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Vorrichtung zum Vorformen von hohlen oder grossfläebigen Körpern aus geschichteten Faserstoffen.
Es wurde bereits vorgeschlagen, beim Herstellen von Hohlkörpern aus Kunstmassen, die aus einzelnen übereinandergelegten Schichten, wie Papier, Gewebe od. dgl., bestehen und bei denen als Bindemittel Kunstharzmasse dienen, eine Pressform zum Vorpressen von mit Klebstoff bestrichenen Faserstoffbahnen nach der deutschen Patentschrift Nr. 625 250 zu verwenden. Es konnten aber aus solchen Bahnen nicht dünnwandige Körper grosser Tiefe in der endgültigen Form erzeugt werden.
Rillen, Schlitze mussten nach der deutschen Patentschrift Nr. 626 943 nachträglich ausgearbeitet werden. Das Material verträgt nicht ein Tiefziehverfahren, wie bei Blech üblich, die einzelnen Schichten werden an den starken Biegungen oder Rundungen zu hoch beansprucht. Weiterhin wirkt sich der Pressdruck so ungleichmässig aus, dass an Ein-und Ausbuchtungen Faltenbildungen eintreten, die ein ungleichmässiges Gefüge des fertigen Pressstückes ergeben. So musste schliesslich bisher die Vorformung auf die Herstellung plattenförmiger Körper z. B. nach der deutschen Patentsehrift Nr. 402 883 beschränkt werden, während Hohlkörper grösserer Tiefengliederung nur aus pulverförmiger Kunstmasse gepresst werden konnten.
Demgegenüber können mit der erfindungsgemässen Vorrichtung beliebig grosse in ihrer Form komplizierte Hohlkörper aus Schichtstoffen vorgeformt werden. Erreicht wird dies durch eine mit Hefteinrichtungen versehene Hilfsform, die dem Vorformling eine gut in die Gesenke passende Gestalt erteilt, so dass an den scharfen Übergängen und Rundungen das Schichtmaterial sich beim Pressen nicht verschieben kann. Unterstützt wird diese gute Haftung naturgemäss, wenn die Streifen noch mit einem Klebemittel bestrichen werden.
Die Hilfsform nach der Erfindung weist im wesentlichen die Gestalt des fertigen Körpers auf und ist an den scharfen Kanten und an den Rundungen mit Hefteinrichtungen zum Festlegen mit Kunstharz getränkter und gegebenenfalls mit einem Klebemittel bestriehener Faserstoffsehichtstreifen versehen. Diese Hefteinrichtungen unterstützen die Haftung der Streifen an den Stellen, an denen das zugegebene Klebemittel nicht ausreicht. Von Vorteil ist weiterhin, dass bei dem Erfindungsgegenstand die Hefteinrichtung, insbesondere Metallstifte, an von der Form lösbaren Einsätzen angeordnet sind.
Diese Einsätze erleichtern das Abnehmen der verhältnismässig grossen Hilfsform, indem die an den Rundungen vorgesehenen gesonderten Einsätze zurückbleiben und einzeln abnehmbar sind. Die Ausrüstung der lösbaren Einsätze mit druckknopfartigen Haltevorriehtungen ermöglicht ein schnelles Auf-und Absetzen der Einsätze.
Die Zeichnung erläutert die Vorrichtung an einem Ausführungsbeispiel, u. zw. zeigt Fig. 1 den Querschnitt durch eine Hilfsform mit aufgetragenem Sehiehtmaterial, Fig. 2 den vorgeformten und in das Gesenk eingelegten Körper mit teilweise abgenommener Hilfsform, Fig. 3 den Querschnitt durch das Pressgesenk und den Stempel mit zwischengelegtem und gepresstem Hohlkörper.
Nach Fig. 1 ist eine Hilfsform 1 aus Aluminium oder einem sonstigen Modellmaterial entsprechend der gewünschten Gestalt eines Hohlkörpers 2 hergestellt. An den scharfen Übergängen und Rundungen enthält die Hilfsform 1 Einsätze. 3 aus Gummi, der zweckmässig zum Verhüten von chemischen Einflüssen auf synthetischem Wege hergestellt ist. In diesen Gummi sind reissnagelähnliehe Heftstifte 4 so eingelagert, dass sie mit den Köpfen der Hilfsform 1 zugekehrt sind und mit den Spitzen aus der Gummischicht hervorragen.
Diese Einsätze. 3 sind ausserdem mit druckknopfähnlichen Haltestiften 5 versehen, die in mit Federvorrichtungen 6 versehene Löcher 7 der Hilfsform 1 hineindrückbar sind, so
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lichen Stellen Befestigungsösen 8. zum Anhängen an ein Hebezeug oder zum Erfassen von Hand auf. Der untere Rand 9 der Hilfsform ist von einem Stahlblech 10 umgeben, das als Anlage und zum Abschneiden überstehender Papierbahnen dient.
Das Arbeiten mit der beschriebenen Vorrichtung geht wie folgt vor sich :
Die Streifen 11 des beispielsweise aus mit Kunstharz getränktem Papier bestehenden Schichtmaterials werden in der dargestellten Weise auf die Hilfsform 1 aufgelegt, die zu besseren Haftung mit einem leicht klebenden Kunstharz bestrichen sind. Zum leichten Andrücken der Streifen dient ein stempelartiges Werkzeug 12, mit dessen Hilfe die Streifen in die Rundungen und auf die Heftstifte 4 gedrückt werden. Die Zahl der übereinandergelegten Streifen, deren Enden sich überschneiden, richtet sieh je nach der gewünschten Wandstärke, die ihrerseits, nach der erforderlichen Festigkeit bestimmt wird. Die Streifen werden zweckmässig mit einem zusätzlichen klebenden Bindemittel versehen, so dass ein vorgeformter an sich noch weicher Körper entsteht.
Das Ganze wird dann gemäss Fig. 2 in ein Gesenk 13 einer beispielsweise hydraulisch arbeitenden Presse eingelegt. Die Hilfsform 1 wird von dem vorgeformten Körper 2 abgenommen, wobei die Ein- sätze 5 noch in dem vorgeformten Körper zurückbleiben. Diese Einsätze 3 sind mehrteilig ausgebildet und können infolge ihrer Elastizität leicht von dem vorgeformten Körper abgenommen werden, der, falls erforderlich, auch einer Vorhärtung unterworfen sein kann. Nach Abnahme der Einsätze 3 kann die Presse-wie in Fig. 3 dargestellt-geschlossen werden. Der Stempel 14 ist entsprechend der Innenform des Hohlkörpers 2 gestaltet und das Gesenk 13 entspricht der äusseren Form des Hohlkörpers.
Der für diese Baustoffe erforderliche Pressdruck beträgt zwischen 300-400 kg/cm2, wobei die Presszeit ungefähr bis zu zehn Minuten und die Härtezeit ebenfalls so lange dauert. Als Baustoff für den Stempel und das Gesenk kommen nur hochwertige Stähle zur Verwendung ; die Kühlung erfolgt zweckmässig in der Presse selbst beispielsweise durch Pressluft, die durch Rohrleitungen in das Gesenk eingeleitet wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Vorformen von hohlen oder grossflächigen Körpern aus geschichteten Faserstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass eine im wesentlichen die Gestalt des fertigen Körpers aufweisende Hilfsform an scharfen Übergängen und Rundungen Hefteinrichtungen zum Festlegen mit Kunstharz getränkter und gegebenenfalls mit einem Klebemittel bestriehener Faserstoffschiehtstreifen aufweist.