AT128933B - Kunstdrahtglas. - Google Patents

Kunstdrahtglas.

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  Kunstdrahtglas. 



   Die Herstellung von Kunstdrahtglas erfolgt in der Weise, dass dünne Drahtgewebe mit einer glasklaren Zelluloseschieht überzogen werden. Vorzugsweise wird zu diesem Zweck das Gewebe durch ein Bad aus gelöster Zellulose od. dgl. hindurchgezogen, worauf man die überschüssige zähe Masse abfliessen lässt oder durch Leisten abschabt, um zuletzt das Gewebe mit der   Überzugsschicht   im Trockenofen zu trocknen, in dem die flüssige, die Maschen ausfüllende Masse zu einem dünnen Film zusammenschrumpft. Dabei ist es wünschenswert, die Drahtstärke möglichst gering zu halten, um eine   möglichst   grosse durchsichtige Fläche zu erzielen. Massgebend für die Wahl der Drahtstärke ist dabei weniger die Festigkeit des Drahtes, da hohe Beanspruchungen nicht auftreten und die Festigkeit des Drahtgewebes 
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 Drahtgewebes.

   Diese Gefügefestigkeit hängt von der Reibung zwischen den einzelnen Drähten des Gewebes und diese wiederum von dem Verhältnis der verwendeten Drahtstärke zur Maschenweite ab, u. zw. muss die Drahtstärke bei zunehmender Maschenweite gesteigert werden, um eine ausreichende Gefügefestigkeit zu erzielen. 



   Die   gebräuchlichen   Drahtgewebe bestehen nun zumeist aus Drähten runden Querschnittes, die sieh immer im rechten Winkel kreuzen, sich also an den Kreuzungsstellen nur verhältnismässig wenig, fast punktförmig, berühren. Durch die während des Webevorganges hervorgerufene Wellung der Drähte werden diese unter Spannung aneinandergepresst und festigen dadurch das Gefüge des Gewebes. 



  Bei einer derartigen Kröpfung ergibt sich eine rauhe   Gewebeoberfläche,   die für die Herstellung von Kunstdrahtglas aus verschiedenen Gründen nachteilig ist. Es ist nämlich schwierig, das Drahtgewebe vollkommen unter Vermeidung blanker, zum Rosten neigender Stellen in die Zelluloseschicht einzuhüllen, da der Querschnitt des Gewebes an den Kreuzungsstellen infolge der dort übereinanderliegenden   Drähte   sehr stark ist, während mit Rücksicht auf den hohen Preis der Zellulosemasse die Zelluloseschicht zwischen den Drähten möglichst dünn gehalten werden muss ; ausserdem setzten sich Staub und Wassertropfen in den tiefliegenden   Zellulosequadraten,   insbesondere bei schräg oder waagrecht verspannten Glastafeln, leicht fest.

   Dies zeigt sich in besonders starkem Masse bei der Verwendung des Kunstdrahtglases für Frühbeetfenster, bei denen sich der Tau in den Maschen festsetzt, ohne abfliessen zu können. Die zur Beseitigung dieser Missstände versuchte Einbettung billiger Füllmittel in die Drahtgewebemaschen erwies sich als unvorteilhaft, da die Zellulose bald abblätterte. 



   Gegenstand der Erfindung ist nun ein die oben angeführten Nachteile vermeidendes Kunstdrahtglasgewebe, u. zw. wird als Träger der Zellulosesehicht ein aus flachen Drähten bestehendes Drahtgewebe verwendet, wie es beispielsweise als Unterlage für feinmaschige Seiden-oder Drahtgewebe bei Siebmasehinen, Filtern und ähnlichen Vorrichtungen verwendet wird, bei denen dem sehr empfindlichen Siebgewebe eine   möglichst   glatte Unterstützung gegeben werden soll.

   Derartige Gewebe aus flachgewalzten Drähten haben bereits bei dünner Drahtstärke eine grosse Masehenfestigkeit, da die sieh rechtwinklig kreuzenden Drähte grössere   Berührungsflächen besitzen,   so dass die Anzahl der Kröpfung- 
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 flachgewalzten Drähten herzustellen. kann man es auch aus runden Drähten bilden, die etwa durch zahnartige Vorsprünge besitzende Walzen oder ähnliche Mittel nur an den Kreuzungsstellen abgeflacht sind. 

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   In der Zeichnung sind zur Erläuterung der Erfindung Teile eines Kunstdrahtglases nach dem bekannten Verfahren und gemäss der Erfindung veranschaulicht, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch ein Kunstdrahtglas der   üblichen   Art, während Fig. 2 einen Querschnitt durch ein Kunstdrahtglas gemäss der Erfindung beispielsweise wiedergibt, von dem Fig. 3 eine Draufsicht darstellt. 



   Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist als Träger für die Zellulosemasse ein aus runden Drähten bestehendes Gewebe verwendet, dessen Querschnitt insbesondere an den Kreuzungsstellen der Drähte im Vergleich zu der Zelluloseschicht sehr stark erscheint. Die   Zelluloseschieht   verbindet wohl die einzelnen Drähte miteinander, füllt also die Quadrate zwischen den Drähten aus, ist aber bei dem starken Gewebequerschnitt kaum so aufzutragen, dass auch die   höchstgelegenen   Stellen der   Drähte   von der Zellulosemasse eingehüllt werden. Auf jeden Fall muss die   Zelluloseschieht   an den Kreuzungsstellen der Drähte sehr stark sein,   m   enn sie   dieselben wirklich einschliessen   soll. 



   Das   Kunstdrahtglas gemäss   Fig. 2 dagegen besteht aus   flachgewalzten,   zu einem Gewebe miteinander verbundenen Drähten, die mit einer Zellulosesehicht der gleichen Stärke wie in Fig. 1 überzogen sind. 



  Die Zelluloseschicht ist bei dieser Ausführungsform des Kunstdrahtglases ebenso stark wie die Drähte, hüllt diese also sicher ein und verhindert das Auftreten von blanken, zum Rosten Anlass gebenden Stellen. 



  Ausserdem hat das mit derartigen flachen Drähten versehene Kunstdrahtglas eine bedeutend grössere Biegsamkeit und Nachgiebigkeit als die stärkere Drahtgewebe enthaltenden, bisher gebräuchlichen Kunstdrahtglasarten, da die schwachen Drähte einer Verbiegung geringeren Widerstand entgegensetzen und durch die federnde Nachgiebigkeit der Zelluloseschicht wieder in ihre Ausgangsstellung zurückgeführt werden können. 



   Die Vorteile des Kunstdrahtglases mit   Flaehdrahtgewebeträger   gemäss der Erfindung sind kurz zusammengefasst die folgenden :
Infolge der geringen Kröpfung der Drähte bleibt auch beim Abstreifen der Zellulosemasse bei der Herstellung des Kunstdrahtglases genügend Masse über den Drähten liegen, um das ganze Gewebe nach dem Trocknen noch zu bedecken. Etwa anhaftender Staub wird durch den Regen wieder abgewaschen, da keine Vertiefungen im Film vorhanden sind, wo er sich festsetzen könnte. Der bei flach gelegten Frühbeetfenstern oder Gewächshäusern auf dem Kunstglas sich bildende Tau fliesst von selbst ab, so dass die   Lichtdurchlässigkeit   des Glases stets gleich gut ist. 



   Man kann auch ein aus runden Drähten bestehendes Gewebe grosser Maschenweite flachwalzen und dadurch die   gewünsc. hte Gefügefestigkeit   erzielen.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Kunstdrahtglas, dadurch gekennzeichnet, dass das als Träger für die Zelluloseschicht dienende Drahtgewebe aus flachen oder aus an den Kreuzungsstellen abgeflachten runden Drähten besteht. EMI2.1
AT128933D 1930-12-09 1930-12-09 Kunstdrahtglas. AT128933B (de)

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