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Verfahren zur Herstellung von Präparaten, die Hormone, Vitamine od. dgl. fermentartig wirkende
Substanzen enthalten.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Präparaten, die Hormone, Vitamine od. dgl. fermentartig wirkende Substanzen in möglichst unverändertem, dem natürlichen Vorkommen entsprechendem Zustande in trockener Form und in angereicherter Menge enthalten.
Soweit bisher fermentartig wirkende Substanzen einer nutzbringenden Verwendung zugeführt wurden, geschah dies meistens derart, dass das diese Substanzen enthaltende Ausgangsmaterial von den vorwiegend in flüssiger Form vorhandenen Ballaststoffen unter Anwendung höherer Temperaturen befreit wurde. Es zeigte sich aber, dass sowohl die Herstellung von Präparaten, die die in Rede stehenden Substanzen enthalten, als auch die Reinherstellung dieser Substanzen durch Beseitigung der Ballaststoffe ungünstige Ergebnisse zeitigen. Die hergestellten Präparate bzw. Substanzen kommen in bezug auf ihre Wirkung den fermentartig wirkenden Substanzen in ihrer ursprünglichen Form nicht gleich ; sie stehen den ursprünglichen Substanzen vielmehr nach. Die Beeinträchtigung der Wirkung wird in der Hauptsache auf die Hitzeempfindlichkeit von Hormonen, Vitaminen u. dgl.
Substanzen zurückgeführt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, jede Anwendung von schädlicher Temperatur zu vermeiden. Dies wird dadurch möglich gemacht, dass zerkleinertes, die erwähnten wirksamen Substanzen enthaltendes Frischmaterial mit Trockenmaterial als Füllmittel in derartigem Verhältnis vermengt wird, dass das Gemenge durch Trocknung bloss bei Lufttemperatur haltbar wird. Auf diese Weise ist jede Erhitzung der Komponenten und des Gemenges über Lufttemperatur während des ganzen Prozesses unnötig gemacht. Es wird allein durch die verhältnismässige Verringerung des Anteiles an Flüssigkeit das Verderben des verderblichen, von Natur aus wasserhaltigen Frischmaterials hintangehalten. Durch Zusammenbringen mit Trockenmaterial, das gleichfalls Hormone, Vitamine od. dgl. Substanzen enthält, wird die erfindungsgemäss angestrebte Anreicherung der wirksamen Substanzen erzielt.
Es ist vorgesehen, Troekenmateiial zu verwenden, das aktive Fermente in dem natürlichen Vorkommen gegenüber möglichst unvermindertem Masse enthält. Weitestgehende Anreicherung an wirksamen Substanzen lässt sich natürlich erreichen, wenn als Trockenmaterial Produkte verwendet werden, die reich an derartigen Substanzen sind. Als Aufsaugungs-bzw. Füllmittel dieser Art kommen z. B. in Betracht : Mahlprodukte aus Keimlingen, aus Deckschichten von Zerealien usw.
Es wurden wohl schon Vorschläge zur Herstellung von Hormon-u. dgl. Präparaten unter Ausschluss von schädlichen Temperaturen gemacht. Die älteren Verfahren ergaben aber keine befriedigenden Resultate. Es wurde z. B. vorgeschlagen, vitaminhaltige Substanzen zu Kindermehl zuzusetzen. Da Kindermehl aber aus den inneren (stärkehaltigen) Teilen der Getreidekörner besteht, so handelt es sich bei diesem Verfahren um eine Beimengung zu vitaminarmen bzw. vitaminfreien Substanzen. Dagegen werden erfindungsgemäss, sofern z. B. vitaminhaltige Materialien vermischt werden sollen, vitaminhaltiges Frischmaterial und vitaminhaltiges Füllmaterial zusammengebracht, auf welche Weise die vorgesehene Anreicherung an wirksamen Substanzen erzielt wird.
Es wurde u. a. auch vorgeschlagen, zur Herstellung von Vitaminpräparaten geeignete Presssäfte mit Produkten, wie Kakao, Zerealienmehl, Stärke, Trockenblut, zu vermischen. Diesem Vorschlag gemäss gelangen Presssäfte zur Anwendung, die so dünnflüssig sind, dass die Einengung vor und nach dem Zusatz der Trockenprodukte, also die Einengung sowohl der Presssäfte als auch der Gemenge, vorgesehen ist. Nach dem Verfahren der Erfindung wird zerkleinertes Frischmaterial, d. i. das von der Stützsubstanz, dem Bindegewebe, überhaupt nicht befreite, sondern das Bindegewebe enthaltende Material, verwendet.
Die Mitverwendung des Bindegewebes (der Stützsubstanz) erweist sich deshalb als vorteilhaft, weil das zerkleinerte Frischmaterial bei Beibehaltung der Stützsubstanz breiartig, nicht aber dünnflüssig ist und weil die Stützsubstanz besonders reich an wirksamen Stoffen ist. Als Füll-bzw. Aufsaugungsmittel wurden auch schon Salze in Pulverform, Fullererde und ähnliche trockene Materialien empfohlen, Materialien also, die, dem erwähnten Kindermehl ähnlich, keine Hormone, Vitamine od. dgl. fermentartig wirkende Substanzen enthalten.
Eine Wirkungserhöhung kann dadurch erreicht werden, dass pflanzliches und tierisches Material gleichzeitig verwendet wird. Bei auf diese Art erhältlichen Präparaten macht sich das pharmakodynamische Grundgesetz, dass die durch Bestandteile einer Mischung hervorgerufene Reizwirkung über die Einzelwirkungen hinausgeht, besonders vorteilhaft geltend. Insbesondere erweist sich die Kombination von physikalisch-chemisch nahestehenden Stoffen einerseits pflanzlichen und anderseits tierischen Ursprunges als therapeutisch zweckmässig. Von den die Erhöhung der Wirkung bedingenden verschiedenartigen Materialien kann vom Anfang an ausgegangen werden, es können aber auch bestimmte Materialien zu irgendeinem Zeitpunkte des Herstellungsverfahrens zugesetzt werden.
Als vorteilhaft erweist sich das Vorhandensein von Mineralstoffen in natürlicher organischer Bindung. Die Einverleibung derart gebundener Mineralstoffe lässt sich durch Auswahl bestimmter Ausgangsstoffe bewerkstelligen.
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Die Ausgangsmaterialien werden zweckmässig derart behandelt, dass sie eine möglichst weitgehende Gewebs-und Zellstoffzertrümmerung erfahren. Durch Massnahmen, wie z. B. Reiben mit Quarzsand, die diesem Zwecke entsprechen, werden die Zellgranulationen im Zellprotoplasma freigelegt, in welchem Falle die Fermentwirkung kräftiger ist als die Wirkung bei unversehrter Zelle.
Nach erfolgter Mischung der feuchten und der als Aufsaugungsmittel dienenden Ausgangsstoffe kann dem Mischprodukt durch Ausbreiten, Zerreissen, Zerreiben, Zerschneiden, Pressen durch Düsen od. dgl. Massnahmen eine möglichst grosse Oberfläche gegeben werden, damit das derart behandelte Produkt leicht zu trocknen vermag.
Ausführungsbeispiel l : Es wird Gehirnbrei mit Kleie in einem Verhältnis vermischt, dass das Mischprodukt die Flüssigkeit aufzusaugen vermag. Das Mischprodukt wird möglichst zerkleinert und der Trocknung bei gewöhnlicher Temperatur ausgesetzt. Statt des Gehirnbreies können andere zerkleinerte tierische Organe und statt Kleie können z. B. Troekenmalz, Malzkeimlinge oder ein anderes Aufsaugungsmittel pflanzlichen Ursprunges gewählt werden.
Ausführungsbeispiel 2 : Es wird Brennesselbrei auf die vorstehend angegebene Weise mit Fisehroggenmehl vereinigt. Auch diese Ausgangsstoffe können durch andere Ausgangsstoffe gleicher Provenienz ersetzt werden.
Ausführungsbeispiel 3 : Brei von Stierhoden (Hodenaussenhaut, tunica albuginea, tunica propria, Haupt- und Nebenhoden, Samenadergeflecht, Schwellkörper usw., also Gesamtsexualorgan), Brei von Fischmilch, Fischroggen und Karotten wird mit Trockenmalz vereinigt. Die angeführten Frischmaterialien können durch andere Frischmaterialien beider Provenienzen ersetzt oder auch ergänzt werden. Ebenso kann als Aufsaugungsmittel statt bzw. neben Trockenmalz jedes geeignete Aufsaugungsmittel beliebiger Proveniez in Anwendung kommen.
Ein Präparat von besonderer Wirksamkeit und gleichzeitig gutem Geschmack wird durch Zu- sammenbringen von Hodenbrei und zerkleinerten Nüssen (Walnuss, Kokosnuss, Kopra usw. ) erhalten.
Ausführungsbeispiel 4 : Thyreoideabrei wird mit Agar-Agar oder Blasentangpulver vereinigt. Diese Ausgangsstoffe werden zu Zwecken der Jodeinverleibung in das herzustellende Präparat gewählt. Sollen andere organisch gebundene Mineralstoffe verwendet werden, so werden entsprechende Ausgangsstoffe ausgewählt. Zur Einverleibung von Eisen kann Spinatbrei bzw. Trockenspinat, Frischblut bzw. Blutmehl, zur Einverleibung von Magnesium Maismehl oder Mehl aus Maiskeimlingen, zur Einverleibung von Kalk Haferflocken, Mohnsamen, Muschelkalk, zur Einverleibung von Kali Melasse, Kartoffelpulver, zur Einverleibung von Phosphor bzw. Kali und Phosphor Pflanzenkeimlinge, Malzkeimlinge, Produkte aus Keimlingen dieser Art genommen werden.
Es erweist sich auch als günstig, Mineralstoffe für sich allein zu den Ausgangsstoffen oder zu ihrer Mischung zuzusetzen. Die Mineralstoffe können entweder in trockener oder flüssiger Form beigemengt werden. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise der Zusatz von konzentriertem Meerwasser erwähnt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Präparaten, die Hormone, Vitamine od. dgl. fermentartig wirkende Substanzen in möglichst unverändertem, dem natürlichen Vorkommen entsprechendem Zustande in trockener Form und angereicherter Menge enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass von Natur aus wasserhaltiges, in Breiform zerkleinertes, solche Substanzen enthaltendes Frischmaterial mit derartige Substanzen gleichfalls enthaltendem zerkleinertem, sonst aber unverändertem natürlichen Trocken- material als Füllmittel vermengt und das Gemenge durch Trocknung bei Lufttemperatur haltbar gemacht wird, wobei während des ganzen Prozesses eine Erhitzung des Gemenges und seiner Komponenten bzw.
Rohmaterialien über die Lufttemperatur vermieden wird.