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Schaltungsanordnung zur Sendung von Gleichstromstössen über pupinisierte Leitungen.
Beim Übertragen schnell aufeinanderfolgender Gleichstromstösse über lange Fernsprechleitungen hat man mit denjenigen Störungen zu rechnen, die auf die elektrischen Eigenschaften der Leitungen, u. zw. auf Kapazität, Ableitung, Induktivität und Widerstand der Leitungen zurückzuführen sind. Wenn auch die Stromstosssendung an der Senderstelle durch Unterbrechung und Schliessung des Linienstromkreises erfolgt, kann es doch vorkommen, dass der Strom an der Empfangsstelle nicht bis Null abnimmt, sondern beim Senden einer Reihe von Stromstössen beispielsweise in der in Fig. 1 und 2 dargestellten Weise variiert. Diese Tatsache macht sich besonders bei Leitungen mit grosser Selbstinduktion, z. B. bei pupinisierten Leitungen bemerkbar.
Es wurde daher vorgeschlagen, das Stromstossrelais zusammen mit Impedanzen mit dem Linienstromkreis derart zu koppeln, dass es durch Stromänderungen des Linienstromes, die kleiner sind als der Absolutwert des Stromes, betätigt wird. Gemäss der Erfindung werden als Impedanzen die Ohmschen Widerstände, Drosselspule oder Blockkondensatoren der Mikrophonspeise brücke einer mit der Fernleitung zu verbindenden Schnurleitung benutzt.
Die Fig. 3 und 4 der Zeichnung zeigen die prinzipiell bekannte Schaltung, während die Fig. 5-9 Schaltungsanordnungen gemäss der Erfindung darstellen.
In Fig. 3 bezeichnen La und L b die beiden Leitungszweige einer Leitung, die bei 1 und 2 an eine Fernsprechleitung angeschlossen werden kann, über welche Stromstoss von einem entfernten Ort, z. B. von dem Fernsprechapparat eines Teilnehmers einer selbsttätigen Fernsprechanlage gesandt werden.
Zwischen den Klemmen 3, 4 ist eine Gleichstromquelle eingeschaltet. PR ist ein polarisiertes Relais, welches in Reihe mit einem Kondensator C einem im Leitungszweig La liegenden Ohmschen Widerstand R parallel geschaltet ist. Der Relaisanker 5 ist derart angeordnet, dass er bestrebt ist, sich normal gegen, seinen Ruhekontakt 6 anzulegen, aber bei Stromdurchgang durch die Wicklung in der Richtung von 8 nach 9 in Arbeitsstellung gegen einen Kontakt 7 umgestellt werden kann.
Wenn der Linienstromkreis geschlossen ist, fliesst durch den Widerstand Rein Strom, der zwischen den Punkten 10 und 11 einen Potentialunterschied hervorruft, durch welchen der Kondensator C aufgeladen wird. Der Ladungsstrom fliesst durch das polarisierte Relais PR in der Richtung von rechts nach links, wobei der Anker die in der Figur dargestellte Ruhelage beibehalten wird. Beim Unterbrechen des Linienstromkreises an der Senderstelle sinkt die Stärke des durch den Widerstand R fliessenden Stromes auf Null oder auf einen kleineren positiven Wert. Infolgedessen nimmt die Spannung zwischen den Punkten 10 und 11 ab, und der Kondensator C entladet sich. Der Entladestrom fliesst durch das Relais PR in der Richtung von links nach rechts, wobei der Anker 5 gegen den Arbeitskontakt 7 umgestellt wird.
Wird nun die Linienstromstärke durch Schliessung des Stromkreises an der Senderstelle wieder vergrössert, so wird der Anker 5 wieder gegen den Kontakt 6 umgestellt.
Fig. 4 zeigt eine andere Schaltanordnung. Bei dieser Ausführungsform ist das polarisierte Relais PR einem im Leitungszweig La liegenden induktiven Widerstand Si parallel geschaltet, wobei vorausgesetzt wird, dass die Induktionsspule im Vergleich mit dem Relais PR eine verhältnismässig grosse Induktivität und verhältnismässig geringen Ohmschen Widerstand besitzt. Wenn der Linienstromkreis geschlossen ist, fliesst ein verhältnismässig starker Strom durch PRin der Richtung von 11 nach 10, wobei der Anker 5 gegen den Kontakt 6 festgehalten wird. Der stationäre Strom im Relais ist wegen des grossen Widerstandes des Relais verhältnismässig gering.
Wenn die Stromstärke im Linienstromkreis sinkt, so entsteht eine Extraspannung, welche, im Fall sie grösser ist als der Spannungsabfall an der Induktionsspule einen
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elektrischen Strom durch das Relais in der Richtung von 10 nach 11 hervorruft, wobei der Relaisanker gegen den Kontakt 7 angelegt wird. Die Schaltung nach Fig. 4 kann auch für ein gewöhnliches neutrales Relais benutzt werden. Wenn der Linienstrom an der Empfangsstelle beim Unterbrechen des Linienstromkreises an der Senderstelle nicht auf Null herabsinkt, so wird bei der Anordnung nach Fig. 4 der von der Induktionsspule herrührende Extrastrom den Relaisstrom neutralisieren oder demselben entgegenwirken, so dass die Stromänderung genügend wird, um das Relais zu veranlassen, seinen Anker abfallen zu lassen.
Fig. 5-9 zeigen Ausführungsbeispiele der Erfindung für die Verwendung in selbsttätigen Fernsprechsystemen und veranschaulichen verschiedene Schaltungen zum Anschluss des Stromstossrelais an sogenannte Sehnurleitungen, d. h. Verbindungsleitungen, die mit Mikrophonspeise brücke und gegebenenfalls auch mit Sprechtransformatoren und einem Blockkondensator versehen sind. Erfindungsgemäss können bei einer solchen Verbindungsleitung schon vorhandene Induktanzen und Kapazitäten mit Vorteil zur Herstellung einer zweckmässigen Relaisschaltung benutzt werden.
Bei der Anordnung nach Fig. 5 ist das polarisierte Impulsrelais PR dementsprechend der einen der in der Akrophonspeisebrüeke liegen-
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ist, an welche die Mikrophonbatterie an den Klemmen 3, 4 angeschlossen ist. Die Verbindungsleitung enthält ausserdem einen Sprechtransformator Tr und einen Blockkondensator C. Derjenige Teil der Verbindungsleitung, der die sekundäre Wicklung des Transformators T1'enthält, ist durch das Relais PR über den normal geschlossenen Kontakt 6 gesteuert. Beim Stromstosssenden werden also die Stromstoss durch das Relais PR von der Teilnehmerleitung auf den letztgenannten Teil der Verbindungsleitung übertragen, u. zw. in derselben Weise, wie es an Hand der Fig. 4 beschrieben worden ist.
Bei der Anordnung nach Fig. 6 ist in analoger Weise eine Schaltung nach Fig. 3 in Anwendung gebracht, indem das Impulsrelais PR über einen Kondensator O2 einem in der Mikrophonspeisebrücke liegenden Ohmschen Widerstand R parallel geschaltet ist.
Fig. Tzeigtdie Verwendung der Erfindung bei einer anderen Art von Sehnurleitungen, wo Mikrophon- strom zu beiden Seiten zweier in je einem Leitungszweig eingeschalteten Kondensatoren 01 und O2 der Verbindungsleitung zugeführt wird. In diesem Falle ist das Stromstossrelais zwischen den beiden Leitungzweigen eingeschaltet und die Mikrophonstromquelle ist zwischen den beiden Wicklungen des Relais eingeschaltet. In bezug auf ihre Wirkungsweise ist die Anordnung der Schaltung nach Fig. 3 analog, indem die Spulen und R2 und die Kondensatoren C, und C, in Fig. 7 dem Widerstand R und dem Kondensator C in Fig. 3 entsprechen.
Fig. 8 zeigt eine ähnliche Schaltung, bei welcher das Stromstossrelais in den Sekundärkreis eines Sprechtransformators Tr eingeschaltet ist.
Fig. 9 zeigt eine Schaltung, die derjenigen nach Fig. 8 analog ist, und bei einer anderen Art von Verbindungsleitungen zur Anwendung gebracht ist, bei welchem die Mikrophonspeisebrücke die Wicklungen zweier Sprechtransformatoren T r1 und T enthält.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schaltungsanordnung zum Senden von Gleichstromstössen über Fernsprechleitungen, insbesondere pupinisierte Leitungen, dadurch gekennzeichnet, dass das Stromstossrelais zusammen mit Impedanzen, die aus Ohmschen Widerständen, Drosselspulen oder Blockkondensatoren der Mikrophon-
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Linienstromkreis verbunden ist, dass es durch Extra-oder Lade-sowie Entladestrome, die von den Stromstössen erzeugt werden, betätigt wird.