AT139920B - Selbsttätige Feuerwaffe. - Google Patents

Selbsttätige Feuerwaffe.

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AT139920B
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  • Portable Nailing Machines And Staplers (AREA)

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Selbsttätige Feuerwaffe. 



   Die Erfindung bezieht sich auf selbsttätige Feuerwaffen einer bestimmten Bauart und bezweckt deren Feuerschnelligkeit dauernd herabzusetzen. 



   Bei den in Betracht kommenden Feuerwaffen wird der Laufverschluss durch einen   Verschluss-   riegel gebildet, der in einem schrägen Schlitze des   Verschlussstückes   ab-und aufwärts gleitend gelagert ist und mit seinen seitlich aus dem   Verschlussstücke   ragenden, hinten und vorne   abgeschrägten   Verschlusswarzen in schräge nach aufwärts gerichtete kurze Nuten des Verschlussgehäuses eingreift, die an ihrem oberen Ende in Längsnuten der Gehäusewand übergehen.

   Das   Mittelstück   des   Verschlussriegels   ist an seiner Vorder-und Hinterseite gleichfalls   abgeschrägt,   u. zw. entgegengesetzt den Abschrägungen der äusseren Verschlusswarzen, und greift in den schrägen Schlitz eines Antriebsstückes, das oben im Ver-   schlussstück   der Länge nach geführt ist und sich nach hinten zu gegen die Schliessfeder abstützt. 



   Bei diesen Verschlüssen verschiebt am Anfange der   Rückstossbewegung   das Verschlussstück den   Versehlussriegel längs   seiner schrägen Anlageflächen und dieser seinerseits das Antriebsstück gegenüber dem Verschlussstücke, bis zur vollen Entriegelung, worauf die drei Teile gemeinsam in ihre hinterste Lage zurückgleiten. 



   Derartige Gewehre, die an sich den Vorzug eines geringen Gewichtes und daher der leichten Hand-   habung besitzen, feuern ausserordentlich schnell. Sie geben in der Minute 800, 900 oder noch mehr Schüsse   ab. Eine solche Geschwindigkeit in der   Schussfolge   ist aber-vielleicht mit Ausnahme bei den Maschinengewehren für Kampfflugzeuge - weder nötig noch wünschenswert. Denn es ist kaum möglich, genügend Munition für einen so raschen Verbrauch heranzuschaffen. 



   Es ist deshalb schon vor langem bei Maschinengewehren anderer Bauart durch bestimmte Massnahmen eine Verringerung der   Schussgeschwindigkeit   erstrebt und auch erreicht worden. Schon vor dem Weltkriege haben die militärischen Sachverständigen streng die Abnahme von Maschinengewehren verweigert, die mehr als ungefähr   500-600   Schüsse pro Minute abgeben. 



   Für die Verringerung der   Schussfolge   ist das Gesetz der Massenträgheit verwendet worden. Dies geschah vor allem in der Weise, dass man dem Verschlussmechanismus zusätzlich bewegte Teile hinzufügte, die bei ihrem Hin-und Hergehen die Entriegelungsbewegung verzögerten. 



   Dieser bekannte Vorschlag ist wohl anwendbar bei Maschinengewehren, bei denen das Gewicht keine ausschlaggebende Rolle spielt, obwohl   natürlich   die Hinzufügung zusätzlicher Teile im Hinblick auf die Herstellungskosten und die Betriebssicherheit nicht   wünschenswert   ist. Für Handfeuerwaffen ist dieser Vorschlag aber unbrauchbar. 



   Bei Handfeuerwaffen von der Bauart, auf die sich die Erfindung bezieht, ist nun schon vorgeschlagen worden, das Gewicht des   Verschlussstückes   zu vergrössern, aber die Wirkung dieser Massnahme ist verhältnismässig gering im Vergleich zu der notwendigen Gewichtsvermehrung, so dass das zulässige Gesamtgewicht der Waffe   überschritten   werden muss, wenn eine ausreichende Verlangsamung der Schussfolge erzielt werden soll. 



   Es ist weiterhin vorgeschlagen worden, den Sperrwinkel stumpfer zu machen, aber diese Massnahme ermöglicht nur eine sehr begrenzte Verlangsamung, weil der Winkel nicht viel stumpfer gemacht werden darf, wenn die Waffe nicht unzuverlässig werden soll. 



   Es ist auch versucht worden, Reibungsglieder einzubauen, um die   Schussfolge   zu verlangsamen, aber auch dieser Ausweg wurde als zu unsicher und unzuverlässig befunden. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Durch die Erfindung kann nun   die Schussfolge   bei Waffen der genannten Art verlangsamt werden, ohne dass die Grösse oder das Gewicht der Waffen eine nennenswerte Zunahme erfährt, u. zw. dadurch, dass das Gewicht des Antriebsstückes und damit seine Trägheit über das seiner rein bestimmungsgemässen Zweckform entsprechende Mass so erhöht wird, dass sich die Geschwindigkeit der relativen Bewegung zwischen   Verschlussstück   und Antriebsstilek verringert. 



   Obwohl man bereits versucht hatte, durch die Gewichtserhöhung des Verschlussstückes eine Verlangsamung zu erzielen, ist der gemäss der Erfindung erreichte Erfolg durchaus überraschend. Denn man wusste, dass das   Antriebsstück   der empfindlichste Teil des Verschlussmechanismus ist und dass die ganze Waffe unbrauchbar wird, wenn dieses Antriebsstück um den geringsten Betrag zu schwer ist. Wenn man nun durch die Gewichtserhöhung des   Verschlussstückes   die Verlangsamung erzielen will, so muss man mehr als ein halbes Kilogramm zu seinem Gewichte hinzufügen. Deshalb erschien es unmöglich, dass man genügend Gewicht zum Antriebsstück hinzufügen kann, um   einerseits'die gewünschte Wirkung   zu erreichen, ohne anderseits die Waffe unbrauchbar zu machen. 



   Tatsächlich wird auch gemäss der Erfindung das erhöhte Gewicht des Antriebsstückes nur während 
 EMI2.1 
 



   Zum Abfeuern der Waffe wird der in seiner zurückgezogenen Lage angehaltene Verschluss 11 durch Ziehen des Züngels freigegeben und schnellt unter der Wirkung der Schliessfeder 19 nach vorne, dabei eine Patrone in den Lauf schiebend. Da die Schliessfeder nicht am Verschlussstücke 11 selbst, sondern am Antriebsstücke 16 angreift, so schiebt eigentlich dieses unter Vermittlung des zwischen- 
 EMI2.2 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Das   Versehlussstück   hat bei seiner Offnungsbewegung auch die leere Patronenhülse in der üblichen
Weise aus dem Laufe gezogen und seitlich ausgeworfen. Bei angezogen gehaltenem Abzuge kehrt das   Verschlussstück   nach dem Anlangen in seiner hintersten Lage seine Bewegungsrichtung sofort wiederum, und der eben geschilderte Vorgang wiederholt sich dann fortlaufend entweder bis zur Freigabe des Abzuges oder bis zur Erschöpfung des Patronenvorrates im Magazine. 



   Insoweit ist die Einrichtung und die Wirkungsweise solcher Feuerwaffen bekannt. 



   Um nun deren Feuerschnelligkeit wirksam herabzusetzen, ohne an dieser Einrichtung eine wesent- liche Änderung vorzunehmen, wird im Sinne der Erfindung der Umstand ausgenützt, dass beim Beginne des Öffnens das Verschlussstück seine Bewegung infolge der gewählten Neigungsverhältnisse der Anlage- flächen am   Verschlussriegel   und der seiner Gleitbahnen mit einer ins Schnellere gehenden Übersetzung in die Beschleunigungsbewegung des Antriebsstückes übertragen muss. Eine Massenvergrösserung dieses
Antriebsstückes hat daher ungleich grösseren Einfluss auf die Verzögerung der Öffnungsbewegung des ganzen Verschlusses, als wenn das   Versehlussstüek   selbst mit einem zusätzlichen Gewichte bedacht würde. 



   Erfindungsgemäss wird daher bei der in Betracht kommenden Feuerwaffentype das Antriebsstück durch
Hinzufügen von Totgewichtsteilen schwerer gemacht, als es die seinem blossen Bestimmungszweck dienliche Form eigentlich erfordern würde. Beispielsweise entspricht die Form des bisherigen Antriebsstückes dem in der Fig. 3 oberhalb und links von der strichpunktierten Linie 34 gelegenen Teile. Von dem Griffstücke 31 mit dem Querschlitze 17 für den Versehlussriegel erstreckt sich eine Deckschiene 32 nach hinten, die die   Verschlussgehäuseöffnung   abdeckt. Zum Unterbringen des erforderlichen Totgewichtes im Sinne der Erfindung wird nun die Deeksehiene 32 nach unten zu so verdickt, dass ein prismatischer Körper 33 daraus entsteht.

   Um somit die Feuerschnelligkeit einer Waffe der bisherigen Bauart auf das gewünschte Mass, herabzusetzen braucht man-von der gleich zu besprechenden   Schliessfeder   19 samt ihrem Führungsbolzen 22 abgesehen-nichts zu machen, als das Antriebsstück gegen ein schwereres auszutauschen oder das vorhandene Antriebsstück durch Anschweissen eines solchen prismatischen Körpers an die Deckschiene entsprechend zu beschweren. An der Waffe selbst wird sonst keine wie immer geartete Ver- änderung vorgenommen. 



   Die   Schliessfeder   19 wurde nämlich bei den bisherigen Waffen mit wesentlich grösserem Windungdurchmesser ausgeführt als die Fig. 1 es zeigt und kam vorne in die Längsnut 15 des Verschlussstückes zu liegen. Da deren Platz-jetzt das prismatische Gewichtsstück 33 des Antriebsstückes einnimmt, so muss sie im Durchmesser verkleinert und das Antriebsstück entsprechend ausgebohrt werden, so dass die Feder in dieser Bohrung zugleich Lager und Führung findet, was den störungsfreien Arbeiten der Waffe zugute kommt. Selbstverständlich muss auch der Federführungsbolzen 22 kleineren Durchmesser erhalten. 



   Die Grösse der Gewichtserhöhung des Antriebsstückes ist vom Grade der gewünschten Herabsetzung der   Feuerschnelligkeit   bedingt. Es ist aber klar, dass auch die Grösse der Patronenladung und damit des höchsten Gasdruckes bestimmenden Einfluss hat. Innerhalb gewisser Grenzen genügt eine Änderung der Anlagewinkel des   Verschlussriegels   18 und seiner zugehörigen Nuten ; er wird bei zunehmendem Höchstdrucke steiler gemacht, d. h. mehr senkrecht zur Richtung des   Verschlussdruckes,   und so gewählt, dass der restliche Gasdruck im Augenblicke des Entriegelns bei verschiedenen Feuerwaffen, die für verschiedene Patronengrössen gebaut wurden, ungefähr gleich ist.

   Man kann also in manchen Fällen dasselbe   Antriebsstückgewicht   bei verschiedenen Feuerwaffen anwenden und doch bei allen eine Herabsetzung der Feuerschnelligkeit erreichen. 



   Die   Grosse der   jeweils erforderlichen   Gewichtserhöhung   des Antriebsstückes muss durch praktische Erprobung festgestellt werden, was jeoch keine Schwierigkeiten bietet. 



   Nachstehend sind die Gewichte der   Verschlussteile   einer Feuerwaffe als Beispiel einer Anwendung der Erfindung angegeben : 
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> Bestehende <SEP> Verlangsamte
<tb> Bezeichnung <SEP> des <SEP> Teiles
<tb> Feuerwaffe <SEP> Feuerwaffe
<tb> Verschlussriegel <SEP> ...................................... <SEP> 32#52 <SEP> g <SEP> 32#160 <SEP> g
<tb> Verschlussstück <SEP> ...................................... <SEP> 470 <SEP> # <SEP> 470 <SEP> #
<tb> Antriebsstück <SEP> ....................................... <SEP> 77 <SEP> # <SEP> 190 <SEP> ,
<tb> Druck <SEP> der <SEP> Schliessfeder <SEP> bei <SEP> geschlossenem <SEP> Verschluss..... <SEP> 2700 <SEP> # <SEP> 2700 <SEP> #
<tb> Kaliber <SEP> der <SEP> Feuerwaffe.......... <SEP> 11-43 <SEP> mm <SEP> 11-43 <SEP> mm
<tb> Maximaler <SEP> Gasdruck <SEP> beim <SEP> Schiessen <SEP> mit <SEP> einem <SEP> 13.

   <SEP> 800 <SEP> 9
<tb> schweren <SEP> Geschoss <SEP> 5600 <SEP> kg <SEP> 5600 <SEP> kg
<tb> Schusszahl <SEP> in <SEP> der <SEP> Minute............................ <SEP> 800-900 <SEP> 570-630
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
Aus dieser Aufstellung ist ersichtlich, dass bei beiden Feuerwaffen die Gewichte der Verschlussteile im wesentlichen gleich sind, mit Ausnahme des Antriebsstückes, das bei einer Gewichtserhöhung von einigen Dekagrammen, die gegenüber dem Gesamtgewicht der Waffe gar nicht in Betracht kommt, die Schusszahl der Waffe auf das gewünschte Ausmass brachte. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Selbsttätige Feuerwaffe, bei welcher der hinter dem Lauf befindliche Mechanismus aus ständig miteinander verbundenen aber relativ zueinander beweglichen Teilen besteht, u. zw. einem Verschlussstück (11), einem Riegel (18) und einem Antriebsstück   (16),   welches sich zusammen mit und relativ 
 EMI4.1 
 dadurch gekennzeichnet, dass zur Herabsetzung der   Schussfolge   das Gewicht des Antriebsstückes   (16)   über das seiner bestimmungsgemässen Zweekform entsprechende Mass so erhöht ist, dass sich die Geschwindigkeit der relativen Bewegung zwischen Antriebsstück und Verschlussstück (11) verringert.

Claims (1)

  1. 2. Selbsttätige Feuerwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Antriebsstück EMI4.2
    3. Selbsttätige Feuerwaffe nach den Ansprüchen 1 und 2, deren Antriebsstück aus einem Griffstücke (31) und einer von diesem nach hinten ragenden Deckschiene (32) besteht, dadurch gekenn- zeichnet, dass diese Deckschiene (32) zu einem prismatischen Körper (33) verdickt ist.
    4. Selbsttätige Feuerwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsstück mindestens ein Viertel des Verschlussgewichtes wiegt. EMI4.3
AT139920D 1929-10-24 1930-10-24 Selbsttätige Feuerwaffe. AT139920B (de)

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