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Umlaufender Greifer für Doppelsteppstich-Nähmasehinen mit feststehendem Spulengehäuse.
Die Erfindung bezieht sich auf einen in einer Kreisbahn sich bewegenden Greifer mit Spulengehäuse für Doppelsteppstich-Nähmaschinen und im besonderen auf einen Greifer, der in den österr.
Patenten Nr. 66811 und Nr. 144485 beschrieben ist.
Ein Greifer der in Frage stehenden Art ist mit einer kreisförmigen Führungsbahn versehen, in der eine in der Umfangsrichtung verlaufende Lagerrippe eines im wesentlichen zylindrischen Spulengehäuses gelagert ist, das die Unterfadenspule trägt. Die Funktion des Greifers besteht darin, eine Fadenschleife von der Nähmaschinennadel zu erfassen, diese Fadenschleife auszuziehen oder auszudehnen und sie um das Spulengehäuse herum abzuwerfen, worauf die Nadelfadenaufnehmervorrichtung zur Wirkung kommt, um die Nadelfadenschleife an dem Stoff festzuziehen und den Stich zu beenden.
Um das Spulengehäuse gegen Drehung mit dem Greifer zu sichern, ist es üblich, das Spulengehäuse mit einer Nut zu versehen, in die lose eine die Drehung des Spulengehäuses verhindernde Zunge eintritt, welche an dem Maschinengestell angebracht ist. Beim Arbeiten sucht der reibende Zug des umlaufenden Greifers auf das Spulengehäuse die eine Seitenwand oder Schulter der genannten Nut an der die Umdrehung des Spulengehäuses verhindernden Zunge zu halten. Eine jede um das Spulengehäuse herum abgeworfene Nadelfadenschleife muss daher zwischen diesen sich berührenden Wandungen der die Umdrehung des Spulengehäuses verhindernden Zunge und der zugehörigen Nut des Spulengehäuses hindurchgehen, bevor diese Schleife frei wird und an dem Stoff festgezogen werden kann.
Bei Nähmaschinen, die keine mechanischen Vorrichtungen benutzen, um den zum Entweichen der Nadelfadenschleife dienenden Spalt zwischen dem Spulengehäuse und der dessen Umdrehung verhindernden Einrichtung zu öffnen, erfolgt die Öffnung dieses Spaltes gewöhnlich durch eine keilartige Wirkung der Nadelfadenschleife, die bei ihrem Festziehen durch den Fadenaufnehmer diesen Spalt selbst öffnet und sich durch ihn hindurch quetscht, indem sie auf die benachbarte Wand der genannten Zunge einwirkt ; die Nadelfadenschleife wird aber hiebei zusammengedrückt. Diese Wirkung ist aber zur Herstellung von zufriedenstellenden Stichen bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten mit Fäden von verschiedenem Drall und verschiedenen Beschaffenheiten und in Stoffen von verschiedener Struktur und Dicke nicht zuträglich.
Einige Fäden haben das Bestreben, sich um sich selbst zu drehen oder eine Schleife zu bilden, und dieser Neigung ist beim Aufnehmen der Nadelfadenschleifen schwierig zu begegnen, nachdem letztere um das Spulengehäuse herum gegangen sind. Das Festklemmen der Nadelfadenschleifen scheint für die Bildung einer solchen Schleife oder eines Knotens besonders herausfordernd zu sein.
Es sind bereits mechanische Öffnungsvorrichtungen vorgeschlagen worden, jedoch haben diese den Aufwand von zusätzlichen Einrichtungen zur Folge und beschränken die Geschwindigkeit, mit der die Maschine zufriedenstellend arbeiten kann. Ferner sind diese Vorrichtungen beim Arbeiten geräuschvoll und verursachen eine übermässige Abnutzung der Greifer-und Spulengehäuseteile. Die Vermeidung dieser mechanischen Öffnungsvorrichtungen ist für die vollkommene Ausbildung daher äusserst erwünscht.
Die Einrichtung nach dem oben angegebenen Patent Nr. 144485 betrifft in der Hauptsache das Problem des Ausziehens der Nadelfadenschleife und deren Abwerfen um das Spulengehäuse herum, während die vorliegende Erfindung in der Hauptsache die Steuerung und Handhabung der Nadel-
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fadenschleife betrifft, nachdem sie um das Spulengehäuse herum abgeworfen worden ist und festgezogen werden soll ; zu diesem Zeitpunkt des Stichbildungskreislaufes findet gewöhnlich das Entweichen der Nadelfadenschleife von der die Drehung des Spulengehäuses verhindernden Vorrichtung statt.
Die Erfindung sieht eine Greifer-und Spulengehäusevorriehtung vor, die einen ruhigen Lauf sowie der Abnutzung widerstehende und die Stichbildung begünstigende Eigenschaften hat, welche die Vorrichtung jeder der bisher bekannten Einrichtungen gegenüber überlegen macht.
Ein weiterer Zweck der Erfindung bezieht sieh auf das Öffnen des zum Entweichen der Nadelfadenschleife dienenden Spaltes zwischen dem Spulengehäuse und der dessen Drehung verhindernden Einrichtung. ohne die Anordnung von besonderen mechanischen Öffnungsvorrichtungen und ohne die Nadelfadenschleife einer quetschenden oder zusammendrückenden Wirkung auszusetzen.
Gemäss der Erfindung ist die Greifer-und Spulengehäusevorrichtung so abgeändert worden, dass sie die Steuerung der Nadelfadensehleife aufrechterhält, wenn letztere durch den Fadenanfnehmer festgezogen wird, wodurch ein Verdrehen oder ein Verschlingen der Nadelfadenschleife vermieden wird, und ferner so, dass sie die Steuerung der Nadelfadenschleife genügend lange behält und deren Faden so führt und die Wirkung der Unterfadenvorriehtung der des Nähmaschinenfadenaufnehmers so beiordnet, dass die schleifenfestziehende Wirkung des Fadenaufnehmers zur Folge hat, dass die Nadelfadenschleife einen nach hinten gerichteten tangentialen Zug auf das Spulengehäuse in einer Richtung ausübt, um den zum Entweichen der Nadelfadensehleife dienenden Spalt zwischen dem Spulengehäuse und der üblichen ortsfesten, die Umdrehung des Spulengehäuses verhindernden Zunge zu öffnen ;
die Nadelfadensehleife kann somit von dem geöffneten Spalt frei entweichen, ohne von den Wandungen dieses Spaltes gequetscht oder zusammengedrückt zu werden.
In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise dargestellt, u. zw. ist Fig. 1 eine vordere Endansicht einer Nähmaschine gemäss der Erfindung. Fig. 2 ist eine Draufsicht auf die Greifer- und Spulengehäusevorrichtung der Maschine. Fig. 3 ist ein senkrechter Axialschnitt durch die Greifer-und Spulengehäusevorriehtung. Fig. 4 ist eine vordere Endansicht des in der Umfangsrichtung mit einer Rippe versehenen Spulengehäuseträgerteiles und Fig. 5 ist eine Hinteransicht hiezu.
Fig. 6 ist eine schaubildliche Ansicht der die Drehung des Spulengehäuses verhindernden Stange.
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liegt hinter dem Spulengehäuse. Sobald der Greifer seine Abwurfstellung erreicht, beginnt der von einer Kurbel betätigte Fadenaufnehmer 10 seine schnelle Aufwärtsbewegung und zieht die Nadel- fadenschleife von der Spitze 12'des Greifers hinweg und auf den die Schleife steuernden Schwanz 13 (Fig. 7). Der Zweck des Flansches 19 besteht darin, die abgeworfene Nadelfadenschleife genügend hoch anzuheben, so dass sie mit Sicherheit über die Spitze des Schwanzes 13 gezogen wird, wodurch verhindert wird, dass die Nadelfadenschleife an der Lagerrippe 15 reibt und hiedurch beschädigt, ausgefasert oder verschmutzt wird.
Wenn die Wirkung von der in Fig. 7 dargestellten Lage aus fortschreitet, wird die geringe
Lockerung in der Nadelfadenschleife durch den Fadenaufnehmer entfernt, und die Schleife wird durch den Fadenaufnehmer in die Ausnehmung 23 (Fig. 8) gezogen ; der zum Entweichen der Nadelfaden- schleife dienende Spalt 32 zwischen der Schulter 33, der Nut 20 und der Zunge 21 befindet sich zu dieser Zeit infolge der reibenden Wirkung des umlaufenden Greiferkorbes 12 auf den Spulengehäuse- Trägerteil 16 in der geschlossenen Lage.
In der in den Fig. 8 und 8 a dargestellten Lage ist somit jede
Lockerung von der Nadelfadenschleiie entfernt, und der Faden der Nadelfadenschleife zwischen der
Nut 20 und der Ausnehmung 23 des Flansches 19 verläuft im wesentlichen tangential zu dem Spulen- gehäuse von der Schulter 33 hinweg. Der Fadenaufnehmer übt bei seiner weiteren Wirkung eine
Spannung auf den Faden aus, welche auf die Nadelfadenschleife übertragen wird, wodurch veranlasst wird, dass letztere bei ihrer Zusammenziehung einen tangentialen, nach hinten gerichteten Zug auf das Spulengehäuse an den Schultern 18 und 33 in der Richtung der in Fig. 8 a durch die gestrichelten
Linien angedeuteten Pfeile ausübt.
Dieser nach hinten gerichtete tangentiale Zug auf das Spulengehäuse durch die Nadelfadenschleife öffnet den zum Entweichen der letzteren dienenden Spalt 32 (Fig. 9 und 9 a), durch den hindurch die Nadelfadensehleife bequem hindurchgeht, ohne zwischen den gegenüberliegenden Wandungen des Spaltes 32 festgeklemmt oder gequetscht zu werden.
Aus Fig. 10 ist ersichtlich, dass, wenn man die die Schleife in ihrer Lage haltende Schulter 18 wesentlich radial zum Spulengehäuse anordnet, statt sie wie bisher abzurunden, die Nadelfadenschleife den gewünschten Rückwärtsdruck gegen die Schulter 18 ausüben kann, ohne dass sie selbst zwischen der Lagerrippe 15 und die Führungsbahn 14 eingekeilt wird.
Es ist ferner ersichtlich, dass das Vorrücken der die Schleife in ihrer Lage haltenden Schulter 18 in Richtung gegen die die Schleife zurück- haltende Schulter 17 das Lösen der sieh zusammenziehenden Nadelfadenschleife vom Eingriff mit den Greifer-und Spulengehäuseteilen verzögert und gewährleistet, dass die sich zusammenziehende
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Nadelfadenschleife unverändert durch den Aufnehmer zu dem die Schleife steuernden Schwanz. 3 gezogen wird, von welchem er nicht entweichen kann, bis die Schleife durch den Austrittsspalt 32 hindurchgezogen wurde. Kurz nachdem die Nadelfadenschleife aus dem Spalt 32 entweicht, geht das Ende 14' (Fig. 10 und 12) der Führungsbahn 14 an der Schulter 18 vorbei und gibt die Nadelfadenschleife frei, die um den Schwanz 13 herumgeht (Fig. 11).
Schliesslich wird die Nadelfadenschleife von dem Schwanz 13 abgeworfen und auf den Stoff durch den Fadenaufnehmer zwecks Beendigung des Stiches heraufgezogen.
Zahlreiche genaue Versuche an Nähmaschinen mit der Einrichtung gemäss der Erfindung haben ihre Fähigkeit erwiesen, mit gleichförmig festgesetzten Stichen und ohne Fadenbruch bei Geschwindigkeiten bis zu 4500 Stichen pro Minute in Arbeitsstücke von verschiedener Stärke und mit einem Faden von verschiedener Beschaffenheit ohne Einstellung der Spannungsvorrichtung zu nähen.
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Umlaufender Greifer für Doppelsteppstich-Nähmaschinen mit feststehendem Spulengehäuse, welches eine Nut aufweist, in die lose ein ortsfester, die Umdrehung des Spulengehäuses verhindernder Teil eintritt, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel der abgeworfenen Nadelfadensehleife so gesteuert werden, dass jede Fadenloekerung entfernt und die Schleife auf einmal festgezogen wird, so dass ein Teil dieser Schleife, der sich in der Umfangsrichtung des Spulengehäuses erstreckt, einen nach hinten gerichteten, tangentialen Zug auf das Spulengehäuse ausübt und den zum Entweichen der Nadelfadenschleife dienenden Spalt zwischen dem die Umdrehung des Spulengehäuses verhindernden Teil und einer Wand der genannten Nut öffnet.