AT150987B - Verfahren zur Ornamentierung von Textilien. - Google Patents

Verfahren zur Ornamentierung von Textilien.

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  Verfahren zur Ornamentierung von Textilien. 



   Die Erfindung bezieht sich auf die Ornamentierung von Textilien, die mit Stoffen behandelt werden, welche zur Bildung eines Kunstharzes der Amidoformaldehydgruppe führen. Eine solche
Behandlung von Textilgeweben, zur waschechten Fixierung von auf mechanischem Wege erzeugten
Effekten, wie z. B. Gaufré-Effekten, und zur waschechten Fixierung von Färbungen oder Farbstoffen, die an und für sich keine oder geringe Affinität für die betreffende Faser haben, ist bereits bekannt.
Die österreichische Patentschrift Nr. 146475 und das englische Patent Nr. 437642 beschreiben solche
Verfahren zur Fixierung von auf mechanischem Wege erzeugten Effekten und   von unechten   Farbstoffen. 



   Es ist schon vorgeschlagen worden, Mustereffekte auf Textilgeweben dadurch herzustellen, dass das Gewebe mit Kunstharzvorkondensaten bedruckt und nach dem Trocknen gefärbt wird, wobei das in dieser Weise an den bedruckten Stellen gebildete Kunstharzhalbkondensat diese für Farbstoffe empfänglicher macht, wie die unbedruckten Teile des Gewebes. 



   Nach der Erfindung wird ein echtes Kunstharz in   hoehpolymerisierter,   unlöslicher Form auf denjenigen Teilen des Gewebes gebildet, die mit der Reserve nicht bedruckt werden. Dieses unlösliche Kunstharz hat die Eigenschaft, Farb-, Gaufré- und andere Effekte, die vor der endgültigen Härtung des Kunstharzes auf dem Gewebe erzeugt werden, waschecht zu fixieren. Die Imprägnierung des
Gewebes geschieht mit einem Harnstoff-Formaldehydkondensat oder einer verwandten Verbindung im   Dimethylolharnstoffstadium   in stark saurer Lösung und vorzugsweise in Gegenwart eines Formaldehydüberschusses und das Erhitzen wird beihohen Temperaturen ausgeführt, so dass die Polymerisation soweit fortschreitet, dass das Harz keine oder nur geringe Affinität für Farbstoffe mehr besitzt.

   Die Reserve verhindert die Polymerisation der Kunstharzkomponenten zu einem völlig gehärteten und unlöslichen Produkte, dadurch dass sie mit dem   Formaldehydüberschusse   und mit dem Dimethylolharnstoff reagiert, unter Bildung von Monomethylolharnstoff, Methylenharnstoff oder   ähnlicher   Verbindungen, welche nicht imstande sind, unter der Einwirkung von Hitze zu Kunstharzen zu polymerisieren. Die Reserve und dessen Reaktionsprodukte lassen sich deshalb von den bedruckten Stellen auswaschen und der   Färb-oder Gaufre-Effekt   wird an diesen Stellen ebenfalls zerstört, so dass ein Mustereffekt zustande kommt. 



   Gegenstand der Erfindung ist die Erzeugung von Mustereffekten auf Geweben, welche in obenerwähnter Weise behandelt worden sind. 



   Zur erfindungsgemässen Ausführung des Verfahrens wird das Kunstharz aus Formaldehyd und Harnstoff oder dessen Abkömmlinge, wie Thioharnstoff und Dicyandiamid erzeugt. 



   Die Lösung der Kunstharzkomponenten enthält vorzugsweise einen Katalysator saurer Natur. 



  Um die Bildung des unlöslichen Amidoformaldehydkunstharzes an bestimmten Stellen zu verhindern, werden zweckmässig die nachstehenden Stickstoffverbindungen als Reserven verwendet, u. zw. einzeln oder gleichzeitig mehrere :
1. heterozyklische Basen wie Piperazin und Piperidin ;
2. Kondensationsprodukte von Aldehyden mit Ammoniak wie Azetaldehydammoniak und Hexamethylentetramin ;
3. Ammoniumsalze, wie Ammoniumnitrat-, sulfat-, phosphat-rhodanat ;
4. Säureamide, wie Harnstoff, Thioharnstoff und Guanidin ;
5. aliphatische Amine, wie Amylamin, Triäthanolamin und Glykokoll   ;     . 6. aromatische   Amine, wie Anilin p. Phenylendiamin, Diphenylamin und m. Amino-phenol. 

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   Entsprechend der Erfindung erfolgt die Behandlung des ungefärbten oder gefärbten Gewebes mit Farbstoffen, welche normalerweise keine waschechte Färbung auf dem betreffenden Gewebe liefern. 



   Diese Behandlung kann vor, zugleich mit oder nach der Imprägnierung mit den Kunstharzkomponenten stattfinden, hat aber in jedem Falle vor dem Erhitzen zu geschehen. 



   Zur Erzeugung von   Gaufré-Glaeé-Seidenfinish   od. dgl. Effekten, erfolgt eine mechanische
Behandlung des Gewebes nach der vorbeschriebenen Imprägnierung mit den Kunstharzkomponenten und Trocknung jedoch vor dem Erhitzen. 



   Weitere ornamental Effekte können dadurch hervorgebracht werden, dass man den Druckpasten geeignete Farbstoffe zufügt oder dadurch, dass man das schon bedruckte und erhitzte Gewebe mit   Direktfarbstoffen nachfärbt,   wobei das Gewebe ausschliesslich oder vorzugsweise an denjenigen
Stellen gefärbt wird, an welchen die Bildung des Kunstharzes verhindert worden ist. 



   Beispiele :
1. Ein Viskoseseidengewebe wird mit der wässerigen Lösung eines Harnstoff-Formaldehydvorkondensates in Anwesenheit eines sauren Katalysatoren getränkt, getrocknet, mit einer   20%  
Glykokoll enthaltenden Druckpaste bedruckt und getrocknet. Hienach wird das Gewebe durch einen Gaufrierkalander passiert und dann 50 Sekunden lang auf 200  C erhitzt. Nach dem darauffolgenden Waschen und Seifen weist das Gewebe ein flaches Muster auf gaufriertem Grunde auf. 



   2. Ein in 6% Chlorazolsehwarz E (Col. Ind. Nr. 581) vorgefärbtes Viskosegewebe wird mit der Lösung von Beispiel 1   getränkt, getrocknet,   mit einer 20% Piperidin enthaltenden   Druekpaste   bedruckt, in einem Friktionskalander glaeiert und wie in Beispiel 1 erhitzt. Nach dem darauffolgenden Waschen und Seifen haben nur die unbedruckten Teile den Glace-Effekt beibehalten. 



   3. Ein aus Baumwolle und Viskose bestehendes Mischgewebe wird mit einem 3% Säureseharlach 4 R (Col. Ind. Nr. 79) und einen sauren Katalysatoren enthaltenden Lösung eines HarnstoffFormaldehydvorkondensates getränkt. Nach dem Trocknen wird das Gewebe mit einer   20% Hexame-   thylentetramin enthaltenden   Druckpaste   bedruckt, getrocknet, gaufriert, und wie in Beispiel 1 erhitzt. 



  Nach dem Waschen und Seifen erscheint das Druckmuster weiss und flach auf rotem gaufriertem Grunde. 



   4. Ein Viskosegewebe wird mit der Lösung von Beispiel 1 getränkt und mit einer   26%   Harnstoff und 6%   Indigosolscharlaeh   HB (Col. Ind. Suppl. p. 43) enthaltenden   Druekpaste   bedruckt, getrocknet, gaufriert und wie in Beispiel 1 erhitzt. Das Indigosol wird dann wie gewöhnlich durch Biehromat-und Säurepassage entwickelt und das Gewebe hienach gewaschen und geseift. Das Resultat ist ein flaches rotes Muster auf weissem gaufriertem Grunde. 



   5. Ein Viskosegewebe wird mit einer   2. 5% Lissaminechtgelb   2 G (Col. Ind. Nr. 639) und einen sauren Katalysatoren enthaltenden Lösung eines   Harnstoff-Formaldehydvorkondensates   vorbehandelt. 



  Nach dem Trocknen wird das Gewebe mit einer 26% Harnstoff und 5% Soledonbrillantviolett   RR   (Col. Ind. Suppl. p. 52) enthaltenden Druekpaste bedruckt, getrocknet, gaufriert und wie in Beispiel 1 erhitzt. Das Soledon wird dann wie   üblich   durch   Bichromat- und Schwefelsäurepassage entwickelt   und das Gewebe hienach gewaschen und geseift. Das Resultat ist ein flaches violettes Muster auf gelbem gaufriertem Grunde. 



   6. Ein aus Baumwolle und Viskose bestehendes Mischgewebe wird mit dem Vorkondensate von Beispiel 1 getränkt, getrocknet, mit einer   25%   Ammoniumazetat enthaltenden Druekpaste bedruckt, wie in Beispiel 1 erhitzt, gewaschen und mit 2%   Benzoeehtscharlaeh   4 BS (Col. Ind. Nr. 327) gefärbt. 



  Nach dem Waschen erscheint das   Druckmuster   tiefrot, während der Grund kaum angefärbt ist. 



   7. Ein Viskosegewebe wird mit der Lösung von Beispiel 1 getränkt, getrocknet, in einem breit auseinanderstehendem Muster mit einer   25%   Harnstoff enthaltenden Paste bedruckt, dann in einem Deckmuster mit einer   2. 5% Säurescharlach   4 R (Col. Ind. Nr. 79) enthaltenden Druckpaste über-   druekt,   getrocknet, gaufriert und wie in Beispiel 1 erhitzt. Nach dem Waschen und Seifen erscheint das auseinanderstehende Muster weiss und auf flach gaufriertem, in dem Deckmuster rotgefärbtem Grunde. 



   8. Ein Viskosegewebe wird in einem breit auseinanderstehenden Muster mit einer 25% Harnstoff enthaltenden Paste bedruckt, getrocknet, in einem Deckmuster mit einer, auf Harnstoff berechnet, 10% igen Paste eines   Harnstoff-Formaldehydvorkondensates,   welches ausserdem einen sauren Katalysatoren und   2-5% Säureseharlach   4 R (Col. Ind. Nr. 79) enthält, bedruckt, getrocknet, gaufriert, und wie in Beispiel 1 erhitzt. Das Resultat ist ähnlich wie in Beispiel 7, mit dem Unterschiede, dass hier nicht nur die Farbe, sondern auch die Gaufrierung auf die unreservierten Teile des Deckmusters beschränkt ist. 



   Die Erfindung umfasst Textilgewebe, welche nach obigen Verfahren behandelt sind. 

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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Ornamentierung von Textilien durch Imprägnieren mit Kunstharzkomponenten der Amidoformaldehydgruppe und Erhitzen des Gewebes nach dem Färben oder der mechanischen Behandlung zum Unlöslichmachen des Kunstharzes, dadurch gekennzeichnet, dass das imprägnierte <Desc/Clms Page number 3> Gewebe vor dem Erhitzen mit einer Reserve bedruckt wird, welche die Bildung des Kunstharzes verhindert, und dass nach dem Erhitzen die von der Reserve und der Imprägnierung herrührenden Stoffe von den bedruckten Stellen durch Waschen entfernt werden, wodurch ornamental Mustereffekte entstehen.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Reserven vorzugsweise heterocyklische Basen, wie Piperazin und Piperidin, Kondensationsprodukte von Aldehyden mit Ammoniak, wie Acetaldehydammoniak und Hexametylen-tetramin, Ammoniumsalze, wie Ammoniumnitrat,-Sulfat, -Phosphat und-Rhodanat, Säureamide, wie Harnstoff, Thioharnstoff und Guanidin, aliphatische Amine, wie Amylamin, Triäthanolamin und Glykokoll, aromatische Amine wie Anilin, p. Phenylendiamin, Diphenylamin und m-Aminophenol einzeln oder mehrere zugleich verwendet werden.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein gefärbtes oder ungefärbtes Gewebe mit einem Farbstoff behandelt wird, welcher sich normalerweise nicht waschecht auf der betreffenden Faser fixiert, u. zw. kann der Farbstoff sowohl vor wie mit oder nach der Imprägnierung mit Kunstharzkomponenten, aber vor dem Erhitzen auf das Gewebe aufgetragen werden.
    4. Verfahren nach obigen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe nach der Imprägnierung mit Kunstharzkomponenten aber vor dem Erhitzen, einer mechanischen Behandlung zur Erzeugung von Gaufré-, Glace-, Seidenfinish-od. dgl. Effekten unterworfen wird.
    5. Verfahren nach obigen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Reservepaste einen zur Erzeugung von farbigen Reserven geeigneten Farbstoff enthält.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das bedruckte und erhitzte Gewebe mit einem substantiven Farbstoff nachgefärbt wird.
AT150987D 1935-02-21 1936-01-14 Verfahren zur Ornamentierung von Textilien. AT150987B (de)

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