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Mehrschichtiges Papiererzeugnis und Verfahren zu seiner Herstellung.
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Durch Verwendung einer dicken Klebmittelschicht kann die mechanische Festigkeit des Materials erhöht und ein poröses Erzeugnis erhalten werden, das eine gewisse Luftzirkulation zulässt, die für manche Verwendungszwecke erwünscht ist. Zu diesem Zwecke kann das Klebmittel z. B. so behandelt werden, dass kleine Klumpen entstehen (unvollständige Koagulation). Die Latexkomposition kann zur Flockenbildung (vollendete Koagulation mehrerer Teilchen) bzw. zur Bildung von Agglomeraten (unvollendete Koagulation und Zusammenlaufen mehrerer Teilchen) gebracht werden.
Derartige koagulierte Teilchen bilden beim Zusammenpressen zwischen den Papierschichten (mittels Walzen u. dgl.) eine zusammenhängende Schicht, deren Poren für den Luftdurchtritt hinreichen, jedoch nicht so gross sind, dass hiedurch eine nennenswerte Beeinträchtigung der mechanischen Festigkeit des Materials eintritt,
Eine Flockenbildung kann durch Zusatz von Füllstoffen erreicht werden, die eine Ionisation der Kautschukteilchen herbeiführen. Eine Agglomeration kommt zustande, wenn die Menge der Stabilisierungsmittel einer Latexkomposition unter das Mindestmass vermindert wird, das erforderlich ist, um eine vollständige, dispergierte Emulsion zu erhalten.
Dies erreicht man am einfachsten bei einem mittels Ammoniaks vorbehandelten Latex in der Weise, dass man durch Umrühren des Klebmittels mit oder ohne Erwärmung mittels Durchblasen von Luft ein teilweises Entweichen von Ammoniak bewirkt.
Ein solches Erzeugnis kann auch durch ungleichförmiges Auftragen des Klebmittels, z. B. durch Anwendung einer Auftragswalze mit unebener Oberfläche (mit Löchern, Rillen u. dgl. ), hergestellt werden.
Es können auch auf an sich bekannte Weise eine oder mehrere der einzelnen Papierschichten vor, während oder nach dem Auftragen des Klebmittels gelocht werden. In der Regel wird hiebei die Aussenschicht des Verpackungsmaterials nicht perforiert. Das Klebmittel wird dann nicht auf die äussere Papierschicht, sondern-auf die nächstliegende gelochte Schicht aufgetragen. Die Löcher können so gross sein, dass sie beim Auftragen des Klebmittels nicht gefüllt und zugestopft werden.
Wenn gewünscht wird, dass sämtliche Papierschichten des Erzeugnisses den gleichen Erweiterungsgrad aufweisen, so kann dies durch Regelung des Zuges in den Papierbahnen mittels Bremsen u. dgl. erreicht werden. Soll eine einzelne Schicht (z. B. eine Aussenschicht) eine möglichst ebene Oberfläche haben, z. B. um sie später gummieren oder auf andere Gegenstände aufkleben zu können, so kann ein ganz glattes Papier verwendet werden. Dieses hat jedoch einen sehr geringen Ausdehnungsgrad, und es ist deshalb häufig vorteilhafter, ein gekrepptes (bzw. gekräuseltes) Papier zu verwenden, das aber beim Zusammenkleben praktisch vollständig gestreckt wird. Diese Aussenschicht des Papiererzeugnisses hat dann eine ebene Oberfläche und lässt sich leicht gummieren und mit andern Gegenständen zusammenkleben, hat aber dabei einen viel grösseren Erweiterungsgrad als glattes Papier.
Beispiele :
1. Zwei Schichten von gekrepptem Papier werden zwischen umlaufenden Walzen zusammengeklebt, nachdem die beiden Bahnen auf den benachbarten Seiten (oder nur eine Papierbahn) mit einer Klebstoffschicht versehen worden sind. Das Klebmittel wird auf die Weise aufgetragen, dass die Papierbahnen über Walzenlaufen, welche in Behälter mit Latexleim umlaufen. Die Entfernung zwischen Leim-und Druckwalzen und die Geschwindigkeit der Papierbahnen wird so eingestellt, dass letztere nicht so viel Wasser aufnehmen können, dass hiedurch ein Werfen der Bahn oder ein Ausglätten der Kreppung bewirkt wird.
2. Drei Schichten von Kreppapier werden auf die Weise zusammengeklebt, dass der Leim auf die beiden äusseren Papierbahnen aufgetragen wird, während die Zwischenschicht trocken zwischen den erstgenannten Bahnen geführt wird.
3. Ein aus drei Schichten von gekrepptem Papier bestehendes Erzeugnis wird dadurch hergestellt, dass die mittlere Schicht durch ein Leimbad geführt und zwischen zwei Schichten ohne Leim gepresst wird.
4. Drei oder vier Papierbahnen werden zusammengeklebt, indem alle vier gegeneinander zu legenden Seiten der Papierbahnen vor dem Zusammenpressen mit Leim überzogen werden.
5. Ein vierschichtiges Erzeugnis wird dadurch hergestellt, dass zunächst ein dreischichtiges Erzeugnis nach Beispiel 3 erzeugt und hierauf eine vierte Papierbahn mit diesem Erzeugnis zusammengeklebt wird. Die zusammenzulegenden Seiten der Bahnen werden mit Leim überzogen.
6. Ein dreischichtiges Papiererzeugnis wird nach Beispiel 3 hergestellt. Während des Zusammenklebens wird die eine Aussenschicht so weit gestreckt, dass die Elastizität derselben von 30% auf 7% vermindert wird, während die beiden übrigen Schichtenihre ursprüngliche Elastizität von 30% behalten.
7. Ein dreischichtiges Erzeugnis wird nach Beispiel 4 hergestellt, jedoch unter Anwendung von glattem Papier für die eine Aussenschicht.
8. Auf eine Pappe wird eine Schicht von gekrepptem Papier geklebt. Das Klebmittel wird auf die Pappebahn aufgetragen, während das Kreppapier trocken auf die Pappe gepresst wird.
9. Eine glatte Papierschicht wird auf eine Schicht von gekrepptem Papier gepresst, wobei die beiden Bahnen vorher mit Klebmittel überzogen worden sind.
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10. Ein zweischichtiges Papier wird nach Beispiel 1 hergestellt, wobei das Klebmittel nur auf eine der beiden Papierbahnen aufgetragen wird, u. zw. unter Verwendung eines flockenbildenden Klebmittels, so dass die gebildete Leimschicht grosse Poren erhält, durch die die Luft zirkulieren kann.
11. Ein dreischichtiges Papier wird gemäss Beispiel 3 verwendet. Die für das Auftragen des
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Löcher für den Luftdurchtritt aufweist.
12. Ein dreischichtiges Erzeugnis wird nach Beispiel 2 hergestellt. Die mittlere Schicht wird perforiert, u. zw. mit so grossen, regelmässig verteilten Löchern versehen, dass die Löcher beim Zusammenkleben nicht vom Klebmittel ausgefüllt werden.
Die gemäss der Erfindung hergestellten Erzeugnisse können für die verschiedensten Zwecke verwendet werden, z. B. anstatt Leinwand für Säcke, u. zw. auch für solche, die gegen die Einwirkung von Wasser, Luft und Wasserdampf widerstandsfähig sein sollen. Bei Anwendung entsprechender Kleb-
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