AT152994B - Verfahren zur Erzeugung von stückförmigen gegenüber Wasser widerstandsfähigen Körpern, welche im wesentlichen aus Magnesiumoxyd und Kalziumverbindungen bestehen. - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von stückförmigen gegenüber Wasser widerstandsfähigen Körpern, welche im wesentlichen aus Magnesiumoxyd und Kalziumverbindungen bestehen.

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AT152994B
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  Verfahren zur Erzeugung von stückförmigen gegenüber Wasser widerstandsfähigen Körpern, welche im wesentlichen aus Magnesiumoxyd und Kalziumverbindungen bestehen. 



   Zur Entsäuerung, Alkalisierung oder Neutralisation von Wässern, insbesondere von Trinkwasser, Nutzwasser oder Kesselspeisewasser benutzt man mit Erfolg stückförmige Körper, die als wirksamen Bestandteil Magnesiumoxyd, gegebenenfalls neben Kalziumverbindungen, hauptsächlich neben Kalziumkarbonat, enthalten. Diese Stoffe werden gewöhnlich durch Glühen von Magnesit oder Dolomit erzeugt. Bei dieser E zeugung ist es jedoch äusserst schwierig, gleichfölmige Körper zu erzielen, die alle gegenüber   Wasse"gleichmässig   hart und gleichmässig widerstandsfähig sind. Aus diesem Grunde zerfällt ein Teil der Körper vorzeitig bei Anwendung dieser Stoffe in den Filtrationsgefässen, wodurch die Einrichtung verschlammt und das Wasser am Durchfluss behindert wird. Der Betrieb einer solchen Einrichtung ist dann ungleichmässig und äusserst schwierig. 



   Vorliegende Erfindung ist ein Erzeugungsverfahren, das gestattet, gleichmässige stückförmige, genügend harte und bei Berührung mit Wasser ihre Form und Härte bewahrende Körper zu erzeugen, wobei man von einem Gemisch von Magnesiumoxyd oder-hydroxyd mit Kalziumoxyd oder-hydioxyd als Rohmaterial ausgeht. Diese Mischung wird entweder durch Vermischen von gebranntem oder gelöschtem Kalk mit gebrannter oder hydratisierter Magnesia erzeugt, welche Stoffe man durch getrenntes Brennen der natürlichen Karbonatmineralien erhält, d. h. aus Kalkstein und Magnesit und unter Umständen nachträgliches Löschen. Es ist aber auch möglich, dieses Oxydgemisch durch Brennen der natürlichen mineralischen Mischungen zu erhalten, wie z. B. aus Dolomit.

   Zu diesem Gemisch der Oxyde oder Hydroxyde des Kalziums und Magnesiums gibt man Wasser zu und erzeugt durch Kneten einen   B ei,   aus dem nach gebräuchlichen in der Keramik üblichen Verfahren, z. B. durch Pressen, Körper beliebiger Gestalt und Grösse erzeugt werden. Zur Erhöhung der Plastizität eines solchen Breies ist es zweckmässig, Stoffe, die nur die Plastizität, wie z. B. Soda, oder auch Stoffe, die die Porosität des fertigen Produktes vergrössern, zuzusetzen. Stoffe der letzteren Art sind solche, die Gas oder Schaum erzeugen, wie metallisches Magnesium, oder mechanisch wirkende Füll-bzw. 



  Magerungsmittel, die im weiteren Erzeugungsverfahren nicht zusammenschrumpfen. Die geformten Körper in Gestalt von Körnern, Zylindern oder   Röhrchen   verschiedener Grösse werden dann getrocknet. 



  Es ist auch möglich, die körnigen Körper, die aus einem Gemisch der Oxyde und Hydroxyde bestehen, derart zu erhalten, dass man körnigen gebrannten Dolomit, dolomitisehen Kalkstein oder kalkhaltigen Magnesit nach passender Zerkleinerung auf körnige Beschaffenheit so vorsichtig ablöscht, dass beim Löschen das körnige Material nicht in Pulver zerfällt. Nach dem Trocknen der Körperchen wirkt man auf sie mit solchen Gasen ein, die mit dem enthaltenen Kalziumoxyd oder-hydroxyd derart reagieren, dass wasserunlösliche oder schwer lösliche Verbindungen entstehen, und diese das Magnesiumoxyd in feste einheitliche Körper überführen, deren Festigkeit selbst bei ständiger Berührung mit Wasser erhalten bleibt. Solche Gase sind in erster Linie Kohlendioxyd, weiter   Schwefeldioxyd   oder technische Gase, welche diese Oxyde enthalten.

   Die Einwirkung solcher Gase auf die   stückförmige   Mischung der Oxyde wird so lange durchgeführt, bis die gewünschte Sättigung des Kalkes erreicht ist, die infolge der höheren Löslichkeit und Reaktivität des Kalkes vor der Sättigung des Magnesiumoxyds verläuft. 



  Die erhaltenen verfestigten Körper kann man dann im Reaktionsgefäss durch die Einwirkung von Wärme eventuell entwässern. 



   Es ist bereits vorgeschlagen worden, aus gebranntem Dolomit bzw. Magnesit durch Einwirkenlassen von salzbildenden Stoffen den Kalk vor der Magnesia oder ausschliesslich nur den Kalk zu Salzen abzubinden. So wird z. B. in der deutschen Patentschrift Nr. 602836 die Überführung des Kalkes 

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 in wasserlösliches Kalziumformiat und in der französischen Patentschrift Nr. 501967 die   Herauslosung   des Kalkes als Nitrat beschrieben, wobei Magnesia im löslichen   Rückstand   verbleibt. Gemäss der britischen Patentschrift Nr. 180837 wird freier Kalk im gebrannten Dolomit durch Karbonisation beseitigt.

   Bei den beiden erstgenannten Verfahren handelt es sich um die Überführung des Kalkes in ein wasserlösliches Salz, während bei dem letztgenannten Verfahren der Kalk in einen neutralen, wasserunlöslichen Körper überführt wird. Bei keinem dieser bekannten Vorschläge wird aber als Zweck des Verfahrens die Erzeugung von stückigen, geformten Körpern, welche im Wasser beständig sind, angestrebt und liesse sich eine solche nach diesen Verfahren auch nicht verwirklichen. 



   Ausführungsbeispiele :
1. Zu 80 kg feingemahlenem Magnesiumhydroxyd werden 20 kg gelöschter Kalk hinzugefügt und das Gemenge gründlich durchgemischt. Sodann werden ungefähr 30-50 kg Wasser zugegeben und die. Mischung derart durchgeknetet, dass ein   formbarer   fester Brei entsteht. Aus diesem Brei werden auf einer Schneckenpresse mit gelochtem Austritt zylindrische Nudeln ausgeformt, die zu kurzen Zylinderchen zerschnitten und in Trockenräumen getrocknet werden. Die erhaltenen Körperchen sind weich und zerfallen bei der Berührung mit Wasser. Mit den trockenen Körperchen wird ein Reaktionsturm gefüllt, in den man   verdünntes   Kohlendioxyd in der Form von Rauchgasen treibt und wobei man kontinuierlich aus dem Turm Muster zieht, die man auf die Menge gebundener Kohlensäure und Festigkeit prüft.

   Wenn der Inhalt des Turmes ungefähr 25 kg Kohlendioxyd absorbiert hat, wird der Strom des Kohlendioxyds eingestellt und der Inhalt des Reaktionsturmes wird getrocknet. Auf diese Weise erhält man zylindrische Körper, die ungefähr   47%   MgO Magnesiumoxyd in Hydratform ent- 
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 wasser und Verunreinigungen. Diese Körperchen sind äusserst hart und ihre Härte bleibt auch bei Schütteln mit oder Überleiten von Wasser aufrecht erhalten. 



   2. Zu 50 kg Magnesiumhydroxyd und 50 kg Kalziumhydroxyd werden 2   kg pulverförmiges   Magnesium hinzugefügt und das Gemenge wird in der Kugelmühle   gründlich durchgemischt.   Dann werden ungefähr 20 kg Wasser zugegeben, die mit 1 kg Soda versetzt wurden. Nach dem Durchkneten erhält man eine äusserst gut formbare Mischung, in der der Wasserstoff, der sich durch Einwirkung der Alkalien auf das Magnesium bildet, kleine   Bläschen   und Risse erzeugt. Aus dieser plastischen Masse erzeugt man durch Pressen Körperchen, die man trocknen lässt. Die getrockneten Körperchen sind weich und zerfallen in Wasser. Sie werden in einen Reaktionsturm gefüllt, durch den man Schwefeldioxyd in der Form von Kiesröstgasen treibt, die vor dem Eintritt in den Turm genügend gekühlt werden.

   Nach mehrstündigem Durchgang der Gase sind die Körperchen, die sich in dem Turme befinden, äusserst hart und derart gefestigt, dass sie im Wasser nicht zerfallen. Trotzdem sind die 
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   56%     CaSOg   und   3%     MgSOs   ; der Rest sind Wasser und Verunreinigungen. 



   Die gegebenen Beispiele können beliebig geändert werden in bezug auf das Verhältnis des verwendeten Kalziumoxyds oder-hydroxyds und Magnesiumoxyds oder-hydroxyds sowie in bezug der Zusätze zur Erhöhung der Plastizität und der Art der Formung der Körnchen der Anfangsmischung usw. 



   Die erzeugten Körperchen dienen praktisch in erster Linie als alkalisierendes Mittel zur Behandlung von Wasser aber auch von Gasen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung von stückförmigen gegen Wasser widerstandsfähigen Körpern, die im wesentlichen aus Magnesiumoxyd und dieses verfestigenden Kalziumverbindungen bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass man auf die gebildeten   stückförmigen     Körperchen,   die im wesentlichen aus Magnesiumoxyd oder-hydroxyd und aus Kalziumoxyd oder-hydroxyd bestehen, Gase einwirken lässt, wie Kohlendioxyd oder Schwefeldioxyd oder Gase, die diese Oxyde enthalten und die den Kalk in wasserunlösliche oder   sehr wenig lösliche   Kalziumverbindungen überführen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Erzeugung von stückförmigen gegen Wasser widerstandsfähigen Körpern, die im wesentlichen aus Magnesiumoxyd und Kalziumverbindungen nach Anspruch 1 bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass zu dem Gemisch der Oxyde oder Hydroxyde, die das Rohmaterial nach Anspruch 1 bilden, Stoffe zugegeben werden, die entweder die Formbarkeit des Rohmaterialienbreies oder die Porosität des fertigen Produktes erhöhen oder beide Einflüsse zur Folge haben.
AT152994D 1937-06-17 1937-06-17 Verfahren zur Erzeugung von stückförmigen gegenüber Wasser widerstandsfähigen Körpern, welche im wesentlichen aus Magnesiumoxyd und Kalziumverbindungen bestehen. AT152994B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1024025B (de) * 1956-02-22 1958-02-06 Magno Syn Werk G M B H Verfahren zur Herstellung von Filtermaterial fuer die Entsaeuerung von Trink- und Brauchwasser

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1024025B (de) * 1956-02-22 1958-02-06 Magno Syn Werk G M B H Verfahren zur Herstellung von Filtermaterial fuer die Entsaeuerung von Trink- und Brauchwasser

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