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Einrichtung zum Schöpfen geschmolzenen Glases aus einer drehbaren Wanne.
Es sind Einrichtungen an Glasöfen bekannt, bei welchen das Schöpfen des geschmolzenen Glases durch Eintauchen der Vorformen erfolgt. Diese Einrichtungen werden zwecks ständiger Erneuerung des Glases von Wannen gebildet, welche vom Hauptofen gespeist werden und denen eine ständige Drehbewegung erteilt wird.
Das Patent Nr. 141598 betrifft insbesondere Drehwannen, die mit Maschinen zusammenarbeiten, deren Vorformen im Augenblick des Schöpfens stillstehen.
In diesem Patent sind die Mittel für die Erneuerung und die genügende Erwärmung des in den Schöpfbereich gebrachten Glases beschrieben, wobei die Wanne kleine Abmessungen aufweist, die für das Zusammenarbeiten mit Maschinen mit aussetzender Bewegung genügen.
Bisher wurde den mit Maschinen mit aussetzender Bewegung zusammenarbeitenden Wannen eine ständige Drehbewegung erteilt.
Die Fig. 1 und 2 der Zeichnung zeigen schematisch die Arbeitsweise dieser Einrichtungen.
Aus der sich um ihre Achse, z. B. im Sinne des Pfeiles f, drehenden Wanne C schöpfen nacheinander die Formen M einer sich drehenden Maschine. Während des Sehöpfens stehen die Formen still, während sich die Wanne C weiterdreht.
Beim Eintauchen der Form in die Schöpfstellung bildet sich in der Nähe dieser Form eine kleine Glaszunge T (Fig. 1), die ihren Ursprung an dem im Sinne der Drehung der Wanne hinteren Teil der Form M hat.
Diese Zunge ragt in das geschmolzene Glas, und diese Masse erleidet infolge der Berührung mit der verhältnismässig kalten Schöpfform eine thermische Veränderung, die sich allen angrenzenden Bereichen mitteilt.
Diese erkaltete Zunge, die von jeder stillstehenden Schöpfform in dem in der Wanne befindlichen Glas zurückgelassen wird, erstreckt sich über eine Länge, die dem Winkel a entspricht, um den sich die Wanne während der Dauer des Eintauchens der Form verdreht.
Man erhält daher, wie Fig. 2 zeigt, nachdem die Formen M einige Male in die Wanne eintauchen, die aufeinanderfolgenden Zungen T, T2... T7, T8, die, weggestrichen und erkaltet, sich schliesslich übergreifen und im geschmolzenen Glas eine zusammenhängende Zone bilden, die trotz der Zufuhr heissen Glases aus dem Ofen dennoch in gewissem Masse ausgekühlt bleibt.
Die Erfindung bezweckt, diesen Nachteil zu vermeiden und ist in den Fig. 3 und 4 der Zeichnung schematisch dargestellt. Die Erfindung besteht darin,
1. dass der Drehwanne C eine aussetzende Drehbewegung erteilt wird, deren Stillstände im selben Augenblick erfolgen und von gleicher Dauer sind, wie die der Schöpfbecken M.
Infolge der Gleichzeitigkeit des Anhaltens erfolgt das Schöpfen aus stillstehendem Glas, und die abkühlenden Oberfläche Z ist beschränkt auf die mit der stillstehenden Form in Berührung stehende Fläche oder auf die unmittelbar angrenzende kleine Zone ;
2. dass die aussetzende Drehbewegung der Wanne zwangläufig derart erfolgt, dass die Stelle der Wanne aus dem Glas geschöpft wurde, nach einer vollen Umdrehung der Wanne gegenüber dem Schöpfpunkt der Formen versetzt ist, so dass jede durch einen Schöpfvorgang abgekühlte Stelle der Glasmasse mehrere Umdrehungen ausführt, bevor sie wieder am Schöpfpunkt zum Stillstand kommt.
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Im Gegensatz hiezu kommt es bei einer Wanne mit ununterbrochener Bewegung gemäss Fig. l und 2 wegen der Annäherung oder dem Übergreifen der Zungen oder Abkühlbereiche vor, dass eine Form in einem Bereich schöpft, der durch die Berührung mit einer Form während des vorhergehenden Umlaufes der Wanne abgekühlt wurde, so dass die Gleichartigkeit des so geschöpften Glases noch mittelmässig sein kann ;
3. dass der Winkel der aussetzenden Drehbewegung der Wanne im Vergleich zum Winkel der aussetzenden Drehbewegung der Schöpfbecken sehr klein ist.
Wenn daher eine bestimmte Schöpfform nach einer Umdrehung der Maschine zur SehopfsteIIe. zurückkommt, hat die Wanne während der Dauer dieser Umdrehung nur einen Teil einer Umdrehung ausgeführt.
Bezeichnet man mit to den Winkel der auszusetzenden Drehbewegung der Wanne, mit 9 den Winkel der aussetzenden Drehbewegung der Schöpfformen und ist das Verhältnis gleich ein Drittel, ein Viertel oder ein Fünftel usw., so bleibt jede Zone, in welcher eine Form geschöpft hat, drei-, vieroder fünfmal so lang im Innern des Ofens, als eine Umdrehung der Maschine dauert. Irgendeine Zone der Masse, die durch einen Schöpfvorgang abgekühlt wurde, bleibt infolgedessen sehr lange in der ofenseitigen Wärmzone, bevor sie wieder in den der Aussenluft ausgesetzten Teil zurückkommt.
Man kann die beiden oben erwähnten Merkmale auch vereinigen. Wenn man gemäss dem obigen Beispiel annimmt, dass eine Zone nach durchgeführtem Schöpfvorgang z. B. drei Umdrehungen macht, bevor sie neuerlich an der Schöpfstelle zum Stillstand kommt, so entspricht der Zeitabschnitt, der die beiden Schöpfvorgänge in derselben Zone trennt, 3x3= 9mal oder 3 x'4 = 12mal oder 3 x 5 = 15mal der Dauer einer Umdrehung der Maschine.-
Man kann daher eine Wanne von sehr kleinem Durchmesser verwenden, weil die Wiedererwärmung einer abgekühlten Zone während sehr langer Zeit fortgesetzt wird, bevor diese Zone an der Schöpfstelle wieder in Berührung mit einer Schöpfform kommt.
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zone beim jedesmaligen Stillstand der Wanne G bezeichnet.
Wie man sieht, kommt nach dem Haltepunkt Z28 jene Zone, aus welcher bei Beginn der Umdrehung geschöpft wurde, zum Haltepunkt Z, der gegenüber der Schöpfstelle versetzt liegt und wo infolgedessen kein Schöpfvorgang stattfindet. Die Form, welche in diesem Augenblick zur Schöpfstelle gelangt, trifft daher auf nicht abgekühltes Glas.
Ausserdem sieht man, dass die Wanne, wenn die Maschine eine volle Umdrehung (sechsmaliges Anhalten der Formen M) gemacht hat, nur einen Teil einer Umdrehung ausgeführt hat, so dass der abgekühlten Zone eine längere Wiedererwärmung zuteil wird, bevor sie in den schmalen offenen Abschnitt zurückkommt.
Die sich mit aussetzender Bewegung drehende Wanne erfüllt daher vollständig alle notwendigen Bedingungen für das Schöpfen eines Glases von wünschenswerter thermischer Gleichartigkeit, weil einerseits die Abkühlung, welche das Glas erfährt, auf die Schöpfstelle beschränkt ist und anderseits wegen der Möglichkeit, den Vorgang der Wiedererwärmung auf eine lange Zeitdauer, praktisch auf mehrere Umdrehungen der Wanne, zu erstrecken.
Die Arbeitsbedingungen werden begünstigt durch die Tatsache, dass bei Maschinen mit aussetzender Bewegung der offene Abschnitt im Vergleich zum Abschnitt für die Wiedererwärmung sehr kurz sein kann. Die Drehwanne mit aussetzender Bewegung kann übrigens auch mit Einrichtungen (Abflussschornstein und Wiedererwärmungskammer) gemäss Patent Nr. 141598 versehen sein. Ebenso kann sie in eine Vertiefung im Innern des Ofens, z. B. in eine Nische der Ofenwand, eingebaut sein.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Schöpfen geschmolzenen Glases aus einer drehbaren Wanne mittels Formen einer Maschine, deren Schöpfformen im Augenblick des Schöpfens stillstehen, dadurch gekennzeichnet, dass der Wanne eine aussetzende Drehbewegung erteilt wird, deren Bewegung-und Stillstandszeiten mit denen der Maschine zusammenfallen.