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Vorrichtung zum Reinigen und Entfetten von Schafwolle und sonstigen tierischen Wollen durch
Ausfrieren.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Reinigen und Entfetten von Schafwolle und andern tierischen Wollen nach einem Verfahren, das in der österr. Patentschrift Nr. 138653 beschrieben ist. Nach diesem Verfahren werden in der Wolle usw. vorhandene Verunreingungen und Fremdstoffe, wie Wasser, Fett, Spreu, Kletten, Teer, Farbe usw., die sich zwischen oder in der Wolle usw. befinden, zum Gefrieren gebracht und dann von den Fasern entfernt.
In den Zeichnungen sind mehrere Ausführungsformen der Vorrichtung dargestellt, u. zw. zeigt : Fig. 1 einen senkrechten Längenschnitt einer ersten Ausführung, Fig. 2 eine Draufsicht, teilweise im Schnitt nach 2-2 von Fig. l, Fig. 3 einen senkrechten Querschnitt nach 3-3 von Fig. 1, Fig. 4 einen senkrechten Längenschnitt einer zweiten Ausführung, Fig. 5 einen senkrechten Querschnitt nach 5-5 von Fig. 4, Fig. 6 einen senkrechten Schnitt durch eine Einzelheit nach 6-6 von Fig. 4, Fig. 7 einen senkrechten Längenschnitt einer dritten Ausführung, Fig. 8 einen senkrechten Querschnitt einer Einzelheit nach 8-8 von Fig. 7, Fig. 9 einen senkrechten Längenschnitt einer vierten Ausführung, Fig. 10 eine Einzelheit im senkrechten Schnitt nach 10-10 von Fig. 9.
Bei der ersten Ausführung (Fig. 1-3) besteht die Vorrichtung in der Hauptsache aus einer Kühlkammer 1 beliebiger Bauart und Grösse, die gegen das Eindringen der Wärme isoliert ist. Die Kühlkammer kann auf beliebige Art gekühlt werden, um darin eine niedrige Temperatur von zweckmässig etwa minus 180 C aufrechtzuerhalten. Dabei kann man entweder durch Kühlschlangen kühlen, die in der Kühlkammer 1 selbst untergebracht sind, oder man kann kalte Luft einströmen lassen, die durch eine beliebige Kühleinrichtung dauernd gekühlt wird.
Innerhalb der Kühlkammer 1 befindet sich ein Förderband 2, das über zwei Walzen 2 a läuft, die sich an den beiden entgegengesetzten Seiten der Kühlkammer befinden. Das Förderband 2 besteht zweckmässig aus einem netzartigen Gewebe und kann 1-2 m breit und 3-15 m lang sein, entsprechend der zu verarbeitenden Wollmenge. Zweckmässig ist das Förderband 2 so eingerichtet, dass man seine Geschwindigkeit innerhalb gewisser Grenzen regeln kann, entsprechend der Zeit, die gebraucht wird. um die Fremdstoffe zwischen den Wollfasern zum Gefrieren zu bringen, was von der Art der Wolle und der Menge und Art der Fremdstoffe abhängig ist.
Die Schafwolle oder sonstige tierische Wolle wird in die Kammer 1 und auf das Förderband 2 durch geeignete Vorrichtungen gebracht. Nach der ersten Ausführung (Fig. 1) wird sie durch ein endloses Förderband 4, das über die Walzen 4 a läuft und durch die Öffnung 1 a in das Innere der Kühlkammer 1 eintritt, auf das Förderband 2 gebracht. Mit dem Förderband 4 arbeitet innerhalb der Kühlkammer 1 ein endloser über die Walzen 4 d laufender Riemen 4 c zusammen, der dazu bestimmt ist, warme Luft aus den auf dem Förderband 4 aufliegenden Fasern herauszudrücken, wenn sie in die Kammer hineinkommen.
Die Fasern werden auf das Förderband 4 durch eine selbsttätige Fördervorrichtung 5, die eine Art Kastenspeiser darstellt, übergeführt. Die Fördervorrichtung 5 hat eine nach oben offene Erweiterung Ja, in welche die zu reinigende Wolle eingelegt wird. ein Förderband 5 b, das die Wolle auf das Förderband 4 überträgt, und Einrichtungen, wie sie bei 5 c in der Nähe des oberen Endes des Förderbandes 5 b angedeutet sind, um zusammengeknäuelte Wollfasern auseinander zu reissen, ehe sie nach dem Förderband 4 gelangen.
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Bei dieser Ausführung sind die Kühlschlangen 3 oberhalb des Förderbandes 2 angeordnet, auf der einen Seite der Kühlkammer 1 befindet sich eine Öffnung 1 a und unterhalb des Förderbandes 2 eine Öffnung 1 c. Eine Reihe von Gebläsen 14 sind am Boden der Kammer 1 angeordnet, um die Luft durch die Öffnung 1 c abzusaugen und durch die Öffnung 1 b wieder der Kammer zuzuführen. Die kalte Luft bewegt sich also in einem geschlossenen Kreislauf durch die Kühlschlangen 3 und das Förderband 2, wobei die Ventilatoren durch einen Elektromotor oder andere geeignete Mittel angetrieben werden.
Die Schafwolle oder die sonstigen Wollen, die dem Förderband 2 zugeführt werden, sind dem kalten Luftstrome ausgesetzt, wodurch die an ihnen haftenden Fremdstoffe gefroren werden. Die so abgekühlten Fasern gelangen über das Förderband 2 auf das Förderband 6, das um die Walzen 6 a geführt ist. Das Förderband 6 befördert die Fasern nach einem mechanischen Entstauber, einen Desintegrator beliebiger Art. durch den die gefrorenen oder festgewordenen Fremdstoffe von den Fasern gelöst werden. Eine umlaufende Bürste 2 n oder eine ähnliche Vorrichtung kann am Ende des Förderbandes 2 angeordnet sein, um etwa daran hängengebliebene Fasern davon abzulösen.
Die durch das Sieb 7 a des Entstäubers 7 hindurchtretenden Fremdstoffe werden zweckmässig durch den Ventilator 8 beliebiger Art abgesaugt und bei 8 a ausgeblasen.
Die gereinigte Wolle gelangt durch die Öffnung 7 b im Gehäuse des Entstäubers 7 nach dem Förderband 9, das über die Rollen 9 a läuft. Oberhalb dieses Förderbandes ist ein über die Rollen 10 a laufender Riemen angeordnet, der die kalte Luft aus dem Arbeitsgut herausdrückt und das Eintreten warmer Luft in die Vorrichtung verhindert. Förderband 6, Entstäuber 7, Ventilator 8, Förderband 9 und Riemen 10 befinden sich zweckmässig innerhalb des Gehäuses 1 z, wo ungefähr dieselbe niedrige Temperatur herrscht wie in der Kühlkammer 1.
Der Entstäuber 7 kann mit einem selbsttätigen Regler zur Zufuhr und zur Weitergabe der Wolle versehen sein, um die Wolle während einer bestimmten Anzahl von Umläufen in dem Entstäuber 7 zu lassen, ehe sie hinausbefördert wird. In solchem Falle werden geeignete Mittel angeordnet, so dass, während das Förderband 2 ununterbrochen weiter läuft, sich das Arbeitsgut vor dem Entstäuber 7 ansammelt und nach einer bestimmten Zeit dem Entstäuber 7 zugeführt wird.
Bei manchen Wollsorten ist es erwünscht, zwei oder mehr Entstäuber hintereinander anzuordnen, so dass die Wolle nacheinander durch sie tritt, um die Fremdkörper verschiedener Grösse unter möglichst geringer Schädigung der Wolle zu entfernen.
Bei der zweiten Ausführungsform (Fig. 4-6) befindet sieh eine Haube 18 oberhalb des Förderbandes 2. Sie ist unten durch ein gelochtes Blech od. dgl. abgeschlossen, damit die Luft aus ihr abwärts auf die oben befindliche Lage des Förderbandes gelangen kann. Durch ein Gebläse B, das die Luft von einer Kühlvorrichtung 30 beliebiger Bauart ansaugt, gelangt die kalte Luft in die Haube 18. Diese hat Seitenteile 18 a und 18 b und seitliche Abschlussteile 2 f, so dass die kalte Luft gezwungen wird, durch die Wollschicht auf dem oberen Förderband 2 hindurchzutreten. Seitenteile 2 g (Fig. 6) verhindern, dass die Wolle an den Seiten des Förderbandes 2 abgleitet.
Das Förderband 2 befördert die abgekühlte Wolle nach einem Entstäuber 17, dessen Welle 17 a mit Armen ausgestattet ist und innerhalb des zylindrischen Siebes 17 b läuft, durch das die gefrorenen Fremdkörper, die von den Fasern gelöst sind, hindurchtreten. Ein Gebläse 26 ist auf dem Entstäuber 17 angeordnet (Fig. 4), um die durch das Sieb kommenden Teile anzusaugen und sie durch das Sieb oder das Luftfilter 27 abzuführen.
Bei der dritten Ausführungsform (Fig. 7,8) ist ein Riemen 13, der über die Walzen 13 a läuft, oberhalb des Förderbandes 2 angeordnet ; die Wollfasern bewegen sich in dem Raume 3 zwischen dem oben befindlichen Teile des Förderbandes 2 und der unteren Seite des Riemens 18. Hier strömt die kalte Luft aufwärts durch das Förderband 2 aus den Düsen des Rohres 16, das an das Gebläse B angeschlossen ist.
Bei der vierten Ausführungsform (Fig. 9,10) befindet sich an Stelle des Riemens 18 eine Haube 13 h.
Riemen 18 oder Haube 1. 3 h sind dort zweckmässig, wo Luft strahlenförmig aufwärts durch das Förderband 2 geblasen wird.
Die Vorrichtung 5 zur Zufuhr und zum Auseinanderziehen der Wollfasern kann innerhalb der Kühlkammer 1 angeordnet sein (Fig. 4,7 und 9), u. zw. wird dann die Wolle der Erweiterung des Kastenspeisers 5 a durch Trichter 70 zugeführt.
Wo Fasern viel Fremdkörper enthalten, z. B. Kletten, Spreu usw., kann ein Klettenentferner
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behandelt die Wolle mit Kämmen oder Schlägern, die mit hoher Geschwindigkeit umlaufen. Sie schlagen die gefrorenen Kletten und andere grosse Fremdkörper aus den Fasern heraus. Falls die Wolle nur Kletten und pflanzliche Verunreingung enthält, wie das bei manchen Wollsorten der Fall ist, so könnte man sogar den Entstäuber durch einen Klettenwolf ersetzen.
In andern Fällen wird man aber beide gebrauchen und gegebenenfalls sogar mehrere von jeder Art.
Die Fasern können beispielsweise erst in den Klettenwolf und dann durch den Entstäuber geführt werden oder umgekehrt.
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In manchen Fällen kann das Ausfrieren der Wolle auf dem Förderbande des Kastenspeisers durchgeführt werden, worauf die gekühlte Wolle unmittelbar dem Entstäuber zugeführt wird. Das ist hauptsächlich dann möglich, wenn eine sehr niedrige Temperatur benutzt wird oder das Förderband des Reisswolfes sehr langsam läuft, wenn die Fremdkörper in der Wolle klein sind oder wenn zwei oder mehrere der vorerwähnten Bedingungen vorliegen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Reinigen und Entfetten von Schafwolle und sonstigen tierischen Wollen durch Ausfrieren bei niedrigen Temperaturen gemäss dem Verfahren nach Patent Nr. 138653, gekennzeichnet durch eine Kühlkammer, durch die das Arbeitsgut auf einem Förderband od. dgl. hindurchgeführt wird.