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Einrichtung bei Beftexempfängern.
Bei geradlinig aufgebauten Hochfrequenzverstärkern mit nachfolgender verstärkungsloser Demodulation durch eine Diode oder einen Hochfrequenztrockengleichriehter ist es unmöglich, den am
Gleichrichter liegenden Schwingungskreis, der den Anodenkreis der letzten Hochfrequenzverstärker- röhre bildet, in normaler Weise rückzukoppeln, wie dies bei einem mit Verstärkung arbeitenden Demodulator (Audion oder Riehtverstärkerröhre) möglich ist.
Bei mehrstufigen Hochfrequenzverstärkerstufen kann man auf die Rückkopplung zur Erhöhung der Verstärkung und der Trennschärfe verzichten. Bei Überlagerungsempfängern trifft dies in gleicher Weise zu. Überdies ist bei dieser Empfängertype auch ohne Rückkopplung ein hoher Resonanzwiderstand des letzten Schwingungskreises zu erhalten.
Besonders nachteilig wirkt sich die Unmöglichkeit einer Rückkopplung auf den Anodenkreis jedoch bei kleinen Empfängern mit einer Hochfrequenzstufe und verstärkungsloser Demodulation, insbesondere bei Reflexempfängern aus, bei denen die Hochfrequenzröhre gleichzeitig auch zur Verstärkung der Niederfrequenz benutzt wird und die Gleichrichtung durch eine Diode oder einen Hochfrequenztrockengleichrichter vorgenommen wird. Bei dieser Empfängertype, die normalerweise mit zwei abgestimmten Kreisen ausgeführt wird, ist eine genügende Resonanzsehärfe des Anodenkreises und auch des im Gitterkreis der Röhre liegenden Abstimmkreises von ausschlaggebendem Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und die Selektivität des Apparates.
Ohne die Einführung einer künstlichen Entdämpfung liegen die Dämpfungen beider Abstimmkreise weit über dem Wert, der aus akustischen Gründen zulässig wäre. Die Folge davon ist, dass man bei dieser Apparattype ohne künstliche Entdämpfung bei weitem nicht eine theoretisch mögliche Leistung und Trennungssehärfe erzielen kann. Vor allem ist selbst bei verlustärmster Ausführung der beiden Schwingungskreise die natürliche Dämpfung bei dem vorwiegend in BetrachtkommendenFrequenzbereichvon500 bis 1500 Kilohertz relativhoeh. Ausserdemerfährt der erste Kreis durch die Ankopplung der Antenne, der zweite Kreis durch den parallel liegenden Röhrenwiderstand und durch den auf ihn übertragenen Dämpfungswiderstand des Demodulators eine zusätzliche Dämpfung.
Zur teilweisen Behebung dieses Mangels wurden bisher zwei Wege beschritten. Der erste bestand darin, im Hochfrequenzverstärker eine innere Rückkopplung zu belassen. Der Grad der Rüekkopplung ist aber bei dieser Methode sehr schwer exakt auf den richtigen Wert zu bringen und lässt sich nicht in einfacher Weise regulieren. Ausserdem besitzt diese Art der Rückkopplung eine starke Frequenzabhängigkeit, die zur Folge hat, dass man sie nur für eine bestimmte Frequenz richtig einstellen kann und dass sie für die andern Frequenzen des Abstimmbereiches einen bedeutend kleineren Wert hat, als dies zulässig und erwünscht wäre.
Der zweite Weg besteht in der Anwendung einer Rückkopplung auf den ersten Kreis durch einen vom Schirmgitter der Hochfrequenzröhre abgezweigten Rückkopplungskreis. Eine derartig ausgeführte Rückkopplung lässt sich zwar leicht regelbar ausbilden, wirkt aber nur auf den ersten Schwingungskreis.
Die vorliegende Erfindung vereinigt nun die Vorteile beider Möglichkeiten, ohne ihre Nachteile zu besitzen. Durch Einführen einer sehr kleinen regelbaren Kapazität zwischen zwei hochfrequenzspannungführenden Punkten des Gitter-bzw. Anodenkreises lässt sich eine auf beide Kreise wirkende Entdämpfung erreichen, die in einfachster Weise veränderlich gestaltet werden kann.
Es ist zwar bekannt, eine ähnliche Schaltung für Sendezwecke (Huth-Kühn-Schaltung) zu benutzen, neu ist aber die Anwendung dieses Rüekkopplungsprinzipes auf den Empfängerbau, insbesondere
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für Reflexstufen, wobei erfindungsgemäss die Kapazität nur so gross gewählt werden darf, dass noch keine Selbsterregung der Schwingungskreise, sondern nur eine Entdämpfung in einem gewünschten Ausmass eintritt. Bei der erwähnten Huth-Kühn-Schaltung bildet die innere Röhrenkapazität zwischen Gitter und Anode den Rückkopplungskondensator. Bei Hoehfrequenzverstärkerschaltungen mit Röhren ohne Schutznetz führt diese Röhrenkapazität zur Selbsterregung und kann in bekannter Weise durch Neutralisierung kompensiert werden.
Es sind auch Schaltungen für Hochfrequenzverstärker bekanntgeworden, bei denen eine regelbare Entdämpfung durch Verändern der zur Neutralisierung dienenden Kapazität erfolgt. Diese Anordnungen, bei denen eine Kapazität zur Kompensation der rückkoppelnden Wirkung der Gitter-Anoden-Kapazität einstellbar ist und nicht, wie bei der beschriebenen Erfindung, eine beabsichtigte Erhöhung der entdämpfenden Kapazität zwischen Gitter-und Anodenkreis vorgesehen ist, seien hiemit vom Schutzumfang dieses Patentes ausdrücklich ausgenommen.
Es sind auch Anordnungen bekannt, Kapazitäten zwischen Gitter und Anode zur Erhöhung der Verstärkung von Niederfrequenzverstärkern zu verwenden. Bei diesen soll die Entdämpfung über ein
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Kreise eine von der zu bevorzugenden Frequenz abweichende Frequenz besitzen sollen.
Im Gegensatz hiezu soll bei der erfindungsgemässen Schaltung die Entdämpfung auf den für eine einzige hohe Frequenz abgestimmten Gitter-und Anodenkreis erfolgen, wobei die Verstärkung dieser Frequenz erhöht werden soll.
Eine gleichmässige Entdämpfung beider Sehwingungskreise nach der beschriebenen Methode lässt sich in einfachster Weise dadurch erzielen, dass man die Dämpfung beider Kreise so gegeneinander abgleicht, dass nicht ein Kreis früher in Selbsterregung kommt, bevor der zweite die gewünschte Entdämpfung erreicht hat. Hiefür ist es im allgemeinen notwendig, den Anodenkreis des Gerätes möglichst verlustarm aufzuführen, um seine zusätzliche Dämpfung durch den Demodulator genügend lose auszubilden, beispielsweise durch eine aperiodische Ankopplung des Modulationskreises mittels einer eigenen Kopplungsspule.
In der Zeichnung ist in Fig. 1 ein Sehaltschema der erfindungsgemässen Einrichtung dargestellt.
Fig. 2 und Fig. 3 zeigen ein praktisches Ausführungsbeispiel für den zur Verwirklichung der Anordnung erforderlichen veränderlichen Kondensator sehr kleiner End-und verschwindend kleiner Anfangs- kapazität ; hiebei ist Fig. 2 eine Draufsicht und Fig. 3 eine Ansicht.
In Fig. 1 stellt 1 z. B. eine in Reflexschaltung arbeitende Sehutznetzröhre (Schirmgitterröhre oder Pentode) dar, 2 und 3 sind die Selbstinduktion und die Kapazität eines Sehwingungskreises im Gitterkreis der Röhre, 4 und 6 Selbstinduktion und Kapazität des mit der Anode der Röhre in Verbindung stehenden zweiten Abstimmkreises. Der eine Anschlusspunkt der Kapazität 6 an den Gitterkreis 2,
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die hoehfrequenzspannungsführenden Beläge (Statoren) der Abstimmkondensatoren 3 und 5. Die im Kreis 4 und 5 auftretende verstärkte Hochfrequenzenergie wird in beliebiger Weise, z.
B. durch einen Hochfrequenz-Trockengleichrichter oder eine Diode 7, gleichgerichtet und die im Richtwiderstand 8 auftretende Niederfrequenzkomponente beispielsweise über einen Niederfrequenztransformator an das Gitter der Röhre rückgeführt. Die im Anodenkreis der Röhre auftretende verstärkte Niederfrequenzenergie kann en einer in Serie mit der Hochfrequenzkopplungsdrossel liegenden Impedanz für Niederfrequenz, z. B. einem Ohmschen Widerstand oder einer Niederfrequenzdrossel, abgenommen und der weiteren Verstärkung zugeführt werden.
In der beispielsweisen Ausführungsform nach Fig. 2 kann dieser Kondensator durch die gegen-
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angeschlossen sind und deren gegenseitiger Abstand veränderlich ist, in einfacher Weise verwirklicht und. auf den richtigen Wert eingestellt werden.
In den Fig. 2 und 3 ist eine beispielsweise Ausführungsform für den veränderlichen Kondensator mit sehr geringer Kapazität angegeben. Das die eine Belegung des Kondensators 6 darstellende Draht- stuck. M ist fix mit dem-Stator 5'desselben verbunden ; dagegen ist das die zweite Belegung darstellende und z. B. mittels eines flexiblen Drahtes 17 mit dem Kondensatorstator verbundene Drahtstück gegen das erstere 13 verschwenkbar, so dass auf diese Weise die Kapazität zwischen beiden Drahtstücken verändert werden kann. Die Verschwenkung kann z. B. mittels eines (nicht dargestellten) Drehknopfes erfolgen, dessen Verdrehung dem Drahtstüek 14 z.
B. mittels Sehnurantrieb über die Rolle 15 und das mit dieser und mit dem Drahtstück festverbundene Verbindungsstück 26 mitgeteilt wird.
Bei der praktischen Ausführung wird man an Stelle des Drahtstückes 13 direkt die Masse des
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eignet sieh besonders gut für diese Schaltung, weil sie die erforderliche geringe Endkapazität von maximal wenigen Zentimetern : mit einer feinfühligen und bequemen Regelbarkeit bei geringster Anfangskapazität von nahezu Null verbindet. Die bekannten Ausführungen von veränderlichen Kondensatoren, wie Drehkondensatoren, Quetschkondensatoren usw., entsprechen keiner der obigen für diese Schaltung notwendigen Anforderungen. Die Erfindung ist somit erst durch die angegebene Konstruktion der Kapazität 6 in verlässlicher und. einfacher Weise in die Praxis übertragbar.