DE608152C - Glasschmelzofen - Google Patents
GlasschmelzofenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Ofen zum Schmelzen und Veredeln des Glases, hei
welchem elektrische Heizkörper., insbesondere Heizwiderstände, vorgesehen sind, die in die
Glasmasse hineinragen. Das wesentliche Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht darin,
daß die in die Glasmasse hineinragenden Heizkörper um ihre Achse drehbar und auf ihrer
Oberfläche mit Mitnehmern versehen sind, die bei der Drehung der Heizkörper einen
Umlauf der Glasmasse erzeugen. Die Folge hiervon ist, daß die von den Heizkörpern an
die Glasmasse übermittelte Wärme in letzterer gleichmäßig verteilt wird; Durch den
Kreislauf der Glasmasse wird verhindert, daß die in der Nähe der Heizkörper befindlichen
Glasteilchen eine Überhitzung erfahren, während die weiter entfernt liegenden Glasteilchen
nicht genügend erwärmt werden.
ao Es sei noch darauf hingewiesen, daß es bei Öfen, die neben einer Gasbeheizung noch
in die Glasmasse hineinragende Elektroden besitzen, um mit Hilfe eines durch die Glasmasse
hindurchgeschickten elektrischen Stromes eine Veredelung derselben zu erzielen, bekannt
ist, die Entfernung der an den einen Pol der Stromquelle angeschlossenen Elektroden
von den an den anderen Pol angeschlossenen Elektroden zu verändern. Diese Veränderung bezweckt, den elektrischen Widerstand,
welchen die zwischen den beiden Elektroden vorhandene Glasmasse dem Stromdurchgang
bietet, auch, bei veränderlicher Temperatur und Viscosität der Glasmasse gleich
zu halten. Irgendein Umrühren der Glasmasse oder gar ein Kreislauf derselben ist bei
der bekannten Einrichtung weder beabsichtigt noch durchführbar.
Es ist auch bekannt, zur Behandlung von geschmolzenem Gilt, insbesondere geschmolzenem
Eisen, die ringförmige, nicht mit Mitnehmern versehene Induktionsspule eines Elektroofens um eine senkrecht zur Spulenachse
stehende Achse in Drehung zu versetzen, so daß die Stirnfläche der ringförmigen Spule eine Rührwirkung hervorruft. Eine
solche Drehbewegung kommt für einen Glasschmelzofen nicht in Frage, da hier die sich
drehenden Heizkörper nicht nur mit schon geschmolzenem Gut, sondern vor allem auch
mit erst zu schmelzendem Gut in Berührung kommen. Würde man aber die in nicht geschmolzenes
Gut eintauchenden Heizkörper in der genannten, bekannten Weise in Drehung versetzen wollen, würde man auf übermäßig
hohe Widerstände stoßen.
Im folgenden wird die Erfindung in Ausführungsbeispielen an Hand der beiliegenden
Zeichnung näher erläutert.
Abb. ι zeigt im senkrechten Schnitt einen Ofen als erste Ausführungsform der Erfindung,
Abb. 2 eine andere Ausführungsform.
Abb. 3 gibt in vergrößertem Maßstab eine Einzelheit der Vorrichtung nach Abb. 2 wieder,
und Abb. 4 ist eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, eines Ofens nach einer dritten
Ausführungsform.
Der Ofen oder Tiegel α kann beliebiger Art sein, insbesondere hinsichtlich der Form
und der Ausmaße, und erhält Wärmeisolationen an den Wänden. In den Wänden sind
eine oder mehrere Öffnungen &1 zur Beschikkung
mit dem. Behandlungsgut und eine oder mehrere Öffnungen &2 zum Schöpfen des geschmolzenen
Glases vorgesehen. Der Ofen kann aus einer einzigen oder mehreren Kammern bestehen, die dann durch eine Trennwand
c abgeteilt sind, aber bei c° miteinander in Verbindung stehen. Die Kammer c1 in
Abb. ι dient beispielsweise zum Schmelzen, die Kammer c2 zum Veredeln des Glases.
Die Heizkörper d, die ganz oder teilweise in das Behandkingsgut eingesenkt sind, bestehen
aus ein- oder mehrfachen elektrischen Widerstandene, die frei liegen oder ganz
oder teilweise in eine geeignete Schutzhülle/ aus feuerfestem Werkstoff, welche eine ausreichende
Wärmeentwicklung und -leitung gestattet, eingelassen sind. Jeder Ofen bzw. jedes Ofenabteil erhält ein oder mehrere Heizkörper
in geeigneter Verteilung, die senkrecht (Abb. 1), waagerecht (Abb. 2) oder in anderer
Weise angeordnet sind.
Die Heizkörper sind um ihre Längsachse drehbar. Bei dem in Abb. 1 dargestellten gemeinsamen
Antrieb»· für zwei Heizkörper ist die Drehrichtung entgegengesetzt. Beim Einzelantrieb
für mehrere Heizkörper kann die Drehrichtung auch gleichsinnig sein. Die Heizkörper sind auf ihrer Oberfläche mit Mitnehmern
versehen, die infolge der Drehung der Heizkörper einen Kreislauf der Glasmasse erzeugen. Die Mitnehmer können z. B.
aus Rippen, Vorsprüngen, Flügeln, Schaufeln o. dgl. bestehen. Besonders zweckmäßig ist es,
jeden Heizkörper mit einer iSchneckenrip- +5 pungA1 zu versehen, deren Windung in dem
Drehungssinn läuft. Nahe an der Stelle, wo die Windungen dieser Richtung h1 aus der zu
behandelnden Masse herauskommen, sind sie unterbrochen und werden durch eine SchnekkenrippungA2
fortgesetzt, deren Gang entgegengesetzt ist, um auf diese Weise zu verhindern, daß die Stoffe bis zum Ende des
Heizkörpers wie durch eine archimedische Schraube mitgenommen werden. Wenn die Heizkörper senkrecht-angeordnet
sind und nur von der oberen oder der unterein Ofenwand getragen werden, so daß ihr freies
Ende nicht mit der entgegengesetzten Ofenwand in Berührung kommt, so kann man mit
Vorteil dem aus Graphit, Metall oder einem anderen geeigneten Werkstoff bestehenden
Heizwiderstand U-Form geben (Abb. 1, 4). Die freien Enden der Seitenschenkel dienen
dann als Stromzu- bzw. -ableitung und sind über einen geeigneten Drehkontakt / mit der
Stromquelle verbunden.
Sind die Heizkörper gegen zwei gegenüberliegende Ofenwände abgestützt, insbesondere
in waagerechter Lage wie nach Abb. 2 und 3, so kann der Widerstand geradlinig sein, und
der Stromeintritt bzw. der Stromaustritt können dann an den beiden zugänglichen Enden
jedes Widerstandes erfolgen. Bei waagerechter Anordnung der Heizkörper im Ofen unterhalb
des freien Standes der Masse müssen wirksame Vorsichtsmaßregeln getroffen werden,
um die Dichtigkeit und Schmierung an den Durchtrittsstellen der Heizkörper durch die
Ofenwände sicherzustellen. Abb. 3 zeigt eine Anordnung in diesem Sinne. Man fügt die
Enden des Heizkörpers in eine Buchse k aus Isoliermaterial ein, welche die Drehzapfen
des sich drehenden Heizkörpers darstellen. Auf der seitlichen Außenfläche eines jeden
Drehzapfens sieht man Rippen oder Scheiben vor, auf welche man Ringe I aus einem
schmierenden und hitzebeständigen Werkstoff, z. B. Graphit, auflegt. Zwischen die Ringteile I bringt man, z. B. durch Formen oder
Packen, zerkleinerten Graphit m 0. dgl. ein, der gleichfalls bei den in Betracht kommenden
Temperaturen beständig ist und alle zwischen der Buchse k und den ringförmigen Teilen
t bestehenden Hohlräume ausfüllt, ferner auch diejenigen zwischen den Teilen /. Selbstverständlich
kann auch jede andere geeignete Einrichtung zum Abdichten sowie zum Schmieren vorgesehen werden.
Im vorstehenden war angenommen worden,
daß der Ofen selbst feststeht. Selbstverständlieh können die beschriebenen Vorrichtungen
auch an einem beweglichen Ofen, Tiegel o. dgl. verwandt werden, z. B. einem Drehofen, der
fest eingebaut oder fahrbar oder kippbar ist (Abb. 4). Der Ofen kann auch außer den
drehbaren, in die Masse hineinragenden Heizkörpern weitere ständig oder vorübergehend
wirkende Heizmittel besitzen, die nicht notwendigerweise elektrisch zu sein brauchen und
in die Ofenwand hineingebaut sind. Alle Heiz- no körper oder einige von ihnen können mit
Wärmemeßinstrumenten ausgerüstet sein, die z. B. aus Thermoelementen bestehen und in
die Heizkörper eingebaut sind. Auch thermostatische Steuereinrichtungen können vorgesehen
sein, mit deren Hilfe der Heizungsgrad der Masse geregelt werden kann. Der in Abb. 4 dargestellte Ofen a, der sich insbesondere
zum Gießen von Glas eignet, ruht mittels Zapfens« auf einem Ständer ο auf. Die Heizkörper sind derart angeordnet, daß
sie in bekannter Weise nach oben aus der
Gießpfanne herausgezogen werden können. Gegebenenfalls kann auch der Ständer ο und
mit ihm die Gießpfanne α nach unten gesenkt werden, um die in diesem Fall feststehenden
Heizkörper aus der Gießpfanne zu entfernen. Nach der Entfernung der Heizkörper wird die
Gießpfanne gekippt und das Glas in üblicher Weise gegossen.
Die erfindungsgemäß erzielte Rührwirkung
to macht es möglich, diejenigen Zusätze fortzulassen, die bisher üblicherweise zum Durchrühren
der Schmelze auf chemischem Wege zugesetzt wurden. Da bei dem Ofen gemäß der Erfindung die Erzielung hoher und unveränderlicher
Temperaturen möglich ist, kann man in ihm ein Glas von sehr geringem Ausdehnungskoeffizienten
erschmelzen. Ferner läßt sich bei Anwendung des Ofens gemäß der Erfindung die Erscheinung der Entglasung
vermeiden, ein Übelstand, dem man bisher nur mit chemischen Mitteln 'entgegenwirken konnte.
Der Erfindungsgedanke ist für zahlreiche
Anwendungsarten brauchbar. So ist er u. a.
mit besonderem Vorteil auf kontinuierliche Öfen anwendbar, welche selbsttätige Glasmaschinen,
ζ. B. Flaschenblasmaschinen u. dgl., speisen.
Claims (3)
1. Glasschmelzofen mit in die Glasmasse eintauchenden elektrischen Heizkörpern,
dadurch gekennzeichnet, daß die Heizkörper um ihre Achse drehbar und auf ihrer Oberfläche mit Mitnehmern versehen
sind, die infolge der Drehung der Heizkörper eine Umlaufbewegung der
Glasmasse erzeugen.
2. Schmelzofen nach Anspruch 1, dadurch'gekennzeichnet,
daß die Mitnehmer auf den Heizkörpern die Form von Schraubengängen
haben.
3. Schmelzofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Heizkörpern
zwei Schraubengänge mit entgegengesetztem Steigungssinn vorgesehen sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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|---|---|
| DE608152C true DE608152C (de) | 1935-01-16 |
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| DE (1) | DE608152C (de) |
| FR (1) | FR775150A (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE951758C (de) * | 1943-02-27 | 1956-10-31 | Saint Gobain | Verfahren und Vorrichtung zur diskontinuierlichen Herstellung von geschmolzenem Glas |
| US2859261A (en) * | 1950-05-16 | 1958-11-04 | Saint Gobain | Apparatus and method for making glass |
| WO1986003282A1 (en) * | 1984-11-19 | 1986-06-05 | Noel Henry Wilson | Carbon electrode electric furnace for smelting and refining ores |
| WO1991011658A1 (en) * | 1990-01-29 | 1991-08-08 | Noel Henry Wilson | Destroying waste using plasma |
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1933
- 1933-07-09 DE DER88309D patent/DE608152C/de not_active Expired
-
1934
- 1934-06-29 FR FR775150D patent/FR775150A/fr not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR775150A (fr) | 1934-12-20 |
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