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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gitter-Eidktroden.
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Gitter-Elektroden für VakuuJ1lröhren und insbesondere auf Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Gitterelektroden mit verschiedenen
Arbeitscharakteristiken an verschiedenen Stellen des Gitteraufbaues.
Bei der industriellen Herstellung von Vakuumröhren wurden bisher in der Regel Gitter in der Form einer schraubenförmigen Wicklung verwendet, die an einem oder mehreren axial längs der Drahtrolle sich erstreckenden und die Windungen derselben berührenden Drähten befestigt und von diesen Drähten getragen waren. Exponential- (Poly-mu-) Röhren mit den in den Proceedings of the Institute of Radio Engineers", 1930, S. 2102-2127, beschriebenen Arbeitscharakteristiken haben Steuergitter, deren Windungen im Durchmesser oder in der Steigung oder in beiden verschieden sind, oder auch solche, deren Windungen gleiche Steigung haben, von denen aber eine oder mehrere Windungen entfernt worden sind.
Gemäss der vorliegenden Erfindung werden Gitter von der Art der in den"Poly-mu"-Röhren verwendeten hergestellt, indem zuerst das Gitter als schraubenförmige Wicklung, vorzugsweise mit gleichmässiger Steigung, gebildet wird und dann eine oder mehrere der Windungen aus der Schraubenfläche gebogen werden.
Gegenstand der Erfindung sind also Verfahren und Vorrichtungen zur Bildung von Gitterelektroden durch Verformung von schraubenförmigen Gitterwicklungen. Bei einer zweckmässigen Ausführungsform der Erfindung wird die Verformung bewirkt, indem ein oder mehrere keilförmig gestaltete Körper-Ver- dränger-in oder durch Teile der schraubenförmigen Gitterwiellung hindurchgezwängt werden, wodurch einige der Windungen zur Seite gebogen werden.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand durch Ausführungsbeispiele schematisch ver- anschaulicht. Fig. 1 ist eine schaubildliche Darstellung, die das Gitter und die Keilkörper oder Verdränger in ihrer Stellung zueinander vor der Verformung der Gitterwicklung zeigt. Die Fig. 2 und 3 zeigen einen Teil des Gitters im Längsschnitt, nachdem die Druckkörper ganz in das Gitter eingedrungen sind bzw. nachdem sie wieder aus demselben entfernt worden sind. Die Fig. 4,5 und 6 sind Vorderansicht bzw. Seitenansicht bzw. Draufsicht einer Ausführungsform der Vorrichtung zur Bildung des Gitters gemäss der Erfindung. Die Fig. 7 und 8 sind Endansicht bzw. Draufsicht einer andern Ausführungsform. Fig. 9 ist ein Schnitt längs der Linie 9-9 der Fig. 7.
Das Gitter in Fig. 1 ist von der Art der heute in vielen industriell erzeugten Vakuumröhren verwendeten und besteht aus einem Paar Stütz-oder Tragdrähten 1, über die ein feinerer Draht 2 als schrauben- förmige Wicklung von gleichmässiger Steigung gewunden ist. Sowohl von Hand betätigte als auch selbsttätige Maschinen zum Wickeln solcher Gitter und zum Anschweissen der schraubenförmigen Wicklung 2 an die Tragdrähte 1 sind bekannt.
Gemäss der vorliegenden Erfindung kann einer schraubenförmigen Gitterwicklung dieser bekannten Art eine gewünschte Form für die Verwendung in einer PoIy-mu"-Röhre gegeben werden, indem einige der Windungen der Wicklung durch Verdränger 3 verformt werden, die zwischen nebeneinanderliegende Windungen der Wicklung gezwängt werden, um eine Anzahl von Windungen oder Teile von Windungen längs der Achse des Gitters zu verbiegen.
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In Fig. 2 sind einander gegenüberliegende Verdränger 3, 3'in die Wicklung hineinbewegt worden, um eine Anzahl von Windungen zu beiden Seiten der Verdränger zur Seite zu biegen. Nach Entfernung der Verdränger bewirkt die Elastizität der Wicklung, wie Fig. 3 zeigt, dass die zur Seite gebogenen, Windungen bis zu einem gewissen Grad wieder zurückspringen. Beim Entwurf der Vorrichtung zur Bildung der Gitter kann dem Rechnung getragen werden, indem die Verdränger je nach der Elastizität der Wicklung mit entsprechend stärkeren Abmessungen ausgeführt werden.
Bei der in den Fig. 4-6 dargestellten Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung trägt ein Gestell 4 einen flachen Dorn 5, auf den ein Gitter, wie in Fig. 1 dargestellt, aufgeschoben werden kann, wobei das Gestell 4 in Öffnungen 6 die Enden der Stützdrahte 1 aufnimmt, die über die Wicklung 2 vorragen. Ein Paar von Hebeln 7, 7 trägt je einen Satz oberer und unterer Verdränger 3 bzw. 3'. Die Hebel sitzen drehbar auf einer Achse 8 und sind normal durch eine Feder 9 auseinandergehalten. Wie aus Fig. 6 ersichtlich ist, sind die Verdränger 5 und die Verdränger 3' nach entgegengesetzten Richtungen geneigt eingestellt, um von oben und von unten her zwischen nebeneinanderliegende Windungen der Wicklung eingreifen zu können.
Die Teile der Vorrichtung sind so bemessen, dass bei soweit wie möglich auf den Dorn 5 aufgeschobenem Gitter die Verdränger gerade den Zwischenräumen zwischen nebeneinanderliegenden Windungen gegenüberstehen.
Bei der Herstellung des Gitters wird zunächst der Draht 2 von Hand oder mittels einer Gitter-
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förmige Wicklung wird dann auf den flachen Dorn 5 geschoben der Formmaschine, bis die Endwindung der Wicklung 2 gegen die Fläche des Gestells 4 anliegt oder die Enden der Stützdrähte 1 an die Enden der Bohrungen 6 zu liegen kommen. Nun werden die Hebel 7 zusammengedrückt, um die Verdränger er in die Wicklung zu zwängen, worauf-nach Aufhebung des Druckes-die Hebel wieder auseinandergehen und das fertige Gitter abgenommen werden kann.
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längs Sehnen der Wicklung bewegt werden, um die Windungen längs der Achse des Gitters zu verbiegen. Eine Ausführungsform einer Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist in den Fig. 7-9 veranschaulich.
Die Vorrichtung weist ein geeignetes Gestell 10 für einen Ständer 11 auf, der einen Dorn 12 zur Aufnahme der Gitter trägt. In dem Ständer 11 sind Vertiefungen 13 für die Aufnahme der Enden
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der in einer Sehwalbenschwanzführung 16 des Ständers 11 gleitbar angeordnet ist.
Um ein Gitter zu formen, wird der Schlitten 15 gehoben und ein gewöhnliches Gitter auf den flachen Dorn 12 geschoben. Hierauf wird der Schlitten niedergedrückt, um die messerartig gestalteten Verdränger 14 durch die schraubenförmige Gitterwieklung zu zwängen. In den Fig. 7 und 9 deuten die strichlierten Linien 2'die Lage der schraubenförmigen Wicklung an, wenn das Gitter auf den Dorn aufgebracht ist. Falls erwünscht, können auch Federn u. dgl. vorgesehen werden, um den Schlitten 15 normal in gehobener Stellung zu halten ; doch ist der Schlitten 15 so klein und leicht, dass es mit keiner Schwierigkeit oder Verzögerung verbunden ist, wenn der Schlitten von Hand gehoben wird.
Die in den Fig. 4-6 dargestellte Vorrichtung kann mit auswechselbaren Hebeln 7 versehen sein, die verschiedene Arten und Anordnungen von Verdrängern tragen. Verschiedene solcher Hebel können-' dann angewendet werden, um Gitterformen von wesentlicher Verschiedenheit in ihrer Gestalt und ihren elektrischen Eigenschaften zu erhalten. Für das andere Ausführungsbeispiel können mit verschiedenen Arten und Anordnungen von Verdrängern versehene auswechselbare Schlitten vorgesehen werden.
Zur Veranschaulichung der Erfindung wurde nur eine Form der Gitterelektrode mit abgebogenen Windungen als Beispiel dargestellt, doch versteht es sich, dass auch jede beliebige Anzahl von Windungen oder von Teilen von Windungen der ursprüngliehen schraubenförmigen Wicklung durch entsprechende Wahl der Zahl und Gestalt der Verdränger verlagert werden kann. Wie in Fig. 1 angedeutet, können alle abgebogenen Windungsteile auf einer Seite des Gitters liegen, wenn die schraubenförmige Wicklung von zwei oder mehr Stützdrähten getragen ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Gittern für Vakuumröhren, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Wicklungen eines schraubenförmig gewickelten Drahtes axial verschoben wird.