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Verfahren zur Verminderung des Gegennebenspreehens in Fernmeldekabeln, deren Leitungen, insbesondere in Vierdrahtscl1altung, für die Übertragung vonTrägerfrequenzbändem betrieben werden.
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weise gleichphasig verlaufen. Auf Grund dieser Erkenntnis wurde das Gegennebensprechen in Fern- meldeseekabeln, die nach der Verlegung nur von den Enden aus zugänglich sind, durch zusätzliche, an den Enden der Leitungen angeordnete Schaltelemente ausgeglichen. Um bei einem derartigen Ausgleich des Gegennebensprechens nicht zugleich die Nebensprechdämpfung herabzusetzen, wurde unter Berück- sichtigung des Einflusses der kapazitiven und magnetischen Kopplungen auf das Neben-und Gegen- nebensprechen vorgeschlagen, die kapazitiven und magnetischen Kopplungen je zur Hälfte auszugleichen.
Ferner wurde vorgeschlagen, die Gegennebensprechkopplungen nur in solchem Masse auszugleichen, dass das Nebensprechen noch nicht bzw. nur in geringem Masse verschlechtert wird.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Verminderung des Gegennebensprechens in
Fernmeldekabeln, deren Leitungen, insbesondere in Vierdrahtschaltung, für die Übertragung von Träger- frequenzbändern betrieben werden, das dem bisher bekannten und vorgeschlagenen Ausgleichsverfahren gegenüber wesentliche Vorzüge aufweist.
Gemäss der Erfindung wird das Gegennebenspreehen in Fernmeldekabeln dadurch herabgesetzt, dass für die sich induzierenden Leitungen das Verhältnis der kapazitiven zu den magnetischen Kopplungen gleich oder annähernd gleich dem Verhältnis von Betriebskapazität zu Betriebsinduktivität gemacht wird.
Unter Betriebsinduktivität der Leitungen ist hiebei die Induktivität der Doppelleitungen unter Berück- sichtigung der in die Doppelleitungen eingeschalteten Zusatzinduktivitäten zu verstehen. Die gewünschten
Verhältnisse können durch Änderung aller in Betracht kommenden Grössen, d. h. der kapazitiven Kopp- lungen, der magnetischen Kopplungen, der Betriebskapazität und der Betriebsinduktivität, erreicht werden.
Da aber im allgemeinen die Grösse der Betriebskapazität sowie der Betriebsinduktivität der Leitungen durch die Wahl der Leitungsdämpfung und des Wellenwiderstandes festgelegt ist und nur in geringem
Masse geändert werden kann, kommt in erster Linie eine Beeinflussung der kapazitiven oder der magnetischen Kopplungen oder beider in Betracht.
Die Beeinflussung bzw. Änderung der genannten vier Grössen kann auf Grund von Berechnungen, auf Grund praktischer Erfahrungen oder auf Grund vorheriger Messungen erfolgen. Im allgemeinen wird man zunächst auf Grund von Berechnungen und
Erfahrungen die gewünschten Grössen zu erreichen versuchen und nachträglich, zweckmässig am ver- legten Kabel, einen Restausgleich auf Grund von Messungen vornehmen. Bei der Durchführung des
Verfahrens gemäss der Erfindung können alle Mittel und Verfahren benutzt werden, mit deren Hilfe eine Änderung der kapazitiven und magnetischen Kopplungen sowie der Betriebskapazität und der
Betriebsinduktivität möglich ist. Derartige Mittel und Verfahren sind in der Praxis mehrfach bekannt- geworden für solche Fälle, die ausserhalb des Rahmens der vorliegenden Erfindung liegen.
Ein zweckdienliches, bisher nicht bekanntgewordenes Mittel zur Ausübung des Verfahrens gemäss der Erfindung besteht darin, dass der gegenseitige Abstand der Adern einer Leitung und der Abstand der Leitungen gegen die umgebenden leitenden Flächen in ein bestimmtes Verhältnis zueinander gebracht werden. Als Regel hiebei gilt, dass die Betriebskapazität näherungsweise umgekehrt proportional dem natürlichen Logarithmus des Verhältnisses von Leiterabstand zu Leiterradius ist. Die Adern können hiebei so ausgebildet werden, dass die natürliche Leitungsinduktivität unabhängig von der Betriebs-
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kapazität geändert werden kann.
Dies geschieht zweckmässig dadurch, dass man jede Ader einer Doppelleitung oder einer Doppelleitung höherer Ordnung mit einem geschlossenen oder offenen leitenden Schirm umgibt und darauf die natürliche Leitungsinduktivität durch Änderung des Aderabstandes beeinflusst.
Ein für diesen Zweck geeignetes Fernmeldekabel kann vorteilhaft in folgender Weise aufgebaut werden :
Die einzelnen mit einem leitenden Schirm versehenen Adern werden lagenweise zu einem Kabel verseilt und dabei solche Adern zu einer Doppelleitung zusammengefasst, die die gewünschte Leitung-
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vermeiden, werden vorteilhaft während der Verseilung die Adern gegeneinander gekreuzt bzw. vertauscht oder miteinander verflochten.
In der Figur ist an Hand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, in welcher Weise ein zur Ausübung des Verfahrens gemäss der Erfindung geeignetes Fernmeldekabel aufgebaut werden kann.
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Kabeladern besteht, acht Adern 1, 2,3, 4, 5, 6, 7 und 8 verseilt, die je mit einem leitenden Schirm 11 umgeben sind. Über dieser Verseillage liegt eine Hülle 12, die, wie der Kern 10, aus Isolierstoff oder aus einer oder mehreren Verseillagen bestehen kann, und der Kabelmantel 13. Von den acht Adern werden gemäss der Erfindung die Adern 1 und 5, 2 und 6,. 3 und 7 sowie 4 und 8 je zu Doppelleitungen bzw. die Adern 1/5 und 3/7, sowie die Adern 2/6 und 4/8 zu Vierern zusammengefasst.
Zur Vermeidung von Induktionsstörungen wird die gegenseitige Lage der Adern nach einem bestimmten Plan in kurzen Abständen geändert, z. B. in der Weise, dass in gleichen Abständen je zwei benachbarte Adern gegeneinander gekreuzt werden, derart, dass jede Ader bei jeder Kreuzung fortlaufend eine neue Lage einnimmt. Es können aber auch die beiden Vierer 1/5-3/7 und 2/6-4/8 im ganzen in bestimmten Abständen gegeneinander gekreuzt werden, entweder fortlaufend in gleicher oder abwechselnd in entgegengesetzter Richtung, oder es werden in anderer Weise Adervertauschungen zur Erzielung einer genügenden Nebensprechfreiheit vorgenommen.
Es ist nicht immer erforderlich, je zwei diametral gegenüberliegende Adern zu einer Doppelleitung zusammenzufassen, sondern es können die Doppelleitungen je nach den vorliegenden Verhältnissen aus andern Adern gebildet werden. Dabei können sich Doppelleitungen ergeben, deren Adern durch die übrigen Adern genügend abgeschirmt sind, so dass unter Umständen auf die Anordnung zusätzlicher Schirme verzichtet werden kann. Mehrere
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zusammengefasst werden, wobei die Yerseilgruppen gegebenenfalls durch leitende Schirme voneinander elektrostatisch bzw. elektromagnetisch getrennt sein können.
Ein weiteres vorteilhaftes Mittel, durch das allerdings in erster Linie nur die kapazitiven und magnetischen Kopplungen beeinflusst werden, ist die Anordnung von leitenden Schirmen zwischen den sich induzierenden Leitungen. Diese Schirme brauchen sich im allgemeinen nur über ein kurzes Stück bzw. über kurze Stücke der Leitungen zu erstrecken, um bereits eine genügende Herabsetzung der kapazitiven Kopplungen zu erreichen. Die jeweilige Länge der Schirme kann durch Messung bestimmt werden.
Macht man diese Schirme verhältnismässig dick oder verwendet man für die Schirme magnetisierbare Stoffe, so können durch diese ausser den kapazitiven auch die magnetischen Kopplungen beeinflusst werden.
Durch Wahl der Dicke der Schirme sowie durch Auswahl der Stoffe hinsichtlich ihrer Permeabilität und ihrer Leitfähigkeit hat man es in der Hand, die kapazitiven und magnetischen Kopplungen in dem gewünschten Masse zu ändern. Ferner können die kapazitiven Kopplungen auch durch Einschaltung von Zusatzkondensatoren geändert, u. zw. je nach den vorliegenden Verhältnissen vergrössert oder ver- kleinert werden. In entsprechender Weise können die magnetischen Kopplungen durch Zusatzspulen, die die auszugleichenden Leitungen miteinander koppeln, geändert werden.
Ist zu gleicher Zeit sowohl eine Änderung der kapazitiven als auch der magnetischen Kopplungen erforderlich, so geschieht dies zweckmässig durch Hinzuschalten von aus Kondensatoren und Spulen bestehenden Kombinationsschaltungen. Ferner können die Adern teilweise stetig belastet oder in die Adern Zusatzadern mit stetiger induktiver Belastung eingeschaltet werden.
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kapazität zu Betriebsinduktivität gemaelht wird.