<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zur Abbremsung von schnell bewegten Teilen, insbesondere an Telegraphenapparaten, Büromaschinen, Schreibmaschinen u. dgl.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Abbremsung von schnell bewegten Teilen, insbesondere an Telegraphenapparaten, Büromaschinen, Schreibmaschinen u. dgl.
Bei Büromaschinen, Schreibmaschinen, Telegraphenapparaten und ähnlichen Einrichtungen ist es häufig nötig, schnell bewegte Teile abzubremsen. Es hat sieh herausgestellt, dass die bisherigen Einrichtungen zur Abbremsung derartiger Teile den Anforderungen, die sich aus der zeitlichen Aufeinanderfolge von verschiedenen Funktionen ergeben, nicht genügen.
Bei Fernschreibmaschinen, die nach dem Start-Stop-System arbeiten und deren Telegraphergeschwindigkeit nach internationalen Bestimmungen genormt ist, beträgt die Zeit, die für den Rücklauf des Wagens, der sowohl als Schreibwalze als auch als Typenkorb ausgebildet sein kann, zur Verfügung steht, zwei Zeichenlängen, d. h. 280 ms. Aus Gründen der Toleranz kann jedoch höchstens mit einem Zeitraum von 260 ms gerechnet werden, so dass innerhalb dieser Zeit der Wagen zur Ruhe gekommen sein muss. Ist dies nicht der Fall, so werden die ersten Zeichen der neuen Zeile übereinandergedruckt.
Derartige bewegte Teile, insbesondere die Schreibwalzen und Typenkörbe von Fernschreibmaschinen, werden mit Luftpumpe abgebremst, bei denen das Ausströmen der Luft durch eine am Zylinderdeekel angebrachte Düse geregelt wird.
Die bisherigen Bremseinrichtungen dieser Art haben den Nachteil, dass bei ihnen aus verschiedenen Gründen Prellungen auftreten können. Am wesentlichsten ist dabei der Einfluss der Temperatur, deren Unterschiede beim Betrieb von Fernschreibmaschinen besonders dann erhebliche Beträge erreichen, wenn die Maschinen in einem schalldichten Gehäuse untergebracht sind. Ist daher eine derartige Bremse bei irgendeiner Betriebstemperatur eingestellt worden, so wird die Bremswirkung bei einer anderen Temperatur durch Veränderung der Luftdichte eine andere sein und die Abbremsung wird mit zeitraubenden Prellungen vor sich gehen.
Dieser Nachteil der bisherigen Bremsen wird erfindungsgemäss dadurch beseitigt, dass der Einfluss der Temperatur auf das Bremsmittel selbsttätig durch eine temperaturabhängige Steuerung der Austrittsöffnung für das Bremsmittel ausgeglichen wird. Zweckmässig wird zur Bremsung wie bisher ein Bremszylinder mit Kolben verwendet, der als Druckluftbremse wirkt. Zur Bremsung kann naturlieh auch jedes andere gasförmige oder flüssige Mittel verwendet werden. Vorteilhaft wird in Abhängigkeit von der Temperatur der Querschnitt der Austrittsöffnung des Bremszylinders geändert. Dies kann z. B. dadurch geschehen, dass man die Unterschiede der Ausdehnungskoeffizienten zweier Werkstoffe ausnutzt und damit eine temperaturabhängige Steuerung der Düsenöffnung erzielt.
Man kann auch den Bremskolben aus einem Werkstoff herstellen, der einen grösseren Ausdehnungskoeffizienten hat als der des Zylinders. Dann ist bei warmem Apparat die Dichtung des Kolbens verhältnismässig fest, während bei kaltem Apparat durch die lose Passung zwischen Kolben und Zylinderwand eine grössere Luftmenge entweichen kann. Anstatt die durch Temperaturunterschiede bedingten Einflüsse zu kompensieren, kann man auch ein Überdruckventil anbringen. Bei kaltem Apparat ergibt sich durch Verdickung der Luft ein höherer Bremsdruck als bei warmem Apparat, dessen Druckspitzen durch das Überdruckventil weggenommen werden.
<Desc/Clms Page number 2>
In den anliegenden Figuren sind die Wirkungsweise und zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Die in Fig. 1 dargestellte Kurve stellt den vom Wagen zurückgelegten Weg in Abhängigkeit von der Zeit für die ideale Bremsung dar. Bei Auslösung des Wagens zur Zeit tl steigert sich die Geschwindigkeit des Wagens langsam, um zur Zeit L. nach vorheriger Abbremsung den Ruhezustand zu erreichen.
Die Fig. 2 zeigt den Verlauf einer Wagenbremsung, bei der Prellungen auftreten. Zu ungefähr gleicher Zeit wie bei Fig. 1 trifft der Wagen in der Endstellung auf den Ansehlag auf, prellt aber noch einmal zurück, weil seine lebendige Kraft nicht restlos vernichtet wurde und kommt erst zur Zeit t3 vollständig zur Ruhe.
Während daher bei der idealen Bremsung nach Fig. 1 für den Wagenriickgang bis zur Endstellung nur eine Zeit tu-tel nötig ist, benötigt der Wagen beim Auftreten von Prellungen nach Fig. 2 eine Zeit -tl. Treffen nun bei Fernschreibmaschinen in der Zeitspanne zwischen und telegraphisehe Zeichen ein, so werden sie an einer unbestimmten Stelle des Papierblattes abgedruckt und es ergeben sieh Verstümmelungen des Textes.
In Fig. 3 ist ein Zylinder mit einem Überdruckventil dargestellt. In dem Zylinder 1 bewegt sich ein Kolben 2, gegen den der Wagen bei seinem Rücklauf anprallt. Der Zylinder ist an der andern Seite abgeschlossen durch einen Ventilkörper. 3, der durch Versehraubungen oder auf sonst irgendeine zweckmässige Weise mit dem Zylinder verbunden ist. Dieser Ventilkörper hat zwei Ausströmöffnungen 4 und 8. Die Öffnung 4 wird durch die Kugel B verschlossen. Durch die Einstellschraube 6 ist der Druck
EMI2.1
freigegeben werden kann, dient zur Einstellung eines prellungsfreien Bremsweges. Dies geschieht folgendermassen :
Die Schraube 6 wird gegen die Kugel 4 gesehraubt, so dass die Ventilöffnung 1 fest verschlossen ist.
Dann wird bei erwärmtem Apparat die Schraube 7 so eingestellt, dass ein prellungsfreier Wagenrücklauf etwa nach Fig. 1 erfolgt. Dann wird die Schraube 5 soweit zurückgedreht, dass das Überdruckventil bei dieser Temperatur gerade noch nicht öffnet. Steigt nun der Bremsdruck bei Abkühlung des Apparates, so wird sieh das Überdruckventil öffnen und die im Zylinder entstehende Druckspitze wird nicht wirksam. Der Kurvenverlauf wird sich bei erwärmtem Apparat, also demnach Fig. 1, angleichen.
In Fig. 4 ist die Kompensierung des Temperatureinflusses durch Veränderung der Luftaustritts- öffnung mit einem Bimetallstreifen dargestellt. Der Bremskolben 10 bewegt sieh in bekannter Weise im Bremszylinder 9. In dem Ventilkörper 11 ist der Ventilkegel 12 gegen die Wirkung der Druekfeder 1. 3 durch den Bimetallstreifen 14 verschiebbar. Der Bimetallstreifen 14 ist bei 15 mit der Blattfeder 16 verschraubt, die wiederum bei 17 mit dem Gehäuse 18 fest verbunden ist. Mit der Einstellschraube 19 kann die Lage der Blattfeder 16 und somit auch die des Bimetallstreifens 14 verändert werden. Dadurch wird gleichzeitig der Ventilkegel12 verschoben und eine Veränderung des Düsenquersehnitts vorge- nommen. Diese Einstellung kann bei jeder beliebigen Temperatur vorgenommen werden.
Die nötige Querschnittsveränderung der Düsenöffnung bei Temperatunmterschieden wird dann durch die Krümmung des Bimetalls erreicht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Abbremsung von schnell bewegten Teilen an Telegraphenapparaten, Büromaschinen, Schreibmaschinen u. dgl. mittels Bremszylinders, dadurch gekennzeichnet, dass zur Vermeidung von Prellungen der Einfluss der Temperatur auf das Bremsmittel selbsttätig, z. B. durch eine temperaturabhängige Steuerung einer Austrittsöffnung für das Bremsmittel, ausgeglichen wird.