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Gleichwellensendersystem.
Es ist bei Gleichwellensendern bekannt (vgl. französisches Patent Nr. 650013), die Tochtersender, d. h. Sekundärsender, nicht direkt zu steuern, sondern eigenerregt laufen zu lassen und die Übereinstimmung mit dem Muttersender, d. h. dem Hauptsender, durch eine phasen-oder frequenzabhängige Einrichtung zu kontrollieren. Zu diesem Zwecke wird sowohl eine vom Muttersender abgeleitete Frequenz als auch eine vom Toehtersender abgeleitete Frequenz zu einer Regeleinrichtung geführt, z. B. einer Brückenanordnung, die eine Frequenzregelung des Tochtersenders bewirkt, wenn die Frequenzen beider Sender nicht miteinander übereinstimmen.
Ein solcher Vergleich wird meist mit Nieder- oder Mittelfrequenzen durchgeführt, die durch Frequenzteilung gewonnen werden. Es ist auch vorgeschlagen worden, die Sendefrequenzen direkt miteinander zu vergleichen. Die Anordnung ist meist solel er Art, dass vom Muttersender eine niedrige Frequenz abgeleitet wird, die über Kabel nach dem Toehtersender übertragen wird. Am Tochtersender kann entweder eine gleiche Frequenzteilung geschehen, worauf die Niederfrequenzen miteinander verglichen werden oder die vom Muttersender übertragene Frequenz kann auf die Tochterfrequenz wieder vervielfacht werden, worauf dann der Vergleich stattfindet.
Die Erfindung sieht sowohl eine Vervielfachung der vom Tochtersender abgeleiteten Frequenz auf ein Vielfaches der Sendefrequenz als auch eine Vervielfachung der vom Muttersender übertragenen Frequenz auf dieses Vielfache der Sendefrequenz vor, worauf beide miteinander verglichen werden.
Die Anordnung gemäss der Erfindung hat die im folgenden beschriebenen Vorteile.
Fig. 1 ist eine schematische Ansicht eines Beispiels der neuen Anordnung, Fig. 2 das Schaltbild einer Einrichtung, die ein Teil der in Fig. 1 gezeigten Anordnung ist.
Erfahrungsgemäss entstehen bei der Übertragung der vom Muttersender abgeleiteten Niederfrequenz Phasensprünge auf dem Verbindungskabel, die ein sofortiges Nachregeln der Tochterfrequenz erfordern. Um die Regelgenauigkeit der Anordnung zu erhöhen, wird die in der neuen Anordnung vorgesehene weitere Vervielfachung bewirkt, die nur dem Vergleich dient. In Fig. 1 bedeutet I den Muttersender, II den Tochtersender. Die Steuerstufen beider sind mit M bzw. T bezeichnet, die Frequenz betrage 106 Hz. Die Frequenz des Muttersenders wird einer Fri'quenzteilereinrichtung 1 zugeführt, die beispielsweise eine 500faehe Teilung auf 2000 Hz bewirkt.
Diese Niederfrequenz wird über eine Fernleitung F zum Tochtersender II übertragen, wo in der Vervielfaehungseinrichtung 2 eine Vervielfachung auf die Sendefrequenz von 106 Hz stattfindet. Bei den bisher bekannten Anordnungen wird diese Frequenz, die der Einrichtung 2 entnommen wird, direkt mit der Tochterfrequenz, die ebenfalls 106 Hz beträgt, in der Kontrolleinrichtung P, z. B. einer Phasenbrüeke, verglichen und bei etwaigen Abweichungen die Tochterfrequenz mittels einer Reguliereinrichtung R korrigiert.
Der Erfindung gemäss wird in jede Zuleitung zur Einrichtung P eine ervielfachungseinrichtung 2 eingeschaltet, die eine Vervielfachung auf beispielsweise 107 Hz bewirkt. Die Einrichtung P hat so die zehnfache Regelgenauigkeit gegenüber den bisher bekannten Anordnungen. Tritt auf der Fernleitung F ein Phasensprung von beispielsweise 10 auf, so würde sich nach der Vervielfachungsstufe 2 eine Änderung der Phase von 5000 ergeben. Da aber Vielfache von 2 unberücksichtigt bleiben, ergibt sich eine Phasenänderung von 140 , die von der Kontrolleinrichtung P nachgeregelt wird.
Phasensprünge auf der Fernleitung, die so gering sind, dass sie von den bisher bekannten Regeleinrichtungen nicht berücksichtigt werden, werden von einer Einrichtung gemäss der Erfindung ausgeregelt, da die
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Genauigkeit in dem angegebenen Beispiel zehnmal so gross als sonst ist. Je nach der gewünschten Genauigkeit kann die Vervielfachung noch weiter getrieben werden.
In Fig. 2 ist das Ausführungsbeispiel einer Phasenbrücke angegeben. Die vom Muttersender hergeleitete Frequenz von beispielsweise 107 Hz wird über eine Kopplungsspule L 1 den Zweigen L 2, L 2'der Brückenanordnung zugeführt, in denen Gleichrichter G liegen. Die andern Zweige der Brücke werden von Widerständen R 1, R 2 gebildet. Zwischen zwei Eckpunkten der Brücke liegt eine Spule L 3, der die um 900 verschobene Tochterfrequenz T über eine Spule L 4 zugeführt wird. Die beiden andern Eckpunkte der Brücke sind an ein Zeigerinstrument J und eine Verstärkeranordnung V angeschlossen, die ihrerseits über irgendwelche Regelvorrichtungen, z. B. einen Parallelkondensator zum Schwingungskreis, den Tochterquarz oder die Steuerstufe T beeinflusst.
Gemäss der weiteren Erfindung ist das Instrument J so ausgebildet, dass bei starken Ausschlägen seines Zeigers, nämlich Ausschlägen über einen bestimmten, vorher festgelegten Wert hinaus, die von der Phasenbrücke beherrschte Regeleinrichtung abgeschaltet wird. Dies geschieht mit Hilfe von Kontakten K, die z. B. mit dem Zeiger zusammenwirken. Der das Instrument durchfliessende Ausgleichsstrom fliesst jedoch dabei weiter. Gleichzeitig mit dem Abschalten der Regeleinriehtung wird eine Phasendreheinrichtung eingeschaltet, die bei grossen Phasensprüngen die Phase des Toehtersenders so weit zurückdreht, bis der Ausschlag des Instrumentes geringer ist als der festgelegte Wert.
Die Phasendreheinrichtung besteht, wie weiter oben schon angegeben ist, aus einem Kondensator, der parallel zum Schwingungskreis bzw. zum Quarzoszillator des Tochtersenders oder dessen Steuerstufe T liegt.
Durch den Kontakt K wird z. B. ein Kondensator grösserer Kapazität eingeschaltet, der eine Grobregelung vornimmt, während mit dem Instrument ein kleinerer Kondensator verbunden ist, der die Feinregelung durchführt. Nach Öffnen des vorher geschlossenen Kontaktes K ist die Regeleinrichtung der Phasenbrücke wieder eingeschaltet und regelt jetzt den Tochterquarz langsam nach.
Durch die neue Anordnung ist sowohl ein einwandfreies Regeln bei geringen Phasen-oder Frequenzabweichungen möglich als auch eine einwandfreie, schnelle Korrektion bei grossen Abweichungen infolge plötzlicher grosser Phasensprünge, z. B, auf der Fernleitung, welche die vom Muttersender abgeleitete Frequenz zum Tochtersender überträgt.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. GIeichwellensendersystem, bei dem Phasen-oder Frequenzabweichungen der Sendestationen durch eine phasenempfindliche Einrichtung miteinander verglichen werden, dadurch gekennzeichnet, dass die zu vergleichenden Frequenzen nach einer Vervielfachung über die Trägerfrequenz des Systems hinaus der phasenempfindlichen Einrichtung zugeführt werden.