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Vorrichtung zur Untersuchung von Perlen mit Hilfe von Röntgenstrahlen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Untersuchung von Perlen auf photographischem
Wege mit Hilfe von Röntgenstrahlen und betrifft einen Halter, mittels dessen eine Perle in einem Röntgen- strahlenbündel festgehalten werden kann.
Bei der photographischen Untersuchung mit Röntgenstrahlen, die zuweilen auf kristallinische
Körper angewendet wird, lässt man durch den zu untersuchenden Körper ein Röntgenstrahlenbündel treten, das vorzugsweise durch ein oder mehrere Diaphragmen zu einem engen Kegel begrenzt ist. Wenn man diese Untersuchung auf Perlen anwendet, so kann an Hand photographischer Aufnahmen ermittelt werden, ob es sich um gezüchtete Arten handelt oder nicht und weiter zu welcher Gattung die unter- suchten Exemplare gehören.
Es ist gefunden worden, dass in der Regel auf Grund einer einzigen Aufnahme kein sicheres Urteil gefällt werden kann, so dass es sich empfiehlt, mehrere Aufnahmen zu machen, wobei die Perle von ver- schiedenen Seiten bestrahlt wird. Es hat sich herausgestellt, dass das Ergebnis in den meisten Fällen genügend zuverlässig ist, wenn zwei Aufnahmen gemacht werden, wobei die Perle nach der ersten Auf- nahme um ungefähr einen rechten Winkel gedreht wird.
Die Erfindung betrifft nun eine Vorrichtung zur Untersuchung von Perlen auf photographischem
Wege mit Hilfe von Röntgenstrahlen, die die Drehung der Perle nach der ersten Aufnahme durchzu- führen gestattet, ohne dass die Perlen mit den Händen oder mit Werkzeugen angefasst werden müssen, wodurch die Untersuchung sehr schnell durchgeführt werden kann.
Die Vorrichtung nach der Erfindung besitzt einen Halter, der mit zwei oder mehreren beweglichen
Klauen versehen ist, zwischen denen die zu untersuchenden Körper festgeklemmt werden können und die beweglich befestigt sind, so dass die eingeklemmte Perle gedreht werden kann.
Es ist möglich, zwei oder mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Strahlenbiindeln zu machen, in denen der zu untersuchende Körper nacheinander und in verschiedenen Stellungen aufgestellt wird.
Vorzugsweise aber wird die Drehachse des Halters sowohl die Achse des Röntgenstrahlenkegels als die Perle schneiden. In diesem Falle können zwei oder mehrere Bestrahlungen mit demselben Strahlenkegel stattfinden, gegenüber welchen sich der Körper praktisch nicht verstellt, so dass unter vollkommen gleichbleibenden Verhältnissen gearbeitet werden kann.
Die Drehung des Halters kann auf verschiedene Weise erzielt werden, z. B. von Hand mit Hilfe einer Hebelvorrichtung usw. Sie kann auch selbsttätig erfolgen, z. B. dadurch, dass der Halter der unmittelbaren Wirkung einer Federeinrichtung ausgesetzt wird, die ein Moment um die Drehachse des Halters ausübt.
Bei einer selbsttätig erfolgenden Drehung des Halters kann in zwei oder mehreren Stellungen derselben die Drehung durch eine ausrückbare Verriegelung verhindert werden. Die Anordnung kann vorteilhaft so getroffen werden, dass die Drehung oder die Auslösung der Verriegelung mit Hilfe eines Bowdenkabels bewirkt wird.
Die zu untersuchenden Perlen haben natürlich nicht immer dieselben Abmessungen. Es empfiehlt sich aber, dass sie ungeachtet ihrer Grösse annähernd koaxial mit dem Strahlenbündel liegen. Bisher erfolgte die Zentrierung sowie die Drehung der Perlen, die z. B. mittels eines Klebstoffes oder einer Klemme vor der Öffnung eines Diaphragmas befestigt wurden, von Hand, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme einer Pinzette. Bei Verwendung des Halters nach der Erfindung ist es möglich, immer eine
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entsprechende Zentrierung selbsttätig zu erzielen, wenn die Klauen in den Stellungen, in denen die Aufnahmen gemacht werden, immer in gleichen oder proportionalen Abständen von der Achse des Strahlenkegels entfernt gehalten werden.
Dies kann z. B. dadurch erzielt werden, dass die Klauen drehbar an Hebeln befestigt werden, die beweglich mit einem Teil verbunden sind, der in bezug auf die Achse des Strahlenkegels eine feste Stellung einnimmt (z. B. mit einem dieses Bündel umgebenden Röhrehen) und die Hebel mittels eines oder mehrerer Steuerglieder symmetrisch in bezug auf diesen Teil bewegt werden.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Vorrichtung gemäss der Erfindung dargestellt : Fig. 1 zeigt den Halter der Vorrichtung nach der Erfindung in Seitenansicht. Fig. 2 und 3 zeigen eine Vorderansicht bzw. eine Draufsicht des Halters nach Fig. 1.
Die zu untersuchende Perle, in den Figuren mit 1 bezeichnet, ist zwischen Klauen 2 und 3 eingeklemmt, die, um eine Beschädigung der Perle zu verhindern, aus irgendeinem weichen und für Röntgenstrahlen durchlässigen Stoff, z. B. Zelluloid, hergestellt sind. Die Klauen sind an Jochen 4 und 5 befestigt, die zusammen mit Führungsstangen 6 ein rechteckiges Gestell bilden und durch Federn 7 zusammengezogen werden. Die Klauen sind um Zapfen 8 drehbar, die an Bügeln 9 befestigt sind. An diesen sind Hebel 10 und 11 drehbar befestigt, an denen das Gestell aufgehängt ist. Die andern Enden dieser Hebel sind an einem Röhrchen 12 derart befestigt, dass sie in einer Ebene durch die Achse dieses Röhrchens beweglièh sind.
Das Röhrchen 12 bildet einen Teil einer in der Zeichnung nicht dargestellten Einrichtung, die in einem Röntgenstrahlenbündel derart aufgestellt wird, dass die Quelle dieser Strahlen in der Verlängerung des Röhrchens 12 liegt. Diese Einrichtung ist weiter mit einem Behälter für eine photographische Filmkassette versehen, auf dem die durch die bestrahlte Perle reflektierten Röntgenstrahlen ein für die Natur dieser Perle charakteristisches Bild erzeugen.
Das Röhrchen 12 ist durch ein in Fig. 1 dargestelltes Diaphragma abgeschlossen, das durch einen in dem Röhrchen befestigen Stopfen 13 gebildet wird. Dieses Diaphragma ist aus einem für Röntgenstrahlen praktisch undurchlässigen, Stoff hergestellt und mit einer zentralen Öffnung 13'versehen, durch welche die Röntgenstrahlen zu einem engen Bündel begrenzt werden.
Um das Röhrchen 12 herum ist ein Ring 14 angeordnet, der in axialer Richtung verstellbar ist und auf eine noch näher zu beschreibende Weise nach rechts und somit gegen die Hebel 10 und 11 gedrückt werden kann.
Da die Form und die Abmessungen des Ringes an beiden Seiten desselben gleich sind, bilden die Hebel 10 und 11 immer gleiche Winkel mit der Achse des Röhrchens 12 und somit auch mit der Achse des Strahlenkegels, so dass eine zwischen den Klauen 2 und 3 eingeklemmte Perle, ungeachtet ihrer
Grösse und der Stellung des drehbaren Halters, immer zentrisch mit dem Strahlenbündel liegt.
Die Drehung des Halters findet bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel selbsttätig statt. In Fig. 3 ist eine Spiralfeder 15 veranschaulicht, deren inneres Ende mit einem der Bügel 9 und deren äusseres Ende mit dem Joch 4 verbunden ist. Die Feder übt auf das die Klauen 2 und 3 tragende Gestell ein Moment im entgegengesetzten Sinn des Uhrzeigers aus. Die Drehung wird durch eine Sperr klinke 16 verhindert, die hinter einem an dem Joch 4 befestigten Stift 17 greift. Die Sperrklinke ist an einer Blattfeder 18 befestigt, die mit einem auf dem Röhrchen angeordneten Schild 19 verbunden ist. An dem Schild ist weiter ein zum Bewegen des Verschlusses in photographischen Apparaten vielfach benutztes Bowdenkabel 20 befestigt, dessen Ende mit einem Druckknopf 21 versehen ist.
Durch Eindrücken dieses Knopfes wird die Blattfeder 18 bewegt, so dass die Sperrklinke 16 ausgehoben wird und dieselbe den Stift 17 freigibt, so dass die Feder 15 das Gestell um die beiden Zapfen 8 zu drehen vermag, bis es die in Fig. 3 mit gestrichelten Linien angedeutete Stellung 22 erreicht hat, in welcher der Halter stützt. Ein ähnliches Kabel, wie es gemäss den Figuren zum Heben der Sperrklinke 16 benutzt wird, kann auch für die unmittelbare Bewegung des Halters verwendet werden.
Der Winkel, um den das Gestell mit der Perle in der dargestellten Einrichtung gedreht wird, beträgt ungefähr 90 . Wenn nun vor und nach der Drehung je eine Röntgenaufnahme gemacht wird, erhält man zwei Bilder, die durch Beleuchtung der Perle aus zwei verschiedenen und annähernd einen rechten Winkel miteinander bildenden Richtungen entstanden sind. Wie die Praxis ergeben hat, kann man aus diesen zwei Bildern im allgemeinen genaue Schlussfolgerungen ziehen. Die Einrichtung kann ebenfalls so konstruiert werden, dass auch in einer oder mehreren dazwischenliegenden Stellungen Aufnahmen gemacht werden können.
Die Schraubenfeder 23 (Fig. 3) dient dazu, den als Spreizteil dienenden Ring 14 gegen die Hebel 10 und 11 zu drücken. Das eine Ende dieser Feder ist an dem Schild 19 und das andere Ende an einer mit dem Ring 14 verbundenen Stange 24 befestigt. Die Feder 23 übt somit eine nach rechts wirkende Kraft auf die Stange 24 aus und hält somit den Ring 14 mit den Hebeln 10 und 11 in Berührung. Der Ring 14 kann zusammen mit der Stange 24 zu gleicher Zeit zur Lösung der Klemmvorrichtung benutzt werden.
Drückt man nämlich auf einen an dem linken Ende der Stange 24 befestigten Knopf 25, so werden die Hebel 10 und 11, entgegen der Wirkung der Federn 7, durch den Ring 14 auseinandergedrückt, so dass sich die Klauen 2 und 3 auseinanderbewegen und die Perle freigeben.
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Mit Hilfe dieser Einrichtung ist es möglich, in kurzer Zeit eine grosse Anzahl Doppelaufnahmen zu machen. Auf diese Weise kann man z. B. sämtliche Perlen einer Schnur hintereinander untersuchen, ohne dass es erforderlich ist, die Perlen von der Schnur zu lösen. Durch die einfache Zentrierung und durch die drehbare Anordnung des Halters wird die Untersuchung in hohem Masse beschleunigt. Namentlich wenn die Drehung, wie beschrieben, selbsttätig stattfindet, wird eine sehr wesentliche Zeitersparnis erzielt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Untersuchung von Perlen auf photographischem Wege mit Röntgenstrahlen, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Halter enthält, der mit zwei oder mehreren beweglichen Klauen versehen ist, zwischen denen die zu untersuchenden Körper festgeklemmt werden können und die beweglich derart befestigt sind, dass eine eingeklemmte Perle gedreht werden kann.