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Einrichtung zur elektrischen Bremsung von elektromotorisch angetriebenen Glockenläuternaschinen
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur elektrischen Bremsung von elektromotorisch angetriebenen Glockenläutemaschinen, deren Elektromotor mit der Schwingachse des schwingenden Körpers zwangsläufig verbunden ist und mittels eines durch eine Steuervorrichtung steuerbaren Schalters periodisch an die Stromversorgung anschaltbar ist, wobei zur Bremsung eine Schaltvorrichtung vorgesehen ist, mit der der Elektromotor beim Abschalten des Antriebes in jenen Zeitperioden an seine Stromquelle anschliessbar ist, in welchen die Antriebsrichtung des Motors entgegengesetzt zur Schwingungsrichtung des schwingenden Körpers ist.
Um zu vermeiden, dass nach Abstellung des Antriebsmotors einer Glockenläutemaschine noch einige Klöppelanschläge erfolgen, wurden ausser Klöppelfängern auch mechanische Backenbremsen für die Motorwelle verwendet, die mit Entlüftungsmagneten versehen waren. Bremsen dieser Art weisen den Nachteil auf, dass sie bei Stromausfall von Hand gelüftet werden müssen, damit die Glocke auch von Hand geläutet werden kann. Diese Handhabung ist aber umständlich, insbesondere deshalb, weil sich der Antriebsmotor und demnach auch die Backenbremse im allgemeinen auf dem Glockenturm befinden und dieser deshalb von einem Monteur bestiegen werden muss.
Zur Vermeidung dieses Übelstandes ist z. B. in der deutschen Patentschrift Nr. 952157 vorgeschlagen worden, die Bremse selbsttätig durch Ausschalten des Antriebes dadurch auszulösen, dass eine elektromagnetische Betätigungsvorrichtung für das Ein- und Ausschalten des Antriebes mit einer den Elektromotor während des Motorbetriebes periodisch ein-, aus-und umschaltenden Schaltvorrichtung in der Weise gekuppelt wurde, dass sie die Schaltvorrichtung zwar bei ihrem Einschalten zur periodischen Steuerung in Abhängigkeit von der'Schwingbewegung der Glocke freigibt, sie jedoch bei ihrem Ausschalten in einer Stellung verriegelt, in der die Schaltvorrichtung den Elektromotor auf Bremsbetrieb in nur einer Drehrichtung schaltet und in der auch beim Wiedereinschalten des Antriebes der Anlauf des Elektromotors erfolgt.
Hiebei wird der Antriebsmotor der Glockenläutemaschine in jenen Zeitperioden an die Stromquelle geschaltet, in welchen die Pendelbewegungen ausführende Glocke den Motor entgegen seiner Antriebsrichtung in Drehung versetzt.
In der österr. Patentschrift Nr. 195807 wurde ferner eine Steuereinrichtung an Glockenläutemaschinen mit periodisch wirksamem, ein-oder beidseitigem Antrieb geoffenbart, bei welcher mindestens ein Zeitrelais vorhanden ist, dessen Ablauf durch die Glockenschwingung eingeleitet wird und das am Ende seines Ablaufes die Antriebsorgane unabhängig von der Glockenschwingung steuert, wobei als Zeitrelais ein elektrischer Oszillator, beispielsweise ein Relais in Kippschaltung, verwendet ist und die Einschaltung dieses Oszillators bzw. Zeitschalters durch ein am schwingenden System der Glocke angeordnetes neigungsabhängiges Schaltorgan, vorzugsweise einen Quecksilberschalter, erfolgt.
In diesem Zusammenhange wurde das als Oszillator vorgesehene, sich über einen eigenen Kontakt steuernde Relais parallel zu einem Kondensator und in Serie mit einem Widerstand angeordnet, wobei ein weiterer Kontakt dieses Re-
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sondere eines in an sich bekannter Weise ein Relais in Kippschaltung aufweisenden elektrischen Oszillators, die Reihenschaltung eines beim Ausschalten der Maschine elektromagnetisch schliessbaren Schalters od. dgl. und eines mit dem schwingenden Körper verbundenen neigungsabhängigen Kontaktes, der bei der Antriebsrichtung des Motors entgegengesetzten Schwingung des schwingenden Körpers geschlossen ist, vorgesehen.
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einen Teil eines Umschalters, mit dem die Steuervorrichtung wahlweise an zwei mit dem schwingenden Körper verbundene, neigungsabhängige Schaltkontakte anschliessbar ist, die in Abhängigkeit von der Schwingung des schwingenden Körpers wechselweise geöffnet bzw. geschlossen sind.
Durch die erfindungsgemässen Massnahmen wird eine äusserst weiche Abbremsung des schwingenden Körpers ermöglicht, die im Totpunkt desselben einsetzt, wobei die Einschaltung des bremsenden Motors in einem Augenblick erfolgt, in dem die kinetische Energie des schwingenden Körpers praktisch Null ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich an Hand der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel dargestellt ist.
Dem Antrieb der Glocke dient ein Drehstrommotor 1, der über die durch einen Schaltmagneten 2 betätigbaren Kontakte 3 an ein Stromnetz R, S, T anschliessbar ist. Die Erregerwicklung des Schaltmagneten 2 ist ihrerseits über die Arbeitskontakte 4 eines Relais 5 an die Leiter S, T, des Stromnetzes R, S, T anschliessbar. Das mit einem Kondensator 6 überbrückte Relais 5 ist über einen Regulierwiderstand 7 und einen Gleichrichter 8 einerseits an den Leiter S, anderseits über einen vom Relais 5 betätigbaren Ruhekontakt 9 mit von einem Schaltschütz 10 betätigbaren Schaltern 11,12 verbunden.
Der als Arbeitskontakt ausgebildete Schalter 11 des Schaltschützes 10 ist über einen Schaltkontakt 13 und der als Ruhekontakt ausgebildete Schalter 12 über einen Schalt- kontakt 14 an den Leiter R des Stromnetzes R, S, T anschliessbar. Die Schaltkontakte 13,14 sind mit dem schwingenden System der Glocke verbunden und werden von diesem gesteuert, wobei sie von der Neigung dieses Systems abhängig sind und im Zuge des Schwingens der Glocke abwechselnd ge- öffnet und geschlossen werden. Während im Ruhezustand des schwingenden Systems der Schaltkontakt 13 geschlossen und der Schaltkontakt 14 geöffnet ist, ist der Schaltkontakt 14 geschlossen und der Schaltkontakt 13 geöffnet, wenn der schwingende Körper in einer Richtung schwingt, die der Antriebs- richtung durch denDrehstrommotor l entgegengesetzt ist.
Das Schaltschütz 10 ist über einen Handschalter 15 einschaltbar.
Durch Schliessen des Handschalters 15 wird durch das Schaltschütz 10 über dessen Arbeitskontakt 11 und den im Ruhezustand des schwingenden Systems geschlossenen Schaltkontakt 13 der Stromkreis des Kondensators 6 geschlossen, wodurch er aufgeladen wird. Während der Kondensator 6 aufgeladen wird, steigt auch der Strom in der ihm parallelliegenden Erregerwicklung des Relais 5 an, bis dieses anspricht, den Arbeitskontakt 4 schliesst und den Ruhekontakt 9 öffnet, so dass der Kondensator 6 und mit ihm das Relais 5 vom Netz abgetrennt wird. Da sich aber der Kondensator. 6 weiterhin über das Relais 5 entladet, bleibt dieses zunächst erregt.
Dadurch, dass der Arbeitskontakt 4 geschlossen ist, werden der Schaltmagnet 2 erregt und dessen Kontakte 3 geschlossen, so dass der Drehstrommotor 1 anläuft und das schwingende System in Bewegung gesetzt wird.
Sobald im Zuge der Entladung des Kondensators 6 das Relais 5 wieder abfällt, wird der Arbeitskontakt 4 geöffnet, wodurch der Motor wieder vom Netz abgeschaltet wird. Die Periodendauer der Kippanordnung und damit die Schwingungsamplitude können mit dem Regulierwiderstand 7 eingestellt werden.
Das schwingende System bewegt sich nach Abschaltung des Motors frei in jener Richtung, die der Antriebsrichtung entgegengesetzt ist. Hiedurch wird der Schaltkontakt 14 geschlossen, was jedoch solange ohne Wirkung bleibt, als der Schalter 15 geschlossen und damit das Schaltschütz 10 erregt ist, weil der Schalter 12 geöffnet ist. Sobald aber nach erfolgtem Durchschwingen des schwingendensystems der Schaltkontakt 13 geschlossen wird, wird der Kondensator 6 erneut aufgeladen, der Drehstrommotor 1 durch Ansprechen des Relais 5 in Drehung versetzt und das schwingende System angetrieben.
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nun der Handschalterschütz 10 ab, wodurch der Antriebsstrom für den Motor unterbrochen wird, weil der Schalter 11 ge- öffnet wird.
Gleichzeitig wird aber der Schalter 12 geschlossen, so dass der Kippschaltung nicht mehr bei Schliessen des Schaltkonktaktes 13, sondern bei Schliessen des Schaltkontaktes 14 Stromzugeführt wird. Da die Stromimpulse nunmehr bei den den Antriebsschwingungen entgegengesetzten Glockenschwin- gungen eintreten, werden die Glockenschwingungen automatisch gebremst.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Steuervorrichtung aus einem elektrischen Oszillator bzw. einem Relais in Kippschaltung, die von sich aus im Rhythmus der Schwingungen des Oszillators den Antriebsmotor 1 über den Schaltmagneten 2 ein-und ausschaltet. Während des Läutevorganges wird somit die Glocke im Rhythmus dieser Oszillatorschwingungen betätigt, wobei der Motor 1 solange angetrieben wird, als das Relais 5 unter Strom steht. Wird der Schaltkontakt 14 in der An-
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triebsphase geschlossen, so ist dies auf die Steuervorrichtung ohne Einfluss.
Wird der Schaltkontakt 14 nach Umschaltung auf den Bremsvorgang jedoch in einem Augenblick geschlossen, in dem die Steuervorrichtung den Motor 1 nicht unter Strom setzt, so erfolgt sogleich eine Inbetriebsetzung der Oszillatorschaltung, die aber nunmehr den Motor 1 gegenüber der Antriebsphase gegenphasig beeinflusst, u. zw. auch wieder wie in der Antriebsphase im Rhythmus der Frequenz der Oszillatorschaltung.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur elektrischen Bremsung von elektromotorisch angetriebenen Glockenläutemaschi- nen, deren Elektromotor mit der Schwingachse des schwingenden Körpers zwangsläufig verbunden ist und mittels eines durch eine Steuervorrichtung steuerbaren Schalters periodisch an die Stromversorgung anschaltbar ist, wobei zur Bremsung eine Schaltvorrichtung vorgesehen ist, mit der der Elektromotor beim Abschalten des Antriebes in jenen Zeitperioden an seine Stromquelle anschliessbar ist, in welchen die An-
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richtung, insbesondere eines in an sich bekannter Weise ein Relais (5) in Kippschaltung aufweisenden elektrischen Oszillators, die Reihenschaltung eines beim Ausschalten der Maschine elektromagnetisch schliessbaren Schalters (12) od. dgl.
und eines mit dem schwingenden Körper verbundenen neigungsabhängigen Kontaktes (14), der bei der der Antriebsrichtung des Motors entgegengesetzten Schwingung des schwingenden Körpers geschlossen ist, vorgesehen ist.