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Eine Ausführungsform des Verfahrens, nach welcher man z. B. Cellulosehydratfilme erhält, welche grössere Breiten und Längsdimensionen aufweisen, als die Dimensionen, welche durch die Formung durch den Formschlitz bedingt sind, besteht darin, dass Cellulosexanthogenatfo1ien, gegebenenfalls nach durchgeführter Reifung, in wässerige Bäder gebracht werden, in welchen sie quellen und dabei ihre Dimensionen vergrössern. Die Quellung bzw. Dimensionsvergrösserung ist abhängig vom Reifegrad der Cellulosexanthogenatfolien und von der Beschaffenheit, z. B. vom Salzgehalt des Quellungsbades, und darf dabei der Xanthogenatfolier nur soweit erlaubt werden, dass die Festigkeit derselben bei ihrem Transport zu der Trockenapparatur noch hinreichend ist.
Es ist oft vorteilhaft, die geformten Gebilde vor der Trocknung mit Flüssigkeiten, welche leichter als Wasser verdunsten, wie z. B. Alkohol, zu behandeln, damit die Trocknung und die damit verbundene Verdampfung der im Cellulosexanthogenat enthaltenen Flüssigkeit leichter von statten geht.
Cellulosexanthogenatgebilde, so lange sie nicht zu Cellulosehydrat zersetzt sind, haben die Eigen- se, haft, beim Trocknen spröde zu werden. Die erwähnte Sprödigkeit ist aber, und dies sei ausdrücklich hervorgehoben, nur eine Eigenschaft der Cellulosexanthogenate und nicht der nach der Trocknung und Zersetzung entstehenden Cellulosegebilde. Die Beseitigung der Sprödigkeit der trockenen Cellulosexanthogenatgebilde geschieht in einfacher Weise dadurch, dass Weichhaltungsmittel oder schwer verdampfbare Flüssigkeiten, wie z. B. Glycerin, dem Ceüulosexanthogenatgebilden, zweckmässig im letzten, vor der Trocknung passiertem Bade, einverleibt werden.
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ist es z.
B., Xanthogenatfolien auf eine geheizte Trommel von grossem Durchmesser zu führen und mehrere geheizte Walzen in kleinen Abständen auf die andere Seite des auf der Trommel liegen den Xanthogenatfilmes einwirken zu lassen. In vielen Fällen haftet die Xanthogenatfolie gut auf der Heiztrommel, so dass Schrumpfung in der Breiten- und Längendimension vermieden wird. Auch die einzelnen auf der Xanthogenatfolie liegenden Heizwalze können dieselbe fixieren und verhindern eine Schrumpfung. Jedoch können ausserdem die Ränder der Xanthogenatfolie an der Heiztrommel in geeigneter Weise fixiert werden. Die Trocknung wird so lange fortgesetzt, bis die geformten Gebilde bei Aufhebung der Spannung nicht mehr schrumpfen.
Bevor die Xanthogenatfolie auf die Trockentrommel gebracht wird, kann die auf der Folie anhaftende überschüssige Flüssigkeit durch geeignete Vorrichtungen entfernt werden. Es ist oft zweckmässig, einzelne Stellen der Trockentrommel z. B. vor dem Auflegen der Xanthogenatfolie zu kühlen. Die Trockentrommel oder die Gegenwalzen können auch mit unglasiertem Porzellan oder andern die Feuchtigkeit leicht absorbierenden Stoffen bezogen sein.
Die Zersetzung der Xanthogenatfolie zu Cellulosehydrat kann vorteilhaft auf der Troekentrommel selbst oder auf nachher geschalteten geheizten Zylindern bewirkt werden. Die Zersetzung der Xanthogenatfolie tritt meistens nach der Trocknung derselben ein, kann jedoch auch während oder noch vor der Trocknung derselben stattfinden, insbesondere wenn geringe Mengen saurer Substanzen in der Xantho- genatfolie enthalten sind.
Es ist jedoch auch möglich die Zersetzung der geformten und getrockneten Gebilde aus Cellulosexanthogenat in bekannter Weise durchzuführen, z. B. durch Behandlung in einem saurem Bade, Erhitzen in einem heissem Bade usw.
Der Transport der Cellulosexanthogenatfolien und nach der Zersetzung der Cellulosehydratfo1îen durch die einzelnen Bäder kann in üblicher Weise durch Walzen oder Transportbänder bewirkt werden.
Die Nachbehandlung der geformten Gebilde aus Cellulosehydrat wird in der schon vorher angedeuteten Weise vorgenommen und unterscheidet-sich bis auf ein eventuell vorzuschaltendes Waschbad, welches die noch im Cellulosehydratgebilde enthaltenen Salze, Schwefelverbindungen u. dgl. entfernt, in nichts von der sonst üblichen Nachbehandlung. Unter Umständen kann auch auf eine Nachbehandlungverzichtet werden.
Bei der Herstellung von Transparentfolien, Fäden u. dgl. nach dem obbeschriebenen Verfahren kann auch eine Langsstreckung in üblicher Weise vorgenommen werden.
Ausführungsbeispiel : Herstellung von Transparentfolien beliebiger Länge im ununter- brochenen Betrieb.
72 Stunden gereifte Viskose wird in bekannter Weise durch einen Schlitz gedrückt und in ein Koagulationsbad geführt. Das Koagulationsbad enthält 10% Salze, u. zw. Natriumchlorid, primäres und sekundäres Natriumphosphat und reagiert deutlich sauer. (Die Optimale Konzentration der Salze und schwachen Säuren kann durch einen Vorversuch bestimmt werden und soll so gross sein, dass die Xanthogenatfolie für die weiteren Transporte genügend Festigkeit besitzt. ) Das Koagulationsbad kann. in üblicher Weise regeneriert werden. Die Weiterbeförderung der Xanthogenatfolie findet in bekannter Weise durch Walzen oder Transportbänder statt.
Nach dem Passieren des Koagulationsbades wird die Xanthogenatfolie in das Reifungsbad gebracht, welches eine wässerige Lösung von 8% Natriumchlorid und 1 % Essigsäure von 75 C enthält. Hierauf wird die Xanthogenatfolie, nach einen Aufenthalt von 50 Sekunden im Reifungsbade, zur Verminderung des Salzgehaltes, in ein 1 %iges wässeriges Natrium-. chloridbad, welches Zimmertemperatur hat, gebracht. Von hier gelangen die Folien zur weiteren Ver-
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minderung des Salzgehaltes und zur Einverleibung von Glycerin in ein Bad, welches eine 5 %igue wässerige Glycerinlösung enthält. Nach dem Passieren dieses Bades wird die auf der Xanthogenatfolie anhaftende Flüssigkeit durch geeignete Vorrichtungen, z. B.
Gummiwalzen, von dieser entfernt und die Xanthogenatfolie auf die Trockentrommel gebracht und auf dieser unter Spannung getrocknet und dann zersetzt.
Die nunmehr aus Cellulosehydrat bestehende Folie wird nun in üblicher Weise nachbehandelt.
Das oben für Transparentfolien beschiiebene Verfahren kann in sinngemässer Abänderung für die Herstellung von Kunstseide, Hohlkörpern, kapselähnlichen Gebilden u. dgl. verwendet werden. Bei der Herstellung von Hohlkörpern und kapselähnlichen Gebilden kann die Koagulation der Viskose, die Reifung der Xanthogenatgebilde, die Regulierung des Salzgehaltes, die Einverleibung von Glycerin, die Trocknung und Zersetzung von den Cellulosexanthogenatgebilden auf einer oder mehreren Formen erfolgen.
Die obige Darstellung will andere Ausführungsmöglichkeiten des vorliegenden Verfahrens nicht einschränken.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Transparentfolien, Filmen, Bändchen, Fäden, Hohlkörpern, kapselförmigen Gebilden u. dgl., wobei zunächst geformte Gebilde aus Cellulosexanthogenat hergestellt werden, diese sodann gesondert zu Cellulosehydrat zersetzt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die geformten Gebilde aus Cellulosexanthogenat unter Spannung getrocknet bzw. unter Spannung zersetzt werden.