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Schaltungsanordnung für Elektronenröhrenverstärker od. dgl.
Die Anschaffung eines Elektronenröhrenverstärkers, z. B. eines Rundspruehempfangss : erätes, wird im wesentlichen von drei Gesichtpunkten bestimmt : Leistung, Preis und Betriebskosten. Der Käufer mit beschränkten Mitteln wird bei seiner Auswahl insbesondere auf die Betriebskosten sein Augenmerk richten, da sie eine sich ständig wiederholende Ausgabenpost darstellen. Die Betriebskosten eines Empfangsgerätes sind im wesentlichen : Ersatz von Teilen, z. B. von Röhren oder Akkumulatoren in grösseren Zeitabständen, und der eigentliche Betriebsaufwand per Stunde, der durch die Stromkosten bzw. durch das Laden bestimmt wird.
Es hat also der Käufer beispielsweise eines Empfangsgerätes in einem Bereich vom einfachsten Ortsempfänger bis zum Allwellen-Fernempfänger die Wahl zu treffen, wobei sich vom Kostenaufwand betrachtet (Preis plus Betriebsaufwand) die beiden oben genannten Apparattypen etwa wie eins zu drei verhalten.
Im Dauerbetrieb des gewählten Gerätes taucht aber gerade beim leistungsfähigen Gerät eine neue Kostenfrage dadurch auf, dass sich der Betriebsaufwand in nichts ändert, ob das Gerät für Ortsoder für Fernempfang eingestellt wird. Die Bedeutung dieser Frage kann man sich dadurch vergegenwärtigen, dass die überwiegende Zahl aller Empfangsgeräte im Bereich eines Ortssenders aufgestellt sind. Ein Grossteil aller Empfangsgeräte verursacht also beim Empfang des Ortssenders, der beispielsweise mit zwei Röhren oder 20 Watt Leistungsaufwand möglich wäre, die gleichen Betriebskosten wie beim Fernempfang, der beispielsweise mit sechs Röhren oder 60 Watt Aufwand erfolgt. Bei dieser Überlegung setzt die Erfindung ein, welche zum Ziele hat, den Betriebsaufwand beispielsweise eines Rundspruch-Empfangsgerätes der gerade gewüschten Leistung anzupassen.
Die Technik hat sich bisher mit diesem Problem im wesentlichen nicht befasst, sondern die Betriebskostenfrage dadurch zu lösen getrachtet, dass die Leistung beispielsweise der Röhren erhöht und damit ihre Zahl pro Empfangsgerät vermindert wurde oder dass beispielsweise der Leistungsaufwand pro Röhre herabgesetzt wurde.
Bekannt ist der Versuch, in einem Vielröhren-Empfangsgerät beim Einstellen des Ortssenders alle jene Röhren abzuschalten, die zum Empfang des Ortssenders überflüssig sind. Erforderlich ist hiezu ein Schalter, mittels welchem zumindest ein Teil der vorhandenen Abstimmittel mit den lediglich für den Ortsempfang bestimmten Röhren elektrisch verbunden werden müssen. Zwangsläufig erfordert dies zusätzliche Verdrahtungen und Anschlussleitungen zu Gitter-und Anodenkreisen. Es ergeben sich daraus unerwünschte und unvermeidbare Kopplungen, welche die einwandfreie Funktion des Gerätes im Fernempfang beeinträchtigen.
Der Stand der Technik zeigt daher, dass nirgends diese Lösung der Umschaltung von Fernempfang auf Ortsempfang aufgegriffen wurde.-Im Gedankenkreise der vorliegenden Erfindung liegen naturgemäss nicht jene Schaltungen, in denen beispielsweise mittels eines"Lokal"-Schalters in hochfrequenzführende Kreise Dämpfungswiderstände eingeschaltet werden, um ein Übersteuern der Endstufen eines Empfängers in der Nähe eines Ortssenders zu verhindern.
Auch betrifft die Erfindung nicht jene Schaltungen, in denen mittels eines Schalters der Schallplattenanschluss in Betrieb gesetzt wird und gleichzeitig, um das Hineinspielen des Rundspruches in die Schallplattenwiedergabe zu verhindern, ein Anodenkreis der vor dem Niederfrequenzverstärker liegenden Röhren unterbrochen wird. - Als bekannt werden auch solche Anordnungen vorausgesetzt, bei denen zwecks Erzielung eines verlässlichen Kurzwellenempfanges (20-50 m) der Oszillator des Überlagerungsempfängers (200-2000 m) umgeschaltet wird, so dass ein Gradausempfänger entsteht.
Auf der gleichen Linie bewegt sich der Vorschlag, für Kurzwellenempfang einen eigenen Adapter zu verwenden, der an den Sockel des Audions im Normalempfänger geschaltet wird und seine Anodenspannung
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aus dem Normalempfänger bezieht, während die Heizung von einer eigenen Stromquelle geliefert wird. Auch muss noch eine Anordnung als bekannt erwähnt werden, welche zwecks Erzielung des bei Ortsempfang leicht erreichbaren grösseren Frequenzumfanges mittels eines"Lokal"-Schalters den Antemlenkreis eines Überlagerungsempfängers auf das zweite Audion umschaltet und hiebei auch die Einschaltung eines andern Lautsprechers bewirkt.
Die Erfindung betrifft insbesondere eine solche Lösung der Umschaltung eines Elektronenröhrenverstärkers, bei der übergangsweise von höchster Leistungsstufe auf eine niedrigere (FernempfangOrtsempfang) gleichzeitig der Betriebsaufwand vermindert wird.
Ein Vorsehlag nach der Erfindung geht dahin, beispielsweise bei einem Rundsprueh-Empfangs- gerät bei der Umschaltung auf Ortsempfang sämtliche Röhren zu unterheizen und die Anodenspannung entsprechend zu reduzieren. Bei einem Wechselstromempfänger kann dies mittels entsprechender Anzapfungen am Netztransformator (Autotransformierung) oder durch Umschaltung auf eine eigene Wicklung des Netztransformators geschehen. Für einen Universalempfänger käme beispielsweise die Vorschaltung eines Reduktionswiderstandes in Betracht. Es wird insbesondere vorgeschlagen, die Umschaltung selbsttätig erfolgen zu lassen. Es sei ein Beispiel angeführt. In den Rundspruchempfängern ist in der Regel eine Anzeigevorrichtung (z. B.
Skala mit Zeiger) vorhanden, welche die Einstellung auf Ortsempfang anzeigt ; in dieser Stellung kann diese Markiervorrichtung einen Schalter betätigen, welcher die Umschaltung des Gerätes auf die niedrigere Leistungsstufe selbsttätig besorgt.
Diese Umschaltung geschieht also ohne Betätigung von ausserhalb des Gerätes.
Für die Umschaltung kann ein eigener Schalter oder vorteilhafter ein schon vorhandenes und für andere Zwecke erforderliches Schaltmittel verwendet werden. Bei einem Rundspruch-Empfangsgerät kommt hiezu beispielsweise der Wellenschalter in Frage.
Die Umschaltung eines Empfangsgerätes auf eine Sparschaltung bei Ortsempfang mit Betrieb der Elektronenröhren unter ihren normalen Betriebsdaten hat eine dem Fachmann bekannte Schwierigkeit zur Folge, wenn nicht nur die Umschaltung der Anodenspannung, sondern auch der Heizspannung erfolgen soll. Sie tritt nicht bei Wolframröhren auf, wohl aber bei den jetzt üblichen Oxydkathoden.
Wird eine solche Kathode beispielsweise mit ihrer Normalheizung von 4 Volt betrieben, so emittiert sie von ihrer Oberfläche, wobei während des Betriebes durch elektrolytische Vorgänge das emissionsfähige Material an der Oberfläche vom Innern der Kathode dauernd ergänzt wird. Wollte man eine solche Kathode dauernd mit Untertemperatur, z. B. mit 2 Volt, betreiben, so findet diese Ergänzung nicht mehr statt ; die Kathode"verhungert", wie man sagt, und die Röhre verliert ihre Emission. Durch Überheizen in bestimmtem Masse lässt sich jedoch diese Kathode wieder regenerieren. Es ist hiebei angenommen, dass gleichzeitig mit Herabsetzung der Heizspannung auch die Anodenspannung entsprechend ermässigt wird. Die Erfindung hat nun den speziellen Fall im Auge, welcher die zeitweise Umschaltung eines Vielröhren-Fernempfängers auf Ortsempfang betrifft.
Die Zeiträume des Ortsempfanges sind in der Regel weitaus kleiner als die des Fernempfanges und in diesem Falle ist der Vorgang ungefähr so. Während der normalen Betriebsdauer ist natürlich die Emission der Kathode normal. In der Periode des Ortsempfanges, in welcher die Kathode bis zu einer von der Type abhängigen kritischen Temperatur unterheizt wird, sinkt die Emission ; in der darauffolgenden längeren Betriebsperiode steigt sie wieder an und erreicht ihren normalen Wert. Wenn also für eine bestimmte Röhrentype die noch erlaubte Unterheizung nicht unterschritten wird, so ist in der Praxis eine Einbusse an Lebensdauer nicht zu befürchten. In der Anordnung nach der Erfindung werden demnach solche Röhren zu verwenden sein, deren Kathode eine längere Betriebsperiode mit unternormalen Betriebsdaten gut verträgt.
Doch ist die Konstruktion solcher besonderer Röhren an sich nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Wesentlich für die Erfindung ist, dass das Empfangsgerät nach der Erfindung in kleineren Zeiträumen im Verhältnis zum Normalbetrieb mit wesentlich niedrigeren Elektrodenspannungen verwendet werden kann, ohne dass einzelne Teile des Gerätes an Lebensdauer Einbusse erleiden. Im übrigen wird erwähnt, dass es bekannt ist, in sogenannten Sparschaltungen die Anodenspannung allein durch eine Umschaltung zu ermässigen.
Das Ziel der Erfindung kann auch dadurch erreicht werden, dass bei der Einstellung des Emfangsgerätes auf Ortsempfang die gesamte normale Apparatur ausgeschaltet und eine Zusatzeinrichtung eingeschaltet wird. Diese besteht vorteilhaft aus einem kleinen Verstärkergerät, beispielsweise mit Hochvoltröhren, welche keinen Transformator benötigen und auch sonst eine ganz billige Ausführung gestatten. Diese Zusatzeinrichtung ist im normalen Empfangsgerät eingebaut und wird gleichzeitig mit der Ausschaltung der normalen Empfangsapparatur an den Eingangskreis (also beispielsweise an die Antennenbuchsen) und an das Netz angeschaltet. Da dieses Zusatzgerät nur zum Ortsempfang dienen soll, kann man hiezu eine ganz einfache sowie billig auszuführende Schaltung wählen.
Eine eigene Siebung ist nicht nötig, denn diese kann so wie der Lautsprecher von der eigentlichen Empfangs- apparatur umgeschaltet werden. Hier geschieht also die Umschaltung auf eine niedrigere Leistungs- stufe nicht durch Erniedrigung der Elektrodenspannungen, sondern dadurch, dass für Ortsempfang die fünf Röhren (beispielsweise) des normalen Empfängers abgeschaltet und zwei andere eingeschaltet werden. In einem einzigen Gehäuse sind also zwei Empfangsapparaturen enthalten, welche wahlweise die gleichen Abstimmkreise und Siebmittel verwenden können.
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Um Irrtümer bei der Bedienung eines Gerätes nach der Erfindung zu vermeiden, ist es zweckmässig, den Übergang von der normalen auf eine niedrigere Leistungsstufe durch eine Markiervorrichtung irgendeiner Art der Bedienungsperson selbsttätig anzuzeigen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schaltungsanordnung für Elektronenröhren-Verstärker od. dgl., insbesondere in Rundspruch- Empfangsgeräten, zur Umschaltung von einer höheren auf eine niedrigere Leistungsstufe, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltung selbsttätig erfolgt, beispielsweise durch die Markiervorrichtung, welche die Einstellung des Gerätes auf die niedrigere Leistungsstufe anzeigt.