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Trägerstromtelegraphieverfahren.
In der Trägerstromtelegraphie, insbesondere Tonfrequenztelegraphie über Fernmeldeleitungen, ist bisher nach dem Arbeitsstromprinzip gearbeitet worden, d. h. es ist nur während der Zeitdauer eines Zeichens die Trägerwechselspannung auf die Leitung gegeben worden.
Gemäss der Erfindung soll mittels Ruhestrombetrieb gearbeitet werden, so dass die Trägerwechsel- spannungen nur während der Ruhestromschritte und Sendepausen übertragen werden. Diese für die Trägerstromtelegraphie neue Arbeitsart hat wichtige Vorteile und gewährt besonders eine störungsfreie Übertragung.
Bei Verwendung bestehender Stromkombinationen internationaler Telegraphenalphabete sind beim Arbeitsstromprinzip die Zeiten, in denen die Trägerwechselspannung auf die Leitung gegeben wird, geringer als die Zeiten, in denen keine Wechselspannung übertragen wird. Da ausserdem über eine Leitung gleichzeitig bis zu zwölf Telegramme übertragen werden können, ist die Übertragungszeit für die auflaufenden Telegramme so kurz, dass die einzelnen Kanäle oft längere Zeit ohne Telegrammübertragung bleiben und so z. B. beim Siemens-Schnelltelegraphen nur mit den kurzen Gleiehlaufzeichen beschickt werden.
In der Wechselstromtelegraphie treten Störungen während der Übertragung meist nur während der Ruhestromschritte auf. Diese Störungen entstehen, wenn gleichzeitig verschiedene Trägerfrequenzen auf eine lange Fernsprechleitung mit mehreren Verstärkern gegeben werden und durch vorhandene Niehtlinearitäten Kombinationstöne oder andere Störspannungen auftreten. Durch ein Trägerstromtelegraphieverfahren gemäss der Erfindung werden nun die Zeiten. in denen während der
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Die zwischen dem Sende-und dem Empfangsrelais liegenden Elemente, Sendesiebketten, Zwischenverstärker, Empfangssiebketten und Empfangssehaltung, haben grossen Einfluss auf die Länge und die Form der Telegraphiezeiehen. Vor allem Sehaltelemente mit Zeitkonstanten, wie sie z. B. bei der Amplitudenregulierung von Verstärkern mit Röhren oder bei Gleichriehtergeräten verwendet werden, lassen kurze Wechselstromzeiehen mit grösseren Verzerrungen erscheinen als lange Zeichen. Auch röhrenlose Verstärker auf elektromechanischer oder elektromagnetischer Grundlage bzw. einer Kombination aus beiden Arten arbeiten meist mit einer gewissen Zeitkonstante, wodurch die kurzen Wechsel- stromzeichen eine Verzerrung erfahren.
Insbesondere durch die Verwendung von Siebketten, die bei gegebener Lochbreite eine bestimmte Einschwingzeit haben, sind die einzeln auftretenden kurzen Wechselstrom zeichen nicht voll eingesehwungen.
Pegelregulierende Schaltungen mit ihrer grossen Zeitkonstante werden nun die im Text vorkommenden Wechselstromschritte in der richtigen Länge wiedergeben, da die normale Gittervorspannung der regulierende Röhren während dieser kurzen Zwischenzeiten erhalten bleibt. Folgen aber über längere Zeit nur solche einzelne kurze Stromschritte, wie es z. B. beim Siemens-Sehnelltelegraphen durch seine Korrektionszeichen zu Beginn des Arbeitens bedingt wird, so wird der Arbeitspunkt der pegelregulierenden Röhre allmählich positiv verlagert und die Zeichen zum Teil erheblich verlängert.
Beim Betrieb mit Trägerfrequenzruhestrom treten vielmehr lange Zeichen auf als beim bisherigen Arbeitsstrombetrieb, so dass die Textverzerrung geringer wird. Dies ist besonders beim Siemens-SehneIl- telegraphen in den Zeiten ohne Telegrammübertragung der Fall, wo also nur die Übertragung der Korrektionszeiehen erfolgt. Durch den Ruhestrombetrieb werden an Stelle von einem Arbeitsstromsehritt und vier Stromschritten Pause ein Stromschritt Pause und vier Stromschritte lang Wechselspannung auf die Leitung gegeben. Es erfolgt also hiebei eine Verminderung der kurzen Zeichen.
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