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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern von Flüssigkeiten, wie Rohöl, Wasser u. dgl. aus Bohrlöchern, Schächten und Brunnen mittels Pressluft oder Pressgas und besteht darin, dass die ins Bohrloch zu versenkende Vorrichtung einen unter Federwirkung stehenden Doppelkolben besitzt, dessen zwischen den den Doppelkolben bildenden Kolbenteilen gebildeter Raum die Unterbrechung des Pressluft-bzw. Pressgasstromes bewirkt und dass eine ausserhalb des Bohrloches bzw. Schachtes oder Brunnens vorgesehene Steuervorrichtung angeordnet ist, die mit miteinander verbundenen Kolben ausgestattet ist, von welchen der eine Kolben von dem nach Beendigung einer Entleerungsperiode auftretenden Gasstosse beeinflusst wird, während der zweite Kolben als Steuerorgan zum abwechselnden Öffnen und Schliessen der Pressluft-bzw.
Pressgasdruek-und Saugleitung ausgebildet ist.
Die Erfindung besteht ferner in einigen konstruktiven Einzelheiten.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Diese Fördervorrichtung besteht aus einer Schöpfvorrichtung 1 und einem Verteiler 11 und unterscheidet sich von bereits bekannten derartigen Fördervorrichtungen dadurch, dass ein im Verteiler 11 befindlicher Kolben 6 nicht von dem den Verteiler 11 durchströmenden Öle, sondern durch die plötzliche Ausdehnung der von der Ölsäule entlasteten Pressluft bzw. dem Pressgas einen Stoss erfährt. Infolge der Bewegung des Kolbens 6 wird ein mit demselben starr verbundener Hilfskolben 8 verschoben, dadurch ein Umlaufkanal 3, 4 geöffnet und der aus dem Innenraum der Schöpfvorrichtung kommenden Pressluft bzw. dem Pressgas der Weg ins Freie gestattet. Gleichzeitig wird die von einem Kompressor durch ein Rohr 5 einströmende Pressluft abgesperrt.
Hiedurch wird ein unter Federkraft stehender Steuerkolben o in einem Verteiler L, welcher in die Schöpfvorrichtung 1 eingebaut ist entlastet, so dass derselbe sich unter der Wirkung einer Feder verschiebt, die Bohrung im Verschlusspfropfen S absperrt und gleichzeitig die Saugkanäle n, r miteinander verbindet, so dass infolge der Saugwirkung sich der Innenraum der Sehöpf- vorrichtung 1 wieder mit Öl füllt. In die an einen Kompressor angeschlossene Pressluft-bzw.
Pressgasleitung 14 ist ein verkapseltes, nach Bedarf einstellbares Ventil E eingebaut, welches sich beim Überschreiten eines bestimmten Druckes öffnet, so dass das durch ein Verbindungsrohr 13 in den Verteiler 11 überströmende Druckmedium rüekstellend auf die, wie erwähnt von dem, dem geförderten Öle nachfolgenden Pressluft-bzw. Pressgasstoss gesteuerten Kolben 6, 8 wirkt. Auf diese Weise werden die Kanäle 5, 3 wieder verbunden, die Pressluft bzw. das Pressgas strömt wieder in den Innenraum der Schöpfvorrich- tung 1 und drückt wieder das inzwischen eingedrungene Öl durch den Verteiler 11 mittels des Rohres 2 in den Klärbehälter.
Die Schöpfvorrichtung 1 besteht aus einer aus starkem Blech hergestellten Hülse a, welche an beiden Enden aufgeweitet und mit Muffengewinde versehen ist. In das untere Ende der Hülse a ist ein mit Gewinde versehener Saugkorb b festgeschraubt. Der Saugkorb b ist, wie in der Zeichnung angedeutet, an der Mantelfläche mit Löchern und unten mit einem Putzdeckel versehen, während oben ein geschweisster Boden vorgesehen ist, welcher seinerseits eine entsprechend bearbeitete Öffnung hat, die als Sitz für eine Kugel c dient. Die Kugel c ist in einem Korbe d angeordnet. In das obere Ende der Hülse a ist ein an beiden Enden mit Gewinde versehenes Zwischenstück e eingeschraubt. Das Zwischenstück e ist am oberen Ende mit einem starken eingeschweissten Boden versehen.
In die Sitzöffnung der Kugel t ist ein Steigrohr g eingeschraubt, welches bis nahe zu dem, die Kugel c enthaltenden Korb d führt. Ausserdem befindet sich in diesem Boden noch eine seitliche Öffnung, in welche ein Verbindungsrohr h einge-
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schraubt ist. Auch die Kugel t ist von einem Korbe i überdeckt, welcher am oberen Ende mit Gewinde versehen ist, in welches eine Spannschraube 7c eingeschraubt ist, welche den Zweck hat, den Verteiler L zu stützen. Der Verteiler L weist drei Rohrverbindungen auf. Mit seinem unteren Ende ist er auf das Verbindungsrohr h aufgesehraubt, mit seinem oberen Ende ist er an das konzentrisch durch das Steigrohr D geführte Lufteinströmrohr m eingeschraubt.
Seitlich ist der Verteiler L durch das Ausströmrohr n mit dem Raume zwischen der Schöpfvorrichtung I und dem Rohr C verbunden. Der Verteiler L besteht aus einem Gehäuse in welchem sich, wie ersichtlich, der kleine Doppelkolben 0 bewegen kann. Der untere Kolben des Doppelkolbens 0 enthält eine Aushöhlung, welche das obere Ende einer Spiralfeder aufnimmt, die sich unten auf den unteren Verschlusspfropfen P stützt. Die dornartige Verlängerung des unteren Verschlusspfropfens P dient der Spiralfeder als Führung und begrenzt zugleich das Abwärts- gleiten des Doppelkolbens 0.
(Die in der Zeichnung ersichtliche Stellung. ) Der obere Kolben des Doppel- kolbens 0 endet in einen Kegel, welcher bei gestreckter Spiralfeder die Bohrung des Verschlusspfropfens s sperrt. Die Bohrung des Verschlusspfropfens gestattet der Pressluft bzw. dem Pressgas den Zutritt aus dem Einströmraum in den Raum über dem Doppelkolben 0. Das Rohr T ist am Zwischenstück e festgeschraubt und trägt am oberen Ende das Steigrohr D. Das Steigrohr D samt dem durch dasselbe führende Einströmrohr m reichen durch das Rohr C bis über die Erdoberfläche. Als Abschluss des Rohres C dient eine Stopfbüchse U. Das Steigrohr D ist mit einem Rohrstück V versehen, dessen nach oben gerichtete Öffnung mit einer Stopfbüchse W abgeschlossen ist, aus der nur das Einströmrohr m heraustritt.
In die seitliche Öffnung des Rohrstückes V ist das Ölaustrittrohr X eingeschraubt. Unterhalb der Stopfbüchse U ist an das Rohr C die Saugleitung Y angeschlossen, welche zum Kompressor führt.
Der Pressluft-oder Pressgasverteiler 11 besteht aus einem gusseisernen Doppelzylinder 1, dessen grösserer Zylinder mit einem Deckel versehen ist, durch dessen Öffnung das Ölaustrittsrohr X eintritt.
Der grössere Zylinder hat seitlich noch eine Öffnung, in welche das Ölablaufrohr 2 eingeschraubt ist. Der kleinere Zylinder des Doppelzylinders 1 hat eine Öffnung 3, in welche das Einströmrohr m mündet und eine Öffnung 4, an welche das Evakuierungsrohr 4 angeschlossen ist, sowie eine Öffnung 5, an welche die Presslufthauptleitung 5, vom Kompressor kommend, angeschlossen ist. Im grossen Zylinder bewegt sich der Kolben 6, der starr mit dem kleinen Doppelkolben 8 verbunden ist. Der Doppelkolben 8 ist zwecks Gewichtsverringerung hohl ausgebildet und ausserdem mit Kolbenringen versehen. Die Verbindung zwischen dem Kolben 6 und dem Doppelkolben 8 wird durch die Kolbenstange 7 hergestellt. Der kleine Zylinder des Pressluft-bzw.
Pressgasverteilers 11 ist durch den mit der Stopfbüchse 11 versehenen Deckel 10 abgeschlossen, durch welche die Führungsstange 12 hindurchgeht. Seitlich am Deckel 10 ist das Abblasrohr 13 vom gekapselten Sicherheitsventil E angeschlossen. Vom Rohrstück 15 führt die Leitung 14 aus der Presslufthauptleitung 5 zum Sicherheitsventil E.
Die beschriebene Vorrichtung wirkt nun in der nachstehend angeführten Weise.
Wenn die Schöpfvorrichtung I ungefähr bis zur oberen Kugel f in die zu fördernde Flüssigkeit des Bohrloches eintaucht, hat das Öl die Kugel c angehoben und den Innenraum der Aufnahmevorrich- tung I gefüllt. Durch das Rohr 13 wirkt die Pressluft oder das Pressgas auf den Doppelkolben 8, welcher sich samt den, mittels Kolbenstangen verbundenen Kolben 6 verschiebt, so dass die Öffnung 4 verschlossen wird, während die Öffnung 3 und die Öffnung 5 miteinander verbunden werden, wodurch die Pressluft oder das Pressgas durch die Einströmleitung m in den Raum q geführt wird. Der grosse Kolben 6 deckt nur zum Teil die Öffnung, an welche das Ölablaufrol1r 2 angeschlossen ist.
Aus dem Raum q des Verteilers L tritt die Pressluft oder das Pressgas durch die Bohrung des oberen Verschlusspfropfens s über den kleinen Doppelkolben 0, wirkt auf denselben ein und drückt ihn, die Spiralfeder zusammenpressend, soweit nieder (aus der Zeichnung ersichtliche Stellung) dass die Ausnehmung des Kolbens 0 die direkte Verbindung zwischen Einströmleitung m und dem Verbindungsrohr h herstellt. Die Pressluft oder das Pressgas wirken nun auf die Öloberfläche in der Schöpfvorrichtung 1. Das Öl wird durch das Steigrohr g emporgedrückt und wird von der nachdrängenden Pressluft als geschlossene Säule im ringförmigen Zwischenraum zwischen Einströmrohr m und Steigrohr D nach oben gefördert.
Durch die seitliche Öffnung des Rohrstückes V und durch das Ölabflussrohr X dringt das Öl in den Verteiler 11, und von diesem durch das Rohr 2 in den Klärbehälter. Im Verteiler 11 wirkt die von der Ölsäule entlastete Pressluft auf die miteinander starr verbundenen Kolben 6 und 8. Durch das Verschieben der Kolben 8 wird nun die Öffnung 5 des kleinen Zylinders geschlossen und hiemit wird auch das Zuströmen von Pressluft bzw. von Pressgas verhindert und das Pressmedium hat nun Zeit sich wieder anzusammeln. Die Ausnehmung des Doppelkolbens 8 hat nun die Verbindung zwischen der Öffnung 3 und der Öffnung 4 hergestellt. Der Druck in der Einströmleitung m hat sich vermindert, die Spiralfeder überwindet den Druck und schiebt den kleinen Kolben 0 in seine ursprüngliche Lage zurück.
Die Öffnung q des Verteilers L wird geschlossen, die Luft oder das Gas strömen aus der Schöpfvorrichtung I durch das Verbindungsrohr h, durch die Öffnung r und durch das Ausströmrohr n in den Raum zwischen der Sehöpfvorriehtung I und dem Rohr C. Durch das Saugrohr Y saugt der Kompressor dauernd Luft oder Gas ab. Die Schöpfvorrichtung füllt sich wieder. Die Pressluft oder das Pressgas haben wieder einen bestimmten Druck erreicht, das Sicherheitventil E bläst wieder ab, verschiebt die Kolben, Pressluft oder Pressgas strömen wieder ein und derselbe Prozess geht selbsttätig weiter.
Der Kompressor saugt aus dem Rohr C durch die Leitung Y als auch durch
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die Evakuierungsleitung 4 die Gase oder die Pressluft ab, um dieselben frisch komprimiert wieder dem Verteiler Il zuzuführen.
Die beschriebene Einrichtung ermöglicht ohne auf irgendeine Art den Zufluss aus der Ölschichte zu stören, mittels Pressluft oder Pressgas das Öl unabhängig von der Bohrlochtiefe als auch vom Olstand zu fördern. Durch den selbsttätig arbeitenden Pressluft-oder Pressgasverteiler 11 wird das Personal im Bohrturm erspart. Ferner ergeben sich durch die erfindungsgemässe Einrichtung nachstehende Vorteile :
1. Ersparnisse durch das Wegfallen des stets feuergefährlichen Antriebsmotors im Bohrturme.
2. Ersparnisse durch das Wegfallen der Fördertrommel und des Förderseiles und Ausschaltung von Brüchen in der Förderanlage, welche langwierige und kostspielige Arbeiten verursachen.
3. Die Beseitigung jeden Schadens, welcher durch die Unachtsamkeit des Personals entstehen kann, da die Einrichtung selbsttätig arbeitet.
Aus allen vorhin angegebenen Momenten ergibt sich durch die vorliegende Erfindung eine ausserordentliche Verbilligung und Erhöhung der Betriebssicherheit bei der Rohölgewinnullg.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Fördern von Flüssigkeiten aus Bohllöchern, Schächten und Brunnen mittels Pressluft oder Pressgas, dadurch gekennzeichnet, dass die ins Bohrloch zu versenkende Vorrichtung (I) einen unter Federdruck stehenden Doppelkolben (0) aufweist, dessen zwischen den den Doppelkolben bildenden Kolbenteilen gebildeter Raum die Unterbrechung des Pressluft-bzw. Pressgasstromes bewirkt und dass eine ausserhalb des Bohrloches bzw.
Schachtes oder Brunnens vorgesehene Steuervorrichtung (II) zwei miteinander verbundene Kolben (6 und 8) aufweist, deren erster Kolben (6) von dem nach Beendigung einer Entleerungsperiode auftretenden Gasstoss beeinflusst wird, während der zweite Kolben (8) als Steuerorgan zum abwechselnden Öffnen und Verschliessen der Pressluft-bzw. Pressgasdruck-und Saugleitung ausgebildet ist.