AT132715B - Verfahren zum Abbau hochpolymerer Kohlenhydrate. - Google Patents
Verfahren zum Abbau hochpolymerer Kohlenhydrate.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zum Abba m hochpolymerer Kohlenhydrate. EMI1.1 <Desc/Clms Page number 2> Vor allem bedarf die Temperatur einer Kontrolle, wenn auf das frische Kohlenhydratmaterial Chlorwasserstoff aufkomprimiert wird. Man beobachtet nämlich bei der Komprimierung des Chlorwasserstoffs auf das zu behandelnde Material erhebliche Wärmetönungen. Diese können derart gross sein, dass eine Verkohlung, auf jeden Fall aber eine nachteilige Veränderung des Materials eintritt. Diese Wärmetönungen sind unerwünscht und müssen, um einen einwandfreien und erfolgreichen Abbau der hochpolymeren Kohlenhydrate verfahrensgemäss zu erzielen, ausgeschaltet werden. Man erreicht dies dadurch, dass man das zu behandelnde Material vor dem eigentlichen Abbau mit Chlorwasserstoff unter erhöhtem Druck zunächst einer Vorbehandlung mit Chlorwasserstoff bei EMI2.1 zu behandelnde Material zunächst mit Chlorwasserstoff bei gewöhnlichem Druck zu durchspülen und hiebei mit Chlorwasserstoff abzusättigen. Es kann auch zweckmässig sein, das Spülen mit Chlorwasserstoff unter mässig erhöhtem Druck von z. B. einigen Atmosphären fortzusetzen. Die Dauer und Art der Vorbehandlung ist von Fall zu Fall durch Versuche festzustellen, jeweils mit der Massgabe, dass bei der nunmehr einsetzenden Behandlung unter den hohen Drucken des Verfahrens Wärmetönungen nicht mehr eintreten. Weiterhin kann es sich auch empfehlen, die Vorbehandlung mit verdünntem Chlorwasser- stoff durchzuführen, indem man dem Chlorwasserstoff trockene Luft, Stickstoff oder andere Gase beimischt. Das erfindungsgemäss vorbehandelte Material kann nunmehr ohne schädliche rberhitzungen dem Verfahren, d. h. der Behandlung unter hohen Chlorwasserstoffdrucken, unterworfen werden. Fallweise kann die Verdichtung des Chlorwasserstoffs bis zu den endgültigen Überdrucken auch stufenweise in verschiedenen Druekstufen erfolgen. Auf jeden Fall ist es zweckmässig, um die Güte der erhaltenen Produkte zu erhöhen, Temperaturen von 100 und mehr bei der Vorbehandlung und bei der Hauptbehandlung nicht zu überschreiten, ja EMI2.2 Nach dem beschriebenen Verfahren werden hochpolymere Kohlenhydrate, wie z. B. Cellulose, Stärke, Baumwolle, Linters, Holz, Stroh u. dgl., behandelt und weitgehend abgebaut. Dieser Abbau besteht offenbar überwiegend in einer Depolymerisation und Spaltung der hochpolymeren Kohlenhydrate. während hydrolytische Vorgänge nur eine untergeordnete Rolle spielen. Das beim Abbau hochpolymerer Kohlenhydrate, wie z. B. Cellulose, gewonnene Produkt stellt EMI2.3 erhaltenen Produkten direkt und ohne weitere Reinigung verwendet werden kann. Die erfindungsgemäss behandelten Kohlenhydrate bzw. kohlenhydrathaltigen Stoffe sind u. a. als hochwertiges Viehfutter verwendbar, da sie nach erfolgtem erfindungsgemässen Abbau ohne weiteres von dem tierischen Organismus aufgenommen und verdaut werden können. Die aufgeschlossene Stärke kommt als Dextrin für Klebstoffe und ähnliche Zwecke in Betracht. Die Abbauprodukte kommen ferner nach üblicher Weiterbehandlung (z. B. Acetylierung, Nitrierung) als Grundstoffe für die Lack-und Sprengstoffindustrie in Frage. Beispiel 1 : In einem Autoklaven aus salzsäurebeständigem Material befindet sich lufttrockene EMI2.4 selbst kondensiert. Der Dampfdruck des wasserfreien, flüssigen Chlorwasserstoffs beträgt bei 22 45-75 Atm. Zum Abbau von Cellulose ist aber der flüssige, wasserfreie Chlorwasserstoff nicht erforderlich, es genügt hiezu das unter Druck stehende Gas. Nach etwa eintägiger Einwirkung wird der Chlorwasserstoff möglichst vollständig unter Erwärmen abgepumpt und kann nach Trocknung sofort in einem zweiten Autoklaven Verwendung finden. Nachdem die letzten Reste von Säuregas durch Behandlung mit einem strömenden Gase. z. B. trockener Luft, Kohlensäure u. dgl., schliesslich mit Basen entfernt sind, stellt das Abbauprodukt ein trockenes, wasserlösliches Pulver dar, welches direkt für eine weitere Verarbeitung geeignet ist. Bei Verwendung von Holz, Stroh u. dgl. als Ausgangsmaterial, kann der abgebaut Anteil von dem nicht abgebauten durch Auslaugung mit Wasser getrennt werden. Die erfindungsgemässe Behandlung macht die Cellulose zu 100% wasserlöslich. Behandelt man im Gegensatz hiezu die völlig gleiche Cellulose unter im übrigen völlig gleichen Bedingungen nunmehr aber mit gasförmigem Chlorwasserstoff bei gewöhnlichem Druck, so ist praktisch die Cellulose nicht verändert und nach wie vor völlig wasserunlöslich. Beispiel 2 : Gewöhnliche, gut getrocknete Kartoffelstärke wird unter den gleichen Bedingungen, wie sie bei der Cellulose beschrieben sind, der Einwirkung von trockenem Chlorwasserstoff ausgesetzt und auch ebenso aufgearbeitet. Es resultiert ein trockenes Pulver, welches ohne weiteres in Wasser löslich ist und eine Drehung von etwa +850 zeigt.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zum Abbau hochpolymerer Kohlehydrate bzw. solche enthaltender Stoffe, wie z. B.Cellulose, Stärke. Baumwolle, Linters, Holz od. dgl., durch Behandlung des lufttrockenen Ausgangsmaterials mit gasförmigem Chlorwasserstoff unter Druck, dadurch gekennzeichnet, dass der trockene Chlorwasserstoff unter erhöhtem Druck von mehr als 5 Atm. auf das trockene Material bei Temperaturen oberhalb 00 zur Einwirkung gebracht wird. EMI3.1 Temperatur entsprechenden Sättigungsdruck des Chlorwasserstoffs, d. h. bei flüssigem Chlorwasserstoff als Bodenkörper, arbeitet.3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man das zu behandelnde Material zunächst bei gewöhnlichem Druck oder geringen Überdrucken mit reinem gasförmigem Chlorwasserstoff, insbesondere unter Durchspülen, behandelt und erst dann den hohen Drucken des Verfahrens unterwirft.4. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Vorbehandlung gegebenenfalls Chlorwasserstoff durch inerte Gase, wie z. B. trockene Luft, Stickstoff od. dgl., verdünnt anwendet.5. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2,3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass man bei der Vorbehandlung und der Hauptbehandlung Temperaturen von über 100 , insbesondere aber über 35 vermeidet und zweckmässig in einem Temperaturintervall zwischen 20-30'arbeitet.
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