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Einrichtung zur gleichzeitigen Übertragung von zwei Messwerten, Kommando od. dgl.
Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung zur gleichzeitigen Übertragung von zwei Messwerten,
Kommandos od. dgl. über eine gemeinsame Leitung, insbesondere eine Fernsprechleitung, mittels Überlagerung mehrerer Frequenzen. Charakteristisch für die neue Übertragungseinrichtung ist, dass die eine Übertragungsfrequenz aus der anderen durch eine Gleichrichter-Frequenzvervielfachungssehaltung abgeleitet wird und zur Aufnahme der mit der niederen Frequenz gesendeten Zeichen ein Resonanzrelais und zur Ableitung der mit der höheren Frequenz gesendeten Zeichen eine Siebschaltung dient.
Der Erfindungsgegenstand bietet insofern besondere Vorteile, als einmal die Sendeeinrichtung überaus einfach wird, anderseits die Empfangseinrichtung in geradezu idealer Weise dern Eigenschaften der Sendeeinrichtung angepass ist, u. zw. deswegen, weil bei einer Gleichrichter-Frequenzvervielfachungsschaltung sekundär nur ein verhältnismässig geringer Betrag der primär zur Verfügung stehenden Leistung abgenommen werden kann oder mit anderen Worten für die Übertragung mit der niederen Frequenz ein wesentlich grösserer Energiebetrag als für die Übertragung mit der höheren Frequenz gegeben ist.
Diese Erscheinung ist hier vorteilhaft dadurch genutzt, dass für die niedrigere Frequenz als Empfangs- einrichtung ein Resonanzrelais, für die höhere Frequenz aber eine Siebschaltung mit einem gewöhnlichen Relais od. dgl. benutzt wird, die wesentlich geringerer Energie bedürfen als das Resonanzrelais.
Die Nebeneinanderverwendung verschiedener Empfangseinrichtungen innerhalb der gleichen Übertragungseinrichtung in der genannten Weise ist auch aus dem Grunde vorteilhaft, als bei höheren Frequenzen Siebschaltungen den Resonanzrelais in Herstellung und Wirkungsweise überlegen, bei niedrigeren Frequenzen aber Resonanzrelais vorteilhafter als Siebsehaltung sind.
Ist die Übertragungseinrichtung nur zur gleichzeitigen Übertragung zweier Messwerte od. dgl. bestimmt, so ist es besonders günstig, für die eine Übertragung die Frequenz 100 Hz und für die andere Übertragung 200 Hz zu wählen. Man kann diese Frequenzen in sehr einfacher Weise aus der normalen Betriebsfrequenz 50 Hz mittels ruhender Frequenzumformer bilden. Weiterhin sind die Frequenzen 100 und 200 Hz auch aus dem Grunde sehr zweckmässig, weil man Übertragungen mit diesen Frequenzen über Fernsprechleitungen führen kann, ohne den Fernsprechbetrieb zu stören. Denn die Sprachfrequenzen unterhalb von 300 Hz sind für die Verständigung nicht erforderlich. Für den Anruf sind bei Fernsprechbetrieben aber nur Frequenzen bis etwa 50 Hz erforderlich.
Es steht daher bei Übertragungen über Fernsprechleitungen ein Frequenzbereich von etwa 50-300 Hz zur Verfügung. Abgesehen davon, dass die Übertragungsfrequenzen von 100 und 200 Hz in diesen Bereich fallen und mittels ruhender Frequenzumformer in einfacher Weise gebildet werden können, haben diese Frequenzen auch noch den Vorteil, dass Störungen infolge Induktion von Starkstromleitungen her, die mit der Frequenz von 50 Hz betrieben werden, nicht auftreten können, da in den Strom-oder Spannungskurven dieser Anlagen die zweite und die vierte Harmonische in der Regel nicht auftreten.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
In der Fig. 1 ist 1 ein ruhender Frequenzumformer, der über den Übertrager 2 an eine Wechselstromquelle 3, die eine Spannung von der Frequenz 50 erzeugt, angeschlossen ist. In dem Frequenzumformer 1 wird die Frequenz 50 auf 100 Hz umgeformt. 4 ist ein zweiter Frequenzumformer, der über
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den Übertrager 5 an den Kreis des Frequenzumformers 1 angeschlossen ist und in dem die in dem ersten Umformer 1 auf 100 Hz umgeformte Frequenz auf 200 Hz tranformiert wird. 6 und 7 sind an den Kreis des Umformers bzw. des Umformers 4 angeschlossene Übertrager, deren Sekundärwicklungen als unmittelbare Stromquellen für die beiden Gebereinriehtungen dienen und einen Strom mit der Frequenz 100 bzw.
einen Strom mit der Frequenz 200 Hz liefern. Die Sekundärwicklung des Übertragers 6 ist über die Leitungen 8 und 9 an die Fernleitung 10, 11 angeschlossen. In gleicher Weise ist die Sekundärwicklung des Übertragers 7 über die Leitungen 12 und 13 mit der Fernleitung 10, 11 leitend verbunden. In den Leitungen 9 und 13 liegt je ein Anker 14a bzw. 15a eines Senderelais. M bzw. 15. Bei Stromlosigkeit der
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bzw. die Leitung 13 unterbrochen ist. Werden die Senderelais über die zugeordneten, nicht dargestellten Gebergeräte erregt, so wird die Fernleitung 10, 11 an die Sekundärwicklung des Übertragers 6 bzw. des Übertragers 7 angeschlossen.
Entsprechend der Steuerung der Gebergeräte werden hiebei Meldungen mit der Frequenz 100 bzw. 200 jSi= ; gesendet.
Um beim gleichzeitigen Senden eine gegenseitige Störung der Sendeeinrichtungen zu vermeiden, ist in die Leitung 8, 9 eine Siebkette 16 gelegt, die nur für Frequenzen bis etwa 120 Hz durchlässig ist.
Ebenso ist in die Leitung 12, 13 eine Siebkette 17 eingefügt, die nur für Frequenzen von etwa 180 bis 220 Hz durchlässig ist.
An der Empfangsstelle sind erfindungsgemäss zum Empfang der gesendeten Meldungen nebeneinander ein Resonanzrelais und eine gewöhnliche Empfangseinrichtung, die über eine entsprechend abgestimmte Siebschaltung an die Fernleitung angeschlossen ist, verwendet. Das Resonanzrelais 18 ist über die Leitung 19, 20 an die Fernleitung 10, 11 angeschlossen und dient zur Aufnahme der mit der Frequenz 100 gesendeten Übertragungen. 18a ist der Anker des Resonanzrelais, der bei Erregung des Relais einen Stromkreis schliesst, der von dem einen Pol der Stromquelle 21 über die Wicklung eines Relais 22 zurück zum anderen Pol der Stromquelle 21 verläuft. Der Anker 18a schwingt dabei zwischen zwei mit dem einen Pol der Stromquelle 21 leitend verbundenen Gegenkontakten.
Durch das Relais 22 wird somit bei Erregung des Relais 18 ein Gleichstrom geleitet.
Da jedoch dieser Stromkreis beim Empfang einer Meldung infolge der Hin-und Herbewegung des Ankers 18 ständig geschlossen und wieder geöffnet wird, ist es vorteilhaft, wie in der Zeichnung ver- anschaulicht, parallel zu dem Anker 18a des Resonanzrelais und seinen Gegenkontakten eine aus einem Kondensator 23 und einem Vorwiderstand bestehende Reihenschaltung zu legen. Diese wird, wenn der Anker mit seinem einen oder anderen Gegenkontakt Kontakt macht, kurzgeschlossen, wobei sich der
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dem einen Gegenkontakt zum anderen lädt sich der Kondensator 23 jeweils über das Relais 22 und den Vorwiderstand aus der Ortsstromquelle 21 allmählich auf.
Die aus dem Kondensator 23 und dem Vorwiderstand bestehende Reihenschaltung hat also die Wirkung, dass bezüglich des zu betätigenden Relais 22 die Konttaktpausen des Resonanzrelais durch Ladestromstösse des Kondensators 23 ausgefüllt werden, so dass ohne weitere Mittel trotz der dauernden Schwingungen des erregten Resonanzrelais über das Relais 22 im wesentlichen ein kontinuierlicher Gleichstrom fliesst. Das Relais 22 kann in der bei Fern-
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Empfangseinrichtung ausgebildet sein.
24 ist das Empfangsrelais der zweiten Empfangseinrichtung, die zur Aufnahme der mit der Frequenz 200 erfolgenden Übertragung dient und wie oben angegeben, über eine entsprechend abgestimmte Siebschaltung 25 an die Fernleitung angeschlossen ist. Die Siebsehaltung 25 kann in gleicher Weise wie die Siebkette 17 der Sendestelle ausgebildet sein und wird zweckmässig ebenfalls auf Durchlässigkeit für Frequenzen von 180-220 Hz abgestimmt. Zwischen der Siebschaltung 25 und dem Empfangsrelais 24 ist, wie in der Zeichnung mit 26 angedeutet, ein Verstärker mit Gleichrichter eingeschaltet. Ist die Empfangsenergie stark genug, dann kann der Verstärker wegfallen.
Bei Übertragungen mit der Frequenz 200 wird von dem Anker 24a des Empfangsrelais 24 ein Stromkreis über das Relais : 27 geschlossen, das ein Schrittschaltwerk oder eine sonst geeignete Anzeigeeinrichtung oder ein Steuerrelais sein kann.
Wie schon oben erwähnt, kann die neue Einrichtung mit besonderem Vorteil auch zur Übertragung über Fernsprechleitungen verwendet werden. Hiebei ist auch Doppelbetrieb möglich, bei dem an zwei Stellen gleichzeitig gesendet und empfangen werden kann. Eine derartige Schaltung ist in Fig.) ver- anschaulich. Die Sende-und Empfangseinrichtungen der beiden Stellen können die gleiche Bauart besitzen. Aus diesem Grunde ist in der Zeichnung nur die Ausführung der einen Stelle veranschaulicht. Die Sendeeinrichtung entspricht im wesentlichen der Sendeeinriehtung des Ausführungsbeispieles nach Fig. 1. Die einzelnen Teile sind mit den gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1 versehen.
30 und 3. ! ist die Fernsprechleitung, die zu der zweiten, nicht dargestellten Stelle führt. An die Leitung 30, 31 ist über die Leitung 32, 33 der Fernsprecher der ersten Stelle angeschlossen. Zur Trennung der Sprach-, Ruf-und Wählfrequenzen von den Fernmessfrequenzen und umgekehrt sind, wie in der Zeichnung schematisch angedeutet, vor die Fernmesssender und Fernmessempfänger einer jeden Stelle eine Siebkette 4 und vor den Fernsprecher eine Sperrkette 35 geschaltet.
Die Siebkette 34 ist für Fre-
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Sendeeinrichtung und Empfangseinrichtung entspricht der des Ausführungsbeispiels nach Fig. 1, so dass sich hier eine nähere Erläuterung erübrigt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur gleichzeitigen Übertragung von zwei Messwerten, Kommandos od. dgl. über eine gemeinsame Leitung, insbesondere eine Fernsprechleitung mittels Überlagerung mehrerer Frequenzen, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Übertragungsfrequenz aus der anderen durch eine Gleichrichter- frequenz-Vervielfachungsschaltung abgeleitet wird und zur Aufnahme der mit der niederen Frequenz gesendeten Zeichen ein Resonanzrelais und zur Ableitung der mit der höheren Frequenz gesendeten Zeichen eine Siebschaltung dient.