AT143040B - Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafter Zähne mit Zahnzementen. - Google Patents

Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafter Zähne mit Zahnzementen.

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AT143040B
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  Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafte Zähne   mit Zahnzementen.   



   Zur Ausfüllung der Zahnhöhlungen schadhafte Zähne dienen neben metallischen Füllmitteln, z. B. Amalgamen, Zahnzemente, das sind pulverförmige Substanzen anorganischer Natur, welche beim Anrühren mit einer   Anmacheflüssigkeit,   z. B. Phosphorsäure, abbinden und erhärten. Unter diesen Zahnzementen unterscheidet man solehe, die nur für eine zeitweise Ausfüllung bestimmt sind, die ziemlich weich und plastisch bleiben bzw. leicht wieder entfernt werden können, sowie solche, die eine   möglichst   lange Lebensdauer besitzen sollen, hart und fest werden und ohne völlige Zerstörung nicht wieder entfernt werden können.

   Zur letztgenannten Gruppe   gehören   die sogenannten Silikatzemente. durch Schmelzen oder Fällung hergestellt, sowie Phosphatzemente od. dgl. 
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 Zahnzemente der letzteren Art zu verwenden, daneben aber gleichzeitig lösliche Verbindungen organischer Substanzen, welche durch Reaktion mit den Bestandteilen des Zahnzementes unlösliche Verbindungen bilden. 



   Durch die Verwendung der genannten löslichen Verbindungen organischer Substanzen wird ein vollkommen dichter Abschluss der Pulpa nach aussen hin erzielt. Es wird verhindert, dass Bakterien in die Zahnhöhlung einwandern und so schwere Schädigungen der Gesundheit herbeiführen können. Es wird aber gleichzeitig verhindert, dass Bestandteile der Zahnzemente, insbesondere der Zementsäure, auf die Pulpa einwirken und diese zum Absterben veranlassen können.

   Durch den Zusatz   löslicher   Verbindungen organischer Substanzen, welche durch Reaktion mit den Bestandteilen des Zahnzementes unlösliche Verbindungen bilden, wird aber gleichzeitig auch der Zahnzement selbst vor Angriffen aus dem Zahnbein geschützt, die Dichte und Widerstandsfähigkeit gegen   die Mundflüssigkeit und   in den Speisen enthaltene Stoffe erhöht sowie ferner die Festigkeit, insbesondere Kantenfestigkeit und Haftfähigkeit, des Zementes an den Zähnen beträchtlich erhöht. 



   Lösliche Verbindungen organischer Substanzen, welche für diesen Zweck in Frage kommen, sind beispielsweise lösliche Salze höherer   Fettsäuren, Mineralsäureester   oder Alkoholate hochmolekularer aliphatischer Alkohole. Im einzelnen sind zu nennen : Alkaliseifen der Stearin-,   Olein-,   Palimitinsäure, Schwefelsäure-,   Salzsäure.   Salpetersäure-, Phosphorsäure-Ester von solchen höheren Alkoholen, die von Natur in festem Zustande vorliegen, z. B. dem Cetylalkohol. Ganz besonders geeignet sind bekanntlich Säurederivate höherer Fettsäuren, z. B. sulfoniertes Rizinusöl, bzw. deren Alkalverbindungen. 



   Gemäss der Erfindung wird nun wie folgt gearbeitet :
Die lösliche Verbindung organischer Substanzen wird in Form einer Lösung, z. B. in leicht flüchtigen Lösungsmitteln (Alkohol u. dgl.), zunächst in die Zahnhöhlung eingebracht, nachdem diese vorher ausgewaschen und sorgfältig getrocknet wurde, die Zahnhöhlung wird also z. B. mit einer solchen Lösung bestrichen. Dann wird Zahnzement, z. B. Silikatzement, mit der Anmacheflüssigkeit angemacht und diese pastenartige Mischung in die Höhle eingebracht. Das Abbinden und Erhärten des Zahnzementes erfolgt in üblicher Weise. 



   Ferner ist es auch   möglich,   zum Auskleiden der Zahnhöhlung eine Lösung bzw.   Aufschlämmung   zu benutzen, welche neben der löslichen Verbindung organischer Substanzen noch Anteile des Zahnzementes selbst enthält. Dadurch wird das gute Haften des nachträglich einzubringenden Zahnzementes in die Zahnhöhlung gefördert. 



   Statt der Verwendung eines einzelnen Stoffes ist vor allem aber auch an die Verwendung von Gemischen zu denken, beispielsweise an die Verwendung solcher Gemische, welche neben der bestimmten 

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   Verbindung des organischen Stoffes noch kolloide Mineralstoffe, z. B. Kieselsäuregel, Tonerdehydrat u. ähnl. enthält. Zu erwähnen ist ferner die Benutzung von Salzen, z. B. löslichen Kalksalzen, zur Erzeugung der Schutzhaut, wie CaCI2, CaH (PO. 



  Verwendbar sind anderseits Gemische, u. zw. mit besonderem Vorteil, welche auch antiseptische, vor allem sauerstoffabgebende Stoffe enthalten. Solche sauerstoffabgebende Stoffe sind beispielsweise Wasserstoffsuperoxyd, Peroxydmetallverbindungen, z. B. Zn02, u. dgl. Die antiseptischen Stoffe können gegebenenfalls auch solche sein, welche zur Einwirkung auf den Zahnnerv befähigt sind. 



  Es ist an sich bekannt, Zahnhöhlungen vor Einbringen des Zahnzementes mit verschiedenen Flüssigkeiten vorzubereiten, z. B. Alkohol, Desinfektionsmitteln u. dgl. Demgegenüber hat das neue Verfahren den Vorteil, dass die zunächst wasserlösliche Flüssigkeit besser in die Kanäle eindringen kann und erst durch darauffolgende Reaktion mit dem Zahnzement wasserunlöslich wird. 



  Beispiele : 1. 20 Gewichtsteile Natriumoleat werden in der gerade zur Lösung notwendigen Menge Alkohol gelöst und die Zahnhöhlung vor Einbringen des eigentlichen Zahnzementes mit dieser Flüssigkeit augepinselt. 



  2.5 Gewichtsteile des Kaliumsalzes der Tetrabromstearinsäure werden mit der gerade zur Lösung notwendigen Menge Alkohol vermischt und die Zahnhöhlung vor Einbringen des eigentlichen Zahnzementes mit dieser Flüssigkeit ausgepinselt. 



  3.15 Gewichtsteile stearinsulfosaures Aluminium werden mit 4 Gewichtsteilen Silikatzementpulver vermischt und in einer Mischung von 2 Teilen Alkohol und 1 Teil Chloroform aufgelöst bzw. aufgeschlämmt. Mit dieser Suspension wird die Zahnhöhlung vor dem Einbringen des eigentlichen Zahnzementes ausgepinselt. Auf diese Art wird eine Beschleunigung der Reaktion erzielt. 



  4.12 Gewichtsteile Caleiumsulfostearat werden mit 25 Gewichtsteilen Natriumsulforieinat vermischt und mit 25 Gewichtsteilen Chloroformium purissimum in Lösung gebracht. Der Lösung werden 5 Gewichtsteile Alkohol absolut., die mit 1. 5 Gewichtsteilen Natriumäthylat versetzt sind, zugegeben. 



  Vor Legen der Füllung wird die Kavität mit dieser Lösung leicht ausgewischt. 



  PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafte Zähne mit Zahnzementen bekannter Art, welche lösliche Verbindungen enthalten, die durch Reaktion mit den Bestandteilen des Zahnzements unlöslich werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhlung vor dem Einbringen des Zahnzementes mit einer Lösung bzw. Aufschlämmung der löslichen Verbindung organischer Substanzen, welche durch Reaktion mit den Bestandteilen des Zahnzementes unlösliche Verbindungen bilden, ausgekleidet wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafte Zähne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhlung vor dem Einbringen des Zahnzementes mit einer sulfoniertes Rinzinusöl enthaltenden Substanz ausgekleidet wird.
    3. Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafte Zähne nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhlung vor dem Einbringen des Zahnzementes mit einem Gemisch ausgekleidet wird, das neben der löslichen reaktionsfähigen Verbindung organischen Stoffes auch kolloide Mineralstoffe, wie kolloide Kieselsäure, Tonerdehydrat u. dgl., enthält.
    4. Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafte Zähne nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhlung vor dem Einbringen mit einem Gemisch ausgekleidet wird, das neben der löslichen reaktionsfähigen Verbindung organischen Stoffes auch antiseptische, z. B. sauerstoffabgebende Stoffe enthält.
    5. Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafte Zähne nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhlung vor dem Einbringen mit einem Gemisch ausgekleidet wird, das neben der löslichen reaktionsfähigen Verbindung organischen Stoffes Zahnzementanteile enthält.
AT143040D 1934-01-08 1934-01-08 Verfahren zum Auskleiden der Höhlungen schadhafter Zähne mit Zahnzementen. AT143040B (de)

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