AT158077B - Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Kunstharzen. - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Kunstharzen.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Kunstharzen. 
 EMI1.1 
 Man versteht unter diesen Harzen solche   Phenolaldehydkondensationsprodukte,   die sieh ohne Beimischung von Füllstoffen unter gleichzeitiger Anwendung von Druck und Hitze zu Formstücken verpressen lassen. Infolge des Fehlens von Füllstoffen können aus diesen Pressharzen   durchsichtige,   klare   Pressstücke   erzeugt werden. 



   Bei der Verarbeitung solcher Pressharze zu   Formstücken   durch Heisspressen tritt eine Schwierigkeit auf, die auch bei den Fiillstoffe enthaltenden Phenolaldehydpressmassen zu beobachten ist, nämlich das Anbacken der Masse an den Wänden der Pressform. 



   Es ist bekannt, dass man das Anbacken der gefüllten Pressmassen dadurch verhindern kann, dass man ihnen Stearinsäure oder   ähnliche   Säuren oder Metallsalze der Stearinsäure, z.   B.   MagnesiumStearat, in geringen Mengen zusetzt. Diese Zusätze wirken als Gleitmittel und gestatten eine leichte Entfernung des   Pressstüekes   aus der Form. 



   Es wurde nun gefunden, dass b ? i Pressharzen der Zusatz von   Stearinsäure   oder ähnlichen, seifen- 
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 eine   Verschlechterung   des Verhaltens derartiger Pressharze in bezug auf das Kleben an der Form hervorruft. Auch die bisher angewandten Metallsalze der   Stearinsäure   und ähnlicher seifenbildender Säuren haben sich als ungeeignet erwiesen, weil es schwierig ist, sie in homogene Mischung mit den Pressharzen zu bringen. Auch   durch gleichzeitige Einführung   von Stearinsäure od. dgl. und äquivalenter Mengen von Basen, z. B. Metalloxyde, gelingt es nicht, das Anbacken der Pressharze zu verhindern, ohne andere Nachteile hervorzurufen. 



   Es hat sieh nun gezeigt, dass es   möglich   ist, das   Anbaeken   von Pressharzen zu vermeiden, wenn man ihnen vor dem heissen Verpressen Produkte zusetzt, die man aus Stearinsäure oder   ähnlichen   seifenbildenden Säuren und anorganischen oder organisehen mit diesen Säuren salzbildenden Komponenten erhält, wenn man diese in einer geringeren als der der   Stearinsäure   od. dgl. äquivalenten Menge anwendet. Diese Produkte sollen hier als saure Salze der Stearinsäure bzw. der andern Säuren 
 EMI1.3 
 Stearate dadurch herstellen, dass man die Stearinsäure zusammen mit der zur Bildung eines sauren Salzes geeigneten Menge von   Metalloxyd oder-hydroxyd   in das Ausgangsharz einarbeitet.

   Man kann aber auch die salzbildende Komponente in die zur Bildung des sauren Salzes erforderliche Menge   Stearinsäure   oder ähnlicher Säuren einschmelzen und das Schmelzprodukt entweder in noch heissem Zustand oder nach Erkalten und Zerkleinern dem Pressharz zusetzen. Als salzbildenden Bestandteil kann man solche anorganischer oder organischer Natur verwenden, z. B.   Natriumhydroxyd,   Kaliumhydroxyd, Lithiumhydroxyd, Ammonhydroxyd, Oxyde bzw. Hydroxyde von Magnesium, Caleium, Barium, Blei,   Zink usw.,   oder organische Basen, z. B. Piperidin oder   Triäthylolamin.   



   Die Herstellung der Pressharze kann auf beliebige Weise erfolgen. Man kann sie auf Resolen oder auf   Novolak-Hexa-Gsmischen   aufbauen. Die Resole kann man z. B. mit Ammoniak oder mit Kaliumcarbonat kondensieren. Man kann auch die Harze miteinander verschneiden, wie z. B. 90% Novolak-Hexa-Harz mit   10% kresol,   das mit Kaliumcarbonat als   Kontaktsubstanz   hergestellt wurde. 



   Beispiel 1 : 33   g Magnesiumoxyd   werden in 1 kg Stearinsäure eingeschmolzen. Die Schmelze wird auf etwa   1100 erhitzt. Sie   erwärmt sieh dann von selbst um weitere 10 , stösst dabei leicht Wasserdämpfe ab und wird klar. Die Schmelze wird nach Erfordernis entweder gleich in berechneter Menge zu dem im   Kondensationsapparat   befindlichen noch heissen Harz zugegeben und verrührt. 



  Oder man kann die Schmelze erkalten lassen, pulvern und dann zu einem beliebigen Zeitpunkt dem zu verpressenden Produkt zusetzen. 



     10/"deys   Zusatzes hebt bereits das Kleben von Pressharzen auf, ohne Trübungen herbeizuführen. 



  Ab   3-4%0 beginnt   der Zusatz eine Opaleszenz des Presslings zu verursachen. 



   Beispiel 2 : In 1   auf 90  erwärmter Stearinsäure   wird eine Lösung von 100   g Kalium-   hydroxyd in 100   em3   Wasser eingerührt. Unter   Aufschäumen   entweicht Wasser. Man erhitzt auf   120-130 ,   bis das Wasser entfernt ist. Die Schmelze wird klar. Man lässt erkalten und mahlt oder pulverisiert und verwendet dieses Produkt als Zusatz zu Pressharzen in Mengen von etwa 1 bis   4%.   



   Beispiel 3 : 150 Gew.-Teile eines aus Novolak und Hexa oder aus Resol in einem Ofen hergestellten Resitoles werden fein gemahlen und mit 3 Gew.-Teilen des im Beispiel 2 beschriebenen Kaliumstearats vermischt. Die Masse wird auf einen geheizten Kalander gebraeht und in ein Fell verwandelt, wobei mit Wasser angefeuchtet wird. 



   Beispiel 4 : Man verfährt wie im Beispiel 3, gibt jedoch an Stelle des oben beschriebenen sauren Kaliumstearats rund 3   Gew.-Teile Stearinsäure   hinzu. Dann versetzt man das zum Anfeuchten dienende Wasser mit einer solchen Menge verdünnter Kalilauge, dass auf je 1 Äquivalent Stearinsäure 1/4 Äquivalent Kaliumhydroxyd kommt. 

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   Die nach den Beispielen 3 und 4 hergestellten Pressharze liefern Presslinge, die auch bei Dauer-   pressversuchen   stets leicht aus der Form gehen, während Pressharze, die nur mit Stearinsäure zubereitet sind, sehr bald in der Form zu kleben anfangen. 



   Beispiel 5 : 65 Gew.-Teile Acetanilid, 54 Gew.-Teile Harnstoff, 54   Gew.-Teile   Thioharnstoff,    64 Gew. -Teíle   Paraform und 8   Gew.-Teile Hexamethylentetramin   werden miteinander innig gemischt und zum Schmelzen gebracht. Man steigert die Temperatur langsam auf   110-1150.   Bei dieser
Temperatur verliert sieh   die Dünnflüssigkeit   der Schmelze allmählich und macht einer harzartigen
Beschaffenheit Platz. Die Schmelze wird nach dem Erkalten gemahlen. 



   30   Gew.-Teile   der gemahlenen Harzschmelze, 10 Gew.-Teile Lithopone, 15   Gew.-Teile   Cellulose,   I 0. 5 Gew. -Teile   saures leinölsaures Kalium werden auf einem geheizten Mischwalzwerk in ein Fell verwandelt. 



   Das saure leinölsaure Kalium erhält man durch Zusammenschmelzen von 282 g Leinölsäure und 10 g Kaliumhydroxyd in 40   c/   Wasser. 



   Das nach der vorstehenden Anweisung hergestellte saure leinölsaure Kalium ist dann so zu- sammengesetzt, dass auf 1 Äquivalent Säure nur 1/4 Äquivalent Kali kommt. Man kann aueh so arbeiten, dass auf 1 Äquivalent   Leinölsäure 1/2   Äquivalent Kaliumhydroxyd kommt. Man kann 
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  Die Masse wird gemahlen und verpresst. 



   Beispiel 7 : Holzmehl, Phenolaldehydresolharz und Farbstoff werden wie im vorhergehenden Beispiel verwendet. An Stelle des sauren Kaliumstearates wird jedoch eine äquivalente Menge Stearinsäure zugesetzt und die entsprechende Kaliumhydroxydmenge wird in Form einer verdünnten wässrigen Lösung während des Kalandrierens hinzugegeben. Man kann auch die wässrige Kaliumhydroxydlösung dem fertig vorbereiteten Vorgemenge einfügen und dann das ganze kalandrieren. 



   Der Zusatz dieser sauren Stearate oder sauren Metallsalze ähnlicher Säuren, wie z. B. der Ölsäure, erweist sich, wie gefunden wurde, nicht nur bei Pressharzen, sondern auch bei gefüllten Phenolformaldehydpressmassen und auch bei andern Kunstharzmassen, z. B. Aminoplastmassen als vorteilhaft. Auch bei Kunstharzmassen, die aus gemischten Harzen, z. B. aus Mischungen von Phenoplasten und Aminoplasten hergestellt sind oder die durch Umsetzung von Mischungen aus Phenolen, Harnstoff, Thioharnstoff mit Aldehyden erhalten werden, bringt die Anwendung der beschriebenen Zusätze wesentliche Vorteile. Der Vorteil liegt darin, dass sich diese sauren Produkte besonders leicht mit den Pressmassen zu homogenen Produkten verarbeiten lassen und dadurch eine gleichmässige Wirkung gewährleisten.

   Die Menge der Zusätze richtet sich nach der Art und Zusammensetzung der Pressmasse, nach'der Art des   Pressstückes,   welches aus der Masse erhalten werden soll, und nach der Art und Zusammensetzung des Zusatzes selbst. Je nachdem, ob es sich z. B. um die Erzeugung durehsiehtiger ungetrübter oder undurchsichtiger, getrübter   Pressstücke   handelt, schwankt die Masse des Zusatzes z. B. zwischen   l"   und mehreren Prozenten der Pressmasse. 



   Auch der Zeitpunkt des Zusatzes kann verschieden gewählt werden, indem man beispielsweise die Zusatzstoffe im Laufe des Herstellungsganges eines Harzes in dieses einarbeitet oder dem Zusatz beispielsweise erst kurz vor dem Heisspressen der fertigen Masse hinzufügt. In allen Fällen sorgt man zweckmässig für die gleichmässige Verteilung der Zusätze in den Pressmassen. 



   Die Verwendung der Kaliumsalze der Stearinsäure, u. zw. sowohl des sauren Salzes wie auch des Salzes aus äquivalenten Mengen Stearinsäure und Base, hat sich als ganz besonders vorteilhaft für die Herstellung von Pressharzen aus Phenolformaldehydkondensationsprodukten erwiesen, da, wie gefunden wurde, diese Produkte sich besonders gut in Phenolformaldehydharzen lösen und mit Leichtigkeit klare Pressstücke ergeben. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Kunstharzen, insbesondere Phenolaldehydpressharzen und von   Kunstharzpressmisehungen,   z. B. auf Basis von Phenoplasten oder Aminoplasten, dadurch gekennzeichnet, dass man den vorgenannten Produkten saure Salze der Stearinsäure oder anderer seifenbildender Säuren oder die zur Bildung dieser Salze dienenden Komponenten zusetzt.

Claims (1)

  1. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Phenolaldehydpressharzen Kaliumstearat zusetzt.
AT158077D 1938-05-13 1938-05-13 Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Kunstharzen. AT158077B (de)

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