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Glockenläutemaschine.
Es sind Turmglockenläutemaschinen bekannt, die elektromotorisch die Glocke mittels einer Treibkette in Schwingung versetzen, indem der Elektromotor durch einen eigenen Umsteuerungsschaltapparat jeweils in derjenigen Richtung gesteuert wird, in welcher die Glocke gerade schwingt.
Gegenstand der Erfindung ist es, einen derartig konstruierten Elektromotor zu verwenden, welcher ohne Anwendung eines besonderen Umsteuerungsschalters in derjenigen der beiden Drehrichtungen durchzieht, in der er zuerst angeworfen wird bzw. durch die bereits schwingende Glocke in Umdrehung versetzt wird. Des weiteren bezieht sich die Erfindung auf die Verwendung eines Drehstromasynchron- motors, der mit allen drei Phasen angelassen wird und im Betrieb mit nur zwei Phasen weiterarbeitet. Erfindungsgemäss wird ferner durch zweckmässig verstellbar gelagerte Quecksilberschaltröhren der Motor zur Zeit der Hubumkehr automatisch ausgeschaltet, wobei die Höhe der Gloekenschwingung durch die Veränderung der Dauer der Stromgebung beliebig eingestellt werden kann.
Ausführungsbeispiele dieser Erfindung sind im folgenden an Hand der Figuren beschrieben. In Fig. 1 ist eine derartige Maschine mit Antrieb durch einen Drehstromasynehronmotor schaubildlich dargestellt. Fig. 2 zeigt eine beispielsweise Ausführung für einen selbsttätigen Ausschalter zur Regelung der Glockenschwingungshöhe in Vorderansicht, Fig. 3 denselben Aussehalter in Seitenansicht.
Der Läufer 1 eines Drehstromasynchrommotors (s. Fig. 1) ist durch das Kettenrad 2 und die Treibkette 3 mit einer Treibseheibe 4 verbunden, die auf dem Helm 5 zentrisch zur Drehachse der Glocke 6 befestigt ist. Die drei Ständerwicklungen 7, 8 und 9 des Drehstromasynchronmotors sind in Stern ge-
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alle drei Pole 13, 14 und M gemeinsam oder auch fallweise nur an die Pole 14 und 15 allein Spannung gelegt werden kann.
Die Wirkungsweise der erfindungsgemässen Maschine ist folgende : Soll die Maschine in Gang gesetzt werden, so wird mittels des Schalters 16 an alle drei Phasen 7, 8 und 9 kurzzeitig (ungefähr eine Sekunde) Spannung gelegt. Der Elektromotor läuft als Drehstrommotor an und schwingt die Glocke aus ihrer Ruhelage etwas aus. Wird ungefähr im Augenblick der Hubumkehr der Glocke der Pol 13 des Schalters 16 ausgeschaltet, so wird die Phase 7 stromlos, der Rotor pendelt mit der Glocke, die der Schwerkraft folgt, zurück. Da aber die Phasen 8 und 9 eingeschaltet geblieben sind, erteilt nun der Motor der Glocke fortlaufend bei jeder Schwingung Impulse, ganz unabhängig vom Drehsinn der Bewegung des Rotors, und die Glocke wird immer höher ausschwingen.
Da der Asynchronmotor am wirtschaftlichsten arbeitet, wenn er annähernd seine synchrone Tourenzahl erreicht, ist es notwendig, einen automatischen Aussehalter zu verwenden, der dem Motor nur dann Strom gibt, wenn die Glocke durch ihre Mittellage schwingt bzw. den Motor dann abschaltet, wenn die Glocke in ihrer Hubumkehr ist und den Motor stark abbremst. Dieser Ausschalter dient auch dazu, den Ausschwungwinkel der Glocke auf ein beliebiges, gewünschtes Mass einzuregulieren. Zu diesem Zwecke muss der Ausschalter unmittelbar oder mittelbar von der Glocke aus gesteuert werden und verstellbar sein.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Konstruktion, die unter Verwendung von Quecksilberschaltröhren, die auf dem Glockenhelm befestigt sind, diese Schaltvorgänge unmittelbar von der Glocke unter Ausnutzung der Schwerkraft auslöst. S. Fig. 2 und 3.
An der Unterseite des Helmes der Glocke 6 ist eine Lasche 17 befestigt, die mittels einer Mutterschraube 18 und zweier Halter 19 und 20 die beiden Quecksilberschaltröhren 21 und 22 trägt. Diese
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Schaltröhren 21 und 22 sind hintereinander geschaltet und liegen im Zuge der Leitung 72. Schwingt die Glocke beispielsweise nach links, Fig. 3, so wird bei Überschreitung eines gewissen Winkels das Quecksilber im linken Schaltrohr 21 abreissen und dadurch den Motor abschalten, solange die Glocke in der Gegend ihrer Hubumkehr den Motor langsamer bewegt bzw. stillsetzt.
Erst wenn die Glocke zurückschwingt und in der Nähe der Mittelstellung anlangt, schliesst sich der Quecksilberkontakt wieder und gibt dem Motor, der gerade eine hohe Tourenzahl hat, Strom, doch nur so lange, bis durch die Bewegung der Glocke nach rechts das rechte Sehaltrohr 22 den Strom unterbricht. Das Spiel wiederholt sich sinngemäss auch rechts. Die Dauer der Stromgebung und damit auch die Grösse des Ausschwungwinkels der Glocke kann dadurch eingestellt werden, dass der Winkel a, den die beiden Rohrhälter 19 und 20 mit-
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stelligt werden.
Es soll noch hervorgehoben werden, dass die hier beschriebenen Ausführungen nicht die alleinigen Möglichkeiten sind, Es soll unbenommen bleiben, die Maschine anderweitig anzulassen, als oben beschrieben.
Beispielsweise durch Verwendung von polumschaltbaren Maschinen oder Stern-Dreieck-Schaltern.
Um das Anlassen zu erleichtern, kann die Glocke auch am Ende einer Läuteperiode in der Extremstellung (grösste Amplitude) ihrer Schwingung oder in einer von der Mittellage abweichenden Stellung durch ein Sperrorgan abgefangen und festgehalten werden. Wird dieses Sperrorgan zu Beginn der nächsten Läuteperiode zu gleicher Zeit mit dem Einschalten des Motors, beispielsweise durch einen Elektromagnet, gelöst, so beginnt die Glocke sofort zu schwingen und braucht von dem Motor lediglich in Schwung erhalten werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Gloekenläutemaschine, dadurch gekennzeichnet, dass zum Antrieb ein Elektromotor verwendet wird, der selbsttätig, ohne Anwendung eines besonderen Umstenerungsschalters in derjenigen der beiden Drehrichtungen durchzieht, in der er zuerst angeworfen wird bzw. durch die bereits schwingende Glocke in Umdrehung versetzt wird.