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Kolostomie-Versehluflpelotte.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine Kolostomie-Verschlusspelotte, worunter eine Abschluss- vorrichtung für eine Darmfistel verstanden wird. Solche Pelotten wurden bisher z. B. teilweise aus Leder verfertigt, was den Nachteil hat, dass sie nicht auskoehbar sind und daher dauernd einen üblen Geruch besitzen. Die bisher übliche Befestigung mit Riemen oder Metallfedern ist. für den Patienten sehr lästig, weil diese leicht in den Körper einschneiden. Es sind auch schon ganz aus Gummi verfertigte Pelotten bekanntgeworden, welche aber durch die Form der am Körper anliegenden Teile keine Gewähr für eine
Rein-und Trockenhaltung des Patienten geben können.
Zweck der Erfindung ist es, eine Kolostomie-Verschlusspelotte zu schaffen, die die unangenehmen
Begleiterscheinungen einer Darmfistel beseitigt bzw. auf das geringstmögliche Ausmass beschränkt. Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die Verschlussvorrichtung aus einem zumindest innen kegelstumpfförmigen begrenzten Hohlkörper aus Gummi besteht, dessen grössere Basis verschlossen und dessen kleinere, zum Anliegen an dem Körper des Patienten bestimmte Basis offen ist. Vorzugsweise ist der innere Rand des Hohlkörpers an der dem Körper des Patienten anliegenden Basis an der Unterseite mit einer gegen innen vorstehenden Verbreiterung versehen. Weitere vorteilhafte Eigenschaften werden aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung hervorgehen.
Fig. 1 zeigt einen vertikalen Schnitt und Fig. 2 eine Vorderansicht einer Verschlusspelotte. Fig. 3 zeigt diese Pelotte perspektivisch und mit Mitteln zum Tragen am Körper des Patienten versehen, Fig. 4 eine perspektivische Rückansicht einer andern Ausführungsform. Die Verschlusspelotte nach Fig. 1 bis 3 besteht aus einem dickwandigen kegelstumpfförmigen Hohlkörper 10 aus Gummi, dessen grössere Basis 11 verschlossen und dessen kleinere Basis 12 offen ist. An der offenen Basis ist am inneren Rand an der Unterseite eine gegen innen ragende sichelförmige Verbreiterung M vorgesehen. Ferner besitzt die kleinere offene Basis 12 einen ringsumlaufenden nach aussen abstehenden Rand 14.
Diese Verschlusspelotte wird mit der offenen Seite über die Darmfistel gelegt und dient für solche Fälle, in denen verhältnismässig geringe Mengen von Sekreten ausfliessen. Dadurch, dass der am Körper anliegende innere Rand nach aussen abfällt, ist ein sicheres Abfliessen der Sekrete in den Hohlkörper und die Rein-und Trockenhaltung des Körpers des Patienten gewährleistet. Die Verbreiterung 13 verbessert noch diese Wirkung.
Zum Festhalten der Verse hlusspelotte am Körper des Patienten dient eine Stoffbinde 15 mit einer kreisförmigen Ausnehmung 16, deren Durchmesser gleich gross ist, wie der kleinste Aussendurchmesser der Pelotte. Das Einführen der Pelotte in die Bindenöffnung erfolgt durch Zusammenbiegen des vorstehenden elastischen Randes 14 der Pelotte. Beim Tragen am Körper liegt dann die Binde an der Rückseite des Randes 14 (Fig. 1). Die Binde 15 hält daher die Verschlusspelotte am Körper des Patienten und sitzt selbst zufolge eines elastischen, z. B. aus Lastex verfertigten Rückenteiles 15'an diesem fest. An der Seite sind Knöpfe und Knopflöcher 17, 17'zur Befestigung und Abnahme von dem aus Lastex verfertigten Rückenteile 15'vorgesehen.
An der Aussenseite ist eine weitere Binde 18 angebracht, welche die Aussenseite der Pelotte umspannt und so diese gegen aussen abdeckt und zusätzlich festhält. Die Binde 18 wird durch Stoffspangen 19 der Binde 15 hindurchgeführt und daran mittels Knöpfen und Knopflöchern 19', 19"so befestigt, dass die Verschlusspelotte sich zwischen beiden Binden befindet, wie in Fig. 1 dargestellt.
An der Basis 11 der Verschlusspelotte 10 kann im Bedarfsfalle auch, wie in Fig. 1 und 2 strichpunktiert gezeichnet, ein birnenförmiger über die kleinere Basis hinausragender Pfropfen 21 sitzen. Dieser
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wird in den an der Bauchdecke angenähten Darm eingeführt, welcher auf den Pfropfen abschliessend reagiert.
Ist bei einem Patienten die Bewegungstätigkeit des Darmes erhöht, und sind Ausscheidungen in grosser Menge zu erwarten, so wird die Ausführungsform gemäss Fig. 4 angewendet. Die Form und Befestigung der Pelotte ist im Wesen dieselbe wie in den Fig. 1-3 beschrieben, jedoch ist hier in der unteren Wand des Hohlkörpers 10 mindestens eine Öffnung 22 angebracht, welche in ein Säckchen 23 mündet. Dieses flache Säckchen 23 verbreitert sich nach unten, besteht ebenfalls aus Gummi und ist mit dem Hohlkörper 10 entweder aus einem Stück gemacht oder daran durch Vulkanisation od. dgl. befestigt. Die dem Körper des Patienten zugekehrte Wand 24 sitzt hinter dem Rand 14 am Pelottenkörper 10 fest.
Die Seitenwände 25, 25'und die Aussenwand 26 sitzen an ihren oberen Rande nicht am Pelottenkörper 10 fest, sondern es sind an einer die Aussenwand 26 oben abschliessenden Leiste 27 Druckknöpfe 28 angebracht, mit denen diese mit der Basis des Pelottenkörpers lösbar verbunden werden kann.
Nach Öffnen dieser Druckknöpfe kann man die Aussenwand ein Stück aufklappen und das Säckchen ohne Abnahme der Pelotte, durch Drehung dieser nach oben, entleeren.
Die Verschlusspelotte nach der Erfindung kann nicht nur für Eolostomieoperationen, sondern mit oder ohne Pfropfen und mit oder ohne Säckchen auch für andere offene Wunden mit starker Sekretion Anwendung finden, wie z. B. bei Tuberkulose, Lepra, Krebs od. dgl., besonders dann, wenn die Wunde einer dauernden desinfizierenden Wirkung entsprechend imprägnierter Stoffe ausgesetzt werden soll.
Diese Stoffe werden dann in den Hohlraum der Pelotte eingeführt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kolostomie-Verschlusspelotte od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem zumindest innen kegelstumpfförmig begrenzten Hohlkörper (10) aus Gummi besteht, dessen grössere Basis (11) verschlossen und dessen kleinere Basis (12) offen und zum Anliegen an den Körper bestimmt ist.