<Desc/Clms Page number 1>
Röhrengenerator.
Die Erfindung bezweckt einen Röhrengenerator zu schaffen, bei dem Frequenzänderungen auch bei Belastungsänderungen unter allen Umständen vermieden werden. Diese Aufgabe besteht besonders dann, wenn ein sehrfrequenzkonstantes Arbeiten, auch ohne die Anwendung von mechanisch schwingenden Steuerungsmitteln, wie Quarzen od. dgl., gefordert wird. Diese Forderung tritt neuerdings immer mehr auf, da der Quarz nur das Arbeiten mit einer bestimmten Welle gestattet, während ein Bedürfnis besteht, wahlweise mit beliebigen Wellen arbeiten zu können.
Die Erfindung findet bei Röhrengeneratoren Anwendung, die mit Steuer-und Hauptsenderarbeiten, und wird nachstehend näher erläutert.
In der Zeichnung ist der Steuersender mit Rl und der Hauptsender mit bezeichnet. Der Steuersender arbeitet in an sich bekannter Weise selbsterregt. Zwischen Anode und Gitter liegt ein aus dem Anzapfkondensator Cl und der Selbstinduktion Li gebildeter Schwingungskreis. Bei den bisher gebräuchlichen Anordnungen wurde das Gitter durch die gestrichelte Leitung an eine passende Anzapfung des Kondensators Cl angeschlossen. Es ergab sich also eine kapazitive Spannungsteilerschaltung zur Erzielung der Rückkopplung. Der Kondensator Cl ist an einem geeigneten Punkt E geerdet.
Ausserdem ist an den Kondensator Cl der Hauptsender B angeschlossen. R ist ausserdem über einen einstellbaren Kondensator Ns des Senders R2 in bekannter Weise von der Anode aus neutralisiert.
Bei dieser gebräuchlichen Anordnung treten folgende Nachteile auf, die am einfachsten an Hand
EMI1.1
sender zurückzuführen ist, welche durch die Verstimmung des Hauptsenders entstehen und welche gleichzeitig die Phase der Rückkopplungsspannung und damit die Frequenz ändern.
Es wird daher der Erfindung gemäss vorgeschlagen, die Kopplung zwischen Steuer-und Hauptsender kapazitiv, die Rückkopplung des Steuersenders dagegen induktiv auszubilden, so dass dem Gitter des Steuersenders als Steuerspannung lediglich eine um 1800 gegenüber der Anodenwechselspannung phasenverschobene Spannung im ungetasteten und getasteten Zustand zugeführt wird. Der Steuersender ist dabei neutralisiert und die Ankopplung des Hauptsenders an den Steuersender wird so vorgenommen, dass in der Rückkopplungsspule im belasteten und unbelasteten Zustand die gleiche Rückkopplungsspannung erzeugt wird.
An sich ist die Neutralisation von Stufen hinter dem Steuersender bekannt, jedoch ist es noch nicht bekannt, einen Steuersender zu neutralisieren, denn durch die Neutralisation kann er an sich nicht schwingen. Das Schwingen wird lediglich durch die induktive Rückkopplung erreicht.
Zur Durchführung des Erfindungsgedankens ist der Steuersender nicht, wie gestrichelt gezeichnete kapazitiv rückgekoppelt, sondern über L induktiv. Ausserdem ist der Kondensator Nl vorgesehen, der nach Art eines Neutro-Kondensators (man könnte es vielleicht auch als Kompensation auffassen) geschaltet ist und die Aufgabe hat, phasenverschobene Ströme zu kompensieren.
<Desc/Clms Page number 2>
Unter Zugrundelegung des bisherigen Zustandes (gestrichelt gezogene Verbindung bei fehlendem La und N1) ergibt sich folgendes :
Ist der Hauptsender nicht getastet und einwandfrei neutralisiert, so kann die Frequenz des Steuersenders naturgemäss durch den Hauptsender nicht beeinflusst sein. Wird der Hauptsender jedoch getastet d. h. verstimmt, so fliessen kapazitive Ströme 1, 2 über die Gitterleitung, bzw. Kathodenleitung, die sich verschieden aufteilen. 1 spaltet sich in einen Teil 3 nach Erde und einen Teil 4, während 2 wegen des geringeren Widerstandes im wesentlichen nach Erde abfliesst. Im Kondensator 01fliesst vom Steuersender her im bestimmten Augenblick ebenfalls ein Strom, der mit 5 bezeichnet ist. Es ist angenommen, dass die Ströme alle gleichphasig sind.
Es ist schon unter dieser Voraussetzung einzusehen, dass durch das Vorhandensein der Ströme 1 und 2 die im Gitter-des Steuersenders liegende Rückkopplungsspannung ge- ändert wird, denn im Kondensator 01 addieren sich teilweise die Ströme, z. B. 3 und 5, während sie sich teilweise subtrahieren, z. B. 4 und 5 oder und 5. Dies bedingt, dass die am Punkt S abgenommene Rückkopplungsspannung ; die letzten Endes die Frequenz des Steuersenders bestimmt, abhängig ist von dem Strom 1 und 2, d. h. vom Arbeitszustand des Hauptsenders.
Darüber hinaus treten aber auch noch Phasendrehungen auf, denn parallel zu 01 liegt die Selbstinduktion L1 und der Strom 4 fliesst nicht nur über die innere Röhrenkapazität von i, sondern zum Teil über die Selbstinduktionsspule L1, die für diesen Strom parallel zur inneren Röhrenkapazität liegt.
Die geschilderten Nachteile können dadurch vermieden werden, dass, wie schon angegeben, der Erfindung gemäss die Rückkopplung nicht kapazitiv, sondern rein induktiv geschieht, z. B. mittels der Spule L2. Dadurch, dass der Steuersender neutralisiert ist, d. h. in einer Brückenanordnung liegt, können die kapazitiven Ströme auf ihn keinen Einfluss ausüben, unter der Voraussetzung, dass die Beeinflussung symmetrisch erfolgt, d. h. z. B. der kapazitive Strom 1 und 2 darf in der Brücken-Diagonale, d. h. in der Induktivität Li, keinen Spannungsabfall hervorrufen. Es ist leicht einzusehen, dass dies ohne weiteres zu erreichen ist, denn die Neutralisation schafft eine im Gleichgewicht befindliche Brücke, gleichgültig, von welcher Seite die Ströme der Brücke zugeführt werden.
Es bleibt also an der Spule L1 nur eine rein induktive Spannung, die dem Gitter der Röhre Rl über L2 phasenrichtig zugeführt wird, d. h. es tritt immer eine phasengetreue Rückkopplung auf, gleichgültig, ob der Hauptsender belastet ist oder nicht.
Wie durch Versuche bewiesen werden konnte, ist es möglich, auf diese Art die geschilderten Nachteile zu vermeiden und mit geringer Stufenzahl auszukommen. Es lassen sich selbstverständlich auch noch andere Massnahmen denken, durch welche dafür gesorgt wird, dass die Rückkopplung des Steuersenders oder des Röhrengenerators im allgemeinen lediglich durch eine einzige, um 180'phasenverschobene Spannung bewirkt wird und die übrigen Spannungseinflüsse, die durch das Belasten oder Entlasten auftreten, kompensiert werden.