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Kupplungsautomat für Kraftfahrzeuge zum selbsttätigen Ein-und Ausrücken der Kupplung.
Die Erfindung bezieht sich auf die besondere Ausbildung einer automatischen Kupplung für
Kraftfahrzeuge, welche durch die Anwendung zweier Hilfskräfte, u. zw. eines Druckmittels (Vakuum) und der elektrischen Energie, eine genau begrenzte und einstellbare Kolbenbewegung vollführt.
Es ist bekannt, dass für den Betrieb automatischer Kupplungen Vakuumzylinder samt Kolben verwendet werden, bei denen für die Dämpfung der Kolbenbewegung ein Rückschlagventil in der Zylinder- wand angebracht ist, welches kurz vor dem Fassen der Kupplung überdeckt wird, so dass das Ausströmen der Luft nur noch durch eine feine, die Kolbenbewegung dämpfende Öffnung erfolgen kann. Mit Ein- richtungen dieser Art ist immer nur eine Dämpfung von ganz bestimmter Stärke zu erzielen, die bei jeder
Einkuppelbewegung des Kolbens erfolgt.
Es ist ferner bekannt (z. B. D. R. P. Nr. 563053), die Dämpfungseinrichtungen eines Kupplung- automaten mit Hilfe eingebauter Elektroventile, Ganghebelschalter und Fliehkraftsehalter unter Zu- hilfenahme elektrischen Stromes und eines Druckmittels so zu beeinflussen, dass die Einkuppelungs- geschwindigkeit einerseits von Handgriffen des Lenkers, anderseits von der Tourenzahl des Motors abhängig wird.
Von dem Bekannten unterscheidet sich der Gegenstand der Erfindung dadurch, dass nur ein Elektroventil mit Zuhilfenahme eines mechanisch betriebenen Kontaktapparates bewirkt, dass auch bei langsamem Kuppeln der bewegte Kupplungsteil bis zum Fassen des zweiten Kupplungsteiles rasch bewegt wird und nur das eigentliche Kuppeln langsam erfolgt. Von demselben Kontaktapparat wird bewirkt, dass in den Endstellungen des Kolbens der Strom unterbrochen wird, dass demnach ein Stromverbrauch nur während der Kupplungsbewegung selbst stattfindet, während der übrigen Fahrt aber nicht. Zufolge Abnahme des Vakuums am Saugrohr des Motors zwischen der Drosselldappe und dem Motorblock wird der für die Bewegung des Kolbens nötige Druck erzeugt.
Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung in beispielsweiser Ausführungsform dargestellt.
1 stellt das Gaspedal eines Kraftfahrzeuges dar, welches unbetätigt durch eine Feder 2 in die höchste Lage gezogen wird. Dasselbe ist durch das Gestänge 3 mit der Drosselklappe 4 des Vergasers verbunden. In der gezeichneten Stellung ist die Drosselklappe geschlossen, der Motor arbeitet mit Standgas. Das Gaspedal 1 ist aber ausserdem durch ein Drahtseil 5 mit dem Luftumschaltventil 6 verbunden.
Dieses Luftumschaltventil 6 besitzt die Ventile 7 und 8, die durch den Ventilschaft 9 fest verbunden sind.
Eine schwache Feder 10 in Verbindung mit der viel stärkeren Feder 2 bewirkt, dass bei unbetätigtem Gaspedal das Ventil 8 geschlossen ist und das Ventil 7 offen ist ; wogegen bei leichtem Niederdrücken des Gaspedales das Ventil 7 geschlossen und das Ventil 8 offen ist.
Die mittlere Kammer 11 des Luftumsehaltventiles ist durch eine Rohrleitung 12 mit einem Saugzylinder 13 verbunden. Die Kammer 11 ist über das Ventil 7 mit der Saugleitung 14 des Motors, über das Ventil 8 mit dem normalen Luftdruck verbunden. Das Kupplungspedal 14 ist in der Stellung"entkuppelt" gezeichnet. 15 ist die Kupplungsfeder. Das Kupplungspedal 14 ist über den Hebel 16 und das Drahtseil 17 mit einer Kolbenstange 18 bzw. dem Kolben 19 verbunden. Mit der Kolbenstange 18 ist über das Glied 20 die Steuerungsstange 21 fest verbunden. Diese lässt sich zu Justierungszwecken bei 22 durch eine Klemmschraube 23 in der Längsrichtung verstellen. Die Steuerungsstange 21 besitzt bei 24 einen Höcker.
Unter der Steuerungsstange befinden sich federnde Platinkontakte 38, die beim Vorübergleiten des Höcker 24 der Steuerungsstange Kontakt bilden. Im linken Boden des Zylinders 13 befindet
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sich ein Ventil 26, das durch die Feder 27 geschlossen gehalten wird, jedoch durch den Elektromagneten 28 unter der Einwirkung des elektrischen Stromes geöffnet werden kann. 29 stellt die elektrische Kraftzentrale des Kraftfahrzeuges dar. 30 ist ein einfacher Schalter. Elektrozentrale, Platinkontakte, Elektromagnet und Schalter sind durch die Leitungen 31-35 in der skizzierten Weise verbunden. Im linken Zylinderboden befindet sich auch eine feine Luftöffnung 36, die durch die Schraube 37 reguliert werden kann.
Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende : Der Motor wird angelassen bei unbetätigtem
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Vakuum im Saugrohr 14 bewirkt über die Rohrleitung 12Vakuum auf der rechten Seite des Zylinders 13.
Der Kolben 19, der ganz links stand, wird zum rückwärtigen Zylinderboden gesaugt. Diese Bewegung soll möglichst rasch und hemmungslos erfolgen, damit das Drahtseil 17 in Verbindung mit dem Hebel 16 rasches Entkuppeln bewirkt. Der Kolben 19 bewegt sich fast hemmungslos, da sofort nach dem ersten
Bewegungsimpuls der Höcker 24 die Platinkontakte 38 verbindet, der elektrische Strom aus Strom- quelle 29 über die Leitungen 34,33, 32, 31 und 35 die Windung des Elektroventiles 28 durchfliesst und dieses geöffnet wird, wodurch ein Vakuum auf der linken Kolbenseite vermieden wird.
Nunmehr ist entkuppelt und der Schalthebel des Getriebes wird auf die erste Geschwindigkeits- stufe geschaltet. Das Gaspedal 1 wird niedergetreten. Drahtseil 5 wird entspannt, die Feder 10 bewirkt, dass Ventil 7 geschlossen, Ventil 8 geöffnet wird. Zugstange 3 öffnet die Drosselklappe. Die Touren- zahl des Motors steigt. Das Vakuum auf der rechten Kolbenseite ist aufgehoben. Die Kupplungsfeder 15 zieht die Kupplung zum Eingriff, der Kolben 19 bewegt sich nach links. Die Steuerungsstange 21 bewegt sich gleich schnell wie der Kolben. Der Hocker 24 bewirkt Kontaktgebung bei 38. Das Elektroventil 26 wird geöffnet. Der Kolben bewegt sich hemmungslos, also rasch, nach links. Knapp vor Kupplung- eingriff bewirkt das rechte Höekerende Kontaktaufhebung bei 38. Elektroventil 26 schliesst sich durch
Feder 27.
Der Kolben bewegt sich nun langsam, da die zusammengepresste Luft über die Luftöffnung bei 37 nur langsam entweichen kann. Die Kuppelung erfolgt ganz weich, der Wagen setzt sich stossfrei in Bewegung. In der Endstellung dieser Bewegung wird der Stromkreis wieder stromlos.
Durch Gaswegnahme erfolgt wieder rasche Entkupplung. Der Getriebeschalthebel wird auf
Schaltstufe 2 geschaltet. Während des Gasgeben wird der Schalter 30, der sich am besten am Schalt- hebel befindet, geschlossen. Das beschriebene Spiel wiederholt sich nun beim Gasgeben, jedoch mit dem
Unterschied, dass durch die Kontaktgebung mit Schalter 30 über die Leitungen 35, 42, 41, 33 und 34 der Elektromagnet 28 stromdurchflossen ist, das Elektroventil 26 offen ist und das Kuppeln ungedämpft, also rasch erfolgt.
Die geschilderten Vorgänge wiederholen sich beim Schalten auf den dritten und vierten Gang.
Beim Zurückschalten auf Bergen bewährt sich ebenfalls das ungedämpfte Kuppeln in Verbindung mit
Zwischengasgeben.