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Für das Aufwickeln von Geweben werden Wickelkörper benützt, die im wesentlichen aus einem mit Papier, Karton oder Pappe umwickelten flachen Rahmen mit abgerundeten Längsseiten bestehen.
Zwecks Erzielung einer möglichst glatten Oberfläche ist schon vorgeschlagen worden, den Belag als ein- heitliches Materialband auf den Rahmen aufzubringen, was bei Verwendung von Papier zufolge dessen geringer Festigkeit mit verhältnismässig grossen Schwierigkeiten verbunden ist, und überdies der Belag naturgemäss nur geringe Haltbarkeit besitzt.
Bei Verwendung von Pappe muss das aus einem Hohlkörper herzustellende Materialband in feuchtem Zustande nach vorher erfolgtem Flachdrücken des Hohlkörpers auf den Rahmen gebracht und dann getrocknet werden, damit das Band nach dem Trocknen infolge
Zusammenziehens durch seine eigene Spannung auf dem Rahmen festhält, was die Herstellung des Wickel- körpers umständlich macht ; zu dem macht das Flachdrücken des Pappehohlkörpers besondere Vor- kehrungen erforderlich, um die Bildung von Bruehlinien in dem Pappekörper zu verhindern. Bei einer bekannten Vorrichtung wird der Belag unmittelbar auf dem Rahmen aufgewickelt, doch erweist sich diese Vorrichtung zum Aufwickeln von Pappe nicht geeignet, da sich dieselbe nicht rund biegen, sondern brechen würde.
Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren gestattet, Wickelkörper der beschriebenen Art bei geringstem Gewicht des Rahmens und mit einem an den Längskanten des Rahmens vollständig abgerundeten Belag in einfacherer Weise als bisher herzustellen. Erfindungsgemäss wird dabei so vorgegangen, dass ein in der Form dem Aussenumriss des Rahmens gleicher Eisenkörper als Form- körper dient, um den der Karton, die Pappe od. dgl. gewickelt und nachdem die entstandene flache
Hülse von dem Formkörper abgezogen worden ist, in dieser Form geheftet und auf den Rahmen gesteckt und an den Enden umklebt wird.
Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen Fig. 1 einen nach dem
Verfahren gemäss der Erfindung hergestellten Wickelkörper der gebräuchlichen Form im Schaubild,
Fig. 2 den Wickelkörper geöffnet, und zwar ebenfalls im Schaubild, Fig. 3 die Maschine zur Herstellung der Wickelkörper in Ansicht der Längsseite dieser Körper gesehen und Fig. 4 die Maschine senkrecht auf die Schmalseite der Körper gesehen.
Die Vorrichtung zur Herstellung der Wickelkörper nach dem Verfahren gemäss der Erfindung ist in Fig. 3 und 4 dargestellt und besteht aus einem kräftigen eisernen Gestell aus zwei unten mittels einer Spannstange 12, oben mittels einer tischartigen Platte 13 verbundenen Schildrahmen 11, an deren einem an einem Konsol 14 ein Lager 15 angebracht ist. Das Formstüek 16 in der Form der Rahmen der herzustellenden Wickelkörper ist mittels einer Achse 17 in diesem Lager 15 gelagert und durch ein Gegen- gewicht. M zum grössten Teil ausgeglichen.
An den Längsseiten des Gestells sind beiderseits Backen 19 mit halbzylindriseher Ausnehmung entsprechend den Längsseiten des Formstüekes 16 in Gelenken 20 schwenkbar angebracht und mit Griffstange 21 zur Betätigung versehen. Die Backen 19 besitzen ausser der rinnenförmigen halbrunden, zum Anpressen bestimmten Ausnehmung noch eine andere Ausnehmung 22 der Oberseite, die von Flammen, die aus seitlichen Löchern der Brennerröhren 23 austreten, bestrichen wird. An Stelle dieser Heizung durch aus dem Brennerrohr austretende Gasflammen ist selbstverständ- lich auch unter Wegfall des Rohres und der oberen Ausnehmung der Backen die Heizung durch einen in den Backen eingesetzten elektrischen Heizkörper möglich.
Die Herstellung der Wickelkörper erfolgt mit Hilfe dieser Vorrichtung in folgender Weise : Ein rechteckiges Stück Pappe, Karton od. dgl. von vorbestimmter Grösse wird unter Nieder-
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Tischfläche 13 gelegt und durch Loslassen des Gewichtes 18 das Formstück 16 dann auf die Pappe sinken gelassen. Sodann werden die bereits einige Zeit vorher von den Gasflammen der Brennerrohre 23 erwärmten Backen 19 durch Aufwärtsdrücken der Griffstange 21 beiderseits gegen die Längsseiten des Formstückes gepresst, wobei die Pappe von den Backen gefasst und um die abgerundete Kante des Formstückes genau anliegend um 180 gebogen wird.
Die Pappe kann nun von dem Formstück abgezogen und sodann geheftet auf einen Rahmen von genau gleicher Grösse aufgeschoben und durch Umkleben der Enden fertiggestellt werden, wodurch der in Fig. 1 veranschaulichte Wickelkörper erhalten wird. Fig. 2 zeigt den nach dem Verfahren gemäss der Erfindung hergestellten Wickelkörper mit geöffneter Pappehülle 5. Der Rahmen selbst braucht bloss aus kurzen Leisten 3 und langen zylindrischen oder halbzylindrischen Leisten oder Stäben 4 ohne weitere Versteifung bestehen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Herstellen von Wickelkörpern für Gewebe, die aus einem Rahmen mit einer diesen umgebenden Hülle bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass die auf die erforderliche Grösse in Länge gleich dem fertigen Wickelkörper und in der Breite etwas grösser als dessen Umfang zugeschnittene Hülle aus Pappe od. dgl. um eine mit dem Rahmen übereinstimmende Form mit halbzylindrischen Kanten unter gleichzeitiger Erhitzung der Biegestelle vorgebogen und von der Form abgezogen, sodann durch Heften, Kleben od. dgl. geschlossen wird und auf den Rahmen geschoben und an den Enden mit Papier umktebt wild.