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Einrichtung zur Herstellung von Flugurkunden.
Bekannt sind selbsttätige Wiegevorrichtungen, die gleichzeitig mit dem Wiegen die zu wiegende Person photographieren und Karten herstellen, die auf der einen Seite das photographische Bild der Person und auf der andern Seite die aufgedruckten Wiegedaten zeigen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Herstellung von Flugurkunden, und das Wesentliche besteht darin, dass im Blickfeld eines am oder im Flügel angebrachten photographischen Aufnahmegerätes, welches vom Flugzeugrumpf aus einstellbar ist, Geräte zur Anzeige von Flugdaten vorgesehen sind bzw. dass Spiegel vorgesehen sind, die das Instrumentenbrett des Führerstandes in das Blickfeld des Aufnahmegerätes übertragen. Der Vorteil dieser Einrichtung besteht darin, dass sich mit ihr Bilder eines eine Luftreise ausführenden Fluggastes nebst allen wesentlichen den Flugzustand angebenden Daten herstellen lassen, derart, dass ein solches Bild schon für sich allein als Beurkundung der ausgeführten Luftreise verwendbar ist. Das Aufnahmegerät kann dabei bequem vom Flugzeugrumpf aus vom Führer oder einer sonstigen Person bedient werden.
Werden die erhaltenen Bilder dann auf ein auf einer Seite teilweise mit Schreibfläche und teilweise unmittelbar mit photographischer Schicht versehenes Urkundenformblatt übertragen, auf dem die Echtheit des Bildes bescheinigt wird, so ergibt sich eine unverfälschbare Urkunde über den ausgeführten Flug.
Das photographisehe Aufnahmegerät und die Geräte zum Anzeigen der Flugdaten können gegebenenfalls im Flügel des Flugzeuges (oder in einer Luftsehiffwandung) untergebracht sein, und die zur Übertragung der Geräte in das Blickfeld des Aufnahmegerätes nötigen Spiegel sind dann zweckmässig vom Rumpf des Luftfahrzeuges aus einstellbar, u. zw. vorzugsweise gemeinsam mit dem Aufnahmegerät bzw. mit seinem Übertragungsspiegel. Eine derartige Einrichtung hat den Vorteil, dass das Aufnahmegerät und die Geräte zur Anzeige der Flugdaten dem Luftstrom entzogen sind und dass die im Luftstrom liegenden Übertragungsspiegel nur einen geringen Luftwiderstand verursachen und dass trotzdem ausser einem Teil des Flugzeugrumpfes auch gegebenenfalls ein Teil des darunter liegenden Geländes mit aufgenommen werden kann.
Bei einer andern Ausführungsform ist das Aufnahmegerät vorn im Rumpf mit dem Blickfeld in den Fluggastraum angebracht, und im Blickfeld des Aufnahmegerätes ist ein Gerät zur Anzeige der Flugdaten vorgesehen, oder es ist mit Hilfe von Übertragungsspiegeln das Instrumentenbrett des Führers im Blickfeld des Aufnahmegerätes sichtbar gemacht. Eine solche Einrichtung eignet sich besonders für Gruppenaufnahmen, die dann in die Flugurkunden jedes Teilnehmers übertragbar sind.
Bei allen derartigen Einrichtungen ist zweckmässig im Blickfeld des Aufnahmegerätes ein Zählwerk vorgesehen, das vom Rumpf des Luftfahrzeuges aus, gegebenenfalls gleichzeitig mit der Auslösung des Aufnahmegerätes, einstellbar ist. Dieses gibt dann die Nummer der Aufnahme oder auch die Nummer der Flugurkunde an.
Es kann ferner ein Zeitauslöser vorgesehen sein, der nach einer bestimmten einstellbaren Zeit (z. B. 10 Flugminuten) das Aufnahmegerät selbsttätig auslöst und gegebenenfalls auf ein neues Aufnahmeobjekt einstellt. Dadurch ist der Führer des Flugzeuges während des Fluges von der Bedienung des Aufnahmegerätes entlastet.
Die Zeichnung zeigt die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen.
Es zeigen Fig. 1 einen Querschnitt eines Flugzeuges mit an der Tragfläche angebrachten photographischem Aufnahmegerät im Schema, Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen Flugzeugrumpf mit im
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Führerstand angebrachtem Aufnahmegerät im Schema und Fig. 3 ein Muster einer Flugurkunde mit photographischer Schicht.
Nach Fig. 1 ist unter der Tragfläche 2 eines Flugzeuges ein photographisches Aufnahmegerät. 3 mittels einer lotrechten Drehachse 4 und einer im Flügel fest untergebrachten mechanischen Einstellvorrichtung 5 aufgehängt. Das Aufnahmegerät 3 ist auf ein Fenster 6 des Flugzeugrumpfes 7 gerichtet.
Die Einstellvorrichtung 5 dient dazu, das Aufnahmegerät 3 um die lotrechte Achse 4 zu verschwenken, u. zw. derart, dass das Gerät 3 nacheinander auf verschiedene Fenster 6 des Rumpfes eingestellt werden kann. Zu diesem Zweck ist die Einstellvorrichtung 5 ebenso wie das Aufnahmegerät 3 mit einer Fern- einstell-bzw. Fernauslöseeinrichtung versehen, derart, dass die beiden Geräte vom Rumpf 7 aus bedient werden können. Die Einstelleinrichtung 5 besteht beispielsweise aus einem auf der Achse 4 befestigten Klinkenrad und einer vom Rumpf 7 aus mittels Bowdenzuges antreibbaren in das Klinkenrad eingreifenden Klinke.
Das Aufnahmegerät 3 kann dann vor dem Flug auf das vorderste Fenster 6 eingestellt sein und nach Ausführung einer Aufnahme nacheinander auf die hinteren Fenster eingestellt werden, dann um annähernd 3600 durch Weiterklinken geschwenkt werden, so dass es wieder auf das erste Fenster 6 gerichtet ist. Die Fernauslösung des Gerätes 3 und die Klinkeinrichtung zur Einstelleinrichtung 5 können dabei durch einen einzigen Bowdenzug oder auf elektrischem Wege durch einen Druckknopf angetrieben werden, u. zw. derart, dass bei Betätigung dieses Druckknopfes zuerst das Aufnahmegerät ausgelöst und die Aufnahme gemacht und dann anschliessend selbsttätig das Aufnahmegerät 3 auf das nächste Fenster 6 eingestellt wird.
Im Blickfeld 8 des Aufnahmegerätes 3 ist unter der Tragfläche ein Spiegel 9 (z. B. eine polierte Silberplatte) angebracht, in welchem vom Aufnahmegerät aus die nach unten gerichteten Zifferblätter 10 von in der Tragfläche 2 untergebrachten Instrumenten 11 sichtbar sind, so dass diese gleichzeitig mit dem auf dem Sitz 12 sitzenden und durch das Fenster 6 sichtbaren Fluggast photographiert werden, u. zw. im vergrösserten Massstabe im Verhältnis zum Fluggast. Der Spiegel 9 nebst den Instrumenten 11 ist zweckmässig in einem Schlitz der Tragfläche auf einem Schlitten verschiebbar angebracht, damit beim Verstellen des Aufnahmegerätes 3 der Spiegel nebst den Instrumenten in das neue Blickfeld gebracht werden kann.
Die Verschiebeeinrichtung ist zweckmässig zwangläufig mit der Einstelleinrichtung 5 verbunden, u. zw. derart, dass bei etwa notwendigem vollständigem Wenden des Gerätes 3 um annähernd 3600 der Schlitten ausgeklinkt und unter Federwirkung in die vordere Ausgangslage zuriickgeschoben wird.
Die Einstelleinrichtung 5 kann vorteilhaft auch derart ausgebildet sein, dass das Aufnahmegerät 3 gemeinsam mit dem Schlitten des Spiegels 4 zurückbewegt werden kann, z. B. mit Hilfe zweier Bowdenzüge und Klinkeinrichtungen. Das Aufnahmegerät 3 ist zweckmässig stromlinienförmig oder annähernd in Form eines Eies verkleidet, so dass es wenig Luftwiderstand bietet.
Statt des Spiegels 9 und-der Instrumente 11 können auch ähnliche Instrumente, jedoch zweckmässig mit grösseren Zifferblättern von aussen sichtbar in der Wandung 12 des Rumpfes in einem zweckmässig versetzbaren Kasten 13 untergebracht sein (in Fig. 1 gestrichelt gezeichnet). Statt dessen kann auch das Bild des Instrumentenbrettes des Führers mit Hilfe von Spiegeln an die Stelle des Kastens 1. 3 übertragen werden. Das Aufnahmegerät 3 kann ferner auch in der Tragfläche mit nach unten gerichtetem Objektiv untergebracht sein und über einen zweckmässig verstellbaren Spiegel 14 unterhalb der Tragfläche die Aufnahme bewirken ; hiedurch wird der Luftwiderstand verringert.
Nach Fig. 2 ist das Aufnahmegerät 3 im Führerstand mit nach hinten gerichtetem Blickfeld untergebracht, und das Bild des Instrumentenbrettes 15 wird über Spiegel 16 und 17 in das Blickfeld 8 des
Gerätes 3 übertragen, so dass das Bild der Instrumente oberhalb der Fluggäste im Bild erscheint. Statt der Spiegelvorrichtung 16, 17 kann auch ein besonderer Instrumentenkasten 1. 3 etwa an der Stelle des
Spiegels 17 angeordnet sein oder an der Hinterwand 18 der Kabine angeordnet sein. Ein solcher Instru- mentenkasten 13 kann auch mit Stativ versehen und jeweils hinter einem Sitz 12 aufstellbar sein.
Das durch das Gerät 3 aufgenommene Bild zeigt also den oder die Fluggäste und darüber das
Bild der Instrumente, wie in Fig. 3 gezeigt ist. Die Instrumente bestehen beispielsweise aus einer Uhr nebst einem vor dem Flug einstellbaren Datumanzeiger und einem Nummernanzeiger (Zählwerk), der beispielsweise die Flugnummer angibt. Statt der Flugnummer kann aber auch die Flugurkundennummer eingestellt sein, und dann ist dieser Nummernanzeiger zweckmässig ebenfalls mit einer Ferneinstellein- richtung versehen, so dass er bei jeder neuen Aufnahme weitergeschaltet werden kann. Die übrigen
Instrumente zeigen beispielsweise Geschwindigkeit, Flughöhe, Temperatur und Schräglage des Flug- zeuges an.
Gemäss Fig. 3 ist das Flugurkundenformblatt 18 unmittelbar mit einer photographischen Schicht 19 versehen, auf die das aufgenommene Bild übertragen wird. Die Flugurkunde gibt somit auf der photo- graphischen Schicht das Bild des Fluggastes und der Instrumente mit allen wünschenswerten Flugdaten
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minuten, das Aufnahmegerät selbsttätig auslöst und gegebenenfalls nebst den mit aufzunehmenden Instrumenten und Spiegeln auf ein neues Aufnahmeobjekt einstellt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Herstellung von Flugurkunden, dadurch gekennzeichnet, dass im Blickfeld eines am oder im Flügel angebrachten photographischen Aufnahmegerätes, welches vom Flugzeugrumpf aus einstellbar ist, Geräte zur Anzeige von Flugdaten vorgesehen sind bzw. dass Spiegel vorgesehen sind, die das Instrumentenbrett des Führerstandes in das Blickfeld des Aufnahmegerätes übertragen.