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Papierbahnsicherung bei Gautschwalzen.
Einer der grössten Missstände bei der Papiermaschine ist das Abreissen der Papierbahn bei der Gautschpresse. durch welche die bekanntlieh am Langsieb sich entwässernde Papierstoffbahn geführt wird, um mit Hilfe von Filzführungen in weitere mechanische Pressen bzw. zur Nass-und Troekenpartie geleitet zu werden. An der Überführungsstelle der mechanisch noch sehr schwach ausgepressten Papierstoffbahn von der Gautschwalze zum ersten Wass und Legefilz tritt häufig ein Zerreissen der Papierstoffbahn ein, was nicht nur mit einem bedeutenden Verluste in der Erzeugung, sondern auch mit einem grossen Arbeitsaufwande für die Wiederherstellung der Papierbahn verbunden ist.
Zur Wiederherstellung einer nicht ganz abgerissenen Papierbahn bedient man sich in üblicher Weise des sogenannten Gautschknechtes, d. i. eine Spritzdüse, welche mittels des aus ihr ausströmenden Wasserstrahles den eingerissenen Teil der Papierstoffbahn. von dem gesunden trennt und dadurch ein vollständiges Abreissen der Papierstoffbahn verhindert.
Zufolge der hohen Papiergeschwindigkeit tritt jedoch meistens ein Abreissen der Papierstoffbahn
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Verbreiterung der Papierstoffbahn vorgenommen, bis dieselbe wieder in ihrer vollen Breite überführt erscheint.
Es sind wohl Vorrichtungen bekannt, durch welche versucht wurde, das gänzlich Abreissen der
Papierstoffbahn beim Verlassen der Gauschtpresse zu verhindern, doch haben sich diese Vorrichtungen infolge ihrer mangelhaften Impulseinrichtungen bisher nicht durchzusetzen vermocht.
Gegenstand der Erfindung ist nun eine Vorrichtung, welche einerseits die Funktion des Gautseh- knechtes durch Abspritzen oder Abtrennen der eingerissenen Papierstoffbahn vom gesunden Teil der- selben in der Bewegungsrichtung der Bahn unter darauffolgender Zuhilfenahme des bisher üblichen
Gautschkllechtes für die allmählich auszuführende Verbreiterung der Papierstoffbahn übernimmt und anderseits aber auch diese letztere Funktion des Gantschknechtes in selbsttätiger Weise durchführt, so dass auch eine vollkommen selbsttätig durchgeführte Herstellung einer eingerissenen Papierstoffbahn bewirkt wird.
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knechtes allmählich verbreitert und wieder hergestellt, nachdem vorher durch Schalter 54 das betreffende Abspritzventil ausgeschaltet worden ist.
Nach hergestellter Papierbahn wird der Schalter 54 wieder geschlossen und erscheinen die Kontaktfedern und die Hilfsrelais sowie die Abspritzventile wieder funktionsbereit, zumal auch das Sieb von anhaftenden Papierstoffteilen befreit ist.
Um nun auch den von Hand aus betätigten Gautschknecht zu entbehren, kann die Funktion desselben in der nach Fig. 8 beispielsweise zur Darstellung gebrachten Art auch auf die mit den elektro- magnetischen Abspritzventilen in Verbindung stehenden Spritzdüsen übertragen werden, welche zu diesem Zwecke auf Spindplwellen19 1Iml 20 längs Führungsstangen parallel zu sich selbst quer über die Papierstoffbahn geführt werden. Erfolgt nun beispielsweise der Einriss der Papierbahn wieder auf der
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Kontakt der unteren Gautschwalze und über die Erdleitung M geschlossene und von der Kontaktfeder 23 abgehende, durch strichpunktierte Linien dargestellte.
Relaisleitung 164, welche über Leitung 165 und zwei kurzschliessende Kontakte des mit oberer und unterer Federaufhängung versehenen Haupt-
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an die negative Hauptleitung 109 angeschlossen ist. so wird auch in Verbindung mit der von 102 abzeigenden positiven Stromzuführungsleitung 107 die obere Spule S1 des Hauptrelais A vom Strom durchflossen, so dass der am oberen und unteren Ende je zwei in der Mitte durch Isolierstücke unterteilte und auch gegen den Eisenkern durch Isolierstücke getrennte Arme besitzende Solenoidkern beispielsweise nach aufwärts gezogen, und die Phase.
? J2 eines kleinen Elpktromotors 111\1 (Drehstrom) über die Lei-
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netz wird derselbe in Gang gesetzt und bringt mittels der Friktionsseheibe 192 die Spindelwelle 19 in Rotation, wodurch auch die auf der Spindelwelle mit einem Mutterlager sitzende Spritzdüse 16 zu einer Bewegung nach links, also gegen die Einrissstelle der Papierbahn, veranlasst wird. Gleichzeitig mit der Ingangsetzung der in diesem Momente bereits arbeitenden Spritzdüse 16 wird der von derselben betätigte
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schlossen werden, um die später erforderliche Umschaltung des Motors vorzubereiten.
Die Spritzdüse wandert nun so lange weiter, bis sie an den Endschalter 189 anstösst, hiebei die bisher an dieser Stelle geschlossenen Gleichstromeleitungen 102 und 103 unterbricht. und somit das Spritzventil 12 bzw. die Spritzdüse 16 ausser Tätigkeit setzt, nachdem dieselbe, analog wie der Gautschknecht, sowohl in der Längsrichtung, als auch quer über die Papierstoffbahn den abgerissenen Teil derselben vom gesunden abgetrennt und eine allmähliche Verbreiterung und Wiederherstellung der vollen Papierbahnbreite bewirkt hat. Das mit der Wiederherstellung der Papierbahn rein gewordene Sieb bedingt nun wieder die Einschaltung der bisher unterbrochenen Kontaktfeder 23 in den Stromkreis des Hilfsrelais Pg, so dass dasselbe seinen Anker wieder anzieht und zum neuerlichen Ansprechen bereit erscheint.
Durch das bei der Aufwärtsbewegung des Eisenkernes im Hauptrelais A erfolgte Schliessen der Kontakte 162, 168 und 175 wird bewirkt, dass die zu den nicht abgehobenen Kontaktfedern 25'und 23" gehörigen Hilfsrelais Bg und auch unter Strom sowie von ihren unteren Kontakten abgehoben bleiben
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ist, und denselben ausgeschaltet hat, wird auch gleichzeitig die Stromzuführung der Spule 81 des Hauptrelais-4 unterbrochen und hiedurch dessen Anker in seine Normalstellung nach abwärts versetzt.
In diesem Falle erhält nun bei der in Fig. 8 dargestellten Mittellage des Hauptrelais 4 die untere Spule 84 des Hilfsrelais Hl von der positiven Leitung der Stromquelle Strom, indem an diese Stromquelle die Spule S4 über die Leitungen 116, 117, 118, 119 und die mit letzterer durch den Kippschalter geschlossene Leitung 120, das zweite Spulenende hingegen über Leitung 121 an die negative Leitung angeschlossen wird, wodurch der Anker das Hilfsrelais B nach abwärts gezogen wird.
Dadurch werden mit Hilfe des unteren linken Kontaktarmes und der Kontakte 12. 3 und 157 bzw. durch den rechten unteren vom linken
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an die Phasen 56 und 64 des Transformators umgeschaltet, so dass der Motor nunmehr zu einer verkehrten Drehung gezwungen wird, und die Spritzdüse 16 in die mittlere Normalstellung zurückgeführt und auch der Kippschalter 191 wieder in seine Mittelstellung gebracht wird. Bei dieser Stellung des Kippschalters wird die infolge der beiden bisher geschlossenen Kontakte 119 und 120 betätigte Spule S4 wieder strom-
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eine neuerliche Funktion wieder bereit gestellt.
Erfolgt nun der Einriss der Papierbahn auf der Triebseite rechts bei Kontaktfeder 23", so wird der Vorgang analog dem vorher beschriebenen sein, jedoch wird das Hilfsrelais H4 stromlos, durch die von demselben bewirkten Kontaktschlüsse bei 104 und 114 bzw. durch Leitung 114, 115 und der zum Abspritzventil ? führenden Leitungen 102 und 100, sowie ferner das Leitungsstück 105 wird gleichfalls
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relais H1 dessen Anker nach aufwärts ziehen, so dass der Motor M2 in seiner Drehrichtung umgeschaltet und die Spritzdüse 16 wieder in ihre Mittelstellung zurückgeführt wird.
Analog wie früher wird mit der Wiederherstellung der Papierbahn der Federkontakt 23"in den Stromkreis des Hilfsrelais H4 gebracht und zum neuerlichen Ansprechen bereit gestellt. Auch bei einem Einriss auf der rechten Seite ist Vorsorge getragen, dass durch die von dem linken unteren Armkontakte des Hauptrelais A bewirkte Kontaktschliessung über 185, 171 und 172 die Hilfsrelais H2 und H3 stets unter Strom bleiben.
Bei einem Einriss der Papierbahn in der Mitte wird die mittlere Kontaktfeder 23'an der Gautseh- walze abgehoben, und somit auch der Strom im Hilfsrelais H3 unterbrochen, wodurch in weiterer Folge durch die vom herabfallenden Anker bewirkten Kontaktschlüsse das Spritzventil 3 nebst Düse 17 und auch die Spule des mit oberer und unterer Federaufhängung versehenen zweiten Hauptrelais B vom Strom durchflossen wird. der Anker dieses Relais selbst wird nach abwärts angezogen, und schliesst die unter dem unteren Arm gelegenen Kontakte. Durch den rechten unteren Armkontakt wird der Motor MI mit seinen Zuführungsleitungen an die Kraftleitungen 64 und 65 angeschlossen, und wird ferner mittels der Spindelwelle 20 die bereits arbeitende Spritzdüse 17 nach rechts in Bewegung gesetzt.
Die linken Kontakte 180, 167 und 166 bewirken auch hier, dass die Spulen der Hilfsrelais H2 und H4 unter Strom angeschlossen bleiben. Mit dem Beginn der Bewegung der Spritzdüse 17 nach rechts wird der aus zwei durch ein Isolierstück voneinander getrennten Teilen bestehende Endschalter 188 durch eine Druckfeder z. B. geschlossen, was eine Vorbereitung für eine spätere Umkehrrichtung des Motors bedeutet, und unterbricht die Spritzdüse bei ihrer Weiterbewegung den rechten Endschalter 187, so dass die Wicklung des zweiten Hauptrelais B stromlos wird und der Anker unter einer Federeinwirkung in die normale Stellung nach aufwärts gezogen wird.
Hiedurch wird einerseits auch der Anker des Hilfsrelais H3 infolge der Kontakte 176 und 177 und Herstellung des glatten Siebes unter der Kontaktfeder 25'gleich- falls nach aufwärts gezogen, und das Spritzventil 13 bzw. die Düse 17 ausser Tätigkeit gesetzt. Durch den oberen Kontaktschluss wird ferner die Phase 144 des Motors M2 über den geschlossenen linken Endschalter und die Leitungen 143, 142, sowie über Kontakte zu 133, 137 und 141, und die Phase 180 des Motors durch die Leitungen 129, Endschalter 128, 125, 124 und ;
? 25 wieder umgeschaltet und hiedurch die Spritzdüse. 17 wieder in ihre linke Endstellung zurückgeführt, bis dieselbe den Endschalter 188 wieder unterbricht, worauf auch das linke Spritzventil 13 wieder zu einem neuen Ansprechen bereit gestellt erscheint.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Selbsttätige Papierbahnsieherung bei Gautschwalzen, dadurch gekennzeichnet, dass von mehreren, durch den metallischen Belag der Gautsehwalze, sowie durch darauf liegende Federkontakte (21, 21' und 21") und über Hilfsrelais (76, 77 und 78) geschlossenen einzelnen Stromkreisen durch abgerissene Teile der Papierstoffbahn infolge Widerstandsvergrösserung unter den Kontaktfedern der eine oder andere dieser Hilfsstromkreise unterbrochen und durch von einem Anker des zum unterbrochenen Strome zugehörigen Relais hergestellten Kontaktschluss ein mittleres oder seitliches über der Papierstoffbahn angeordnetes von einer besonderen Elektrizitätsquelle gesteuertes elektromagnetisches Abspritzventil (12 oder 13)
nebst den dazu gehörigen Spritzdüsen (16 und 17) zum Abtrennen der eingerissenen Papierstoffbahn vom gesunden Teile derselben betätigt wird.