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Alle bisherigen Versuche, die elektrische Widerstandserwärmung, wie sie z. B. zur Verbindung grobmaschiger Drahtgewebe bekannt ist, zur Herstellung einer nahtlosen Verbindung der Enden eines
Metalltuches (Papiermaschinensiebes) zu verwenden, sind bisher hauptsächlich an folgenden Schwierig- keiten gescheitert : Einerseits war es nicht möglich, die Vorarbeit für das Zusammensetzen der beiden
Metalltuchenden, welche in der Hauptsache aus einem Verkürzen der über den letzten Sehussdraht vor- stehenden Kettendrahtenden besteht, mit der erforderlichen Genauigkeit und einem noch erträglichen
Zeit-bzw. Lohnaufwand durchzuführen, da diese, infolge der zarten Beschaffenheit der Drähte so schwierige Arbeit nur durch muhevolles Abfeilen von Hand aus bewerkstelligt werden konnte.
Ander- seits war es unmöglich, den Löt-bzw. Sehweissvorgang so einzurichten, dass die Lötung bzw. Ver- schmelzung der Kettenfäden nur auf dem einen Schussdraht des Metalltuches erfolgte, auf welchem die
Verbindung hergestellt wird. Erfahrungsgemäss ist jedoch die nahtlose Verbindung der Enden eines Meta. Utuehes nur dann haltbar, wenn dieselbe nur auf einem Schussdraht des Gewebes erfolgt und ein
Zulaufen von Lot auf die benachbarten Schussdrähte vermieden wird.
Diese beiden Schwierigkeiten sind erfindungsgemäss dadurch überwunden, dass die Vorarbeit für das Zusammensetzen der Enden des Metalltuches bzw. das Verkürzen der Eettendrahtenden mittels einer besonderen Schleifvorrichtung durchgeführt wird, die diese Arbeit in genauer und wirtschaftlicher Weise ermöglicht und dass für den anschliessenden Lot-bzw. Versehmelzvorgang ein eigenes Verfahren und eine elektrische Löt- bzw. Verschmelzvorrichtung angewendet wird.
In den Zeichnungen stellen dar : Fig. 1 die beiden Enden des Metalltuches in einem Längsschnitt.
Fig. 2 die bis an den letzten Schussdraht durch Abschleifen verkürzten Kettendrahtenden. Fig. 3 die beiden vorbereiteten Enden des Metalltuches vor dem Zusammensetzen. Fig. 4 die fertig zusammengesetzte Verbindungsstelle vor dem Verlöten bzw. Verschweissen. Fig. 5 und 6 eine Vorderansicht und eine Draufsicht der Kontaktrolle und der beiden Stromzuführungen. Fig. 7 und 8 eine Vorderansicht und eine Draufsicht des Schleifapparates mit dem für das Abschleifen der Kettendrahtenden vorbereiteten Metalltuch.
Für das Verkürzen der Kettendrahtenden durch Abschleifen dient eine besondere Sehleifvorrieh- tung, die von einem oberhalb des Arbeitstisches fahrbar aufgehängten Motor angetrieben wird. Der Antrieb erfolgt mittels einer biegsamen Welle k über ein Höchstganggetriebe 1 und kleine Schnur- scheiben m auf die Schleifscheibe n. Die Lager der Schleifscheibe sind gemeinsam mit dem Führungs- teil r auf dem einen Ende einer schwachen Blattfeder o befestigt, deren anderes Ende an einem Winkel der Grundplatte angenietet ist.
Die Schleifvorrichtung wird so auf die vordere Kante des Arbeitstisches, auf welchem das Metalltuch liegt, aufgesetzt, dass die Führungsleiste p der Grundplatte s an der Schnittkante i des Metalltuches anliegt und an dieser geführt wird, während die Vorrichtung von Hand aus mit einem entsprechenden Vorschub weiterbewegt wird.
Durch den Führungsteil ;', dessen vorderes, nadelförmig geformtes Ende so eingestellt ist, dass es in eine Kerbe, wie sie in der Gewebeoberfläche durch die Kreuzung der Kettendrähte zwischen je zwei Sehussdrähten gebildet werden, eingreift und in dieser während der Fortbewegung des Apparates gleitet, wird die durch die dünne Blattfeder vollkommen nachgiebig gehaltene Schleifseheibe genau parallel zum Schussdraht geführt, auch wenn dieser, wie es häufig vorkommt, nicht in einer Geraden liegt. Auf diese Weise ist es möglich, dite vorstehenden
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Kettendrahtenden bis an den Schussdraht genau und gleichmässig bei geringem Zeitaufwand zu verkürzen.
Wenn die beiden Enden (Selmittkanten) des Metalltuehes in der vorstehend beschriebenen Art vorbehandelt sind, wird der letzte Schussdraht b aus dem einen Gewebeende herausgezogen und durch einen Lotmanteldraht c ersetzt. Der letzte Schussdraht des andern Gewebeendes wird ebenfalls entfernt, doch bleibt dieses Gewebeende zunächst noch offen. An Stelle des Lotmanteldrahtes kann auch ein Bronzedraht eingelegt werden, was dann der Fall sein wird, wenn die Verbindung durch Schweissen oder Verschmelzen erfolgen soll.
Nun werden die beiden, so vorbereiteten Gewebeenden einander gegenübergelegt und die freien Kettenenden des einen Siebendes über den neu eingelegten Schussdraht (Lotmanteldraht) geschoben.
Hierauf erfolgt nun das Verschweissen der beiden Gewebeenden.
Die hiezu dienende Schweissvorrichtung besteht aus einem Kontaktrad d, welches in der Kon- taktfläche eine Rille besitzt. Dieses Kontaktrad ist durch ein biegsames Kabel mit dem einen Pol eines niedrig gespannten Stromes, das Metalltuch durch die an der Verbindungsstelle aufgelegte Grundplatte der Vorrichtung mit dem andern Pol verbunden. Die Lötvorrichtung hat eine solche Länge, dass ungefähr 0 3 fI Länge der Verbindungsstelle des Metalltuehes in einem Zuge gelötet bzw. verschweisst werden können, worauf die handliche Vorrichtung abgehoben und um die gleiche Länge seitlich verschoben, wieder auf die Verbindungsstelle aufgesetzt wird, um eine neue Lötung bzw. Schweissung
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platten isoliert auf der Metallgrundplatte der Vorrichtung befestigt sind.
Für die Fortbewegung des Kontaktrades mit einer einstellbaren, gleichförmigen Geschwindigkeit ist dessen Lagergehäuse durch eine Darmsaite mit der Aufwindetrommel eines Federlaufwerkes verbunden.
Der Lot-oder Schweissvorgang selbst vollzieht sich dergestalt, dass das Kontaktrad, dem über Regulierungsinstrumente Strom zugeführt wird, unter entsprechendem Druck über die Kettendraht- enden, die auf dem eingeschobenen Lotmantel-oder Bronzedraht liegen, automatisch mit gleichmässiger Geschwindigkeit in der Richtung des Schussdrahtes bewegt wird. Die genannte Rille führt das Kontaktrad hiebei auf dem Scheitel der Krümmungen, die die Kettendrähte über jedem Schussdraht und natürlich auch über dem eingeschobenen Lotmantel-oder Bronzedraht bilden, genau über dem letzteren, auch wenn dieser schwach gekrümmt liegen sollte.
Erst durch diese genaue Führung der Kontaktrolle über der Verbindungsstelle wird gewährleistet, dass die Verlötung bzw. Verschweissung nur an dem einen Schussdraht erfolgt, mittels dessen die Verbindung hergestellt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Verbinden der Enden eines Metalltuehes durch Löten, Schweissen oder Verschmelzen mittels elektrischer Widerstandserwärmung, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettendrahtenden des Metalltuches vor dem Löten, Schweissen oder Verschmelzen abgeschliffen werden.