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Verfahren und Vorrichtung zur ununterbrochenen photographischen Aufnahme eines sich bewegenden
Gegenstandes.
Es sind zwar photographische Vorrichtungen für Panorama-Aufnahmen bekannt, bei welchen der photographische Apparat, beispielsweise durch ein Flugzeug oder ein anderes Fahrzeug, das ihn trägt, in der einen Richtung, der Film hingegen in der entgegengesetzten Richtung fortbewegt wird.
Demgegenüber hat die Erfindung eine Vorrichtung und ein Verfahren zur photographischen Prüfung von bewegten Objekten, besonders von Eisenbahnzügen zum Gegenstand, wobei der photographische Apparat feststehend angeordnet ist und das zu photographierende Objekt und der Film sich in zueinander entgegengesetzten Richtungen bewegen. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus hat dieses Verfahren die grösste Bedeutung und bietet unter anderem folgende Vorteile. Auf den verschiedenen europäischen Eisenbahnnetzen laufen Wagen der verschiedensten Staatszugehörigkeit.
Deshalb sind die verschiedenen Bahnverwaltungen, um in einem bestimmten Zeitpunkt die Ortslage ihres rollenden Materials feststellen zu können, genötigt, hunderte von Angestellten dazu zu verwenden, beim Durchfahren der Stationen die Proveniez der Wagen, aus denen der Zug zusammengesetzt ist, zu bestimmen.
Diese Aufstellungen werden gesammelt und durch die Verwaltungen einander wechselseitig zugeschickt.
All dies erfordert natürlich grosse, kostspielige Arbeiten.
Bei Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens genügt es, den rollenden Zug bei seiner Durchfahrt durch eine bestimmte Station zu photographieren, wobei die Aufnahme selbsttätig durch den fahrenden Zug bewirkt werden kann. Dadurch wird ein Negativ erhalten, von dem beliebig viele Positivabzüge an die verschiedenen Interessenten geschickt werden können.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in der Anwendung auf die Photographie eines in Bewegung befindlichen Eisenbahnzuges ist auf der Zeichnung schematisch in der Draufsicht dargestellt.
Es sei ein Zug 1 zu photographieren, der sich gleichmässig mit-einer Geschwindigkeit von beispielsweise 20 km in der Stunde in der Richtung des Pfeiles 2 bewegt. Seitlich vom Zuge in einem gewissen Abstand von diesem ist der photographisehe Apparat angebracht, dessen als Dunkelkammer dienender Kasten 3 den ganzen Mechanismus und den zu belichtenden Film 4 enthält. An der Vorderseite des Kastens ist ein Objektiv 5, beispielsweise von 50 mm Brennweite, angebracht, was die Aufstellung des Apparates in einer ungefähren Entfernung von 4 m von den Wagen gestattet.
Im Innern des Kastens sind zwei Kassetten untergebracht, deren eine den Filmvorrat enthält, während die andere den belichteten Film aufzunehmen hat. Diese Anordnung ermöglicht es, täglich den belichteten Teil des Films abzuschneiden und zum Entwickeln zu geben, ohne die den unbelichteten Film enthaltende Spule herauszunehmen. Man braucht also nur täglich eine neue leere Kassette 7 für die Aufnahme des Tagesfilms einzusetzen.
Während seiner Bewegung zwischen den Kassetten 6 und 7 geht der Film über eine Mitnahmetrommel 8, die bei dem dargestellten Beispiel gegenüber dem Objektiv angeordnet ist. Diese Trommel führt eine solche Drehbewegung aus, dass sie dem Film eine wagrechte Bewegung in der Richtung des Pfeiles 9 mit einer Geschwindigkeit erteilt, die ungefähr der Geschwindigkeit des Zuges proportional ist. Die Belichtung des Films erfolgt aus den oben angegebenen Gründen durch einen senkrechten Spalt 10 von einigen Millimetern Breite.
In möglichst kleinem Abstand von den Seitenflächen der Wagen, aber schon ausserhalb des Ladeprofils sind Schirme 11 un 12 angebracht, die beispielsweise 4 m Breite und die Höhe des Zuges haben
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Die gleichförmige Bewegung der Trommel S kann beispielsweise durch einen kleinen Elektromotor erreicht werden, der beim Vorbeifahren des Zuges durch Wirkung der Lokomotive auf einen Schienenkontakt selbsttätig in Gang gesetzt wird und der zum Stillstand kommt, sobald das letzte Rad des Zuges über den Schienenkontakt hinweggegangen ist. Dabei wird der elektrische Strom zwischen den Einwirkungen der verschiedenen Räder des Zuges auf den Kontakt durch einen mit Elektromagnet arbeitenden Zeitschalter bekannter Art geschlossen gehalten.
Auf diese Weise wird also selbsttätig und ununterbrochen ein Bild des ganzen Zuges aufgenommen, dessen Höhe der Breite des verwendeten Bandes entspricht.
Zu bemerken ist noch, dass abgesehen von den oben erwähnten Angaben die Photographie die Möglichkeit gibt, mit ziemlicher Annäherung festzustellen, welche Geschwindigkeit der Zug beim Vorbeifahren an dem Apparat hatte. Anhaltspunkt hiefür geben die bekannte Ablaufgeschwindigkeit des lichtempfindlichen Bandes und die im Bild festzustellende Deformation der photographierten Gegenstände.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur photographischen Prüfung von bewegten Objekten, besonders von Eisenbahnzügen bezüglich ihrer Zusammenstellung, des Zustandes ihrer Kupplungen, ihrer Fahrgeschwindigkeit usw. mittels eines feststehenden Objektivs, dadurch gekennzeichnet, dass einem stetig hinter dem Objektiv vorbeigeführten lichtempfindlichen Band eine Bewegung gegeben wird, welche zu der Bewegung des Objektivs entgegengesetzt gerichtet ist.