AT117844B - Verfahren zum Streckspinnen von Kupferseide. - Google Patents

Verfahren zum Streckspinnen von Kupferseide.

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Carl Rudolf Linkmeyer
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Streckspinnen von Kupferseide. 



   Beim   Streckspinnen   nach dem Kupferoxydammoniakverfahren beeinträchtigt die im   Fällwasser   gelöste Luft den glatten Verlauf des Spinnens, weil die gelöste Luft die Neigung zur Abscheidung hat. 



   Sie setzt sich manchmal an   unerwünschten   Stellen in Form von Luftperlen ab. Zur Vermeidung dieser
Störungen ist vorgeschlagen worden, aus dem Spinnbade alle darin enthaltene Luft vorher vollständig durch Evakuieren und Erwärmen des Bades zu entfernen. 



   Die vollständige Entfernung aller gelösten Luft gelingt im Vakuum allein schwerlich. Die Unterstützung durch Erwärmen des Fällbades ist deshalb notwendig. 



   Das Fällwasser wird meistens nur einmal benutzt. Sonst muss es nach einmaliger Benutzung wiederum entlüftet werden. Die Menge des für die Entlüftung in Frage kommenden Fällwassers ist ausserordentlich gross und beträgt für ein Kilogramm Seide etwa 2 Kubikmeter, so dass grössere Kunstseidenspinnereien mit einer grossen Fällbadwassermenge zu rechnen haben. Das Erhitzen solcher Mengen Fällwasser bedingt einen grossen Wärmeaufwand und hohe Kosten. 



   Demgegenüber wurde beobachtet, dass man mit der teilweisen Entfernung der gelösten Luft aus dem Fällbade sich begnügen kann, so dass auch dann die eben erwähnten Störungen vermieden werden. 



  Es ist zwar auch schon bisher in verschiedenen Fällen mit einem Fällbade gearbeitet worden, welches einen mehr oder minder grossen Gehalt an Luft besass. Ein Fällbad von 15  C enthält etwa 20 cm3, ein   solches von 30  C   15   cm3,   und ein   solches von 500 C   etwa   11'8ctK   gelöste Luft im Liter. Der erfinderische Gedanke des Verfahrens liegt darin, dass ein bestimmter Gehalt an gelöster Luft im Spinnbade ein gutes Spinnen nicht stört, wenn die Luftmenge etwas unter der Menge liegt, welche sich im Spinnbad bei einer bestimmten Temperatur und bei einem bestimmten Unterdruck ergibt.

   Nach dem Verfahren richtet sieh also die Stärke des Luftabzuges aus der Fällflüssigkeit nach der jeweilig beim Spinnen angewendeten   Fälllltissigkeitstemperatur   und dem Unterdruck in der Spinnvorrichtung. 



   Angenommen, es wird mit einer freihängenden   Flüssigkeitssäule   von 25 cm Länge und   350 C   warmen Spinnwasser gearbeitet, so ist der Gehalt an gelöster Luft etwa 141/2   cm3   pro Liter. Wird nun ein solches Fällwasser entlüftet, dass es nur noch etwa   10 cm3 pro   Liter enthält, so kann es beim Spinnen unter den erwähnten Bedingungen keine Luft mehr abstossen. Wird mit einem Fällbade bei 20  C gearbeitet, so stellt sich das Bad auf einen Gehalt von ungefähr 18 cm3 Luft ein. Entfernt man die Luft bis auf etwa   14*   pro Liter, so kann auch mit diesem Bade ohne Störung gesponnen werden. 



   Die Arbeitsweise erlaubt, das Arbeiten zu vereinfachen und die Kosten zum Erwärmen der Fällbäder wesentlich zu verringern. Hierin liegt ein wirtschaftlicher Fortschritt. 



   Eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. 
 EMI1.1 
 das Fällwasser und steht durch Rohr b mit a in Verbindung. Das Fällwasser tritt durch das Rohr e in den Behälter c ein. In diesem Behälter kann das Wasser auf die erforderliche Temperatur erwärmt werden. Es sind in   cl   eine Anzahl Blechtafeln eingebaut, an denen das Fällwasser vorbeistreicht und dabei Luftperlen an die   Blechflächen   absetzt. f ist das Senkrohr für die Wassersäule. g ist ein Apparat zur Einstellung des Fällbadspiegels. Der Trichter   i   wird mit Fällwasser gespeist, welches das Rohr b zuführt. Die Speisung erfolgt auf Grund der Heberwirkung, welche durch den Spiegelunterschied bedingt ist.

   Infolgedessen fliesst der Faden am unteren Ende des Trichters zusammen mit dem Fällbad aus. 

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 Der Faden wird dann auf den Haspel gewickelt, während das herauslaufende Fällwasser anderweitig abgeleitet wird. Die Entlüftung wird in diesem Apparat nur soweit durchgeführt ; dass das   Fällwasser   einen relativ niedrigen Luftgehalt, entsprechend den oben angegebenen Kennzeichen, besitzt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Streckspinnen von Kupferseide mit bewegter Fällflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass der   Fällflüssigkeit,   bevor sie in die Spinnvorrichtung geleitet wird, die Luft durch Erwärmen oder Anwendung von Vakuum oder durch beides nur soweit entzogen wird, dass der Luftgehalt der Fällflüssigkeit etwas geringer ist als er der jeweilig beim Spinnen angewendeten Fällflüssigkeitstemperatur und dem Unterdruck in der Spinnvorrichtung entspricht.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Spinntrichter eingebaute Bleche zum Abscheiden von Luftbläschen der an den Blechen entlang fliessenden Fällflüssigkeit dienen. EMI2.1
AT117844D 1927-09-13 1928-08-30 Verfahren zum Streckspinnen von Kupferseide. AT117844B (de)

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