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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr 14808. FRIED. KRUPP IN ESSEN (RHEINPREUSZEN).
Geschützaufsatz mit unabhängiger Visierlinie.
Die Erfindung bezieht sich auf einen üeschützaufsatz mit sogenannter unabhängiger Visierlinie, d. b. auf einen Aufsatz, welcher derartig am Geschütz angeordnet ist, dass das Geschützrohr, während die Visierlinie auf das Ziel gerichtet bleibt, zum Laden oder zum Einstellen der Erhöhung gehoben oder gesenkt werden kann. Die Erfindung bezweckt, eine Vereinfachung in der Anordnung derartiger Aufsätze in der Richtung herbeizuführen, dass die Einstellung der Visierlinie auf das Ziel ebenso wie die Einstellung der Erhöhung und Seitenrichtung des Geschützrohres lediglich durch die Höhen- und Seitenrichtmaschine erfolgt.
Der angestrebte Zweck wird der Erfindung gemäss dadurch erreicht, dass Kupplungen vorgesehen sind, durch welche der Aufsatz entweder mit dem Geschützrohr bezw. der Wiege oder mit einem in seiner Höhenlage gegenüber dem Lafettenkörper unveränderlichen Teile des Geschützes gekuppelt werden kann.
Auf der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise in zwei Ausführungsformen dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 in einer Seitenansicht die eine Ausführung- form des Ernudungsgegenstandes nebst den in Betracht kommenden Teilen eines Geschützes mit Rohrrücklauf ; Fig. 2 eine Einzelheit : Fig. 3 die der Fig. 1 entsprechende Hinteransicht ; einzelne Teile sind im Schnitt dargestellt ; Fig. 4 in grösserem Massstabe einen Teil der Fig. 1 ; Fig. 5 den Schnitt nach der Linle 5-5 der Fig. 4, von links gesehen : Fig. 6 den Schnitt nach der Linie 6-6 der Fig. 4, von oben gesehen ; Fig. 7 denselben Schnitt wie Fig.
G ; die Einzelteile befinden sich jedoch in anderer Stellung ; Fig. 8 in grösserem Massstabe den Schnitt nach der Linie 8-, der Fig. 3, von oben gesehen ; die
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Linie- ?. 5-15 der Fig. 14 von oben gesehen, in grösserem Massstabe : Fig. 16 denselben Schnitt wie Fig. 15 ; die einzelnen Teile befinden sich jedoch in anderer Stellung ; Fig. 17 den Schnitt nach der Linie 17-17 der Fig. 14, von oben gesehen : die einzelnen Teile befinden sich jedoch in einer anderen Lage als in Fig. 14.
Es soll zunächst die in den Fig. 1 dargestellte Ausführungsform des Erfindungs gegenstandesbeschriebenwerden.
Die Wiege D, auf welcher das Geschützrohr J gleitbar gelagert ist. ruht mittels eines senkrechten Schildzapfens d in dem Rohrträger P. Zwischen Rohrträger und Wiege ist eine (nicht dargestellte) Seitenrichtmaschine eingeschaltet, mittels deren die Wiege um den senkrechten Schildzapfen d geschwenkt werden kann. Der Rohrträger P ruht mit wagrecbten Schildzapfen p in Lagern der Lafette und ist andererseits mit ihr durch die (nicht dargestellte) Höhenrichtmaschine verbunden. Bei Bedienung der letzteren dreht sich der Rohrtrager samt der Wiege und dem Geschützrohr um die wagerechten Schild- zapfen p.
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wenn dieser die in Fig. 1 dargestellte Lage einnimmt.
In der Unterseite des Führungs stückes e ist eine unterschnittenc Nut c2 angebracht, die nach einem zu der Achse des senkrechten Schildzapfens d konzentrischen Kreisbogen gekrümmt ist. In diese Nut greift eine entsprechend gekrümmte Leiste f2 des Bockes F mit seitlichem Spiel ein.
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des Führungsstückes C tritt. Ausserhalb der beiden Führungsstücke ist die Spindel G mit Gewinden g1 und g2 von gleicher Ganghöhe und Richtung versehen, mit welchen je eine Mutter K bezw. L in Eingriff steht.
Die Mutter K ist mit einem Bund k und einem Vier-
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Mutter geht an dor der Aufsatzstange zugewandten Seite in eine Platte l von annähernd rpchtpt'kiger Gcstatt über (Fig. 4-7), deren hintere Begrenznngskanto li nach einem zu
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gesichert.
Ho der Beschreibung der Wirkungsweise der eben beschriebenen Kupplung soll von
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in dieser Stellung gehalten.
Wird der Handhebel N unter Überwindung der Kraft der Schraubenfeder M im Drehsinne des Uhrzeigersumgelegt, so dreht sich die Schraubenspindel G in demselben Sinne. Wurde man nun annehmen, dass hierbei die Muttern K und L stehen bleiben würden, so würde sich die Schraubenspindel G in der Richtung des Pfeiles x (Fig. 6) bewegen und die Aufsatzstange A mitnehmen.
Würde man umgekehrt annehmen, dass die Stange A stehen bleiben würde, so würden sich die Muttern K und L, welche infolge ihrer oben beschriebenen Anordnung gegen Drehung gesichert sind, entgegengesetzt zur
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stück C'anliegenden Mutter L und infolgedessen auch eine Weiterbewegung der Mutter K in der bisherigen Richtung nicht möglich ist, so bewirkt die Weiterdrehung der Schraubenspindel C nunmehr deren Verschraubung in den Muttern K und L in der Richtung des Pfeiles x. Hierbei nimmt der Bund g der Schraubenspindel die Aufsatzstange mit und presst sie gegen das Führungsstück C. Gleichzeitig entsteht zwischen dem Führungsstück E und der AufsatzstMge Spiel.
Die einzelnen in Betracht kommenden Teile nehmen nunmehr die aus Fig. 7 ersichtliche gegenseitige Lage ein. Da bei dieser Stellung der Einzelteile der Aufsatz mit dem Führungsstück C, d. h. mit einem in seiner Höhenlage gegenüber dem Lafettenkörper unveränderlichen Teile des Geschützes gekuppelt ist, so kann durch Kurbeln an der Höhenrichtmaschine das an der Wiege befestigte Führungsstück J gegen- über dem feststehenden Aufsatz auf- und niederbewegt werden, wobei das Vierkant/, ; 1 der Mutter K im Schlitz e1 des Führungsstüekes E gleitet.
Lässt man den Handhebel N los, so kehrt er unter der Wirkung der sich bis auf den Betrag der Vorspannung entspannenden Schraubenfeder. ill in die in Fig. 6 dargestellte Lage zurück. Hiebei spielen sich die oben mit Bezug auf Fig. 6 geschilderten Vorgänge in umgekehrter Reihenfolge ab ; d. h. zunächst bewegen sich die Muttern K und L entgegengesetzt zur Richtung des Pfeiles y (Fig. 7), so dass die Mutter K am Führungsstück E zur Anlage kommt, und Spielraum zwischen dem Führungsstück C und der Mutter L ent-
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des Geschützrohres gestaltet sich nun folgendermassen :
Soll der Richtkanonier die der Entfernung des Zieles entsprechende Erhöhung einstellen, so legt er zunächst den Hand- hcbnl N aus der in Fig. 1 in ausgezogenen Linien dargestellten Lage in die in strich- punktierte Linien dargestellt Lage um und hält ihn dann fest. Hiedurch wird, wie be-
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hingleitenden Führungsstückes E auf den der befohlenen Erhöhung entsprechenden Teilstrich der Teilung a (Fig. 3) eingestellt werden.
Beim Loslassen des Handhebels N kehrt
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der Wiege bezw. des Geschützrohres nicht nur. da er vom Fübrungsstück ('entkuppelt ist, nach der Höhe, sondern auch nach der Seite zu folgen, da infolge der oben beschriebenen Anordnung des Führungsstückes C auf dem Bock F jeder Punkt des ersteren sich in einer Ebene nach allen Richtungen hin bis zu einem gewissen Grade frei bewegen kann. Die
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rohr ist aus Fig. 8 ersichtlich.
Eine etwa erforderliche Änderung der befohlenen Erhöhung kann, wie leicht einzusehen ist, durch Umlegen des Handhebels N im Drehsinne des Uhrzeigers, Kurbeln an der Höhenrichtmaschinc und Wiederloslassen des Handhebels rasch und auf einfache Weise vorgenommen werden. Hiebei bleibt die Visierlinie auf das Ziel gerichtet.
Die zweite in den Fig. 9-17 dargestellte Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes unterscheidet sich von der zuerst beschriebenen Ausführungsform im wesentlichen nur dadurch, dass das Führungsstück ('nicht von der Lafottenwand getragen wird, sondern mit einem der wagrechton Schildzapfen p verbunden ist. Zu diesem Zwecke ist (Fig. 12 und 13) an einem Ansatz pt des einen Schildzapfens p mittels eines Bolzens p2 dessen Längsachse die Seelenachse unter einem rechten Winkel kreuzt, ein zylindrischer Bolzen Q angelenkt, der den Ansatz pl gabelartig umgreift. Auf dem Bolzen Q ist eine zweiteilige Stange A1. schwingbar, deren Teil Al starr mit der Aufsatzstangc verbunden ist.
Mit dem Führungsstilek C, welches bei dieser Ausführungsform plattenförmig gestaltet ist, ist der Teil ('1 einer. Stange C1, C2 starr verbunden. Die Stange C1, C2 ist zwar auf dem Bolzen Q ebenfalls schwingbar, wird aber (Fig. 9, 10 und 11) von einem lappenartigen Fortsatz r des Lagerdeckels R, welcher auf einem nach oben gerichteten Ansatz 1 des
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