AT116772B - Verfahren und Maschine zum Filzen, insbesondere von Hutfachen. - Google Patents

Verfahren und Maschine zum Filzen, insbesondere von Hutfachen.

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  Verfahren und Maschine zum Filzen, insbesondere von   Hutfachen.   



   Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine Maschine zum Filzen, insbesondere der Fache   für Hute.   Bisher wurde das vom Fachkegel genommene Fach in kochendes Wasser getaucht, etwas gehärtet und dann auf folgende Weise gewalkt. 



   Eine Anzahl von Fachen, in der Regel sechs, werden aufeinander gelegtund in ein Leintuch gewickelt, worauf das Bündel, solange die Fache noch mit Wasser durchtränkt ist, mit der Hand unter wechselndem Druck hin und her gerollt wird. Nach einiger Zeit wird das Bündel aufgerollt, die Fache werden herausgenommen,   nachgesehen, wieder eingewickelt   und abermals gewalkt. So fährt man fort, bis die Fache etwa auf 25 mm genau die   Fertiggrösse   haben. 



   Dieser Vorbehandlung folgt ein zweites schärferes Walken, bei dem die Fache in der Regel zwischen Druckwalzen mit Leisten hindurchgeführt werden und der Druck so lange gesteigert wird, bis die Fache die richtige Grösse haben. 



   Das alte Verfahren hat viele wohlbekannte Nachteile. Die Erfindung bezweckt eine wirksamere und wirtschaftlichere Behandlung der   Fache.   Das neue Verfahren arbeitet schnell und liefert Erzeugnisse, die besser als die des alten Verfahrens und von durchaus gleichmässiger Güte sind. 



   Die nach dem Verfahren arbeitende Maschine kann in jeder Stufe der Behandlung eingreifen, am besten aber bei dem zweiten Walken, weil sie einerseits die Fache so kräftig bearbeitet, wie es bei ihrem bereits ziemlich stark gefilzten Zustand erforderlich ist, sie anderseits aber weder zerreisst noch   beschädigt.   



   In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Maschine zur   Durchführung   des Verfahrens dargestellt. Fig. 1 ist eine Seitenansicht, Fig. Sein Schnitt der Maschine, quer zu den Walkwalzen, Fig. 3 
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 Lagen des Faches sich gegeneinander verstellen. 



   In einem Rahmen 15, 16, 17 sind zwei Sätze von Walzenpaaren übereinander gelagert. Die oberen Walzen jedes Satzes sind mit B, die unteren mit   J.   bezeichnet. Die Walzen der oberen und unteren Reihe jedes Satzes sind abwechselnd Stützwalzen   si     und B und Druckwalzen A'und B.   Die Stützwalzen sind fest gelagert und haben Kettenantrieb, während die Druckwalzen keinen Antrieb haben und in verschieb- 
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   Die Fache werden zusammengelegt und nicht vorgewalkt von rechts in den oberen Walzensatz gegeben. Sie durchlaufen ihn von rechts nach links ; treten dann auf den unteren Satz über, durchlaufen diesen von links nach rechts und verlassen die Maschine an der rechten Seite, wie die Pfeile in Fig. 2 zeigen. 



   Die Walzen sind so ausgebildet, dass sie das Fach beim Durchgang in verschiedener Richtung hin und her biegen und seine beiden Lagen gegeneinander verschieben. Durch die Kegelstumpfausbildung erhält jede Walze eine Anzahl V-förmiger Vertiefungen, die mit Erhöhungen abwechseln. An Stelle zweier Sätze von Stützwalzen   A, Bund Druckwalzen A',   B'kann man jede beliebige Anzahl von Sätzen anordnen. Die'Fache durchlaufen den einen Satz in der einen, den anderen in umgekehrter Richtung. 



   Die Walzen jedes Paares greifen   n1it   ihren V-förmigen Nuten ineinander ein, derart, dass die kleinen   Durchmessen H   den grossen Durchmessern 10 gegenüberstehen. Die Walzen A, A'unter den Fachen 

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 bieten eine Fläche dar, in der Höhen und Tiefen schachbrettartig abwechseln. Die Fläche, die die oberen Walzen   B,     jB'daibieten, ist das Gegenstuck zur ersten,   d. h. ihre Höhen stehen den Tiefen der unteren Fläche gegenüber und umgekehrt. Die Stützwalzen schieben bei ihrer Drehung das Fach vor, während die   Druckwalzen A', B'einen Druck   auf das Fach ausüben. Die   Drucklinien   verlaufen über die Tiefen und Höhen des Faches. 



   Wenn das Fach in das erste Walzenpaar eintritt, wellt und biegt dieses das Fach in der Längsrichtung der Walzen, wie Fig. 4 zeigt, und übt einen Druck auf das ganze Fach aus. Das nächste Walzenpaar biegt das Fach umgekehrt, d. h. was unter dem ersten Walzenpaar Höhen waren, werden im zweiten Tiefen und umgekehrt. Das Fach wird während des Durchganges durch die Walzen durch Spritzrohr 40 angefeuchtet. 



   So wird das Fach auf seinem Wege durch die Walzenpaare wiederholt hin und her gebogen oder gewellt, u. zw. sowohl in der Längsrichtung der Walzen wie in der Vorschubrichtung. Das Fach weist während des Durchganges ein Schachbrettmuster von rechtwinkelig zueinander angeordneten Höhen und Tiefen auf. Dieses Muster läuft vom einen Ende des Faches zum andern, wenn das Fach durch die Walzen geht. Die Höhen können als domförmig, die Tiefen als schalenförmig angesprochen werden. 



  Dies bedeutet, dass das Fach an mehreren, über seine Fläche verteilten Stellen wiederholt hin und her gebogen wird, wodurch die Fasern   ineinandergearbeitet   und gründlich verfilzt werden, so dass zum Schluss die Fache gut gefilzt und von der richtigen Grösse sind. 



   Ausserdem wird beim Durchgang zwischen den Walzen jede Lage des Faches ständig gegen die andere verschoben. Im vorliegenden Falle geschieht dies dadurch, dass abwechselnd Wellen in den Lagen gebildet werden, die von einer Kante des Faches zur andern gehen. Die Wellung wird durch die mit   Stützwalzen A,   B abwechselnden Druckwalzen   w+   B'erzeugt. Diese versetzten Druckwalzen haben, wie erwähnt, keinen Antrieb und daher eine kleinere Umfangsgeschwindigkeit. Der Druck kann auf irgendwelche Art   ausgeübt   werden, beispielsweise durch die beschriebenen Federn 20. 



   Auf dem Weg durch die Maschine wird die obere Fachlage jedesmal etwas gegen die untere Lage verschoben, wenn sie von einer der   oberen Druckwalzen B'erlasst   wird, und ebenso die untere Lage, wenn eine der unteren Druckwalzen   A'sie   erfasst. Wenn das Vorderende des Faches von einer Druekwalze erfasst wird, verzögert dies seine Bewegung in bezug am den folgenden Teil des Faches, und so entsteht eine Wellung, die durch das ganze Fach wandert. 



   Wenn das Fach von den Gurten 42 zur ersten oberen Druckwalze B'gebracht wird, Fig. 5, entsteht in der oberen Lage eine Falte 50. Dann entsteht eine Falte 51 in der unteren Lage vor der ersten unteren   Druckwalze ,   dann wieder eine Falte 52 vor der zweiten oberen und eine Falte   53 vor   der zweiten unteren Druckwalze. Diese Wellungen rücken in regelmässiger Folge von einem Ende des Faches zum andern vor. Die obere Lage wird gegen die untere und die untere gegen die obere in einer Aufeinanderfolge kleiner Verschiebungen bewegt ; so dass die beiden Lagen sich nicht miteinander verfilzen, während das Verfilzen jeder Lage für sich beschleunigt wird.

   Da die Wellungen in jeder Lage des Faches gebildet werden und in einer Richtung über das ganze Fach vorrücken, werden die Flächen der beiden Lagen, die in der Ruhe aufeinanderliegen, in einer Richtung gegeneinander verschoben und dann wieder in die alte Lage gebracht. 



   Die Wellung wäre auch mit zylindrischen Walzen durchführbar, es ist aber besser, das Fach nicht nur zu wellen, sondern gleichzeitig auch durch die Höhen und Tiefen aus Kegelflächen zusammengesetzter Walzen in die beschriebene schachbrettartige Musterung zu pressen. 



   Während in dieser Weise der Fache sehr wirksam bearbeitet werden, vermeidet die Behandlung auf der andern Seite jede Beschädigung, Risse und schwache Stellen. Die Maschine gibt den Fachen 
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 der erste Gang, die Handwalkung, nur kurz zu sein, was insofern gut ist, als das Filzen gegen Ende des ersten Ganges nur sehr langsam erfolgt, während die Maschine sehr schnell arbeitet. Das Verfahren und die Maschine zeichnen sich daher nicht nur durch die Güte und Gleichmässigkeit der Fache, sondern auch durch schnelles und wirtschaftliches Arbeiten aus. 



   Der Rahmen der Maschine wird am besten mehrteilig ausgeführt, weil durch die Zerlegung in beispielsweise drei Teile 15, 16 und 17 der Einbau der Lagerkasten 18 für die Druckwalzen A'und B' in die   Führungen   19 erleichtert wird. Die Spannung einiger oder aller Federn 20 kann durch Schrauben 21 geregelt werden. Die Stützrollen   A und   B der beiden Sätze werden durch   Kettenritzel25, 86   und Ketten 26, . 35 angetrieben. Die Kette 26 des unteren Walzensatzes läuft um eine Scheibe 27 auf einer Welle   28,   die von der Antriebswelle 30 mit der   Riemenscheibe 81 durch   ein Getriebe 29 gedreht wird. Auf der
Antriebswelle   30   sitzt die Scheibe 37 der Kette 35 für den oberen Walzensatz. 



   Die Spritzrohre 40 sind über dem ersten Walzensatz angeordnet und spritzen heisses Wasser auf die Walzen. 



   Die Fache werden von dem über die Rolle 41 und die erste Walze des ersten Satzes geführten Gurt zwischen die Walzen geleitet, am Ende des ersten Satzes an eine Umfahrung 43 abgegeben, die sie zu dem zweiten Satz leitet. Dieser gibt sie an weitere Gurten 44 ab, die über eine Walze 45 und die letzte Walze des Satzes laufen. 

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   Die Fache können von diesen Gurten   abgenommen   und zu weiterer Behandlung wieder auf die Gurte 42 gelegt werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Filzen insbesondere von   Hutfaehen,   dadurch gekennzeichnet, dass die im feuchtig- 
 EMI3.1 
 Richtungen zur gleichen Zeit auf-und abgebogen werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Auf-und Abbiegen der Hutfache EMI3.2 3. Verfahren zum Filzen insbesondere von Hutfachen, dadurch gekennzeichnet, dass die im Hutfach beim Durchgang durch ein Walzenpaar gebildeten Erhöhungen und Vertiefungen vom nächsten Walzenpaar umgewandelt werden, so dass das Fach während des Durchganges ein schachbrettartiges Muster von rechtwinkelig zueinander angeordneten Erhöhungen und Vertiefungen aufweist.
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagen des Faches beim Durchgang durch die Walzenpaare gegeneinander verschoben werden.
    5. Maschine zum Filzen insbesondere von Hutfachen, gekennzeichnet durch eine Biegevorrichtung zum gleichzeitigen und wiederholten Auf-und Abbiegen des sich im aufgerollten Zustand befindlichen Faches in mehreren Richtungen und durch eine Befeuchtungsvorrichtung, um das Fach im feuchten Zustand zu erhalten.
    6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegevorrichtung Einrichtungen aufweist, mittels welchen dem fortschreitenden Fach sowohl in der Richtung des Fortschreitens als auch quer dazu eine wellige Form erteilt wird.
    7. Maschine nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch eine Gruppe doppelkegelstumpfförmiger Walzen, die in ihrer Gesamtheit eine Fläche mit Reihen von kreuz und quer voneinander abstehenden, in benachbarten Reihen gegeneinander versetzten Erhöhungen und Vertiefungen bilden und die mit einer zweiten Gruppe von doppelkegelstumpfförmigen Walzen zusammenwirken, die das Fach zwingen, sich den Erhöhungen und Vertiefungen anzuschmiegen.
    8. Maschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen derart angeordnet sind. dass sie abwechselnd als StÜtzwalzen und als Druckwalzen wirken, um eine Relativbewegung zwischen den Walzen und dem Fach herbeizuführen.
    9. Maschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Walzen des einen Walzensatzes gegen die entsprechenden Walzen des anderen Satzes angepresst wird.
    10. Maschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass einige der Walzen jedes Satzes angetrieben werden und die anderen Walzen mit geringerer Umfangsgeschwindigkeit als die getriebenen umlaufen und dabei gegen diese angepresst werden.
AT116772D 1924-02-01 1925-01-29 Verfahren und Maschine zum Filzen, insbesondere von Hutfachen. AT116772B (de)

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