<Desc/Clms Page number 1>
Störschutz für Rundiunkemptänger.
Um sich empfängerseits von Rundfunkstörungen zu schützen, werden bereits verschiedene Mass- nahmen getroffen, welche diesem Übelstande abhelfen sollen. Der Kampf richtet sich namentlich gegen die lokalen Störungen, die hauptsächlich von industriellen Anlagen, medizinischen Geräten, Hoch- frequenzheilapparaten, Staubsaugern, kleinen Motoren usw. herrühren. Die Störwellen die dabei auf- treten, pflanzen sich entweder durch die Luft fort oder sie verbreiten sich längs der Lichtleitungen und wirken dann durch Induktion.
Die Mittel, die man empfängerseits gegen diese Störungen anwenden kann, sind bald erschöpft.
Sie bestehen nämlich im Ausprobieren verschiedener Antennen und Erdleitungen und haben geringen
Erfolg. Man versucht auch die Antennenzuleitungen abzuschirmen, was jedoch schwer in die Praxis umzusetzen ist. Hat man eine Hochantenne zur Verfügung, so nützt in manchen Fällen ein Kunstgriff folgender Art :
Man spannt eine doppeldrähtige Antenne, unterbricht jedoch die einzelnen Drähte in der Mitte durch eingeschaltete Isolatoren und verbindet die beiden Drähte kreuzweise. Dann heben sich irgend- welche Induktionen, welche von benachbarten Leitungen herrühren in der Antenne auf, während der
Empfang nicht beeinflusst wird. Eine komplizierte, im Wesentlichen aber gleiche Anordnung stammt von dem Amerikaner Weagant, welcher zwei Rahmenantennen benutzt, deren entsprechende Enden ebenfalls durch Zwischenschaltung von Kondensatoren und Schwingungskreisen gekreuzt wurden.
Neuestens ist jedoch eine Kompensationsschaltung bekannt geworden, welche darauf beruht, dass in zwei oder mehrere Antennen geeignete Widerstandsgrössen (induktiver, kapazitiver oder Ohmseher
Natur eingeschaltet werden, welche für die Störfrequenz im Kopplungsmittel des Eingangskreises eine
Phasenverschiebung zur Folge haben, welche die Störfrequenz aufhebt.
Einesteils ist es aber ein Nachteil zwei Antennen zu benutzen, andernteils aber kann manchmal trotz der zwei Antennen eine Kompensation nicht erzielt werden, wenn z. B. das Verhältnis der Nutz- und Störfrequenz zueinander in beiden sehr verschieden ist. Um diesem Falle wirksam zu begegnen, könnte man die beiden Antennen sehr nahe nebeneinander verspannen oder aber nur eine Antenne ver- wenden, die aber entsprechend geschaltet werden müsste, um den beiden Zwecken einer Störkompen- sation und einem Rundfunkempfange zu genügen.
Erfindungsgemäss wird dies durch folgende Enrich- tung erreicht :
Die Antenne (in Fig. 1) führt einerseits über die Leitung 7 zu einem Ende des Kopplungsmittels 8, andrerseits über die Spule 2 und den Kondensator 4 und die Spule. 3 und den Kondensator 5 zum zweiten
Ende des Kopplungsmittels 9, welches zugleich das Erdpotential darstellt. Auf diese Weise ist es also möglich, auf zwei verschiedene Frequenzen abzustimmen. Zum Zwecke einer Kompensation (Erreichung einer richtigen Phasenverschiebung für die Störfrequenz) genügt dies aber nicht, es ist im Gegenteil erforderlich, die beiden Kreise durch Einführung verschiedener Widerstandsgrössen für obgenannten Zweck geeignet zu machen. Prinzipiell und praktisch ist dies nach den Grundsätzen der Vierpoltheorie zu erreichen.
Diese ist in Barkhausen "Lehrbuch für Elektronenröhren" 1. Band, ausführlich ent- wickelt. Auf Grund dieser dort gemachten Angaben lassen sich die in Fig. 2 und 3 dargestellten Schemen ableiten, welche der gestellten Aufgabe Genüge leisten. Für die Praxis ist es vorteilhaft, alle Wider- standsgrössen variabel zu machen, um eine genaue Einstellung der nötigen Phasenverschiebung zu erreichen,
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Spule 2 geführt. Spule 2 und Kondensator 4 sind also mit 8 und 9 in Serie geschaltet.
Dieselben Bedingungen sind in Fig. 3 erfüllt, doch ist in die Leitung 6 zur besseren Abgleichung der Anordnung ein variabler Ohm'scher Widerstand 10 eingeführt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Störschutz für Radioempfänger, dadurch gekennzeichnet, dass die Antennenzuleitung zum Empfänger in zwei Leitungen (7, 6), von welchen die eine Kapazität (4) und die andere Induktivität (2) enthält, geteilt ist und beide Leitungen (7, 6) über eine Spule (od. dgl. Kopplungsmittel) hintereinander geschaltet sind, in welcher die Phasenverschiebung für die Störfrequenz auftritt.