sein, dass die einzelnen Unebenheiten mit dem blossen Auge gar nicht erkennbar sind und die aufgerauhten Stellen als mattiert Stellen erscheinen. In besonders einfacher Weise lässt sich mit einer Dessinierwalze ein Streifenmuster nach Fig. l herstellen, wobei die mattierten Streifen der Oberfläche mit 4 und die polierten Streifen mit 5 bezeichnet sind.
Aus der Fig. 2 ist weiterhin zu entnehmen, dass auf der gemusterten Oberfläche des Eisenbandes oder-bleches eine sehr dünne Zinnschicht 6, u. zw. auf galvanischem Wege aufgetragen ist. Eine Feuerverzinnung ist für den Gegenstand der Erfindung nicht brauchbar, da sie eine zu dicke ungleichmässige Zinnschicht ergeben und die feine Oberflächenstruktur verändern würde. Wie bereits oben ausgeführt, genügt es, durch geringfügige Veränderung der Oberfläche mattierte und polierte Stellen zu erzielen. Durch eine hauchdünne, galvanisch aufgetragene Zinnschicht 6 wird diese sehr feine Struktur in keiner Weise verändert, so dass die wirkungsvolle Musterung der Oberfläche voll erhalten bleibt.
Die Haltbarkeit des gemusterten verzinnten Eisenbandes oder-bleches kann noch durch Anordnung eines durchsichtigen Lacküberzuges 7 erhöht werden, der entweder farblos oder aber schwach gefärbt sein kann.
Die Oberfläche des Eisenbandes oder-bleches kann in beliebiger Weise mechanisch gemustert sein, wie beispielsweise in den Fig. 3 und 4 gezeigt, die ein Zickzack-und Würfelmuster darstellen.
Das veredelte Eisenband oder-blech nach der Erfindung kann mit Rücksicht auf seine billige Herstellung auch für Verpackungszwecke, z. B. auch für eine Zigarettenschachtel 8 nach Fig. 5, verwendet werden. In Fig. 6 ist ein Blechband nach Fig. 4 zu einer Keksdose 9 od. dgl. verarbeitet. Nach den Fig. 5 und 6 ist die Aussenseite der Packungen mit der Musterung nach der Erfindung versehen.
Gegebenenfalls können selbstverständlich auch die Innenseiten derartiger Packungen oder aber auch nur Teile dieser Packungen, z. B. die Innenseite des Deckels, mit einer Musterung der Oberfläche nach der Erfindung versehen sein.