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Rohrrücklaufgeschütz.
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Die Erfindung hat den Zweck, eine Geschützkonstruktion zu schaffen, bei welcher ein Nachteil, welcher den bisher gebräuchlichen Rohrrücklaufgeschützen anhaftet, beseitigt ist. In der Regel liegt nämlich der Schwerpunkt der rücklaufenden Massen dieser Geschütze nicht in, sondern unter der Seelenachse des Geschützrohres. Die Pulvergase üben daher auf die rücklaufenden Massen
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dessen Wirkung sich auf das ganze Geschütz überträgt und dessen Stabilität wesentlich beeinträchtigt. Wenn auch das Mass von d nicht gross ist, wird das Produkt P. d doch sehr beträchtlich, da die Kraft P meist ganz bedeutende Grössen annimmt.
Um diesem Übelstande abzuhelfen, schritt man zur Ausgleichung der Massen, um das Mass von d zu verkleinern bzw. ganz auf Null zu bringen. Dieser Weg scheiterte aber an der komplizierten Konstruktion und an der bedeutenden Gewichtserhöhung des Geschützrohres.
Gemäss der Erfindung wird ein anderer Weg eingeschlagen, um die schädliche Wirkung des Drehmoments P. d (ohne ein Mehrgewicht des Geschützes) zu verringern oder auch aufzuheben, indem auf einfachste Weise eine Gegenkraft erzeugt wird.
Zu diesem Zwecke wird beim Geschütz nach der Erfindung die Achse der Geschützrohrbohrung mit der Gleitebene der Rücklaufvorrichtung in einen nach der Schussrichtung hin offenen Winkel a gestellt. Hiedurch wird erreicht, dass die senkrecht zur Gleitebene wirkende Komponente des nach Sr reduzierten Gasdruckes P, die Kraft K2 = P. sin a ein zusätzliches Drehmoment um den Sporn ergibt.
Durch geeignete Wahl des Winkels 5. kann die Wirkung des Moments P. d beliebig verringert werden.
Die Komponente parallel zur Gleitebene (K. cos'x) bewirkt den Rücklauf des Rohres.
Von der Reibung wird in folgendem abgesehen, da die Reibungskräfte gegenüber dem Gasdruck P klein sind.
Damit kein"Bocken"eintritt, d. h. also, damit das Geschütz beim Schuss ruhig steht, muss der Auflagerdruck bei D positiv sein.
Fig. 1 stellt ein Geschütz normaler Ausführung dar, Fig. 2 ein solches gemäss der Erfindung.
Zu Fig. 1 : Für das Kippen um den Punkt C sind folgende Kräfte bzw. Momente massgebend :
P. d, da der Schwerpunkt der rücklaufenden Massen Sr nicht in der Rohrachse liegt.
F. f, Moment des Federdruckes auf die Lafette.
F. e, Moment der Reaktionskraft des Federdruckes auf das Rohr, ferner die Gewielltsmomente und Gl. Sl sowie das Moment D. a.
Momente um C :
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Zu Fig. 2 : Die Momentengleichung ergibt sich für diesen Fall wie folgt :
D. a + P. d +F.e+F.f-Gr.sr-G1.s1-K2.c = 0 und mit G,. s,. +G'i. Si = G. s und K2 = P.sin α
D. a+P.d+F(e+f)-G.s-P.e.sin α= 0.
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als klein zweiter Ordnung weg.
Die Gleichung geht somit über in :
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Damit D positiv ist, muss
G. s+P.sr α > P.d+F.h+F.sr α.
Da P stets grösser als F ist, ergibt sich ein Überschuss auf der linken Seite der Ungleichung gegen- über der normalen Ausführung des Geschützes um (P-F) s,.. ct.
Als Probe für die Richtigkeit des Rechnungsganges setzt man or. = 0, damit geht die Ungleichung über in G. s : > P. d +F. h, das ist der Wert, der unter 1 gefunden wurde.
Es wurde schon vorgeschlagen, an Geschützen das Rohr drehbar auf dem Schlitten anzuordnen.
Der Zweck einer solchen Neigung des Rohres war aber nicht, ein Springen des Geschützes zu verhindern, sondern es soll damit eine günstige Ladestellung erreicht werden.