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Flechtstrang.
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Einlegefaden, Fig. 3 ein teilweise umwickeltes Stück Flechtstrang mit zwischen Kern und Umhüllung befindlicher Umschlingung, Fig. 4 ein Stück Flechtstrang mit doppelter Umwicklung, Fig. 5 die Drauf- sieht auf die Innenseite eines Stückes Umwicklungsband.
Der neue Flechtstrang besteht aus einem Kern a und einer Umhüllung b.
Der Kern kann aus pflanzlichen oder künstlichen Faserbändchen gebildet werden. Vorzugs- weise wird er aus Holzspänen, Rohfasern, Schilf od. dgl. hergestellt. Es ist besonders vorteilhaft, die
Kernfaserbändchen c fest zusammenzudrehen bzw. zu verspinnen, so dass der Kern ein dichtes Gefüge erhält. Neben der dadurch erzielten Festigkeit besitzt er eine erhebliche Biegsamkeit, da sich die ein- zelnen Faserbändchen erforderlichenfalls gegeneinander verschieben können.
Die Umhüllung b besteht aus einem Band d, das fest um den Kern a herumgewickelt ist. Die
Windungen des Bandes d überdecken sich teilweise, so dass eine gleichmässige, dichte und glatte Ober- fläche entsteht, welche den Kern a auch an den schärfsten Biegestellen vollständig umgibt. Vorzugs- weise wird das Band d derart um den Kern a herumgewickelt, dass sein Drehsinn demjenigen der Kern- faserbändchen entspricht. Das Umwicklungsband d besteht aus einem schmiegsamen und widerstandsfähigen Werkstoff, der zugleich wasserbeständig ist. Es können sowohl künstliche Bänder, z. B. aus
Zellstoffhaut, insbesondere aus sogenannter Glashaut, als auch entsprechend behandelte, aus pflanz- lichen Fasern bestehende Bänder, z.
B. aus imprägniertem Bast, oder aus imprägniertem Gewebe be- stehende Bänder Verwendung finden. Durch die Umhüllung b erhält der Kern a einen guten Halt und eine sichere Führung. Seine Biegsamkeit und zugleich seine Festigkeit werden erhöht.
Zur Erhöhung der Zug-und Knickfestigkeit kann in der Mitte des Kerns a ein Leitfaden e aus tierischen, pflanzlichen oder künstliehen Fasern angeordnet sein, der im Sinne einer Achse durch den
Kern hindurchläuft.
Sehr vorteilhaft ist es, in den Kern a einen Einlegefaden miteinzuarbeiten, der in den gleichen
Windungen wie die Kernfaserbändchen verläuft. Dieser Faden steigert nicht nur die Zug-und Knick- festigkeit des Stranges, sondern schützt diesen insbesondere gegen die Gefahr, abgewürgt"zu werden.
Es kann ein faden-oder bandartiger Einlegefaden Verwendung finden. Vorzugsweise wird jedoch ein dünnes, verdrilltes bzw. gesponnenes Garn f in die Kernfaserbändchen eingearbeitet. Sein Drehsinn verläuft entgegen demjenigen der Kernfaserbändchen.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, kann zwischen Kern a und Umhüllung b eine faden-oder band- artige Umschlingung g vorgesehen werden, welche den Kern a fest umgibt und vorzugsweise ent- gegen dem Drehsinn der Kernfasern verläuft. Diese Umschlingung g, welche auch die Festigkeit des
Stranges steigert und ihn ebenfalls davor schützt, abgewürgt zu werden, verhindert ausserdem, dass dos dichte Gefüge des Kerns a sich lockert. Infolge ihrer schraubenförmigen Anordnung vermag die Um- schlingung g die Bewegungen des Stranges mitzumachen. Sie beeinträchtigt daher dessen Biegsamkeit nicht. Das Umwicklungsband d ist in diesem Falle entgegen dem Drehsinn der Umschlingung g an- geordnet.
Bei Flechtsträngen, deren Oberfläche besonders widerstandsfähig sein muss, kann eine doppelte
Umhüllung vorgesehen werden. Diese wird vorzugsweise derart angeordnet, dass die beiden Umwicklung- bänder hund i entgegengesetzten Drehsinn aufweisen (Fig. 4).
Eine weitere Festigkeitssteigerung der Umhüllung kann durch fadenartige Streifen A bewirkt werden, welche auf das Umwicklungsband z. B. auf der Innenseite aufgebracht oder in dieses z. B. zwischen zwei Schichten eingelassen sind. Der Verstärkungsstreifen k kann aus pflanzlichen, tierischen oder künstlichen Fasern bestehen ; vorzugsweise wird ein dünner Baumwollfaden verwendet.
Falls aus dem Flechtstrang Gegenstände herzustellen sind, bei denen mit einer besonders starken
Beanspruchung zu rechnen ist oder welche ein gedrilltes Aussehen aufweisen sollen, so können zwei oder mehrere Stränge der beschriebenen Art zu einem seilartigen Flechtstrang zusammengedreht bzw.-geflochten werden.
Der neue Flechtstrang kann gegebenenfalls mit einem Bindemittel, z. B. einer gelatine-oder leim-
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teile vor oder während der Verarbeitung oder der fertige Kern damit getränkt wird.
Es ist möglich, den neuen Strang in beliebiger Farbe herzustellen, indem nicht ein glasklares, sondern ein gefärbtes bzw. lackiertes Umwicklungsband verwendet wird. Auf diese Weise können Stränge insbesondere für Zierzwecke in den leuchtendsten Farben hergestellt werden, ohne dass sie erst nach der Fertigstellung noch lackiert zu werden brauchen.
Für aus dünnen Flechtsträngen gebildete Gegenstände, beispielsweise für kleine Gebrauchsgegenstände, für Ziergegenstände, z. B. Zierkörbe, Modeartikel, Hutgarnituren, Hüte u. dgl., sowie für Spielzeuggegenstände kann der Kern nur aus einem Faserbändchen, z. B. aus einem Holzspan gebildet sein, der in sieh verdrillt ist, u. zw. so fest, dass der Kern ein festes Gefüge erhält.
Der neue Flechtstrang eignet sich besonders gut für Korbwaren, Korbmöbel u. dgl. Er kann aber ausser den bereits erwähnten Gegenständen auch zum Verpacken, für Verkleidungen und Um-
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hüllungen, für Abschränkungen (Geländer), als Wärmeschutz für Fussbekleidungen (Sandaletten,
Schuhe), für Posamenten und Effekten usw. verwendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Flechtstrang zur Herstellung von Gebrauchs-und Ziergegenständen, insbesondere von Korbmöbeln, Korbwaren u. dgl., der aus einem Kern und aus einer Umhüllung besteht, dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem Kern aus einem oder mehreren, ersponnenen oder verdrillten, pflanzlichen Faserbändchen wie Holzwollspänen besteht und dieser Kern mit einer schmiegsamen, wasserbeständigen Umwicklung, z. B. aus Zellstoffen, insbesondere Glashaut, fest umgeben ist.