<Desc/Clms Page number 1>
EMI1.1
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Ofen zur Herstellung von Röhren aus Glas oder einem andern schlecht leitenden Material.
Für die Herstellung von Röhren aus Glas verfährt man bis jetzt in der Weise, dass man das in einem Hafen in geschmolzenem Zustand gehaltene Glas durch ein Formloch hindurch fliessen lässt.
Gewisse Fehler der auf diese Weise hergestellten Röhren rühren daher, dass das Glas, das im Hafen ungleichmässig erwärmt ist, sich nicht in einem homogenen Zustand befindet und dass Glasadern von abweichender physikalischer und gegebenenfalls chemischer Beschaffenheit (insbesondere Temperatur und Viskosität) gleichzeitig oder nacheinanderfolgend durch das Formloch treten. Der Fehler ist um so grösser, je grösser der Durchmesser des Rohres ist ; das Ziehen dieser Röhren wird übrigens dadurch erschwert.
Der Zweck der Erfindung besteht darin, diese Nachteile zu beseitigen und eine wirtschaftliche
Herstellung von Röhren aus homogenem Glas zu gestatten. Dies erfolgt dadurch, dass man das Glas oder ein ähnliches Material in ein elektrisches Wechselfeld bringt, derart, dass es zum Sitz dielektrischer
Verluste gemacht wird, wodurch es in der Masse selbst erhitzt wird.
Bei einem erfindungsgemäss ausgestalteten Ofen wird der Glashafen durch ringförmige Mäntel aus feuerfestem Material gebildet und auf dem äusseren und dem inneren Umfang mit gleichachsigen
Elektroden besetzt, und das Glas verhält sich in ihm, wie sich ein Nichtleiter der Elektrizität verhält, der den Sitz von Verlusten bildet, welche zu einer Erhitzung führen ; diese Erhitzung kann für einen gegebenen
Ofen und eine gegebene Charge durch Änderung der Frequenz oder der an die Elektroden anzulegenden
Spannung geregelt werden.
Mehrere Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt.
Fig. 1 zeigt in senkrechtem Querschnitt ein Ofenelement, Fig. 2 stellt davon einen waagerechten Schnitt dar. Die Fig. 3 und 4 zeigen in ähnlicher Weise wie Fig. 1 weitere Ausführungen.
Das Ofenelement, von passend gewähltem, ringförmigem Querschnitt, besteht aus zwei zuein- ander konzentrischen Rohren 1 aus feuerfestem Material. Zwischen diesen Rohren befindet sich die
Glasmasse 2. Diese Rohre sind mit zwei Rohren 3 aus Quarz verkleidet, die auf den inneren und auf den äusseren Flächen Elektroden 4 tragen, die als Kondensatorelektroden arbeiten ; diese Elektroden sind mit einer Wechselstromquelle von geeigneter Spannung und Frequenz verbunden.
Die Rohre 1 und 3 und die Elektroden stehen senkrecht und befinden sich auf einer gemeinsamen
Achse ; die Elektroden können wulstige und abgerundete Kanten 9 besitzen, und deren Temperatur kann durch Umlauf eines gasförmigen oder eines flüssigen Mittels geregelt werden.
Der Querschnitt des Ofens in der Nähe des Giessloches 5 ist dem Querschnitt des Formloches oder des herzustellenden Rohres angepasst (wenn man das Rohr sofort giesst und zieht).
Der Boden des Ofens (auf der Zeichnung nicht dargestellt) ist durch eine Formlochdüse gebildet oder derart beschaffen, dass er sich leicht entfernen lässt, um das unmittelbare Giessen des Glases zu gestatten.
Der Querschnitt des Giessloehes kann natürlich ganz beliebiger Art sein, damit man praktisch
Röhren von jeder Gestalt und von allen Abmessungen herstellen kann.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Glas geschmolzen und dann geläutert ; in der unteren Kammer 7 wird das Glas wieder erwärmt und der Giess querschnitt 8 wird gedrosselt. Der grössere Querschnitt der oberen Kammer 6 (Arbeitshafen) gestattet ein besseres Durchrühren des Gemisches. Die Erwärmung der beiden Kammern kann durch die gleiche Wärmequelle oder besser durch zwei getrennte Wärmequellen bewirkt werden, wodurch es möglich wird, die Temperaturen der beiden Kammern getrennt zu regeln, was durch Änderung der Spannungen, der Frequenzen und der Lage oder der Oberfläche der Elektroden geschehen kann.
Der Ofen kann als kontinuierlicher Ofen betrieben werden, wobei das zur Herstellung des Glases dienende Gemisch in den oberen Teil 6 eingebracht wird, der dadurch den Sehmelzhafen bildet und ebenfalls durch das genannte Verfahren erwärmt wird.
Fig. 4 ist eine ähnliche Darstellung einer weiteren Ausführung, bei welcher das Glas in der Luftleere erhitzt wird, wobei der Betrieb kontinuierlich oder ruckweise stattfinden kann.
Der Hafen 10 für die Behandlung des Glases oder eines andern Materials besteht aus feuerfesten Mänteln 12 und 13, die mit den Elektroden 14, 15 verkleidet sind ; der Ofen ist oben durch einen dichtschliessenden Deckel 16 und unten durch eine Formloehdüse oder durch einen abnehmbaren Boden 17 geschlossen.
Eine Rohrleitung 18, die von diesem Hafen ausgeht, verbindet ihn mit der Luftpumpe.
Die oben beschriebenen Öfen können auch als liegende Öfen oder als Kippöfen, gegebenenfalls auch als Drehöfen betrieben werden, um das Durchrühren gewisser Materialien zu erleichtern.
Das benutzte Verfahren zur Erwärmung gemäss der Erfindung gestattet es nämlich, dem Hafen jede gewünschte Lage zu geben, weil die Elektroden und der Hafen ein Ganzes bilden, das durch biegsame Leitungskabel mit der Stromquelle verbunden ist.
Ohne vom Wesen der Erfindung abzuweichen, könnte man auch weitere Ausführungen des Ofens gemäss der Erfindung ersinnen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Ofen zur Herstellung von Röhren aus homogenem Glas oder einem ähnlichen Material, dadurch gekennzeichnet, dass der Glashafen durch ringförmige Mäntel aus feuerfestem Material gebildet ist und auf dem äusseren und dem inneren Umfang mit gleichachsigen Elektroden besetzt ist.