AT142353B - Verfahren zur Abdichtung künstlicher Gebisse zwecks Erhöhung und Verbesserung deren Haftfähigkiet im Munde sowie Zwischenschicht bzw. Einlagelamelle hiefür. - Google Patents
Verfahren zur Abdichtung künstlicher Gebisse zwecks Erhöhung und Verbesserung deren Haftfähigkiet im Munde sowie Zwischenschicht bzw. Einlagelamelle hiefür.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Abdichtung künstlicher Gebisse zwecks Erhöhung und Verbesserung deren Haftfähigkeit Die nach den bisher bekannten Verfahren hergestellten künstlichen Gebisse weisen den Übelstand auf, dass die Anhaftung derselben an der Gaumen-bzw. Kieferfläehe nur eine sehr geringe ist und dass sie nach Fertigstellung sowie Anpassung ohne vollständige Umarbeitung nicht richtiggestellt werden können. So kommt es, dass wenn das Gebiss nicht ganz genau passt oder sich die Form des Gaumens bzw. des Kiefers mit der Zeit ändert, es nicht mehr genügend haftet, unbrauchbar wird und einer Umarbeitung unterzogen werden muss. Zwecks Vermeidung der angeführten Nachteile wurden Einlagen vorgeschlagen, die aus einem Stoff, z. B. Weichgummi, bestehen, der unter Körpertemperatur nachgiebig, über Körpertemperatur formfähig ist. Weichgummi eignet sich aber nicht, da es ein bei 1\iundtemperatur sehr elastisches Material ist, das infolge seiner Elastizität das Bestreben hat, dem Druck entgegenzuwirken. Auch ist der Gummigeschmack äusserst unangenehm. Man hat auch versucht, Kirschgummi zu verwenden. Eirsehgummi ist spröde und in Wasser teilweise löslich. Der lösliche Teil ist gallertartig und enthält Cerasin. Cerasin quillt in Wasser auf und ist in Alkalien löslich. Zufolge der angeführten Eigenschaften sind Cerasin und Kirschgummi für die Zwecke der Erfindung unbrauchbar. Es ist auch bekannt, dass beim Abkühlen der erwähnten Materialien eine Erhärtung eintritt und die Platte sofort angepresst werden muss. Dieser Umstand schliesst ebenfalls die Verwendbarkeit der vorgeschlagenen Materialien aus. Die bekannten Schichten aus Lösungen von Guttapercha in Chloroform mit Celltiloidlackiiberzu- bzw. aus Celluloid allein sind steif und hart, somit unbrauchbar. Durch den Gegenstand der Erfindung wird ermöglicht, künstliche Gebisse herzustellen, die frei von den angeführten Übelständen sind, dabei eine starke Anhaftfähigkeit besitzen, mühelos genau angepasst werden können und bei etwaigen Veränderungen des Gaumens oder des Zahnfleisches einfach von selbst passend werden. Dieser technische Fortschritt wird der Erfindung gemäss dadurch erzielt, dass zwischen der Schleimhaut des Gaumens bzw. Kiefers und die ihr anliegende Fläche des Gebisses eine Zwischenschicht bzw. Einlagelamelle aus einem Material eingelegt wird, das bei Mundtemperatur nicht elastisch, sondern zäh ist, dabei aber starke Anhaftfähigkeit zur Schleimhaut besitzt und bei einer über Mundtemperatur liegenden Temperatur etwa 45-70 C bildsam ist. Diesen Anforderungen entspricht ganz besonders Balata oder ein Gemenge von Balata mit Guttapercha oder Kautschuk bzw. mit beiden. Am besten eignen sieh reine Balata oder Balatagemenge, in denen Balata den Hauptbestandteil bildet. Als günstigstes Mengenverhältnis erscheint etwa 90% Balata und 10% Guttapercha oder Kautschuk bzw. Guttapercha und Kautschuk. Ein Genienge von 95% Balata, 4% Guttapercha und 1% Kautschuk gibt ein sehr brauchbares Material. Durch den Zusatz von Guttapercha, besonders aber Kautschuk, an sich wird eine dem Zweck am besten entsprechende Zusammensetzung des Materials der Zwischenschicht bzw. Einlagclamelle in einfacher, sicherer und genau regelbarer Weise erreicht. Balata ist ein Material, das im Gegensatz zu den bisher vorgeschlagenen Materialien unverändert auch in der Mundhöhle seine wertvollen Eigenschaften beibehält. Balata wird weder durch Luft noch durch die Mundflüssigkeit angegriffen, wird nicht mürbe und nicht brüchig, sondern ist mechanisch und chemisch durchaus unveränderlich. <Desc/Clms Page number 2> Der Balata bzw. dem Balatagemenge können auch indifferente Stoffe in geringen Mengen zugesetzt werden, u. zw. anorganische Füllstoffe, beispielsweise Talk, Kaolin oder auch gewisse Farbstoffe, wie dieselben in der Kautschukindustrie zum Färben des Kautschuks Verwendung finden. Es sei auch erwähnt, dass Balata allein oder in Verbindung mit andern Stoffen zur Befestigung von Zahnkronen verwendet wurde. Das Verfahren gemäss der Erfindung kann wie folgt ausgeführt werden : Balata, am besten gereinigte Balata, wird durch mechanische Bearbeitung, wie Kneten, Walzen, Pressen, verdichtet und sodann in die Form dünner Lamellen von ungefähr 0'2-0'8 1mn Dicke gebracht. Man erhält auf diese Weise sehr gleichmässige und widerstandsfähige Schichten. Die Lamelle wird dann durch Beschneiden derart bemessen, dass ihre Grösse der Grösse der Auflagefläche des künstlichen Gebisses möglichst entspricht. Nunmehr wird die Lamelle durch Erwärmen in heissem Wasser oder in Heissluft auf eine Temperatur von etwa 45-700 C gebracht, wobei sie in bildsamem Zustande auf die Auflagefläche des Gebisses gebracht wird. Man presst nun das mit der Einlagelamelle versehene Gebiss auf den Gaumen bzw. auf den Unterkiefer, wobei ein überaus genauer Abdruck entsteht. Zieht man hierauf das künstliche Gebiss aus dem Mund, so bleibt die Schicht als selbständige Einlagelamelle auf dem Gebiss lose haften, und man kann nun die überschüssigen Teile der Lamelle durch Beschneiden leicht entfernen. Die Balatasehieht kann auf die innere Fläche des Gebisses aufgepresst werden. Es ist auch möglich, die Gaumen-bzw. Kieferfläche des künstlichen Gebisses vor dem Aufpressen der Balata mit einer Lösung von Balata oder von Balata und Guttapercha oder von Balata und Kautschuk in einem geeigneten Lösungsmittel, wie beispielsweise in Benzol, zu bestreichen. Die entsprechend vorbereitete Einlagelamelle kann an dem Gebiss mittels eines geeigneten Klebemittels befestigt werden, was aber in den meisten Fällen unnötig ist, da die Lamelle, wenn sie einmal angepasst ist, auch ohne Klebemittel fest am Gebiss haftet. Man kann die Balata-bzw. Balata-Guttapercha-oder Balata-Kautschuk-Schieht auch dadurch herstellen, dass man die Gaumen-bzw. Kieferfläche des kÜnstlichen Gebisses mit einer möglichst dichten Lösung der genannten Stoffe in einem flüchtigen Lösungsmittel, wie Benzol, ein-oder mehrmal bestreicht und das Lösungsmittel verdunsten lässt. In diesem Fall erübrigt sich das Aufpressen einer Balatasehieht. Wenn es sich darum handelt, Hartgummigebisse mit einem Überzug von Balata oder Balatagemengen herzustellen, so kann man auch derart verfahren, dass die Balataschicht bzw. die Balata-Gutta- percha- oder Balata-Kautschuk-Schicht auf die innere Fläche des Gebisses vor dem Vulkanisieren derselben aufgepresst und sodann die Vulkanisierung vollzogen wird. Bei diesem Verfahren ist es schwer zu vermeiden, dass die Balatasehieht durch den Vulkanisierungsprozess etwas Schwefel aufnimmt, wodurch die Bildsamkeit der Balata beeinträchtigt würde. Deshalb ist es für diesen Fall erforderlich, die Dicke der Balatasehieht entsprechend gross, etwa 2-3 w ? n, zu wählen, wodurch es ermöglicht wird, dass die äussere Oberfläche der Balatasehieht nach dem Vulkanisierungsprozess noch unvulkanisiert bleibt. Unter Umständen kann die aus Balata allein bestehende Zwischenschicht oder Einlagelamelle durch eine solche aus Guttapercha allein ersetzt werden. Es ist nicht nötig, dass die ganze Gaumen-bzw. Kieferfläche des künstlichen Gebisses aus Balata oder deren Gemenge besteht, es genügt, dass dieselbe nur teilweise aus derselben besteht bzw. teilweise mit dieser überzogen ist. Die mit den erfindungsgemässen Lamellen versehenen künstlichen Gebisse zeigen eine bisher unerreichte Haftfähigkeit an die Schleimhaut, wodurch es möglich wird, die Verwendung der bisher EMI2.1 PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Abdichtung künstlicher Gebisse zwecks Erhöhung und Verbesserung deren Haftfähigkeit im Munde unter Verwendung von Stoffen, die bei Körpertemperatur ihre gegebene Form bewahren, jedoch über Körpertemperatur formfähig werden, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Schleimhaut des Gaumens bzw. des Kiefers und die ihr anliegende Fläche des Gebisses zur Gänze oder teilweise eine Zwischenschicht oder Einlagelamelle aus einem derartigen Stoffe eingelegt wird.
Claims (1)
- 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht durch Aufstreichen einer Lösung von Stoffen, die bei Körpertemperatur ihre gegebene Form bewahren, jedoch über die Körpertemperatur formfähig werden, in Benzol oder einem andern flüchtigen EMI2.2 <Desc/Clms Page number 3> 3. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Schwefel enthaltende Kautschukgebisse durch Aufpressen mit einer Balataschicht überzogen und dann vulkanisiert werden.4. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Schwefel enthaltende Kautschukgebisse durch Aufpressen mit einer Guttaperchaschicht überzogen und dann vulkanisiert werden.5. Zwischenschicht oder Einlagelamelle für die Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus Balata allein besteht.6. Zwischenschicht oder Einlagelamelle für die Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus Guttapereha allein besteht.7. Zwischenschicht oder Einlagelamelle nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Gemenge von Balata und Guttapercha besteht.8. Verfahren zur Herstellung einer Zwischenschicht oder Einlagelamelle nach Anspruch 5 oder 6 bzw. 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Balata oder Guttapercha bzw. dem Gemenge von Balata und Guttapercha Kautschuk an sich zugesetzt wird.9. Nach den Verfahren der Ansprüche 1 bis 4 hergestelltes künstliches Gebiss, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaumen-oder Kieferfläche desselben mit einer Zwischenschicht bzw. Einlagelamelle gemäss den Ansprüchen 5-8 ganz bzw. teilweise fest oder lose bedeckt ist.
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1932
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