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Verfahren zur Herstellung hochwertiger Spachtelmassen und Mischlacke.
Es ist bekannt, Spachtelmassen auf der Grundlage von Nitrocellulose mit Bleiweiss oder Schiefermehl als Füllmaterialien herzustellen. Diese Spachtelmassen bieten zwar den Vorteil kurzer Trockenzeiten, doch lassen sie sich wegen ihrer grossen Härte nur sehr schwer schleifen. sind sehr spröde, zeigen nur geringe Haftfestigkeit auf Unterlagen, starke Porenhildung und eine sehr geringe Füllkraft, so dass zur Erzielung völlig glatter Flächen auf unebenem Grunde sehr zahlreiche Schichten notwendig sind.
Es wurde nun gefunden, dass man Spachtelmassen oder solche enthaltende Mischlacke erhalten kann, welche die geschilderten Nachteile nicht zeigen. wenn man plastischen Massen aus Celluloseestern oder-äthern oder deren Lösungen anorganische Füllstoffe von Schuppenoder Blättchenstruktur, wie Graphit, Talkum.
Glimmer u. dgl.. oder Gemische dieser miteinander oder mit anderen Füllmaterialien oder Stoffen. wie Lithopone, Bleiweiss, Schiefermehl usw.. einverleibt, zweckmässig unter intensiver mechanischer Behandlung, insbesondere mittels Walzen u. dgl., und gegebenenfalls Lösungsmittel und eventuell weitere Stoffe, wie gefärbte oder ungefärbte Lacke, Harze usw., zusetzt. Die erwähnten Füllmassen besitzen eine gewisse Elastizität, und man erhält mit ihnen sehr geschmeidig und leicht bearbeitbare Spachtelmassen und Mischlacke. Durch gleichzeitige Anwendung sonst üblicher Fülimaterialien. wie Lithopone. Eisenoxyd, Bimssteinpulver, Tripelpulver.
Schiefermehl usw., in verschiedenen Prozentsätzen lassen sich Spachtelmassen usw. von jedem gewünschten Härtegrad erhalten, die sieh durch ganz besondere Füllkraft auszeichnen.
Besonders hochwertige Produkte erhält man, wenn man die genannten Füllmaterialien zusammen mit wasser-oder spritfeuchten Cellnloseestern oder-äthern und Weichmachungsmittell verknetet, auf einem Walzenpaar mit engster Walzenstellung mehrmals durchwalzt. die Masse trocknet und dann in geeigneten Lösungsmitteln auflöst und gegebenenfalls Lacke zusetzt. Man kann dabei die Art und Menge der Lösungsmittel so wählen, dass eine zähflüssige, mit dem
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flüssige, spritzbare Spachtelmasse usw. entsteht. Die so hergestellten Spachtelmassen usw. zeigen bei kurzer Trockenzeit eine grosse Fiillkraft, eine ausserordentliche Haftfestigkeit, gute Schleifbarkeit. grosse Elastizität und vollkommen porenfreie, schöne Fläche.
Man kann die Spachtelmassen und Mischlacke auch färben, indem man ihnen gelöste oder ungelöste Farbstoffe, letztere in gröberer oder feinerer Verteilung, einverleibt. Es hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen, ungelöste organisehe Farbstoffe oder Erd-oder Mineralfarben zu verwenden und diese in den zur Herstellung der Spachtelmassen usw. zu verwendenden plastischen Massen aus Celluloseestern oder-äthern oder deren Lösungen, z. B. gemäss den Verfahren des österreichischen Patents Nr. 105342 vom 15.
August 1926. gegebenenfalls unter Anwendung sehr grossen Mengen Farbstoff vorher so fein zu verteilen, dass beim Auflösen der plastischen Massen in Lösungsmitteln, die die Farbstoffe nicht zu lösen vermögen, Lösungen
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ungelösten Farbstoffe auch den fertigen Spachtelmassen usw. in der erwähnten feinen Verteilung einverleiben, z. B. indem man diese zusammen mit den Farbstoffen solange mechanisch, ins- besondere mittels Walzen, behandelt, bis die erforderliche feine Verteilung erreicht ist.
Auch kann man für sich ungelöste Farbstoffe in plastischen Massen so fein verteilen, dass die Lösungen der Massen praktisch keinen Farbstoff mehr absetzen, und dann diese gefärbten Massen den fertigen Spachtelmassen und Misehlacken einverleiben oder in anderer geeigneter Weise ver- fahren. In allen diesen Fällen erhält man sehr gleichmässig gefärbte Spachtelmassen USW'J die sich sowohl auf Metallen wie auf Holz oder anderen Unterlagen zu den verschiedensten Zwecken verwenden lassen.
Wie sich weiter gezeigt hat, kann man Spachtelmassen, Misehlacke, Kitte usw. erhalten. die die gleichen Vorzüge wie die oben beschriebenen Spachtelmassen aufweisen, häufig in noch deutlicher ausgesprochenem Masse, wenn man bei diesem Verfahren statt der Füllmaterialien von Schuppen- oder Blättchenstruktur solche von Faserstruktur, z. B. Asbest, ollepulver. : r- kleinerte Kokosfaser u. dgl., verwendet. Man kann die Füllstoffe von Faserstruktur für sich allein oder in Mischung mit Materialien von Schuppen- oder Blättchenstrnktur oder anderen Füllstoffen verwenden und erhält so Spachtelmassen, die die obengenannten Vorteile, insbesondere eine vorzügliche Haftfestigkeit und Elastizität, aufweisen, so dass sie z.
B. mit grossem Vorteil auch auf Holz verarbeitet werden können.
Sehr wertvolle Spachtelmassen erhält man ferner, wenn man zur Herstellung der Spachtel. massen Fiillmaterialien verwendet, die aus in Wasser unlöslichen mineralischen Stoffen von geringem Schüttgewicht, z. B. Silikaten, Karbonaten, Kieselsäure oder Oxyden, wie Kieselgur. Bimssteinmehl, Schlämmkreide. Ocker, geschlämmte Erden u. dgl., bestehen. Die genannten Füllmaterialien können entweder für sich allein oder im Gemisch mit andern Füllmaterialien benutzt werden.
Die mit ihnen hergestellten Spachtelmassen geben Schichten von so festem Gefüge, dass beim Aufbringen von Lacken auf mit ihnen erzeugten Grundierungen trotz mehr oder weniger weitgehender Auflösung des in der Spachtelmasse enthaltenen Lackkörpers (Cellulosederivate, Weichmacher, Harze usw.) durch die Lösungsmittel der aufgebrachten Lacke die Form der trockenen Spachtelschicht und insbesondere die durch das Schleifen erzielte "latte Oberfläche praktisch nicht zerstört wird.
Die genannten Füllmaterialien können z. B. im Gemisch mit den üblichen Füllmaterialien. wie Bleiweiss, Schiefermehl, Lithopone usw., oder mit den oben beschriebenen elastischen Materialien von Schuppen-, Blättchen- oder Faserstruktnr wie Graphit. Talkum, Glimmer.
Asbest usw., verwendet werden, wodurch häufig der Effekt bedeutend gesteigert werden kann.
Der Lackkörper der Spachtelmassen kann entweder aus den gebräuchlichen Nitrocell11lnspu.
Weichmachern und Harzen oder mit Vorteil aus solchen Gellulosederivaten bzw. harzen bestehen. die in den Lösungsmitteln der auf den Spachtelgrund aufzutragenden Lacke nicht oder wenig löslich sind. Ein wichtiger Vorteil der erwähnten Spachtelmassen ist auch der, dass sie beim Trocknen ihr Volumen nicht oder nur in untergeordnetem Masse verringern, dass also das so- genannte ,,Schwinden" praktisch nicht eintritt. Hiemit verbunden ist eine hervorragende Fu] l- kraft der Spachtelmassen.
Besonders wertvolle Spachtelmassen. Lacke. Kitte u. dgl. erhält man. wenn man plastischen
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anorganische Füllstoffe von Schuppen-, Blättchen- oder Faserstruktur wie Graphit. Talkum.
Glimmer, Asbestpulver. Schlackenwolle u. dgl. oder in Wasser unlösliche mineralische Stoffe von geringem Schüttgewicht, sondern ausserdem noch organische Füllmaterialien. wie Holzmehl. Korkmehl, Braunkollenpulver. Wollepulver. Kleie. Hirse-, Tapioka-, Maismehl u. dgl. oder Gemische dieser miteinander oder mit andern Füllmaterialien, z. B. Lithopone. Bleiweiss.
Schiefermehl, Bimssteinmehl, Kieselgur, Kreide usw., einverleibt, zweckmässig unter intensiver mechanischer Behandlung der ganzen Masse oder einzelner Teile dieser und gegebenenfalls während oder nach der Herstellung der Gemische Losungsmittel oder Lacke oder beide oder andere Stoffe, wie Harze, Weichmachungsmittel usw., gelöste oder ungelöste organische Farbstoffe in feinster oder gewöhnlicher Verteilung einverleibt. Die in dieser Weise erhältlichen Spachtel- massen usw. zeigen den Vorteil, dass sie ein niedriges spezifisches Gewicht besitzen ; in Farbe und Aussehen lassen sie sich je nach dem Mischungsverhältnis der angegebenen Bestandteile vielfach dem Charakter der Unterlagen aus Holz. Kork usw. leicht anpassen.
Ferner weisen diese Spachtelmassen usw. eine vorzügliche Haftfestigkeit und ausserdem nicht nur in geringem Masse die bei den bekannten Spachtelmassen usw. vorhandene unerwünschte Eigenschaft auf. iiber die trockenen Spachtelschichten usw. später aufgetragene Anstricht aus Öl- oder Nitro- celluloselacken aufzusaugen, mit den Lösungsmitteln dieser Lacke zu quellen und nach dem Trocknen wieder zu schrumpfen.
Es lassen sich auf diese Weise Spachtelmassen von verschiedenstem Aussehen, von jedem gewünschten Härtegrad, von geringem spezifischem Gewicht und grosser Füllkraft erzielen.
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Bestandteile nacheinander oder beide zusammen oder einzelne dieser zunächst mit wasser- oder spritfeuchten Celluloseestern oder-äthern und Weichmachungsmitteln verknetet oder auf einem Walzenpaar darchwalzt und die erhaltene Masse in der oben beschriebenen Weise weiterverarbeitet. Hiebei können gefärbte oder ungefärbte Lacke oder auch andere anorganische oder organische Substanzen zugesetzt werden.
Auch können die Massen gefärbt werden dadurch. dass gelöste oder ungelöste Farbstoffe. letztere in gewöhnlicher oder feinster Verteilung, einverleibt werden. Die Färbung kann z. B. vorteilhaft durch Zugabe von ungelösten organischen Farbstoffen oder Erd-oder Mineralfarben bei dem Verwalzen geschehen, und die Feinheit der Verteilung der Farbstoffe in den Massen kann durch das Verwalzen soweit getrieben werden. dass beim Verdünnen der plastischen Massen in Lösungsmitteln, die die Farbstoffe nicht zu
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nicht absetzen.
Die erhaltenen Spachtelmassen usw. eignen sich je nach ihrer Zusammensetzung zum
Formen von Gegenständen, die nach dem Trocknen sich mechanisch weiterbehandeln lassen, oder zum Auskitten von schadhaften Stellen der verschiedensten Unterlagen, wie Metall, Holz. Kork oder Kunstmassen, oder aber zur Herstellung von Überzügen auf grösseren oder kleineren
Flächen oder Gegenständen. Das Aufbringen der Spachtelmassen kann je nach ihrer Konsistenz von Hand oder maschinell mit besonderen Geräten geschehen, ebenso wie die Formung von
Gegenständen aus ihnen auf die verschiedenste Weise vorgenommen werden kann.
Beispiel 1. 16 Teile Schiefermehl. 16 Teile Lithopone und 16 Teile Graphit werden mit 6-8 Teilen trockener oder 10-5 Teilen wasserfeuchter Nitrocellulose und 3. 2 Teilen Phthalsäure- diäthylester durchgeknetet und dann auf einem engen Walzenpaar 3-5 mal durchgewalzt. Die Masse wird sodann getrocknet und mit einem Gemisch von 25 Teilen Butylacetat, 9 Teilen Butylalkohol, 4 Teilen Essigester, 2 Teilen Benzol. 2 Teilen Harz (Kolophonium usw.) angerührt.
Man erhält einen Ziehspachtel von vorzüglichen Eigenschaften.
Beispiel 2. 14-4 Teile Lithopone und 9-6 Teile Talkum werden mit 3 Teilen Acetylcellulose und einem Teil Phtalsäurediäthylester unter Zusatz von 3 Teilen Glykolmonoäthyläther und 7 Teilen Aceton verknetet, auf einem Walzenpaar 3-5 mal durcligewalzt und in einer Lösung von 4 Teilen eines harzartigen. Kondensationsproduktes aus Harnstoff und Formaldehyd.
4 Teilen Isobutylalkohol, 13 Teilen Glykolmonomethyläther und 41 Teilen Aceton gelöst. Man erhält so einen weissen Spritzspachtel.
Beispiel 3. 500 Teile des nach Beispiel 2 hergestellten Spritzspachtels werden mit 500 Teilen eines blauen Decklackes, der 15 Teile Nitrocellulose, 10 Teile Phtalsäurediäthylester.
5 Teile Berlinerblau in äusserst feiner Verteilung in 70 Teilen eines geeigneten organischen Lösungsmittelgemisches enthält. gemischt. Dieser hellblaue Mischlack zeigt die in der Beschreibung erwähnten vorteilhaften Eigenschaften.
Man kann an Stelle des verwendeten blauen Farblackes auch einen analog zusammengesetzten weissen oder andersfarbigen Lack oder Lösungen von Farbmassen, wie sie in dem österreichischen Patent Nr. 105342 vom 15. August 1926 beschrieben sind. verwenden und so weisse oder bunte Mischlacke in jeder gewünschten Nuance mit den beschriebenen Eigenschaften erhalten.
Beispiel 4. 750 Teile eines mit dem Spachtelmesser verarbeitbaren Ziehspachtels aus 28-8 Teilen Lithopone, 19-2 Teilen Talkum, 10 Teilen Nitrocellulose. 3 Teilen Phtalsäure-di- ;/- butylester, 4 Teilen Esterharz (Kolophoniumharz). 15 Teilen Butylacetat und 5 Teilen Butylalkohol werden mit 250 Teilen einer konzentrierten Farblösung gemischt, die aus 27 Teilen Litholechtscharlach (R. Schulz, Farbstofftabellen. 6. Aufl. S. 32, Nr. 73) in sehr feiner Verteilung.
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Dieser Mischlack ist intensiv rot gefärbt, kann mit dem Messerspachtel aufgetragen werden und zeigt die beschriebenen Eigenschaften. Man kann auch so verfahren, dass man das Lösungs- mittel zu dem Ziehspachtel gibt und dann die erwähnten farbstoffhaltigen Massen in dem Spachtel löst.
Beispiel 5. Ein Gemisch aus 24 Teilen Lithopone. 5 Teilen Talkum. 19 Teilen Asbestpulver, 6 Teilen Nitrocellulose und 2 Teilen Trikresylphosphat wird unter Zusatz einer zur Lösung der Nitrocellulose ausreichenden Menge eines leicht flüchtigen Lösungsmittels auf einer
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18 Teilen Butylacetat (100"/oig), 8 Teilen Toluol und 8 Teilen Spiritus gelöst wird. Man erhäit einen fast weissen Ziehspachtel von den oben angegebenen Eigenschaften.
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lösungsmittel nicht verändert wird.
Beispiel 7. In eine Auflösung von 150 Teilen Nitrocellulose in einer Mischung von 160 Teilen Spiritus. 35 Teilen Trikresylphosphat und 450 Teilen Aeeton werden 16 Teile Korkmehl und 24 Teile Asbestpulver eingetragen, worauf man die Masse gut im Knetapparat ver-
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sich durch besondere Leichtigkeit auszeichnet und auf Kork-oder Holzunterlagen aufgebracht.
Spachtelschichten von besonders guter Elastizität und Haftfestigkeit liefert.
Beispiel 8. In eine Auflösung von 80 Teilen Nitrocellulose ; 400 Teilen Aceton und 40 Teilen Trikresylphosphat werden 200 Teile Holzmehl und 20 Teile Talkum eingeführt, worauf man nach guter Durchmischung eine Auflösung von 120 Teilen Kolophonium in 140 Teilen Spiritus zusetzt. Die erzielte Spachtelmasse haftet besonders gut auf beliebigen Unterlagen. lässt sieh nach dem Trocknen mechanisch leicht bearbeiten und wird von Nitrocelluloselacken nur in geringem Masse angeweicht.
Beispiel 9. Mit einer Auflösung einer Walzmasse aus 3 Teilen Nitrocellulose, l Teil Phtalsäuredibutylester. 14 Teilen Lithopone und 10 Teilen Talkum in 12 Teilen Aceton wird ein Nitrocellnloseharzlack aus 100 Teilen Nitrocellulose, 50 Teilen Phtalsäuredibutylester.
1. 00 Teilen eines harzartigen Kondensationsproduktes aus Cyclohexanon. 400 Teilen Aeeton und 100 Teilen Spiritus gemischt. worauf man 200 Teile Holzmehl und 10 Teile Braunkohlenpuhver einrührt. Die dunkelgefärbte Spachtelmasse eignet sich besonders als Kitt für Holz und Metall.
Sie haftet sehr fest, schrumpft kaum merklich und ist absolut porenfrei.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Darstellung von hochwertigen Spachtelmassen oder solche enthaltenden Mischlacken, die Celluloseester oder-äther und gegebenenfalls Weichmachungsmittel enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass man den genannten Stoffen anorganische Füllstoffe von Schuppen- oder Blättchenstruktur. wie Graphit, Talkum. Glimmer u. dgl. oder Gemische dieser miteinander oder mit anderen Füllmaterialien oder Stoffen, wie Lithopone, Bleiweiss. Schiefermehl usw.. einverleibt, zweckmässig unter intensiver mechanischer Behandlung, insbesondere mittels
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