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Einrichtung zur Erregung von Leuchtröhren.
Man kennt verschiedene Einrichtungen zur Erregung von Leuchtröhren, insbesondere zur Überwachung des Zustandes eines hoehspannungsführenden Leiters und zur Anzeige der Nähe einer Über- landleitung (nächtliche Kennzeichnung usw. ).
Die Erregung der Leuchtröhren kann dadurch erzielt werden, indem man eine der Elektroden der Leuchtröhre an den Leiter mit hoher Spannung anschliesst, während die andere Elektrode frei endigt, wobei aber das Experiment und die Überlegung zeigen, dass der auf diese Weise erhaltene Leuchteffekt zu schwach ist, wenn es sich um die nächtliche Kenntlichmachung handelt, d. h. darum, in der Nacht die Gegenwart einer Hochspannungsleitung in gewisser Entfernung befindlichen Flugzeugen anzuzeigen. Durch die Anschaltung der freien Elektrode an einen mit Spitzen versehenen metallischen Körper, um auf diese Weise die Abströmung der Elektrizität von der Oberfläche des genannten Körpers beträchtlich zu vergrössern, wird der Leuchteffekt merkbar verstärkt. Derartige Einrichtungen zeigen aber im praktischen Betriebe folgende beträchtliche Missstände :
1.
Das Verlustorgan bietet dem Winde einen verhältnismässig beträchtlichen Widerstand, welcher das gute mechanische Verhalten einer Überlandleitung beeinträchtigen und sogar Kurzschlüsse bei übermässigen Schwingungen herbeiführen kann.
2. Die Spitzen dieses Verlustorganes sind infolge Oxydation einer Abnutzung ausgesetzt, welche das richtige Arbeiten nach einer gewissen Gebrauchsdauer beeinträchtigen kann.
3. Das Vorhandensein eines solchen Organes begünstigt in starkem Masse das Hervorrufen von gedämpften Wellen, welche die benachbarten Empfangsstationen für drahtlose Telegraphie beträchtlich stören können.
Zweck der Erfindung ist es, diese Nachteile zu beseitigen, u. zw. wird zu diesem Zweck eine Einrichtung zur Erregung der Leuchtröhren angewendet, welche auf bestimmten Eigenschaften des elektrostatischen Feldes beruht, das rings um den Hoehspannungsleiter geschaffen wird, wobei aber ein jeder Ausstrahler oder jedes gleichwertige Organ in Fortfall kommt.
Einige Ausführungsformen des Gegenstandes der Erfindung sind beispielsweise schematisch in den Fig. 1 und 2 dargestellt, ohne dass die Erfindung auf diese Ausführungsformen begrenzt bleibt.
Bei der Anordnung nach Fig. 1 gehört ein Leiter 1 beispielsweise zu einer Überlandleitung deren, nächtliche Bezeichnung man sichern will. Zu diesem Zweck ordnet man gemäss der Erfindung parallel zu dieser Linie eine Hilfslinie 2 an, deren Abstand von dem Hauptleiter 1 im allgemeinen einige Zentimeter oder Dezimeter beträgt und deren Länge der Spannung der Linie und der Grösse der gewünschten Wirkung entspricht. An die Mitte 3 dieser Hilfslinie, welche von dem Hauptleiter durch Isolatoren 6 isoliert ist, ist eine der Elektroden einer Leuchtröhre 4 angeschlossen. Diese Röhre kann irgendeine beliebige Form besitzen, sie könnte beispielsweise in an sieh bekannter Weise schraubenförmig, sinuslinienförmig oder zickzackförmig angeordnet sein, um die grösstmögliche Länge bei geringem Raumbedarf zu erhalten.
Wenn man die andere Elektrode mit dem Hauptleiter 1 verbindet, so stellt man fest, dass die Röhre 4 stark leuchtet, wenn die verschiedenen Installationsteile entsprechend gewählt worden sind. Es ist bereits möglich, eine annehmbare Wirkung zu erreichen, wenn der Abstand zwischen den Leitern 1 und 2 von der Grössenordnung eines Zentimeters ist. Entsprechend der Theorie wächst diese Wirkung immer langsamer mit dem vorhandenen Abstand.
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Es ist zu beachten, dass die isolierenden Abstandhalter 5 nur einen verhältnismässig geringen Spannungsabfall aufzunehmen haben, dessen Grösse dem für ein gutes Arbeiten der benutzten Röhre erforderlichen Werte entspricht. Die üblichen Vorsichtsmassregeln gegen die Kondensation und das etwaige Herabrieseln des Wassers können getroffen werden. Solche Zufälle können aber lediglich die Erzielung der Leuchtwirkung beeinträchtigen, ohne dass die Isolierung der Hauptlinie dadurch gefährdet wird.
Die Anschlussstelle 3 braucht nicht in der Mitte der Hilfslinie 2 zu liegen, doch wird man vorzugsweise diese Lage wählen, weil dadurch die Ausstrahlung der durch die Entladung in der Röhre 4 hervorgerufenen Störungswellen auf das Geringstmass zurückgeführt wird. In dieser Hinsicht bietet die den Erfindungsgegenstand bildende Einrichtung einen wesentlichen Vorteil gegenüber den Einrichtungen, welche Ausstrahler benutzen, die Antennen mit sehr starker Strahlung bilden.
Eine andere Ausführungsform des Anmeldegegenstandes ist in Fig. 2 wiedergegeben, u. zw. werden bei dieser Ausführungsform zwei Röhren 4a und 4b benutzt, von denen je eine Elektrode mit dem Hauptleiter 1 verbunden ist, während die andern Elektroden durch die Hilfslinie 2 miteinander verbunden sind, deren Länge der Spannung der Linie, der Bauart der Röhren, der angestrebten Wirkung und den sonstigen Bedingungen entspricht. Die Wirkungsweise dieser besonderen Bauart mit untereinander verbundenen Röhren unterscheidet sich nicht wesentlich von der Wirkungsweise der Bauart nach Fig. 1 und 2 und besitzt gleichartige Vorteile hinsichtlich der Verminderung jeder Strahlung von Störungswellen.
Die Hilfslinien und Röhren sind vorzugsweise so angeordnet, dass sie gleichzeitig als Schwingungdämpfer wirken und die mechanischen Schwingungen der Hochspannungslinie abschwächen. Zu diesem Zweck werden das Gewicht und das Trägheitsmoment der die Elektrode tragenden Hilfslinien entsprechend der angestrebten Dämpfungswirkung gewählt.
Die Erfindung umfasst zahlreiche Ausführungsmöglichkeiten. Insbesondere muss die Hilfsleitung 2 nicht unbedingt parallel zur Hauptlinie 1 liegen. Ferner können die Röhren mit inneren oder äusseren Elektroden versehen sein. Schliesslich könnte man in die Verbindungsleitungen zwischen den Elektroden und den Linien 1 und 2 Widerstände einfügen, die dazu bestimmt sind, die Hochfrequenzschwingungen zu dämpfen, welche durch das Arbeiten der Röhren hervorgerufen werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Erregung von Leuchtröhren nahe einem Hochspannungsgitter (Überlandleitungen u. dgl.), dadurch gekennzeichnet, dass von den Elektroden der Röhre die eine an den Hochspannungsleiter und die andere an eine Hilfsleitung angeschlossen ist, welche in unmittelbarer Nähe des Hochspannungsleiters von diesem isoliert angeordnet ist.