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Aus einem Grundfaden und Kettenfäden gestrickte Ware und Maschine zum Stricken der Ware.
Die Erfindung bezieht sich auf fallmaschensichere Strickware, wie Strümpfe, Socken u. dgl., insbesondere auf einer Rundstrickmaschine aus einem Grundfaden und Kettenfäden hergestellte Waren.
Bei solchen Waren liegen die Kettenfäden auf dem Grundfaden an der Warenvorderseite auf (s. z. B. die österr. Patentschrift Nr. 136866), so dass die Waren anders aussehen als gewöhnliche Strickware.
Gemäss der Erfindung hingegen liegen in der ganzen Ware oder in deren grösstem Teil die Kettenfäden auf dem Grundfaden an der Rückseite der Ware auf. Infolgedessen weicht das Aussehen der Ware trotz des Vorhandenseins der Kettenfäden vom Aussehen gewöhnlicher Strickware nicht wesentlich ab. Das Verhältnis des Durchmessers des Grundfadens zu jenem der Kettenfäden ist mindestens gleich 1-4 : 1.
Es wurde gefunden, dass bei diesem Verhältnis die Festigkeit und die Elastizität der aus dem Grundfaden und den Kettenfäden bestehenden Maschenstäbchen der Festigkeit und der Elastizität der zwischen den Maschenstäbchen befindlichen, nur aus den Grundfadenplatinenmaschen bestehenden Warenstreifen annähernd gleichkommt. Das Verhältnis kann bei Kunstseide mit 2 : 1 angesetzt werden. Wenn der Darchmesser mancher Kettenfäden grösser ist als der der andern Kettenfäden, so zeigt die Ware Längsstreifen.
Die Fig. 1 bis 3 der Zeichnungen veranschaulichen, wie die Ware gemäss der Erfindung beispielsweise hergestellt wird. Fig. 4 zeigt die Rückseite der Ware. Fig. 5 zeigt Ungenauigkeiten, die beim Stricken der Ware entstehen können. Die Fig. 6 a und 6 b zeigen die Rückseiten zweier Waren ; gemäss Fig. 6 a plattiert der Kettenfaden den Grundfaden und erscheint an der Vorderseite der Ware, wogegen gemäss Fig. 6 b der Grundfaden vor dem Kettenfaden liegt, dieser also auf der Rückseite der Ware aufseheint. Die Fig. 7,8 und 9 gleichen im Wesen den Fig. 1, 2 und 3, zeigen aber eine Zungennadel statt einer Hakennadel. Die Fig. 10 veranschaulicht die Zuführung der Kettenfäden zu den Nadeln.
Fig. 11 zeigt den Hakenteil der bei der Herstellung der Ware verwendeten Nadel. Fig. 12 zeigt zum Vergleich die meist übliche Gestalt des Nadelhakens. Fig. 13 stellt die Kettenfadenabziehvorrichtung dar. Fig. 14 zeigt den Kettenfadenführerkopf mit der Fadenabziehvorrichtung gemäss Fig. 13. Fig. 15 ist eine Draufsicht zu Fig. 14.
Gemäss den Fig. 1-3 wird ein vom Fadenführer 14 kommender, als schwarzer Faden gezeichneter Kettenfaden 10 um seine Nadel herumgelegt, worauf der als weisser Faden gezeichnete Grundfaden 11 auf die Nadel unter so grosser Spannung aufgelegt wird, dassbeidenfolgenden Striekvorgängen (Fig. 2und3) der Ketten-und der Grundfaden die dargestellten Lagen zueinander einnehmen. Die Kulierplatine ist mit 13 und die Pressschiene zum Schliessen des Nadelhakens mit 15 bezeichnet. Es entsteht die in Fig. 4 dargestellte Ware. In ihr scheinen die Kettenfäden 10 dort, wo sie mit dem Grundfaden 11 zu Strickmaschen geformt sind, an der Rückseite der Ware auf.
Die beschriebene Aufeinanderfolge des Auflegens der Fäden auf die Nadeln ist die bei Rundstrickmaschinen mit Kettenfadenführern übliche. Jedoch kann auch zuerst der Grundfaden 11 auf die Nadeln aufgebracht und können erst hierauf diese mit den Kettenfäden 10 umlegt werden.
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Kulierplatine und mit 14 der Fadenführer bezeichnet.
In der Ware behalten der Grundfaden und die Kettenfäden ihre gegenseitige Lage im allgemeinen bei, obwohl manchmal eine Neigung zur Umkehrung dieser Lage zu merken ist. Fig. 5 zeigt das mikroskopische Bild der Ware. Das Masehenstäbchen A ist von der Vorderseite, das Maschenstäbchen B
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von der Rückseite gezeigt. An den Stellen 12 hat sich die Kettenfadenschleife etwas verschoben, statt gänzlich hinter der Grundfadenschleifeliegen zu bleiben. Die Rückseite der Ware sieht gerippt aus (Fig. 4), wogegen die Vorderseite glatt erscheint.
Fig. 6 lässt einen Vergleich zwischen der gemäss der Erfindung gestrickten Ware b und einer Ware a ziehen, bei welcher die Lage des Grundfadens und der Kettenfäden umgekehrt zu jener der Ware b ist.
Die dargestellten Seiten beider Waren sind die Rückseiten. Bei der Ware b liegt der Scheitel jeder Grundfadenschleife 20 zwischen der zugehörigen Kettenfadenschleife 21 und dem Schenkel 22 der Kettenfadenmasche. Die Schenkel 22 der Kettenfadenmaschen stehen in unmittelbarer Berührung mit den Platinenschleifen 23. Der Kettenfaden liegt beim Übergang 24 zur nächsten Maschenreihe auf dem Scheitel der Kettenfadenschleife auf. Bei der Ware a hingegen liegt die Kettenfadensehleife 21 zwischen der zugehörigen Grundfadenschleife 20 und dem Schenkel einer Grundfadenmasche. Die Schenkel 22 der Kettenfadenschleife 21 stehen mit den Platinenschleifen 23. nicht in Berührung. Der Kettenfaden liegt bei 24 auf dem Scheitel der Grundfadensehleife 20 auf.
Gemäss der schematischen Fig. 10 sind fünf Kettenfadenführer 14 vorhanden, von welchen jeder einen Kettenfaden 10 einer Nadel zuführt. Mit 11 ist der Grundfaden bezeichnet. Die Nadel am rechten Ende der Fig. 10 ist in der Stellung veranschaulicht, in der sie soeben mit einem Kettenfaden 10 umlegt wurde und bereit ist, den Grundfaden 11 zu fassen. Die Spannung des Kettenfadens 10 ist soeben in der später beschriebenen Weise nachgelassen worden. Die Wirkung dieses Nachlassens ist, dass der Kettenfaden 10. sich ausbaucht. Der Grundfaden II steht unter Spannung. Daraus folgt, dass der Kettenfaden 10 bestrebt ist, im Nadelhaken gegen vorn und oben zu wandern (Fig. l1) und dadurch jene Stellung zum Grundfaden 11 einzunehmen, die nötig ist, um den Grundfaden zur Vorderseite der Ware zu schaffen.
Die Fig. 14 und 15 zeigen einen Kettenfadenführerkopf, der ein Nutenbett 124 enthält, in welchem die Fadenführer 114 in radialer Richtung verschiebbar sind. Die Fadenführer haben abwärts gerichtete Ansätze, in welchen die Augen zum Führen der Fäden vorgesehen sind. Jeder Fadenführer führt den Faden zu der ihm zugeordneten Nadel 112. Die Fadenführer 114 gemäss den Fig. 13-15 entsprechen den Fadenführer 14 in den Fig. 1-3 und 7-11. Das Fadenführerschloss läuft in der Richtung der Pfeile in den Fig. 13 und 15 um. Während dieses Umlaufen stösst der Nocken 35 die Fadenführer 114 nacheinander nach aussen, u. zw. von den Rückseiten zu den Vorderseiten der Nadeln.
Sodann trifft auf die Fadenführer 114 ein Biegenocken 36 auf, welcher den Vorderteil jedes Fadenführers über die Vorderseite der zugeordneten Nadel hinwegbewegt, worauf der Rückstossnocken 37 den Fadenführer zurückstösst. Der so bewegte Fadenführer legt seinen Faden in der üblichen Weise um die ihm zugeordnete Nadel.
Das an dem Fadenführerschloss befestigte Fadenabziehorgan 38 ist kurvenförmig, kommt mit den Kettenfäden in Berührung und zieht dabei von den Vorratsspulen Fadenlängen ab, die für das Umlegen um die Nadeln ausreichen ; dieses Abziehen der Fäden findet etwas vor den Bewegungen des zugehörigen Fadenführers statt. Das Fadenführersohloss ist mit einem zweiten Fadenabziehorgan 34 ausgestattet, das für jede Nadel ein für die Maschenbildung ausreichendes Fadenstück abzieht. Durch die Fadenabziehorgane 38, 34 werden also die Fadenführer davon entlastet, die notwendigen Fadenlängen selbst abzuziehen. Da die Fadenführer dünne Blechstreifen sind und daher leicht verbogen werden können, ist ihre Entlastung zweckmässig.
Der Nadelhebenocken 115 ist in den Fig. 13 und 14 in seiner relativen Lage zum Fadenabziehorgan 34 veranschaulicht. Aus der Fig. 13 wird klar, dass die Fäden vom Fadenabziehorgan 34 in der Stellung 116 freigegeben werden. Wie in dieser Figur strichpunktiert angedeutet ist, kann das Faden-
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halb enger Grenzen im Winkel verstellt werden, um es in die richtige Lage zum Nocken 115 bringen zu können. Wenn das Fadenabziehorgan 34 den Kettenfaden freigibt, kann er sich infolge des Nachlassens der Spannung ausbauchen (Fig. 10).
Ausser durch Spannungsverminderung des Kettenfadens kann seine Lage an der Rückseite des Grundfadens durch die Verwendung der in Fig. 11 dargestellten Nadel unterstützt werden. Der obere Teil des Nadelhakens ist bei 30 nach vorne schräg, so dass am Hakenscheitel eine scharfe Krümmung vorhanden ist. Beim Herabziehen der Nadel legt sich der Kettenfaden 10 in diese Krümmung, wogegen der Grundfaden 11 wegen seiner Spannung vom Hakenscheitel weg abwärts gezogen wird.
Die Ware nach der Erfindung hat praktisch das gleiche Aussehen wie gewöhnliche Strickware.
Die Elastizität der Ware ist im Vergleich zu auf der Vorderseite plattierter Ware eine höhere, weil die Kettenfäden eine geringere Spannung haben. Die geringere Spannung vermindert auch die Gefahr des Reissens der Kettenfäden.
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